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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2022

Italienfeeling

Commissario Leone und die Tränen der Madonna
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In Rom geht ein unheimlicher Mörder um. Die Opfer: allesamt 22 Jahre alt, strahlend blaue Augen.
Da hat Commissario Enzo Leone eine ordentliche Nuss zu knacken. Sein Ermittlungsteam besteht aus sehr sympathischen, ...

In Rom geht ein unheimlicher Mörder um. Die Opfer: allesamt 22 Jahre alt, strahlend blaue Augen.
Da hat Commissario Enzo Leone eine ordentliche Nuss zu knacken. Sein Ermittlungsteam besteht aus sehr sympathischen, aber auch sehr unterschiedlichen Personen. Vor allem der kleinwüchsige Kollege/Praktikant hat es mir dabei besonders angetan, denn er ist das absolute Computergenie. An die unappetitliche Seite der Polizeiarbeit, wie Obduktionen, muss er sich noch gewöhnen. Alle zusammen kommen sie dem Mörder auf die Spur, auch wenn es für einige quasi Rettung in letzter Minute bedeuten wird.
Als Zugabe gibt es auf der letzten Seite noch das Rezept für ein typisch italienisches Ofengericht. Auch so spiegelt sich viel von der italienischen Seele in dem Krimi wider. Man fühlt sich quasi wie im Italienurlaub.
Als Urlaubslektüre kann ich das Buch gern weiterempfehlen. Es liest sich leicht in einem Rutsch runter, auch wenn man als Leser leider fast schon zu schnell dem Mörder auf die Spur kommt (jedenfalls viel schneller als der Commissario).
Mir hat es etwas an Tiefe gefehlt. Auch die Liebesgeschichte am Rande ist mir etwas zu kitschig. Trotzdem kann ich hier gerne 4 Lesesterne vergeben.

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Ausgeburt der Hölle

Die Stimme des Wahns
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Leider kenne ich die Vorgängerbände nicht. Für die aktuelle Handlung spielt das keine Rolle, man kommt gut in den Inhalt hinein. Allerdings hätte ich schon gern gewusst wie die Gebrüder Ackermann von ihrem ...

Leider kenne ich die Vorgängerbände nicht. Für die aktuelle Handlung spielt das keine Rolle, man kommt gut in den Inhalt hinein. Allerdings hätte ich schon gern gewusst wie die Gebrüder Ackermann von ihrem bösartigen Vater erst zur Killermaschine erzogen worden sind, dann aber mit ihren schrecklichen Fähigkeiten in den Staatsdienst treten konnten.
Jetzt geht es jedenfalls darum, dass der hochintelligente Serienkiller Demon nicht wie angenommen inhaftiert ist, sondern er sitzt wie die Spinne im Netz eines großen Killerimperiums. Mit Hilfe eines Neurochirurgen formt er Männer zu willfährigen Erfüllungsgehilfen. Doch sein Ziel sind die Ackermann-Brüder, die er sich einverleiben will.
Einerseits ist die Handlung, wenn man sie mit Vernunft betrachtet, hochgradig hanebüchen, ja eigentlich sogar komplett irre. Dennoch zieht einen die temporeiche Action, geschildert in kurzen, prägnanten Kapiteln mit spannenden Szenenwechseln, direkt in ihren Bann; man fiebert mit Francis, der ja fast schon wie ein Supermann agiert, schmerzfrei und mit Waffen am ganzen Körper. Doch in Demon scheint er seinen Meister gefunden zu haben, oder ist es eine Pattsituation? Das letzte Kapitel birgt noch einiges an Überraschung und macht Vorfreude auf den nächsten Band. So soll es sein bei einer guten Thrillerreihe.

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Veröffentlicht am 28.03.2022

Finnischer Krimi

TEAM HELSINKI
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Vor dem Landsitz einer Unternehmerfamilie steht morgens plötzlich ein Container, in dem eine ertrunkene afrikanische junge Frau aufgefunden wird. Es dauert seine Zeit, ehe das Ermittlerteam herausfindet, ...

Vor dem Landsitz einer Unternehmerfamilie steht morgens plötzlich ein Container, in dem eine ertrunkene afrikanische junge Frau aufgefunden wird. Es dauert seine Zeit, ehe das Ermittlerteam herausfindet, dass es sich hierbei um eine Dozentin aus Namibia handelt, die erst kürzlich eingereist ist. Auch das Unternehmen hat eine unrühmliche Vergangenheit in Namibia, wie in kurzen Episoden eingeblendet wird. Der Firmengründer hat sich dort nach Gutsherrenart ausgetobt und ist mit allem ungestraft davon gekommen. Doch bevor die Zusammenhänge klar werden, geraten noch mehr Personen in höchste Lebensgefahr.
Die meisten skandinavischen Krimis spielen ja in Schweden oder Dänemark. Deswegen war ich recht gespannt auf dieses finnische Buch. Es wird wohl an den Autoren und nicht an Finnland liegen, dass sich meine Begeisterung doch sehr in Grenzen hält. Zu Beginn stürmen viele, eigentlich zu viele Personennamen auf den Leser ein. Bei den Ermittlungen kommt keine rechte Spannung auf. Als Leser hat man schon früh seine Verdachtsmomente und fragt sich, warum die Polizei das Offensichtliche nicht sehen will. Alles mündet in ein actionreiches Finale, bei dem ich leider etwas den Überblick verloren habe. Auch Polizeikommissarin Paula Pihlajal, die das Team leitet, bleibt blass. Es wird eine ominöse Hintergrundstory angerissen, die sich mit ihrer Vergangenheit befasst und die wahrscheinlich in den Folgebänden wieder aufgegriffen wird. Doch dieser Handlungsstrang bleibt viel zu rätselhaft und macht leider auch nicht neugierig auf mehr.
Zusammenfassend möchte ich sagen: die Idee des Buches an sich ist gut, aber die Ausführung könnte besser sein.

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Veröffentlicht am 23.03.2022

Hexenschwestern

Bei den Tannen
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Auch wenn man die anderen Fälle des Commissario Grauner noch nicht kennt, findet man sich schnell zurecht in diesem Krimi. Wie immer hat der Autor sein Südtirol landschaftlich mit viel Herzblut und hohem ...

Auch wenn man die anderen Fälle des Commissario Grauner noch nicht kennt, findet man sich schnell zurecht in diesem Krimi. Wie immer hat der Autor sein Südtirol landschaftlich mit viel Herzblut und hohem Wiedererkennungswert in Szene gesetzt. Grauner, und ebenso seine beiden Mitstreiter Tappeiner und Saltapepe, sind immer noch traumatisiert vom Tod ihres Kollegen, als ein neuer Mordfall ihre Aufmerksamkeit fordert. Eine gleichermaßen bekannte wie gefürchtete Restaurantkritikerin fällt beim Testessen tot vom Stuhl. Die Dorfgemeinschaft ist sofort von der Schuld der Starköchin überzeugt. Ihre Familie ist seit Jahrhunderten als Hexen verschrien. Ein Großteil der Ermittlungen befasst sich mit Recherchen zur Familiengeschichte. Es kommen böse Dinge ans Licht, die man lange unter Verschluss gehalten hat. So gesehen ist die Handlung schon spannend durchdacht, aber es fehlt einfach an Tempo. Lange, tiefsinnige Gedankengänge bremsen den Leser immer wieder aus, sodass mir diese Folge etwas weniger gut gefallen hat als seine Vorgänger.

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Veröffentlicht am 22.03.2022

Menschlich bleiben

Die Diplomatin
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Friederike Andermann, kurz und burschikos Fred genannt, wuchs in Hamburg in kleinen Verhältnissen bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf. Gutes Abitur, gutes Studium, geradlinige Karriere im Auswärtigen ...

Friederike Andermann, kurz und burschikos Fred genannt, wuchs in Hamburg in kleinen Verhältnissen bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf. Gutes Abitur, gutes Studium, geradlinige Karriere im Auswärtigen Dienst. Der Leser betritt Freds Welt bei ihrem Amtseintritt in Montevideo. Dort erfährt ihre Laufbahn einen ersten Knick,der zu einer Versetzung in den Innendienst führt. Nach zwei Jahren ergibt sich eine neue Chance in Istanbul. Auch hier muss sie mit ihren Entscheidungen eine Gratwanderung begehen. 
Die Handlung ist nicht in sich abgeschlossen, sondern besteht im Prinzip nur in einem Zeitfenster, durch das man in Freds Gedankenwelt eintaucht. Man versteht, wie einengend das Leben im diplomatischen Dienst ist; man versteht, warum sie den Pfad der ihr vorgegebenen Richtlinien verlässt, und nebenbei wird auch viel von ihrem Privatleben erzählt.
Alles liest sich leicht und flüssig. Das Buch ist interessant. Über allem liegt ein Hauch von Spannung, aber dennoch fehlt mir etwas am ganzen Sinn. Nach längerem Nachdenken kam ich zu dem Schluss, dass es mir nicht reicht, einfach nur von den Erlebnissen der zwei Dienstorte zu lesen, die mir relativ zusammenhanglos präsentiert werden. Es fehlt mir ein Mittelteil aus dem Innendienst, der sicherlich auch zum Reifeprozess der Diplomatin beigetragen hat. Deswegen kann ich leider nur vier Lesesterne vergeben für ein Buch, das mir besonders durch seinen angenehmen Sarkasmus gut gefallen hat. Die Erzählweise der Sprecherin Bettina Hoppe passt ausgezeichnet zu Freds Charakter.

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