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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2022

kindgerecht und pädagogisch

Magische Welt der Dinge (1) Antons geheime Reise mit Paul Pulli
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Pädagogisch sinnvoll und ökologisch wertvoll muss nicht generell grau und langweilig sein. Das beweist uns Alexandra Wagner mit dem ersten Band einer neuen Reihe, in der Herkunft und Herstellung von Alltagsgegenständen ...

Pädagogisch sinnvoll und ökologisch wertvoll muss nicht generell grau und langweilig sein. Das beweist uns Alexandra Wagner mit dem ersten Band einer neuen Reihe, in der Herkunft und Herstellung von Alltagsgegenständen kindgerecht dargestellt werden.
Wir lernen Anton kennen, dessen Superhelden-Pullover eines Nachts zum Leben erwacht. Anton tritt nun mit ihm eine Reise an, die den Herstellungsprozess bis zu seinem Ursprung erzählt. Kindgerecht werden wichtige Fakten vermittelt. Vielleicht bleibt doch einiges davon bei den kleinen Lesern hängen, sodass nicht mehr nur der Konsum im Vordergrund steht, sondern erkannt wird, dass jedes Ding seinen Wert hat, den man schätzen sollte, anstatt vorschnell alles in den Müll zu werfen und dann neu zu kaufen.
Es gibt viele hübsche Illustrationen, an denen mir vor allem die Gesichter gut gefallen haben. Die Kapitel sind angenehm kurz, der Schreibstil flüssig und dennoch kindgerecht verständlich. Obwohl es eigentlich ein Sachbuch ist, werden die Fakten in eine durchgängige, aufregende Story verpackt, die nichts Oberlehrerhaftes an sich hat.
Bemerkenswert finde ich, dass auch die Herstellung dieses Buches unter strengen ökologischen Gesichtspunkten stattgefunden hat. Es liegt zudem gut in der Hand, auch die Papierseiten haben eine stabile Dicke und die Buchstabengröße ist perfekt für Leseanfänger.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Cleverer Cosy Crime

Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar
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Robert Thorogood hat einen wunderbar britischen Krimi geschrieben. Die Handlung ist zwar relativ schnell durchschaubar, dennoch bleibt es spannend, weil drei clevere Frauen interessante Wege finden, der ...

Robert Thorogood hat einen wunderbar britischen Krimi geschrieben. Die Handlung ist zwar relativ schnell durchschaubar, dennoch bleibt es spannend, weil drei clevere Frauen interessante Wege finden, der Polizei bei der Ermittlungsarbeit zu helfen. Sie sind mutig und schlau, und jede hat ihren sehr speziellen Charakter. Erst durch die Morde lernen sie einander kennen.
Das Setting ist so absolut englisch, was mir sehr gefällt. Doch besonders bin ich hingerissen von dem feinen Humor, mit denen die Protagonistinnen gezeichnet werden. Lächelnd musste ich manche Passagen doppelt lesen, weil sie mir so gut gefallen haben.
Dieses Buch würde ich auch gerne verfilmt sehen.
Wer Agatha Raisin mag, der wird Mrs. Potts lieben.

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Oxen unverwüstlich

Oxen. Noctis
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Wieder ein Oxen-Thriller, der absolut hält, was man erwartet.
Selbst traumatisiert soll Oxen anderen Kriegsveteranen -und dadurch auch sich selbst- bei der Bewältigung erlebter Schrecken helfen. Doch auf ...

Wieder ein Oxen-Thriller, der absolut hält, was man erwartet.
Selbst traumatisiert soll Oxen anderen Kriegsveteranen -und dadurch auch sich selbst- bei der Bewältigung erlebter Schrecken helfen. Doch auf einmal werden überraschend viele Veteranen hinterrücks ermordet. In diesem Zusammenhang betritt eine neue, interessante, vor allem sehr fähige Protagonistin das Oxen-Umfeld. Es handelt sich um die Polizistin Sally Finnsen, die ihren verschollenen Bruder sucht, ebenfalls ein Veteran. 
Wenn die Handlung zu Beginn noch in normalen Spannungsbahnen verläuft, steigt der Thrill in ungewohnte Höhen, als Oxen in gewohntem Alleingang Unglaubliches entdeckt und auf dem besten Wege ist, selbst zur Kriegsveteranenleiche zu werden.
Ich bin mal wieder begeistert vom Autor, der einen Spannungsmoment an den Nächsten reiht, sodass man als Leser fast vergisst zu atmen. Die Hauptpersonen rund um Oxen empfinde ich als sehr stimmig, allerdings ist seine Person selbst völlig unrealistisch. Kein Mensch kann so kämpfen und derart viel Schmerz aushalten und dann auch noch überleben. Aber das macht ja gerade den Reiz dieser Serie aus. Drum gibts von mir eine hundertprozentige Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.04.2022

Vita eines Helden

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
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Michael Hartung ist ein ehemaliger DDR-Bürger, der auch als Erwachsener seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Ursprünglich war er bei der Bahn angestellt, doch dieser Job und auch alle weiteren ...

Michael Hartung ist ein ehemaliger DDR-Bürger, der auch als Erwachsener seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Ursprünglich war er bei der Bahn angestellt, doch dieser Job und auch alle weiteren Versuche in der Selbstständigkeit waren nicht von Bestand. Seit Jahren ist er Inhaber einer schlecht laufenden Videothek, der Streaming-Dienste zunehmend die Kundschaft abgraben. 
Es naht der 30. Jahrestag der Maueröffnung. Der findige Journalist Landmann entdeckt, dass eben dieser Michael Hartung seinerzeit einen Zug von der DDR in den Westen umgeleitet hat. Eine Sensationsstory bahnt sich an, da spielt es keine Rolle, wie oft Hartung betont, dass die Weichenstellung nur ein unglücklicher Unfall gewesen ist. Hartung wird zum Helden stilisiert. Die "Heldensage" entwickelt eine Eigendynamik, die sich für ihn und noch mehr für Landmann in finanzieller Hinsicht lohnt. Doch der Held zaudert immer mehr, und je mehr er alles hinterfragt, umso größer wird der Druck auf ihn.
Ja, es ist wirklich ein Plot wie ein Schildbürgerstreich. Die Protagonisten sind Menschen wie du und ich, ohne Allüren, sondern mit ganz normalen Alltagsproblemen.
Die Sicht der Westdeutschen auf den Osten wird gewaltig auf die Schippe genommen. Klischees wollen in der breiten Öffentlichkeit bedient werden und schon rollt der Rubel. 
Michael Hartung ist allerdings ein Mann, dem man bei der Mannwerdung zuschauen kann. Wenn er sich noch anfangs genügsam von Tag zu Tag treiben lässt, so endet die Geschichte mit einem Michael Hartung, der sein Leben reflektiert und sich seiner Vergangenheit ehrlich stellt. 
"Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" ist eine leicht erzählte Geschichte, die unter der Oberfläche erstaunlichen Tiefgang verbirgt.

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Veröffentlicht am 23.03.2022

Magische Fuchsjagd

Signs of Magic 1 – Die Jagd auf den Jadefuchs
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Das schöne Cover mit dem stilisierten Fuchs als Emblem bietet schon einen ersten Hinweis auf den Inhalt dieses Fantasy-Romans für jugendliche Leser. Als Altersangabe steht 14 Jahre, aber ich denke, auch ...

Das schöne Cover mit dem stilisierten Fuchs als Emblem bietet schon einen ersten Hinweis auf den Inhalt dieses Fantasy-Romans für jugendliche Leser. Als Altersangabe steht 14 Jahre, aber ich denke, auch Zwölfjährige werden von Albert und Matilda fasziniert sein. Die beiden Hauptpersonen werden durch zwei Sprecher (Lara Trautmann und Max Felder) vertreten, die sehr gekonnt in ihre Rollen schlüpfen.
Albert ist ein ambitionierter Hobbyzauberer für Kindergeburtstage, der mit kleinen Taschenspielertricks sein Publikum bei Laune hält. Albert liebt eine vermögende junge Rechtsanwältin, die ihn lieber in einem renommierten Beruf sehen würde. Genaugenommen passen die beiden nicht gut zusammen.
Matilda lebt mit ihrem trunksüchtigen Vater im heruntergekommenen Familienschloss, dessen Keller ein düsteres Geheimnis birgt. Matilda braucht dringend Geld, damit ihr Heim nicht an die Bank fällt. Alle zehn Jahre findet die Jagd auf den magischen Jadefuchs statt. Dem Gewinner winkt ein unfassbar grosses Preisgeld. Matilda sieht darin ihre letzte Chance. Den bärenstarken Hausmeister konnte sie schon als Jagdbegleitung gewinnen, aber es fehlt ein Zauberer, der den Fuchs anschließend auch mit magischen Bannsprüchen in der Fuchsfalle gefangen halten kann. Der ahnungslose Albert schließt sich den beiden an. Er träumt von einer Zauberertournee und ist natürlich entsetzt, als er sich auf einer mörderischen Jagdreise wiederfindet.
Matilda und Albert sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die sehr gut beschrieben werden. Sie sind sympathisch, haben aber auch ihre Macken. Gerne treffen sie falsche Entscheidungen, sodass man als Leser am liebsten regulierend eingreifen möchte. Es gibt auch Fieslinge, die ihnen Steine in den Weg legen. Für Action ist jedenfalls ausreichend gesorgt. Was die magische Seite angeht, da hätte der Autor gerne noch eine Schippe drauf legen können, denn die nimmt erst mit der Fuchsjagd an Fahrt auf. Schön an der Handlung ist, dass sie immer wieder wie der Fuchs einen Haken schlägt und eine neue Wendung nimmt.
Kurz: ein Jugendbuch ohne Langeweile und als Hörbuch ebenfalls sehr zu empfehlen.

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