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Veröffentlicht am 24.03.2022

Erfrischende Friends to Lovers-Story

Long Distance Playlist
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Als Isolde auf einer Party mitbekommt, wie ihr Freund ein Mädchen aus ihrer Ballettgruppe küsst, ist sie am Boden zerstört. Plötzlich fängt sie an, an sich sowie ihren Fähigkeiten als Tänzerin zu zweifeln ...

Als Isolde auf einer Party mitbekommt, wie ihr Freund ein Mädchen aus ihrer Ballettgruppe küsst, ist sie am Boden zerstört. Plötzlich fängt sie an, an sich sowie ihren Fähigkeiten als Tänzerin zu zweifeln - und dabei steht bald ein wichtiges Vortanzen an!
Als sich dann nach mehreren Monaten Funkstille auch noch Isoldes ehemals bester Freund meldet, scheint das Gefühlschaos komplett. Denn die gemeinsamen Playlisten und nächtelangen Austausche sind für Isolde immer weniger wegzudenken...

Nach dem niedlichen Cover und dem Klappentext habe ich eine unterhaltsame Liebesgeschichte für Zwischendurch erwartet - nicht unbedingt etwas Neuartiges, aber auch kein Buch, das mich Seite für Seite mehr langweilt. Und genau diese Erwartungen meinerseits wurden erfüllt.

"Long Distance Playlist" von Tara Eglington ist eine luftig-lockere Young Adult Story, die sich rund um das Thema "Friends to Lovers" dreht.
Dabei wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive der beiden Protagonisten Isolde und Taylor erzählt. Der Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass man sich schnell und gut in die beiden hineinversetzen kann und praktisch nur so durch die Seiten fliegt.
Ergänzt werden die wechselnden Erzählperspektiven von Email- und Chatverläufen, die wirklich authentisch wirken. Und natürlich ist, passend zum Titel, auch die ein oder andere Playlist dabei. Dies war mein persönliches Highlight, denn viele der Lieder entsprachen meinem Musikgeschmack und so konnte ich auch meine eigene Playlist mit dem ein oder anderen neuen Song erweitern.

Die Handlung selbst ist an manchen Stellen zwar ein wenig klischeehaft oder vorhersehbar, wird überraschenderweise aber auch durch ernstere, tiefgründigere Themen ergänzt. Leistungsdruck, Fernbeziehungen, Amputationen und Versagensängste spielen immer wieder eine Rolle, sodass dieser Roman dann doch wieder eine einzigartige Note erhält. Genau durch diese Ergänzungen wirkt die Geschichte um ein Vielfaches intensiver und bleibt auch nach dem Lesen noch im Kopf.

Ich hatte einige schöne Lesestunden mit Isolde und Taylor und kann "Long Distance Playlist" jedem weiterempfehlen, der nach einer lockeren, dennoch aber keineswegs langweiligen Lektüre für Zwischendurch sucht.
5/5 Sterne

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2022

Habe ich so nicht erwartet!

TITANEN - Lasst die Rennen beginnen
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"Und seine Augen scheinen nur zu sagen: Vertrau mir."

Von klein auf ist Astrid fasziniert von den "Titanen" in ihrer Nachbarschaft. Jedes Jahr wird ein großes Rennen mit den stählernen Rennpferden veranstaltet, ...

"Und seine Augen scheinen nur zu sagen: Vertrau mir."

Von klein auf ist Astrid fasziniert von den "Titanen" in ihrer Nachbarschaft. Jedes Jahr wird ein großes Rennen mit den stählernen Rennpferden veranstaltet, das dem Sieger die Chance auf ein völlig neues Leben bietet. Eine Chance, die Astrid sofort ergreift, als sie die Möglichkeit hat, einen der Titanen zu reiten. Die Zukunft ihrer gesamten Familie hängt von ihrem Sieg ab - doch scheitert sie, steht ihr Leben auf dem Spiel...

Ich war mir nach dem Lesen des Klappentextes nicht vollkommen sicher, was mich bei diesem Buch erwarten wird. Ich habe mich bei der Beschreibung ein wenig an eine packende Dystopie à la "Tribute von Panem" erinnert gefühlt - letztendlich war "Titanen" aber gänzlich anders. Und nichtsdestotrotz wurde ich keineswegs enttäuscht.

Die Geschichte spielt in einem kleinen, ärmlichen Vorort von Detroit. Das Setting ist dabei sehr realistisch angehaucht und spielt in der Gegenwart. Der einzige Unterschied sind dabei die Rennpferde aus Stahl, im Prinzip Rennwagen in Pferdeform. Mit diesem Element steht und fällt der gesamte Roman - und ich bin hin und weg davon. Noch nie habe ich ein ähnliches Buch gelesen, in dieser Hinsicht ist es wirklich einzigartig.

Der Roman selbst ist nicht unbedingt komplex, es gibt nur einen Handlungsstrang und eine Erzählperspektive. Allerdings werden einzelne Teilaspekte toll in die Geschichte hineingewoben: Spiel- und Wettsucht, Armut und Klassenunterschiede werden eingerahmt von den Ereignissen auf der Rennbahn.

Und all das wird abgerundet durch eine starke, sympathische Protagonistin sowie eine beeindruckend tiefen Freundschaft zu ihrer besten Freundin. Astrid und Magnolia haben mir einige tolle Lesestunden bereitet. Ich habe gemeinsam mit ihnen mitgefiebert, getrauert, gezittert und gelacht. Selten haben es mir Figuren aus einem Roman so sehr angetan, dass ich am Schluss des Buches eine bedrückende Leere verspürt habe. Die beiden haben es definitiv geschafft!

Überraschenderweise haben auch die Titanen einen bedeutenden Teil dazu beigetragen. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich - ganz platt ausgedrückt - einen Haufen Metall so stark in mein Herz schließen würde. Allerdings haben jede einzelne Übungsstunde und jedes einzelne Rennen bewirkt, dass ich mich Stück für Stück mehr für diese Maschinen erwärmen konnte. Und zwar so sehr, dass ich am Schluss das ein oder andere Tränchen verdrückt habe.

Ich habe mit "Titanen" mein erstes Jahreshighlight gefunden und freue mich sehr, in der Verlagsvorschau auf dieses Buch gestoßen zu sein. Wer Interesse an einem realistischem, überraschend emotionalem und unglaublich packendem Jugendbuch hat, sollte sich diesen Roman unbedingt näher anschauen.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 15.03.2022

Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!

Meridion
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Als letzte Hoffnung der Menschheit wird einst Meridion gegründet.
Unter Extrembedingungen leben die Menschen friedlich und bescheiden in den vier Zonen Krytos, Adurnis, Morung und Eritima - bis eines Tages ...

Als letzte Hoffnung der Menschheit wird einst Meridion gegründet.
Unter Extrembedingungen leben die Menschen friedlich und bescheiden in den vier Zonen Krytos, Adurnis, Morung und Eritima - bis eines Tages ein tödlicher Angriff der "Wächter", blutrünstigen Bestien, droht. Gemeinsam mit Elysa und Drexton bricht Tyran in Krytos auf, um dessen Bewohner vor weiterem Unheil zu bewahren und seine Eltern zu retten. Doch schon bald landen sie in einem Netz aus gefährlichen Intrigen...

Gleich auf den ersten Seiten hat mich das grandiose Worlbuilding Meridions vollkommen von sich überzeugen können. Die Welt erinnert ein wenig an "Die Tribute von Panem" oder "Die Bestimmung", ist aber dennoch wirklich einzigartig. Jede der vier Zonen birgt eine andere Gefahr: ewiges Eis oder Meer und ewigen Dschungel oder Wüste. Dabei kann jeder Teilbereich durch eigene, neugeschaffene und einzigartige Wesen glänzen.

Und auch die Handlung selbst hat mir sehr gut gefallen. Sie ist gut durchdacht und arbeitet stets einem roten Faden folgend auf den Höhepunkt hin. Immer wieder bereichern überraschende Wendungen den Lesenden, sodass man den Roman kaum aus der Hand legen möchte.

Dazu beigetragen haben vor allem auch der strukturierte, angenehme Schreibstil Jasmin Halouneks und recht kurze Kapitel. Jedes einzelne endet mit einem spannendem Cliffhanger, was ich ebenso bemerkenswert finde, wie die vielen unterschiedlichen Erzählperspektiven.
Bei diesen hatte ich zunächst etwas Sorge, dass sich möglicherweise zu wenig auf einzelne Charaktere konzentriert werden könnte. Dem war allerdings definitiv nicht so.

Der Umfang von 480 Seiten wird an dieser Stelle sehr gut genutzt. Die Figuren haben allesamt lebendig und authentisch auf mich gewirkt. Jede bringt eine eigene Hintergrundgeschichte und glaubwürdige Entwicklungen mit. Und selbst bestimmte Wesen, die eher als Randcharaktere auftauchen, waren mir sofort sympathisch und liebenswürdig.
So kommt es, dass man die gesamte Gruppe schnell ins Herz schließt, mit ihnen mitfiebert und mitleidet.
Mein einziger Kritikpunkt gilt einigen zwischenmenschlichen Entwicklungen innerhalb besagter Gruppe. Diese haben mich an einigen Stellen eher gestört, da sie teils doch recht unvorhersehbar waren, und wären meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig gewesen.

Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt von "Meridion" und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung. Liebhaber von fesselnden Dystopien sollten sich dieses Buch unbedingt näher anschauen.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 28.02.2022

Spannend, abenteuerlich und fantastisch

Silver Dust - Im Bann der Wasserdrachen
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Gemeinsam mit ihrer Familie lebt Silver im Herzen der Wüste. Ihr großer Traum ist es, einmal eine große Drachenreiterin zu werden.
Eines Tages begegnet sie dem Drachen Hiyyan. Als Angehöriger der Aquinder ...

Gemeinsam mit ihrer Familie lebt Silver im Herzen der Wüste. Ihr großer Traum ist es, einmal eine große Drachenreiterin zu werden.
Eines Tages begegnet sie dem Drachen Hiyyan. Als Angehöriger der Aquinder ist er etwas ganz Besonderes: Aquinder können sowohl fliegen, als auch schwimmen. Doch Hiyyan und seine Mutter schweben in großer Gefahr. Es liegt an Silver, das allseits bekannte Wasserrennen von Calidia zu gewinnen und die beiden zu retten. Aber sowohl das Rennen, als auch der Weg dorthin sind nicht ganz ungefährlich...

Bevor ich mit meiner eigentlichen Rezension beginne, möchte ich noch einmal die Aufmerksamkeit auf das wundervolle Cover dieses Buches lenken. Ich finde es unglaublich schön gemacht. Die Farben, das Motiv, die eingefangene Stimmung - alles passt perfekt zusammen. Meiner Meinung nach hätte es glatt einem Film zum Buch entspringen können!

Und auch der Inhalt konnte mich überzeugen.
Bereits auf den ersten Seiten ist mir der Schreibstil der Autorin positiv ins Auge gesprungen. Kristin Halbrook schreibt locker, flüssig und angenehm bildhaft. Gerade bei den einzelnen Drachen hatte ich ein echtes Kopfkino, so genial wurden sie beschrieben!
Und doch war keine einzige Seite langweilig für mich. Stück für Stück wird die Handlung weiter ausgebaut und immer ist dabei ein roter Faden erkennbar. Die Autorin lässt den Spannungsbogen in "Silver Dust" konstant ansteigen, sodass man als Leser enorm mit Silver mitfiebert.

Auch diese bot einen echten Mehrwert für die Geschichte. Ihre sympathische Art und ihr unermüdlicher Einsatz für die Drachen machten es mir leicht, sie schnell in mein Herz zu schließen.
Zudem fand ich es toll, wie sie stets an ihre Träume geglaubt und dafür gekämpft hat. Selbst wenn keiner an sie glaubte, gab Silver niemals auf. Ich bin mir sicher, dass der ein oder andere daraus etwas für sich mitnehmen kann.

Ein ganz toller Nebencharakter war ferner Hiyyan, der Aquinder. Gemeinsam mit Silver gab er ein schönes Team ab und hat mir mit seiner einzigartigen Art das ein oder andere Schmunzeln entlocken können.

Ich bin total gespannt, wie es nach dem fiesen Cliffhanger weitergeht und hoffe sehr, dass es noch einen zweiten Band geben wird. Dieser darf auf jeden Fall bei mir einziehen - ich liebe dieses Drachenbuch!
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 06.02.2022

Spannende Mischung aus Roman und Sachbuch

Weltgeschichte(n) - Zeit der Finsternis: Der Zweite Weltkrieg
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Es ist der 6. Juni 1944. Voller Anspannung warten Leonard Schroeder sowie tausende weitere amerikanische, britische und kanadische Soldaten darauf, am Strand der Normandie anzulegen und das besetzte Frankreich ...

Es ist der 6. Juni 1944. Voller Anspannung warten Leonard Schroeder sowie tausende weitere amerikanische, britische und kanadische Soldaten darauf, am Strand der Normandie anzulegen und das besetzte Frankreich zu befreien. Wie tausende weitere Soldaten wird Leonard - genannt "Max" - schwer verletzt. Und doch hat er wie tausende weitere Soldaten seinen Teil dazu beigetragen, den Krieg zu beenden.

"Zeit der Finsternis: Der zweite Weltkrieg" zeigt diesen prägenden Abschnitt der Weltgeschichte aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven auf. Neben Leonard kommen Soldaten aus aller Welt zu Wort, ebenso aber auch die Zivilbevölkerung und treibende Kräfte des Krieges. Schicksale aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten und verschiedensten Ecken der Welt werden so aufgegriffen.
Dabei werden die einzelnen, auf wahren Fakten basierenden Schicksale toll mit historischen Daten und Ereignissen verknüpft, sodass der Leser am Schluss ein allumfassendes, weitreichendes Bild über den zweiten Weltkrieg erhält.

Genau diese Mischung aus Sachbuch und Roman ist es, die das Buch für mich so besonders macht. Auf keiner einzigen Seite wird das Lesen somit langweilig: Erzählende Elemente halten hier mit historischen Daten wunderbar die Waage - und dennoch wird das Grauen des Krieges zu keiner Zeit verharmlost, sondern wahrheitsgetreu und ergreifend in den Text eingebunden.

In Kombination mit dem linearen, reduziertem Schreibstil denke ich daher, dass sich diese Lektüre hervorragend für junge, geschichtsinteressierte Leserinnen und Leser eignet.
Wer bereits ein wenig älter ist, wird hier vermutlich auf nicht viel Neues stoßen. Wer sich allerdings noch nicht eingehend mit dem Krieg beschäftigt hat und gerne eine weitreichende Einführung in die Thematik entdecken möchte, ist mit "Zeit der Finsternis" bestens beraten. Ich kann mir auch vorstellen, dass sich dieses Buch gut als Schullektüre anbietet. Durch die kurzen, thematisch getrennten Kapitel ließe es sich sicherlich sinnvoll und interessant in den Unterricht einbinden.

Ich finde "Zeit der Finsternis" überaus empfehlenswert und werde mir auch die weiteren Teile der Reihe näher ansehen. Von mir gibt es verdiente
5/5 Sterne.

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