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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2025

zwiegespalten über Sinn und Genre

Das Buch der Schwestern
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Ich bin etwas zwiegespalten, was ich von diesem Roman halten soll. Einerseits finde ich ihn sprachlich ausdrucksstark und gelungen, auch die Message kommt sehr gut an. Auf der anderen Seite kann ich das ...

Ich bin etwas zwiegespalten, was ich von diesem Roman halten soll. Einerseits finde ich ihn sprachlich ausdrucksstark und gelungen, auch die Message kommt sehr gut an. Auf der anderen Seite kann ich das Genre nicht einordnen und gewisse Szenen haben mir gar nicht gefallen, da sie so unrealistisch und überzogen dargestellt werden. Wie soll beispielsweise ein drei Monate altes Baby verstehen, dass es nicht weinen soll und sich dann daranhalten. Wie soll ein vierjähriges Kind Babies und Kleinkinder versorgen, den Haushalt schmeißen und noch dazu selbst Lesen, Schreiben, usw. erlernen? Dies ist so weit weg von der Realität, dass ich nicht weiß, warum es so überzogen dargestellt wurde. Wären die Szenen auch nur annähernd authentisch, hätte man als Leser*in den Hintergedanken dazu auch verstanden und besser nachvollziehen können.
Der Wunsch nach einem Geschwisterchen und die Liebe der Schwestern finde ich schön und in verschiedenen Facetten beschrieben. Die ältere Schwester schützt die jüngere vor der sozialen Vernachlässigung durch die Eltern, somit kann sich Laetitia viel freier entwickeln als ihre Schwester. Die Eltern versorgen die Kinder nur grundlegend mit Nahrung und Hygiene, ansonsten sind sie sehr egoistisch und auf sich selbst und ihre Beziehung bezogen. Die Folgen dieser Entwicklungen sind in der Ausbildung der unterschiedlichen Charaktere gut sichtbar. Am Ende lässt mich der Roman weiterhin unentschlossen und zwiegespalten zurück.

Veröffentlicht am 09.01.2025

guter Spannungsaufbau, aber auch unpassende Situationen

Finster die Rache, dunkler die Schuld
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Der Thriller ist sehr gut aufgebaut, indem zu Beginn das normale Alltagsleben von Ava und ihrer Tochter Cosima beschrieben wird. Mit der Zeit geschehen ungewöhnlich, bedrohliche Dinge, die immer intensiver ...

Der Thriller ist sehr gut aufgebaut, indem zu Beginn das normale Alltagsleben von Ava und ihrer Tochter Cosima beschrieben wird. Mit der Zeit geschehen ungewöhnlich, bedrohliche Dinge, die immer intensiver und schlimmer werden und Ava und Cosima in Angst versetzen. Ava weigert sich allerdings, die Polizei zu involvieren und es wird nur angedeutet, dass sie viele Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit mit sich herumschleppt und daher auch nicht unbedingt auf sich aufmerksam machen möchte. Dieser Spannungsaufbau und die Informationen aus Avas Leben haben mir sehr gut gefallen. Was mir nicht so gut gefallen hat, war dass Ava ständig über ihre Arbeitsbedingungen jammert, aber nichts daran ändert, zumindest sehr lange Zeit nicht und auch der Umgang und die Ausdrucksweise ihrer Tochter gegenüber. Ava behandelt ihre 14jährige Tochter, als ob sie ein Kleinkind wäre, obwohl Cosima teilweise schon eher wie eine Erwachsene wirkt und Ava in allen alltäglichen Lebenssituationen unterstützt.
Am Ende wird die Vergangenheit von Ava aufgearbeitet und die Geheimnisse haben mich sehr überrascht, ich hätte mit anderen Vorfällen gerechnet.

Veröffentlicht am 21.06.2024

lässt mich ratlos zurück

Cascadia
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Der Roman spielt in einer sehr abgeschiedenen Gegend auf einer Insel im Nordwesten der USA. Die beiden Schwestern Elena und Sam führen ein freudloses und fast schon einsames Leben und kümmern sich gemeinsam ...

Der Roman spielt in einer sehr abgeschiedenen Gegend auf einer Insel im Nordwesten der USA. Die beiden Schwestern Elena und Sam führen ein freudloses und fast schon einsames Leben und kümmern sich gemeinsam um die schwerkranke Mutter. Sam arbeitet auf einer Fähre und Elena in einem Restaurant, trotzdem können sie die Arztrechnungen und die Lebenskosten nicht mehr stemmen und müssen sich hoch verschulden. Das Leben ist monoton, jeder Tag gleich wie der andere und Sozialkontakte gibt es wenige, sodass Sam und Elena ziemlich auf sich alleine gestellt sind. Das Highlight des Jahres ist, dass sich plötzlich ein Bär auf die Insel verirrt und auch vor ihrem Haus gesichtet wird. Das Auftauchen des Bären wirkt wie eine Distanzierung der Schwestern, Elena fühlt sich zu ihm hingezogen und Sam möchte ihn wieder verjagen und setzt sich mit den Behörden in Verbindung. Dadurch entsteht eine tiefe Kluft zwischen den Schwestern, zudem geht es auch ihrer Mutter immer schlechter und das Unheil nimmt seinen Lauf. Das Ende ist so komplett anders als ich es mir erwartet hätte. Ich war zuerst geschockt, da passiert über die gesamte Zeit fast gar nichts bzw. alles in Zeitlupentempo, kaum Veränderungen, kaum interessante Gespräche und dann so eine Wucht am Ende des Romanes. Dies hat mich etwas ratlos zurückgelassen.

Veröffentlicht am 16.08.2023

es fehlt der Flow

Die letzte Lügnerin
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Der Justiz-Krimi konnte mich zu Beginn nicht so richtig fesseln, die Charaktere sind unnahbar, die Kapitel sehr kurz, sodass es sprunghaft wirkt, und ich habe ziemlich lange gebraucht, um hineinzufinden ...

Der Justiz-Krimi konnte mich zu Beginn nicht so richtig fesseln, die Charaktere sind unnahbar, die Kapitel sehr kurz, sodass es sprunghaft wirkt, und ich habe ziemlich lange gebraucht, um hineinzufinden und in den Flow zu kommen. Erst ab der Mitte war es besser, aber teilweise immer noch holprig, nicht ganz rund. Die Geschichte rund um den Skandal im Bauwesen im Zusammenhang mit höheren Politikern ist nicht ganz neu, wurde dann aber doch noch spannend. Rocco ist gerade dabei, seine Beziehung zu seinem Vater zu verbessern und sich ihm wieder anzunähern und wieder gibt es Interessenskonflikte und Vermutungen, dass sein Vater involviert sein könnte. Justus kommt mir in diesem Teil fast gar nicht vor, was ich schade finde, er ist diesmal nur eine Randfigur.
Ich hoffe, der nächste Teil wird wieder spannender, denn so richtig fesseln konnte mich dieses Buch bis zum Schluss nicht.

Veröffentlicht am 24.03.2022

wirkt unfertig - kurz - oberflächlich

Sweet Goodbye
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Die Kriminalromane von Camilla Läckberg lese ich sehr gerne und dadurch hatte ich auch gewisse Erwartungen an diesen Roman, die leider nur zum Teil erfüllt werden konnten. Auf der einen Seite ist der Roman ...

Die Kriminalromane von Camilla Läckberg lese ich sehr gerne und dadurch hatte ich auch gewisse Erwartungen an diesen Roman, die leider nur zum Teil erfüllt werden konnten. Auf der einen Seite ist der Roman zu kurz, um in die Tiefe zu gehen, auf der anderen Seite war die Geschichte an sich zwar aufgrund der Idee spannend, aber dann doch nicht so neu und überraschend und auch schnell fertig erzählt. Was ich schade finde ist, dass der Roman so wirkt, als ob die Zeit für ein „richtiges Buch“ mit guter Ausarbeitung gefehlt hat. Die Geschehnisse wirken so unrealistisch, vorhersehbar und die Idee dahinter nicht ausgereift. Die Charaktere sind oberflächlich, die Familiengeschichten auch nicht wirklich glaubwürdig. Aufgrund dieser Kriterien kann ich den Roman nur sehr bedingt weiterempfehlen, für alle wenig Leser*innen, die schnell mit einem Buch durch sein wollen und sich dabei nicht anstrengen möchten – dazu zähle ich leider nicht.