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Veröffentlicht am 08.06.2022

Herausragend

Mindful Riding
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Dieses Buch hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Beim Untertitel "Sieben Lektionen für mehr Pferdeglück" hatte ich irgendwie schon Dressurlektionen im Kopf. Stattdessen sind es eigentlich Lebenslektionen, ...

Dieses Buch hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Beim Untertitel "Sieben Lektionen für mehr Pferdeglück" hatte ich irgendwie schon Dressurlektionen im Kopf. Stattdessen sind es eigentlich Lebenslektionen, die die Autorin hier präsentiert. Ich kann daher sagen, dass ich für mein Leben in seiner Gesamtheit noch viel mehr aus dem Buch herausgefiltert habe als für den Umgang mit meinen Pferden. Denn bei letzteren mache ich im Sinne des Buches eigentlich schon sehr viel richtig. Aber in Alltag und Beruf holen mich doch sehr oft Stress, Hektik und Sorge ein, so dass ich dann Gefahr laufe, sie mit in den Stall zu nehmen. Mit den Lektionen des Mindful Riding habe ich jetzt erstmals einen echten Zugang zum Dauer-Trendthema Achtsamkeit bekommen und konnte tatsächlich ein paar für mich sehr hilfreiche Lektionen in meinen Alltag integrieren. Kapitelüberschriften wie Freundlichkeit, Offenheit und Freude, für die jeweils eine Fülle von nachvollziehbaren Umsetzungsvorschlägen geboten werden, sprechen für sich.

Dies ist ein Buch, das mich länger begleiten wird und das ich immer wieder in die Hand nehmen werden. Dies liegt weniger an den schönen Farbfotos, sondern weil schon die Lektüre aufbaut, in eine positive Stimmung versetzt und zum Innehalten anregt.

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Veröffentlicht am 24.04.2022

Literarisches Puzzle

Der Tote aus Zimmer 12
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"Jeder Autor ist anders... Sie absorbieren ihre Umgebung. Es ist ein eigenartiger Beruf. Sie leben in einer Art Zwielicht zwischen der realen Welt und dem, was sie selbst schaffen."

In diesem zweiten ...

"Jeder Autor ist anders... Sie absorbieren ihre Umgebung. Es ist ein eigenartiger Beruf. Sie leben in einer Art Zwielicht zwischen der realen Welt und dem, was sie selbst schaffen."

In diesem zweiten Buch um die ehemalige Lektorin Susan Ryeland schafft Anthony Horowitz wirklich ein wunderbar verwirrendes Zwielicht. Wieder gibt es ein Buch im Buch, verfasst vom fiktiven verstorbenen Autor Alan Conway, um den es schon in den Morden von Pye Hall ging.

Susan lebt mittlerweile mit ihrem Verlobten Andreas auf Kreta (nicht in Kreta, wie es in der an dieser Stelle hartnäckig schwächelnden Übersetzung leider stets heißt) und führt dort ein Hotel. So ganz erfüllend ist das für sie nicht und sie vermisst die literarische Welt. Als ihr das Ehepaar Treherne 10 000 Pfund bittet, wenn sie deren in Sussex verschwundene Tochter Cecily findet, ergreift Susan die Gelegenheit. Denn kurz vor ihrem Verschwinden glaubte Cecily, in einem der Krimnalromane des Autors Conway, die Susan einst herausgab, den wahren Täter in einem Mordfall entdeckt zu haben, der sich im Landhotel der Trehernes abgespielt hatte.

Der Krimi ist nicht nur durch seine Verknüpfung zur Buchwelt, sondern auch als Hommage an die Romane Agatha Christies, an denen zum Schluss stets alle Verdächtigen versammelt und mit ihrer möglichen jeweiligen Schuld konfrontiert werden, ein Lesevergnügen. Sowohl die ausführlich eingestreute Handlung von "Atticus unterwegs" (Conways Roman) als auch die detaillierte Rahmenhandlung und Susans Privatleben haben mich gleichermaßen gefesselt, was wirklich von Schreibkunst zeugt. Die jeweiligen Auflösungen konnte ich als sehr aufmerksame Leserin nur zu einem ganz kleinen Teil vorausahnen. Eine gelungene Mischung, denn dadurch hatte ich ein Erfolgserlebnis, während die Spannung voll erhalten blieb. Über weitere Romane um Susan Ryeland würde ich mich sehr freuen.

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Veröffentlicht am 18.04.2022

Stadt der Dschinn

Die Stadt aus Messing
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"Es hatte sie als Kind Jahre...gekostet, um überhaupt zu begreifen, wie sehr sie sich von den Menschen um sich herum unterschied;" heißt es zu Beginn über die junge Nahri, die sich auf den Straßen Kairos ...

"Es hatte sie als Kind Jahre...gekostet, um überhaupt zu begreifen, wie sehr sie sich von den Menschen um sich herum unterschied;" heißt es zu Beginn über die junge Nahri, die sich auf den Straßen Kairos mit Diebereien und seltsamen Beschwörungen über Wasser hält. Doch woher stammt sie und warum beherrscht sie eine Sprache, die nur sie kennt? Als sich während eines ihrer Rituale ein Wesen, das sie für einen kriegerischen Feuergeist hält, manifestiert, ist das noch lange nicht die größte Überraschung, die Nahri im Laufe dieses Buches zu verkraften hat. Denn bald findet sie sich mit Dara, so der Name des Beschworenen, auf der Flucht vor Ifriten und anderen Elementarwesen auf dem Weg nach Davabad, einer Stadt der Dschinn.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Nahris Sicht erzählt und der des Prinzen Ali, der im intriganten Devabad zu den Quatani, der herrschenden Dschinn-Klasse gehört. Erst nach und nach habe ich mich in dieser von der Autorin überwältigend farbenprächtig, vielfältig und fantasievoll gestalteten Welt zurechtgefunden. Dann war ich aber hemmungslos verliebt und so froh, dass bereits der zweite Teil erschienen ist. Vor allem mit Dara hat Charkraborty einen Protagonisten geschaffen, der so wunderbar zwiespältig, anziehend und rätselhaft ist, wie ich es bisher nur selten erleben durfte. Aber auch mit Nahri und Ali muss man einfach mitfiebern. Wie sehr sich die Ereignisse am Ende überschlagen, konnte ich unmöglich voraussehen. Sowohl für Nahri als auch für mich sind noch so viele Geheimnisse zu lüften, dass ich mich auf den nächsten Teil unbändig freue.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Verstörend gut

Unser Teil der Nacht
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Ein Buch wie eine Flutwelle. Es hat mich so mitgerissen, dass es mich noch nach seinem Ende bis in meine Träume verfolgt hat. Und eigentlich müsste ich es jetzt gleich wieder von vorn beginnen, um alle ...

Ein Buch wie eine Flutwelle. Es hat mich so mitgerissen, dass es mich noch nach seinem Ende bis in meine Träume verfolgt hat. Und eigentlich müsste ich es jetzt gleich wieder von vorn beginnen, um alle Andeutungen und Querverweise, die Mariana Enriquez auf ihr eigenes Werk eingebaut hat, mit dem mir jetzt zur Verfügung stehenden Wissen verstehen und würdigen zu können.

Zu Beginn begegnen wir Juan, der, herzkrank und entwurzelt, mit seinem kleinen Sohn Gaspard durch Argentinien reist. Es ist die Zeit der Militärjunta. Doch nicht diese ist es, bei der Juan gleichzeitig zwischen Flucht und Anziehung zu schwanken scheint. Vielmehr ist Juan ein Teil eines mächtigen Geheimordens. Welcher Teil genau, wird alles übersteigen, was man sich vorzustellen vermag...

Der Roman wird verschachelt aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Erst nach und nach ergibt sich ein unglaubliches, tabulos erzähltes Kaleidoskop des Grauens, das als Metapher der Gräuel der damaligen Diktatur verstanden werden kann, aber auch einfach als verstörend genial gelungene Horrorliteratur für sich stehen mag. Zudem formuliert die Autorin so bildhaft, tiefgründig und beeindruckend, dass meine Ausgabe von an Zitaten angebrachten Klebezettelchen nun nur so strotzt. "Danach war es, als hätte man mir Licht gespritzt", schreibt sie. So ging es auch mir während des Lesens immer wieder. Und was für ein unglaublich düster-funkelndes Licht das war: einzigartig!

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Wunderschöne Märchenadaption

Die sechs Kraniche (Die sechs Kraniche 1)
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"Angst ist bloß ein Spiel, sagte ich mir im Kopf immer wieder vor. Du gewinnst, indem du es spielst."

Prinzessin Shiori braucht neben Mut wirklich jede Menge Durchhaltevermögen. Wie gut, dass sie heimlich ...

"Angst ist bloß ein Spiel, sagte ich mir im Kopf immer wieder vor. Du gewinnst, indem du es spielst."

Prinzessin Shiori braucht neben Mut wirklich jede Menge Durchhaltevermögen. Wie gut, dass sie heimlich sogar über magische Kräfte verfügt. Diese sind im Reich ihres Vaters allerdings verboten. In Rebellion gegen ihre Verlobung mit dem ihr unbekannten, von ihr aber trotzdem für unwürdig gehaltenen Prinzen Takkan befreundet sie sich sogar mit dem faszinierenden Drachenwandler Seryu.

Die Ereignisse überschlagen sich, als sich Shioris Stiefmutter plötzlich als dunkle Zauberin zu entpuppen scheint und Shiori samt ihrer sechs Brüder verflucht. Während Shioris Brüder tagsüber zu Kranichen werden, darf Shiori kein Wort sprechen, da die Brüder sonst sterben müssen. Zudem wird Shiori äußerlich für ihre Umgebung unkenntlich gemacht und in der Fremde ausgesetzt.

Um den Fluch zu lösen, muss Shiori alle Verwöhntheit hinter sich lassen und über sich selbst hinauswachsen. Können Seryu oder ein sympathischer Wachmann, der ausgerechnet zu ihrem ungewollten Verlobten zu gehören scheint, ihr dabei helfen?

Die Geschichte ist angelehnt an das Märchen von den sieben Schwänen, soll aber auch von einem asiatischen Märchen inspiriert sein. Sie überzeugt nicht nur mit einem exotischen Setting, wundervoller Magie und liebenswerten Protagonisten. Es gab auch Plot Twists, von denen selbst ich als Vielleserin einmal nicht alle voraussehen konnte. Einzig die Art, wie die Autorin Shiori unkenntlich werden lässt, hat mich in ihrer Umsetzung nicht überzeugt.

Obwohl die Erzählung zu einem runden Abschluss kommt, hat sich Elizabeth Lim noch genug Stoff für einen weiteren Band aufgehoben. Ich kann es kaum erwarten, da wir darin mehr über Seryu und die Drachen erfahren werden. Hoffentlich gibt es erneut so einen schönen farbigen Buchschnitt, ein herrliches Extra!

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