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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2023

Ein Thriller, der auch unangenehme Wahrheiten anspricht

Kaltherz
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Marie ist spurlos verschwunden, nachdem ihre Mutter sie acht Minuten alleine im Auto gelassen hat. Findet Lansky die Wahrheit über ihr verschwinden heraus oder vergibt sie auch ihre letzte Chance als Kommissarin ...

Marie ist spurlos verschwunden, nachdem ihre Mutter sie acht Minuten alleine im Auto gelassen hat. Findet Lansky die Wahrheit über ihr verschwinden heraus oder vergibt sie auch ihre letzte Chance als Kommissarin zu arbeiten?

Henri Faber hat mit Kaltherz einen spannenden, temporeichen Thriller auf die Beine gestellt, der durch den ständigen Perspektivwechsel und seinem angenehmen Schreibstil sich als absoluter Pageturner herausstellt.

Kim Lansky bekommt eine letzte Chance sich als Kommissarin zu beweisen. Lansky ist anders als viele Ermittler, sie geht Wege, die andere nicht antreten würden und diese werden ihr oft zum Verhängnis. Ich wurde mit Lansky leider nicht wirklich warm, nicht weil sie so gegen den Strom schwimmt, sondern weil die Wut sie antreibt. Eine Eigenschaft, die sich gewiss erklären lässt und auch stimmig übermittelt wird, jedoch dennoch keine Empathie bei mir wecken konnte. Solange der rote Faden im Charakter allerdings vorhanden ist, und das war er, ist das für mich kein Kritikpunkt, sondern lediglich eine Anmerkung!

Die Familie Lipmann, um die entführte Marie, waren spannend gestaltet. Auch hier keine wahren Sympathieträger, doch auch hier wieder ein vorhandener roter Faden. Diese Klarheit in den Charakteren hat mir sehr gut gefallen.

Ebenso gut gefallen hat mir, dass der Titel auch im Buch einen Platz findet und sich erklärt!

Die Story ist spannend konstruiert. Die Auflösung hatte ich zwar vermutet, wurde jedoch geschickt nochmal auf die Probe gestellt. Gewisse Aspekte hätten für mich nicht mehr aufgezählt werden müssen, weil sie am Ende keine Relevanz hatten und auch nicht für mehr Spannung sorgen konnten. Andere Aspekte fand ich hingegen sehr gut, weil es nicht nur den Täter hinstellt, sondern auch das Opfer seiner selbst (, was bei diesem Thema gerne vergessen wird).

Der größte Kritikpunkt ist für mich jedoch die Perspektive der Marie, die generell meine Liebste war. Ich hatte die Auflösung bereits vermutet, jedoch sprach ein Aspekt dagegen und letztendlich hätte dieser Aspekt auch lieber unerwähnt bleiben sollen, anstatt nicht richtig. Deswegen gibt es von mir einen Stern weniger, dennoch kann ich jedem Thrillerfan dieses Buch nur ans Herz legen. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite!

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Veröffentlicht am 15.04.2022

Auf der psychologischen Ebene sehr spannend

Das Therapiezimmer
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Sam zieht mit seiner Frau Annie aus der Großstadt New York in seine kleine Heimatstadt. Dort arbeitet Sam als Psychotherapeut ständig in seiner Praxis, während Annie häufig allein zuhause ist. Doch Sam ...

Sam zieht mit seiner Frau Annie aus der Großstadt New York in seine kleine Heimatstadt. Dort arbeitet Sam als Psychotherapeut ständig in seiner Praxis, während Annie häufig allein zuhause ist. Doch Sam weiß nicht, dass durch den Lüftungsschacht seine Therapiesitzungen mitgehört werden und bis eines Tages eine junge Französin bei ihm auftaucht und Sam nicht mehr von seiner Arbeit zurückkehrt.

Das Therapiezimmer von Aimee Molloy überrascht im ersten Drittel mit so manch einer Täuschung, die mich zwischenzeitlich mit einem großen Fragezeichen zurückließ.
Diese Verwirrungen halten glücklicherweise aber nicht durchgängig an und die Geschichte nimmt einen spannenden - vor allem auf psychologischer Ebene - Lauf, bei der mit phasenweise jedoch das Tempo gefehlt hat.

Die Charaktere sind spannend gewählt, sodass ich mit ihnen mitbangen und meine Haltung zu ihnen hinterfragen konnte.

Das Therapiezimmer ist definitiv ein etwas anderer Thriller, den ich jedem empfehlen kann, der nicht nur auf Blut und Ermittlungsarbeiten steht, sondern auch auf die psychischen Verfassungen der Charaktere.

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Veröffentlicht am 08.04.2022

Ein spannender Fall für Hercule Poirot

Mord auf dem Golfplatz
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Bei seinem zweiten Fall erhält Hercule Poirot einen verzweifelten Hilferuf aus Frankreich. Doch als Poirot und Hastings in Frankreich eintreffen, ist der Multimillionär Renauld bereits tot. Mit einem Brieföffner ...

Bei seinem zweiten Fall erhält Hercule Poirot einen verzweifelten Hilferuf aus Frankreich. Doch als Poirot und Hastings in Frankreich eintreffen, ist der Multimillionär Renauld bereits tot. Mit einem Brieföffner im Rücken liegt Monsieur Renauld in einer frisch geschaufelten Grube auf dem Golfplatz.
Für Poirot und Hastings beginnen die Ermittlungen in alle Richtungen…

Wie für Poirot war Mord auf dem Golfplatz der zweite Fall und somit auch das zweite Buch von Agatha Christie. Während ich beim ersten Teil noch nicht mit Poirot mithalten konnte, waren mir seine Gedankengänge hier schon näher und verständlicher. Den Täter hatte ich schnell unter Verdacht, doch durch die Verwirrungen und Indizien konnte ich mir auch ständig einen anderen vorstellen, daher hat mich die Auflösung zu keiner Zeit enttäuscht.

Der Schreibstil von Agatha Christie gefällt mir ausgesprochen gut, durch die kurzen Kapitel bin ich nur so durch das Buch geflogen!

Einen Kritikpunkt habe ich jedoch, denn für mich bleibt ein Aspekt ungeklärt, der eine relativ große Bedeutung hat. Dennoch starke 4* für Poirots zweiten Fall!

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Spannend bis zum Schluss

Das Hexenmädchen
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Drei Menschen werden innerhalb kurzer Zeit tot in ihren Wohnungen aufgefunden, bald darauf verschwinden zwei kleine Mädchen. Nils Trojan überkommt das Gefühl, dass die Taten miteinander zusammenhängen ...

Drei Menschen werden innerhalb kurzer Zeit tot in ihren Wohnungen aufgefunden, bald darauf verschwinden zwei kleine Mädchen. Nils Trojan überkommt das Gefühl, dass die Taten miteinander zusammenhängen und begibt sich auf die Suche nach der „Hexe“, von der die Mädchen zuvor öfter sprachen.

Das Hexenmädchen ist der vierte Teil der Reihe um den Berliner Kommissar Nils Trojan. Ich würde jedem empfehlen, die Reihe chronologisch zu lesen, da die Beziehungen der Charaktere eine besondere Rolle in den einzelnen Büchern einnehmen und aufeinander aufbauen.

Max Bentow wirft einen wie immer mit der ersten Seite direkt ins Geschehen. Sein Schreibstil ist einfach, weist jedoch ein enormes Tempo auf und wird durch die kurzen Kapitel, sowie den ständigen Perspektivwechsel darin unterstützt.

Nils Trojan ist ein Kommissar, der vollkommen nahbar wirkt. Sein Erscheinungsbild, seine Probleme, seine Wünsche – all das könnte auch auf den Mann von nebenan zutreffen. Nils Trojan würde nicht – wie viele andere Kommissare aus Büchern – aus der Masse herausstechen, sondern in und mir ihr untergehen. Dieser Aspekt macht Trojan auf seine Weise zu einem Charakter mit dem man mitleiden kann. Ein wenig stört mich jedoch, dass Nils Trojan bisher kaum eine Entwicklung durchmacht und seine Probleme immer noch die gleichen (auch im Ausmaß) sind.

Das Hexenmädchen konnte wieder mit einer spannenden Storyline überzeugen, der Täter konnte mich am Ende nicht überraschen, jedoch habe ich dennoch bis zur letzten Sekunde mitgefiebert und gespannt die Seiten durchgeblättert.

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Veröffentlicht am 03.04.2022

Ein Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht!

Erbarmen
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Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf einer Fähre. Jahre später wird dieser Fall wieder aufgerollt und der erste Fall für Carl Mørck vom Sonderdezernat Q in Kopenhagen. Kann Mørck den Fall ...

Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf einer Fähre. Jahre später wird dieser Fall wieder aufgerollt und der erste Fall für Carl Mørck vom Sonderdezernat Q in Kopenhagen. Kann Mørck den Fall nach Jahren lösen und besteht vielleicht noch eine Chance, für die im Betongefängnis lebende Frau?

Erbarmen ist der erste Teil der Reihe um Carl Mørck, aus dem Sonderdezernat Q. Mir gefällt die Idee des Sonderdezernats ausgesprochen gut. Ungelöste Fälle als Hauptthema sind mir in Büchern bisher nicht oft untergekommen, weswegen ich mich auch schon auf die weiteren Fälle freue.

Der Schreibstil von Jussi Adler Olsen sorgt für ein schnelles Ankommen im Geschehen. Sein Protagonist Carl Mørck ist kein großer Sympathieträger, seine Vergangenheit beschäftigt und beeinflusst ihn stark, seine Arbeitslust ist gering und so dümpelt er mit relativ schlechter Laune durch die Gegend. Doch durch die Kombination mit seinem „Mädchen für alles“ Assad wächst auch Mørck immer mehr ans Herz.

Die Tätermotive für den ersten Fall von Carl Mørck waren für mich sehr schnell deutlich, das hat dem Spannungsbogen jedoch keinen Abbruch getan und auch das Ende konnte mich überzeugen. Lediglich der Einstieg war für mich etwas langatmig, dennoch war das für einen Reihenauftakt ein sehr guter Start!

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