Der Totenleser von Antonio Garrido
Der TotenleserChina,1206: Ci wächst in einem kleinen Dorf auf und nachdem er die Schule abgeschlossen hat, arbeitet er sich vom Leichenbestatter zum erfolgreichsten Studenten der Ming-Akademie hoch. Wie kein Zweiter ...
China,1206: Ci wächst in einem kleinen Dorf auf und nachdem er die Schule abgeschlossen hat, arbeitet er sich vom Leichenbestatter zum erfolgreichsten Studenten der Ming-Akademie hoch. Wie kein Zweiter versteht er es die Geheimnisse hinter den Verletzungen der Toten aufzudecken. Neben seinem Erflog schlägt ihm auch Missgunst entgegen. Eines Tages wird er an den Hof des Kaisers gerufen, um die grausamen Morde aufzuklären, die geschehen sind. Dort angekommen wird Ci immer mehr in die Verstrickungen des Hofes hineingezogen und schnell weiß er nicht mehr, wem er noch trauen kann.
Das Buch begann für mich ganz anders als erwartet, denn der Klappentext sagt nur wenig über die erste Hälfte des Buches aus. In dieser erfährt der Leser viel über das Leben von Ci, bevor er an den Hof des Kaisers gekommen ist. Das Buch ist in sechs Abschnitte unterteilt und ich fand es, trotz der 640 Seiten, an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Es wurden immer wieder neue Fragen aufgeworfen, welche dann erst an späterer Stelle aufgeklärt werden. Durch die eindrucksvolle und bildgewaltige Erzählweise wurde das China aus dem Jahr 1206 vor meinen Augen zum Leben erweckt und ich konnte mir alle Plätze, Gebäude und Räume bildlich vorstellen.
Das Hauptthema des Buches ist die Gabe von Ci: das Totenlesen. Die Methoden zur Untersuchung von Leichen werden ziemlich genau geschildert. Viele erscheinen auch aus heutiger Sicht logisch, andere rufen eher eine Gänsehaut hervor. Besonders beeindruckt hat mich der Charakter von Ci. Er musste so unglaublich viele Rückschläge einstecken und trotzdem ist er immer wieder aufgestanden und hat sich ins Leben zurück gekämpft. Das Tüpfelchen auf dem i ist der wahre Hintergrund zu diesem Roman. Ci gab es wirklich und er hat einige Grundlagen gelegt, welche auch heute noch gelten. Durch die herausragende Recherchearbeit von Antonio Garrido, wird Ci mit all seinen Taten für den Leser noch einmal zum Leben erweckt.