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Veröffentlicht am 06.04.2022

Bartimäus - Das Amulett von Samarkand von Jonathan Stroud

Bartimäus
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Als Bartimäus, ein 5000 Jahre alter Dschinn, beschworen wird und sich daraufhin in London wiederfindet, ist er mehr als überrascht dem Zauberlehrling Nathanael gegenüberzustehen. Ein Lehrling, der sich ...

Als Bartimäus, ein 5000 Jahre alter Dschinn, beschworen wird und sich daraufhin in London wiederfindet, ist er mehr als überrascht dem Zauberlehrling Nathanael gegenüberzustehen. Ein Lehrling, der sich traut, ihn zu beschwören? Sein Befehl: das Amulett von Samarkand zu stehlen. Dieser Auftrag führt Bartimäus in die Nähe des Zauberers Simon Lovelace und keiner von beiden ahnt, in welche tödliche Gefahr sie sich mit diesem Auftrag begeben.

Dieses Buch habe ich vor vielen Jahren das erste Mal gelesen und ich hoffe wirklich, dass möglichst viele von euch dieses Buch auch gelesen haben, denn es hat es mehr als verdient. Ich. Liebe. Bartimäus! Wirklich! Ich weiß nicht, ob es je einen Protagonisten in einem Fantasy Buch gab, den ich mehr geliebt habe als Bartimäus. Sein Charakter ist auf eine gewisse Art und Weise zum dahin schmelzen. Er ist unglaublich frech, arrogant und witzig. Er zieht über alles und jeden her und hält sich selbst für das Nonplusultra. Ich musste wirklich häufig Schmunzeln und Lachen über seine Worte und sein Benehmen. Nathanael ist eigentlich das genaue Gegenteil von Bartimäus und doch habe ich auch an ihn mein Herz verloren, da mir seine Geschichte sehr nah geht.

Neben grandiosen Charakteren und viel Humor kann das Buch mit tollen Charakterentwicklungen, einer spannenden Geschichte und einem wirklich interessanten Magiesystem glänzen. Die Schreibweise ist angenehm flüssig und das Geschehen wird sowohl aus der Sicht von Bartimäus als auch aus der von Nathanael wiedergegeben. Das Buch wird ab einem Alter von 10 Jahren empfohlen, was mich ein wenig überrascht, da es mit gut 500 Seiten recht lang und auch ein wenig komplexer ist. Witzige Szenen wechseln sich mit leicht grusligen und auch etwas gröberen Szenen ab, weshalb ich hier etwas vorsichtig wäre. Sicher ist dieses eher im Jugendbuchbereich angesiedelt, aber auch nach so langer Zeit finde ich es immer noch unglaublich gut.

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht von Sarah J. Maas

Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht
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Bryce, Halb-Fae und Halb-Mensch, liebt es sich ins Vergnügen fallen zu lassen und mit ihren Freunden ausgelassen zu tanzen und zu feiern. Als ihre beste Freundin Danika auf brutalste Weise ermordet wird, ...

Bryce, Halb-Fae und Halb-Mensch, liebt es sich ins Vergnügen fallen zu lassen und mit ihren Freunden ausgelassen zu tanzen und zu feiern. Als ihre beste Freundin Danika auf brutalste Weise ermordet wird, ist nichts mehr so wie es einmal war. Zwei Jahre später ereignet sich ein weiterer Mord auf dieselbe Art und Bryce wird gezwungen zusammen mit dem berüchtigten Hunt Athalar zu ermitteln. Dass sie dabei mit einem Feuer spielen, dass die ganze Stadt in Schutt und Asche legen kann, ahnen die beiden nicht.

Dieser 928 Seiten schwere Wälzer hat mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen und mich mächtig durchgeschüttelt. Selten habe ich ein so komplexes Buch gelesen. Zu Beginn war ich leicht überfordert von der Welt und den vielen Protagonisten die Sarah J. Maas geschaffen hat. Es hat jedoch nicht lange gedauert und ich war hin und weg. Ich liebe die Welt, die vielen Wesen und jeden einzelnen Charakter in diesem Buch. Das Zusammenspiel von all diesen Komponenten machen das Buch für mich zu einem absoluten Meisterwerk.

Die ersten zweihundert Seiten drehen sich Großteiles um die Geschichte von Bryce und Danika. Auch danach geht es zunächst recht ruhig weiter und man erfährt viel über die Welt und deren Bewohner. Ich persönlich fand es in keinster Weise langatmig, da ich es liebe etwas tiefer einzutauchen. Bryce und Danika haben mich von Beginn an verzaubert. Ihre Art die Welt zu sehen und wahrzunehmen hat mir sehr gefallen. Bei Hunt hat es ehrlicherweise länger gedauert, bis der Funke übergesprungen ist, aber dafür bin ich ihm nur umso mehr verfallen.

Die letzten Seiten des Buches hatten es dann noch einmal in sich und am Ende wusste ich kaum noch wo oben und unten ist. Ich habe bitterlich geweint (und ja ich musste mich erst mal beruhigen bevor ich weiterlesen konnte), habe mitgefiebert, geflucht und sprachlos mit offenem Mund dagesessen. Niemals hätte ich das alles erwartet. Jede Wendung hat mich eiskalt erwischt und kopfschüttelnd zurückgelassen. Dieses Buch ist, nach „Blood and Ash“, definitiv mein zweites Jahreshighlight in 2021.

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Niemals von ANDREAS PFLÜGER

Niemals
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Achtung! Spoilergefahr, da es sich um den zweiten Band einer Trilogie handelt.

Obwohl Jenny Aaron blind ist, bleibt sie eine Polizistin mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Nun hofft man, dass Jenny zu ...

Achtung! Spoilergefahr, da es sich um den zweiten Band einer Trilogie handelt.

Obwohl Jenny Aaron blind ist, bleibt sie eine Polizistin mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Nun hofft man, dass Jenny zu ihrer alten Sondereinheit zurückkehren wird. Sie selbst ist hin und her gerissen, bis sie erfährt, dass ihr Todfeind ihr ein riesiges Vermögen hinterlassen hat. Aaron fliegt nach Marrakesch und muss sich dort wo alles begann ihren größten Ängsten stellen.

„Niemals“ ist der zweite Band der Jenny Aaron Reihe und gehört somit zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Vor knapp vier Monaten habe ich meine Rezension zu Band 1 gepostet und die Vorstellung von Band 2 längst überfällig. Wer dieses Buch liest sollte sich bedingungslos auf eine blinde Polizistin einlassen können, welche mit ihren Fähigkeiten viele andere bei weitem übertrifft. Jenny Aaron vereint beinahe alle Fähigkeiten, die von Blinden tatsächlich erlernt werden können, auch wenn es vermutlich eher selten oder nie vorkommt, dass eine Person all diese Fähigkeiten vereint. Die Recherche, die hinter diesem Buch steckt, ist beeindruckend und macht es zu einem absolut ehrlichen und glaubhaften Erlebnis.

Der Schreibstil ist, unter den gegebenen Umständen, verblüffend bildlich und Actionszenen werden detailreich und auf eine ungewohnte und doch faszinierende Weise nüchtern und analytisch dargestellt. Ich liebe es wie Andreas Pflüger auf alle Details eingeht, die einer sehenden Person vermutlich verborgen bleiben. Alle Protagonisten bekommen mit jeder Seite ein wenig mehr Seele und Persönlichkeit. Wir lernen den Menschen hinter dem Namen kennen und sehen, wie sie sich im Laufe der Zeit verändern. Jenny Aaron steht dabei im Mittelpunkt und einige Rückblenden geben Aufschluss über ihre Vergangenheit. Das ganze Buch ist spannend, actiongeladen, intelligent und poetisch. Ich bin fasziniert von den geschilderten Wahrnehmungen von Gerüchen, Geräuschen und Temperatur. Ich kann euch diese Trilogie immer wieder nur wärmstens ans Herz legen!

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Ritchie Girl von Andreas Pflüger

Ritchie Girl
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Paula Bloom hat Deutschland vor neun Jahren überstürzt verlassen, wurde in Camp Ritchie ausgebildet und kehrt nun, nach dem Krieg, als amerikanische Besatzungsoffizierin nach Deutschland zurück. Während ...

Paula Bloom hat Deutschland vor neun Jahren überstürzt verlassen, wurde in Camp Ritchie ausgebildet und kehrt nun, nach dem Krieg, als amerikanische Besatzungsoffizierin nach Deutschland zurück. Während in Nürnberg die Kriegsverbrecherprozesse noch laufen, werden Nazitäter im Camp King auf Glaubwürdigkeit geprüft, um dann über eine Zusammenarbeit zu entscheiden. Paula soll Johann Kupfers vertrauen gewinnen und die Wahrheit ans Licht bringen, eine Wahrheit die Paula bis ins Mark erschüttern wird.

Schon während meiner Schul- und Studienzeit habe ich mich oft mit dem 2. Weltkrieg befasst und viele Bücher und Zeitzeugenberichte gelesen, weshalb ich sehr gespannt auf „Ritchie Girl“ war. Dieses Buch verknüpft gekonnt Wahrheit und Fiktion, sodass ein tiefgreifender historischer Roman entstanden ist. Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre, welche das Buch so authentisch und ehrlich werden lässt. Deutlich spürbar sind Erschöpfung und Verzweiflung vieler Menschen so kurz nach dem Krieg, aber auch die aufkeimende Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Auch Scham und Schuld geben sich die Klinke in die Hand, denn viele Menschen sind schockiert und fassungslos, vor allem wenn heraus kommt, dass Familie oder Freunde involviert waren.

Sprachlich und inhaltlich ist das Buch in meinen Augen sehr anspruchsvoll. Ich habe mir Zeit genommen das Buch zu lesen und Inhalte zu verstehen, die mir bis dato nicht bekannt waren. So konnte ich viel Neues über die Nachkriegszeit mitnehmen. Nach dem Lesen habe ich online über die Hintergründe gelesen und bin einmal mehr über die aufwendige Recherche und das gelungene Einflechten von Fakten in einen Roman beeindruckt. Weiterhin liebe ich den Schreibstil von Andreas Pflüger, welcher stellenweise beinahe poetisch wirkt. Handlung und Charaktere besitzen enorm viel Tiefe und auch wenn ich nicht mit allen warm werden konnte, hat das dem Buch keinerlei Abbruch getan und am Ende hegte ich sogar Sympathien für Charaktere, die ich eigentlich gar nicht mögen wollte. Ein großartiger Roman, für welchen man sich definitiv Zeit nehmen sollte!

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Der Totenleser von Antonio Garrido

Der Totenleser
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China,1206: Ci wächst in einem kleinen Dorf auf und nachdem er die Schule abgeschlossen hat, arbeitet er sich vom Leichenbestatter zum erfolgreichsten Studenten der Ming-Akademie hoch. Wie kein Zweiter ...

China,1206: Ci wächst in einem kleinen Dorf auf und nachdem er die Schule abgeschlossen hat, arbeitet er sich vom Leichenbestatter zum erfolgreichsten Studenten der Ming-Akademie hoch. Wie kein Zweiter versteht er es die Geheimnisse hinter den Verletzungen der Toten aufzudecken. Neben seinem Erflog schlägt ihm auch Missgunst entgegen. Eines Tages wird er an den Hof des Kaisers gerufen, um die grausamen Morde aufzuklären, die geschehen sind. Dort angekommen wird Ci immer mehr in die Verstrickungen des Hofes hineingezogen und schnell weiß er nicht mehr, wem er noch trauen kann.

Das Buch begann für mich ganz anders als erwartet, denn der Klappentext sagt nur wenig über die erste Hälfte des Buches aus. In dieser erfährt der Leser viel über das Leben von Ci, bevor er an den Hof des Kaisers gekommen ist. Das Buch ist in sechs Abschnitte unterteilt und ich fand es, trotz der 640 Seiten, an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Es wurden immer wieder neue Fragen aufgeworfen, welche dann erst an späterer Stelle aufgeklärt werden. Durch die eindrucksvolle und bildgewaltige Erzählweise wurde das China aus dem Jahr 1206 vor meinen Augen zum Leben erweckt und ich konnte mir alle Plätze, Gebäude und Räume bildlich vorstellen.

Das Hauptthema des Buches ist die Gabe von Ci: das Totenlesen. Die Methoden zur Untersuchung von Leichen werden ziemlich genau geschildert. Viele erscheinen auch aus heutiger Sicht logisch, andere rufen eher eine Gänsehaut hervor. Besonders beeindruckt hat mich der Charakter von Ci. Er musste so unglaublich viele Rückschläge einstecken und trotzdem ist er immer wieder aufgestanden und hat sich ins Leben zurück gekämpft. Das Tüpfelchen auf dem i ist der wahre Hintergrund zu diesem Roman. Ci gab es wirklich und er hat einige Grundlagen gelegt, welche auch heute noch gelten. Durch die herausragende Recherchearbeit von Antonio Garrido, wird Ci mit all seinen Taten für den Leser noch einmal zum Leben erweckt.

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