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Veröffentlicht am 15.09.2016

Milo Moon auf geheimer Mission

Der Junge, der mit dem Herzen sah
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Dies ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der das Herz am rechten Fleck hat und ganz klare Prioritäten setzt. Seine besten Freunde sind das Hausschwein Hamlet und seine Großmutter Lou. Doch als seine ...

Dies ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der das Herz am rechten Fleck hat und ganz klare Prioritäten setzt. Seine besten Freunde sind das Hausschwein Hamlet und seine Großmutter Lou. Doch als seine Gran die Küche in Brand setzt, muss sie zur Sicherheit der Familie in ein Altersheim. Milo kämpft mit allen Mitteln darum, seine Oma wieder zurück nach Hause zu holen und begibt sich als geheimer Undercover-Agent in die Hölle des Altersheimes. Denn dort herrschen katastrophale Zustande und die Patienten werden menschenunwürdig behandelt. Milo schmiedet gemeinsam mit dem neuen Untermieter seiner Mutter einen Plan um alles aufzudecken – doch er hat nicht damit gerechnet, dass sich ausgerechnet Lou in einen Mitbewohner aus der Altersresidenz verguckt und diesen sogar heiraten will!

Dieser Roman ist eine humorvolle, teils traurige, teils ehrliche, teils abenteuerliche Abhandlung über das Leben und seine Tücken. Milo Moon, der Hauptprotagonist des Buches schleicht sich in das Herz des Lesers, weil er mit seiner kindlich-naiven Sichtweise, einer großen Portion Mut und dem Blick fürs Wesentliche sehr direkt rüberkommt. Er schließt Freundschaft mit einem Syrer, versucht seiner Mutter eine Menge abzunehmen und sagt einer herrischen Altenpflegerin den Kampf an – all das wirkt sofort und anhaltend sympathisch.

Auch die anderen handelnden Personen nehmen in der Erzählung einen großen Platz ein und jede wartet mit einer ganz eigenen Story auf, die sich wunderbar ins Gesamtbild einfügt. So dass sich hier Stück für Stück die Puzzleteilchen zusammenfügen und eine Geschichte von Nächstenliebe, Zusammenhalt, Einfühlungsvermögen und Courage erzählt wird, die sich vollkommen unabhängig von Gesellschaftsstatus, Alter und Wissensstand äußert. Ein Appell an das Gute im Menschen und die Kraft, die Veränderungen in unserem Leben hervorrufen können.

In kurzen Kapiteln, die immer aus Sicht einer Person geschildert werden, findet der Leser recht leicht in die Geschichte hinein und verliert auch nicht den Überblick. Die Sprache ist zeitgemäß und flüssig, die Rahmenbedingungen äußerst aktuell und der Handlungsverlauf sehr kontinuierlich. Viele Überraschungen birgt die Erzählung allerdings nicht, bereits früh lässt sich der Handlungsverlauf vermuten, so dass es irgendwie an Spannungsmomenten fehlt.

Fazit: Ich vergebe hier knapp vier Sterne für eine unterhaltsame, manchmal nachdenklich stimmende Geschichte, die vor allem durch einen kleinen Jungen punkten kann, der immer auf der Seite des Guten steht und auch in anderen Personen eine Veränderung zum Positiven bewirken kann. Leider konnte mich die Handlung emotional nicht wirklich erreichen, weil es kaum um philosophische Gedanken und menschliche Prinzipien ging und zahlreiche Gefühle zwar erwähnt aber nicht geschildert wurden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Warum sind wir untreu?

Untreue
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Linda ist 31 Jahre alt und hat alles, was man sich wünschen kann: eine intakte Familie, einen spannenden Job und einen liebevollen Ehemann und doch befindet sie sich mitten in einer Depression, ohne genau ...

Linda ist 31 Jahre alt und hat alles, was man sich wünschen kann: eine intakte Familie, einen spannenden Job und einen liebevollen Ehemann und doch befindet sie sich mitten in einer Depression, ohne genau benennen zu können, was ihr fehlt. Ihre Ehe ist nicht mehr das, was sie sich davon erhofft hat und die Routine, die Langeweile hat sich eingeschlichen, so dass Linda auf der Suche nach dem persönlichen Kick empfänglich für die Komplimente ihres ehemaligen Jugendfreundes Jakob wird. Schon bald befinden die beiden sich in einer exzessiven, Grenzen abtastenden Affäre und leben ihre Lust in diversen Hotelzimmern aus. Doch Linda spürt, dass sie Jakob nicht liebt, dass sie seine Ehefrau nicht verdrängen möchte und das ihre eigene Ehe mehr bietet, als die anregende leidenschaftliche Liaison mit dem Ex. Aber warum gelingt es ihr dann nicht, einen Schlussstrich zu ziehen?

Paulo Coelho zählt zu meinen Lieblingsautoren und ich war sehr gespannt auf das Buch, vor allem nachdem ich die zahlreichen „schlechten“ Kritiken gelesen habe, wollte ich wissen ob mir das Werk ebenso wenig gefällt. Doch ich wurde positiv überrascht. Es ist zwar nicht das beste Buch des Autors aber sowohl das Thema als auch die Auseinandersetzung mit diesem konnten mich überzeugen. Wie immer geht es um sehr philosophische Lebensfragen, um den Sinn hinter der eigentlichen Handlung, um die Gefühle, Ängste und Wünsche die sich hinter einem Ehebruch verbergen. Und auch viele ethische Grundsätze, wie sie in der Bibel stehen, findet man hier wieder – kontrovers besprochen aber gut nachvollziehbar beschrieben.

Die Protagonisten des Buches bleiben alle etwas blass, so dass es definitiv an Identifikationspotential fehlt, wobei das der Handlung nicht schadet, denn als Leser möchte ich auch nicht der betrogene Ehepartner oder der wilde Liebhaber und erst recht nicht die Frau in der Sinnkrise sein. Es ist eben eine Erzählung, über das Leben und seine Tücken, über die Ehe und ihre Stolperfallen, über das Verzeihen und den unerschütterlichen Glauben an die Liebe. An eine Liebe, die bestehen bleibt, weil sie nach eigenem Ermessen als wichtigstes Gut des Menschen befunden wurde.

Fazit: Ein Buch für alle Leser, die Interesse an der Thematik haben und sich gerne in philosophische Gedankengänge eingliedern. Dieser Roman verzichtet gänzlich auf eine Wertung des Geschehens, stellt auch kein heroisches Verhalten in den Mittelpunkt. Aber er berührt durchaus das Herz des Lesers, weil man sich nach der Lektüre unweigerlich die Frage stellt: „Warum bin ich selbst treu?“ Oder eben nicht … Wer Coelho und seinen Schreibstil mag, wird der Geschichte einiges abgewinnen können.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Deine Stimme in meinem Kopf

Zwei fürs Leben
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Anni und Ben sind Unfallopfer geworden und hören plötzlich im Krankenhaus die Stimme des jeweils anderen in ihrem Kopf. Vollkommen zeit- und planlos treten die kurzen Phasen des gemeinsamen Austauschs ...

Anni und Ben sind Unfallopfer geworden und hören plötzlich im Krankenhaus die Stimme des jeweils anderen in ihrem Kopf. Vollkommen zeit- und planlos treten die kurzen Phasen des gemeinsamen Austauschs auf und führen schon nach kurzer Zeit zu emotionalen, tiefgründigen Gesprächen. Gerade als die beiden Freunde geworden sind, wird Anni aus dem Krankenhaus entlassen und die Verbindung wird vorerst unterbrochen. Doch bald hören sie einander auch in ihrem ganz normalen Leben und aus der anfänglichen Freude darüber entwickeln sich nach und nach tiefere Gefühle. Ein erstes gemeinsames Treffen könnte Klarheit in die aufgeladene Gefühlswelt bringen, doch Ben erscheint nicht am vereinbarten Treffpunkt und Anni ist auch nicht da …

Die beiden Hauptprotagonisten sind mir schon nach kurzer Zeit ausgesprochen sympathisch geworden, weil sie beide ehrlich zueinander und auch ehrlich zu sich selbst sind. Als Leser erfährt man eine Menge über ihre Wünsche, Bedenken und Zweifel, so dass man sich ein ganz eigenes Bild machen kann, von den Menschen und der verzwickten Situation. Auch der Schreibstil lässt keine Wünsche offen: wechselnde Erzählperspektiven, viel wörtliche Rede aber auch ausreichend Hintergrundinformation, schaffen einen runden Erzählstil, der sich schnell und flüssig lesen lässt.

Der Roman verbindet sehr geschickt ziemlich absonderliche Dinge mit ganz realistischen Begebenheiten, dadurch wird ein bunter aber konkreter Handlungsverlauf erzeugt. Allein die Romanidee ist sympathisch, weil sie einerseits so weit weg aber andererseits immer noch im Bereich des Möglichen zu liegen scheint.

Fazit: Ein beschwingter, hoffnungsfroher, wirklich mitreißender und Herzklopfen fördernder Liebesroman, der eine positive Grundstimmung schafft und den Glauben in das Gute bestärkt. Zwei Seelen, die sich gefunden haben und den Leser an ihrer außergewöhnlichen Liebesbeziehung teilhaben lassen. Unbedingte Leseempfehlung für alle die schöne Liebesgeschichten mit Happy-End mögen und mal wieder so richtig in einem Liebesroman abtauchen wollen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Steinige Weg zum Erwachsenwerden

Für immer Blue
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Die 19-Jährige Blue hat ihren eigenen Kopf, rebelliert wo sie nur kann, gibt sich mit unabhängigen, zwielichtigen Jungs ab und hat keine Freunde, weil sie um sich herum eine Mauer des Schweigens errichtet ...

Die 19-Jährige Blue hat ihren eigenen Kopf, rebelliert wo sie nur kann, gibt sich mit unabhängigen, zwielichtigen Jungs ab und hat keine Freunde, weil sie um sich herum eine Mauer des Schweigens errichtet hat, die bisher niemand überwinden konnte. Als sie in ihrem letzten Schuljahr auf den jungen, gutaussehenden Geschichtslehrer Darcy Wilson trifft, kommt ihr bisheriges Weltbild ins Wanken. Erstmals erfährt sie im Leben, wie es sich anfühlt, wenn man akzeptiert und wahrgenommen wird, wenn trotz aller charakterlichen Defizite das Positive im Mittelpunkt steht und durch beständigen Zuspruch ein gesundes Selbstvertrauen aufgebaut werden kann. Doch gerade als Blue Hoffnung für ihre persönliche Zukunft schöpft, versetzt ihr eine ungewollte Schwangerschaft den nächsten Dämpfer. Aber Darcy Wilson gibt sie nicht auf, steht ihr zur Seite und weckt bald Gefühle in ihr, die weit über eine unverbindliche Lehrer-Schüler-Verbindung hinausgehen. Als Blue endlich innerlich dazu bereit ist, ihre schmerzliche Vergangenheit aufzuarbeiten, beginnt eine zarte Freundschaft, aber wird sich Darcy auch auf mehr einlassen?

Dieser Roman befasst sich in weiten Teilen mit dem steinigen Weg des Erwachsenwerdens. Gefühlvoll und intensiv beschreibt er wichtige Lebensfragen, erörtert sehr facettenreich die verschiedenen Phasen der Selbstfindung und die Herausbildung einer Identität. Es geht um Familienbande und Zugehörigkeitsgefühl, um die seelischen Schmerzen, die Ablehnung und Isolation in der Kindheit verursachen und um die Kraft, aus eigenem Antrieb wieder aufzustehen und die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Der Schreibstil des Romans ist angenehm, detailliert und bildlich, so dass eine wunderschöne, feinfühlige Geschichte entsteht, die den Leser mitnimmt auf eine Reise in die Vergangenheit – zurück zu den Wurzeln eines jungen Lebens.

Meine Hauptkritik bezieht sich im Wesentlichen auf die angedeutete Liebesbeziehung zwischen einem Lehrer und seiner Schülerin. Dieses Thema, die damit verbundene Problematik (Altersunterschied, Gesetzesbruch, Umgang mit Schutzbefohlenen) blieb vollkommen auf der Strecke. Bei jedem neuen, farblich untermaltem, Kapitel habe ich sehnsüchtig auf diesen Aspekt gewartet und wurde leider bis zum Ende des Buches nicht fündig.

Fazit: Ich vergebe 4 Sterne für eine reife, literarische Erzählung, die durch ihre Intensität und Emotionalität besticht. Die aber leider nur Bruchstücke einer „verbotenen“ Liebesgeschichte liefert und damit meine Erwartungen an das Buch nicht gänzlich erfüllen konnte.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Das Los einer Unbestimmten

Die Bestimmung
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Beatrice ist Mitglied einer Gesellschaftsordnung, die sich in fünf Fraktionen splittet, von denen jede eine andere wichtige Aufgabe erfüllt. Mit dem 16. Geburtstag können sich die Jugendlichen entscheiden, ...

Beatrice ist Mitglied einer Gesellschaftsordnung, die sich in fünf Fraktionen splittet, von denen jede eine andere wichtige Aufgabe erfüllt. Mit dem 16. Geburtstag können sich die Jugendlichen entscheiden, welcher Gruppe sie sich fortan anschließen wollen. Als kleine Entscheidungshilfe findet ein persönlicher Eignungstest statt, der Klarheit über die Zugehörigkeit geben soll. Beatrice entscheidet sich gegen ihre Familie, die zur Fraktion der „Selbstlosen“ (Altruan) gehört und wählt stattdessen eine Zukunft bei den „Mutigen“ (Ferox). Mittels Initiationsverfahren wird sie bei ihrer gewählten Fraktion aufgenommen und sieht sich währenddessen mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert. Doch als sie ihre Eignung unter Beweis gestellt hat, beginnen die Ferox mit dem Angriff auf die Altruan und Beatrice muss erkennen, was es bedeutet eine „Unbestimmte“ zu sein, ein Mensch mit Fähigkeiten und Denkweisen aus ganz verschiedenen Fraktionen.

Der erste Teil dieser mittlerweile verfilmten Dystopie besticht durch eine rasante Handlung, eine bemerkenswerte Hauptprotagonistin und eine beginnende Liebesgeschichte inmitten einer düsteren, kargen Welt. Sehr atmosphärisch und beeindruckend wirken die Schauplätze, ebenso die verschiedenen Prüfungen auf dem Weg zur Mitgliedschaft in einer bestimmten Fraktion. Das Fesselnde sind die unrealistisch, fantastischen Rahmenbedingungen gepaart mit allzu menschlichen Verhaltensweisen wie Angst oder Wut. Es entsteht ein eindrucksvolles Gesamtwerk, welches mich von Anfang bis Ende begeistern konnte und mich dazu veranlasst, möglichst bald den zweiten Teil dieser Reihe zu lesen.

Einziger kleiner Kritikpunkt sind die teils brutalen, menschenverachtenden Szenen, die hier gerade im Mittelteil einen großen Stellenwert einnehmen. Für ein Jugendbuch ziemlich extrem und selbst als Erwachsener könnte ich auf das entsprechende Kopfkino verzichten.

Fazit: Ich vergebe 4,5 Sterne für ein eindrucksvolles dystopisches Werk voller mitreißender, spannender Szenen und einer geschickt erdachten Story. Ein gelungener Auftakt der Trilogie – lesenswert.