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Veröffentlicht am 28.04.2022

Sehr seichter Krimi

The Maid
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"The Maid- Ein Zimmermädchen ermittelt" von Nita Prose ist ein Krimi, der mit viel Humor und Herzenswärme daherkommt.
Molly Gray ist Zimmermädchen im ehrwürdigen Regency Grand Hotel und sie ist sehr stolz ...

"The Maid- Ein Zimmermädchen ermittelt" von Nita Prose ist ein Krimi, der mit viel Humor und Herzenswärme daherkommt.
Molly Gray ist Zimmermädchen im ehrwürdigen Regency Grand Hotel und sie ist sehr stolz auf ihre Arbeit. Sie ist ein Mensch, der sich leichter tut, wenn er sich aan Regeln halten kann und davon hat sie viele. Diese stammen vom Hotelmanager oder von ihrer über alles geliebten Großmutter, die kürzlich verstorben ist. Seither muss Molly alleine zurechtkommen und das fällt ihr nicht leicht. Ihr Lebensinhalt ist es die Zimmer in einen Zustand der Perfektion zurückzuversetzen.
Dabei findet Molly eines Tages einen Hotelgast tot auf seinem Bett. Sie kommt mit ihren Regeln und mit denen des Gesetztes nicht so ganz klar und ist daher recht schnell in Verdacht, schuldig oder zumindest beteiligt zu sein.
Die Geschichte wird hier aus der Sicht von Molly erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Es machte sehr viel Spaß ihren Gedanken zu folgen, die manch anderer Logik doch widersprechen. Die Geschichte entwickelt sich langsam und man lernt Molly durch viele Rückblicke immer besser kennen.
Molly ist ein ganz besonderer Mensch, man weiß nicht ob leicht autistisch oder ob etwas anderes dahintersteht, aber sie kommt zurecht, solange nichts ihre Struktur stört. Es ist sehr einfühlsam geschrieben und ich mochte Molly wirklich sehr gerne, auch die skurrilen Situationen, die durch ihre andere Art zu denken, entstanden sind.
Mir persönlich war es etwas zuwenig Krimi und etwas zu positiv dargestellt. Dadurch wirkte es insgesamt etwas weniger glaubhaft. Gelesen habe ich das Buch aber sehr gerne und ich werde Molly und ihre Angewohnheiten noch lange im Gedächtnis behalten.

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Veröffentlicht am 22.04.2022

Krimi mit vielen Längen

Ein Grab für zwei
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"Ein Grab für zwei" von Anne Holt habe ich als Hörbuch gehört. Dieser Kriminalroman wird gesprochen von Katja Bürkle und ist der Auftakt einer neuen Reihe,
Anwältin Selma Falck ist am Ende, beruflich genauso ...

"Ein Grab für zwei" von Anne Holt habe ich als Hörbuch gehört. Dieser Kriminalroman wird gesprochen von Katja Bürkle und ist der Auftakt einer neuen Reihe,
Anwältin Selma Falck ist am Ende, beruflich genauso wie privat. Sie hockt alleine in einer heruntergekommenen Wohnung, kämpft mit ihrer Spielsucht und hat kein Geld, auf dem Spiel steht jetzt auch noch ihre Zulassung als Anwältin. Jan Morell bietet ihr Hilfe an, wenn sie im Gegenzug beweist, dass seine Tochter unschuldig ist. Sie ist eine Siegerin im Gebiet des Skisports und wird des Dopings angeklagt und behauptet auch selber, unschuldig zu sein.
Dann wird noch ein weiterer Spitzensportler aus diesem Team tot aufgefunden und es treten Überschneidungen der Fälle zutage.
Das Buch wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, wobei mir die der Selma noch am besten gefiel. Im Laufe der Handlung wird es leider immer verworrener und ich hatte teilweise Probleme zuzuordnen, um wen oder was es grade ging. Vielleicht wäre das beim lesen einfacher als beim hören.
Hauptthemen des Buches sind Doping und Skisport, der Sport in olympischen Dimensionen, kein Hobbysport.
Trotz der länge des Buches konnte ich keine besonderen Sympathien für die Protagonisten aufbauen, bis auf Selma Falck blieben sie recht blass.
Die Sprecherin hat mich von ihrem Können überzeugt, mir fehlte aber über weite Längen die Spannung.

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Veröffentlicht am 18.04.2022

Flucht durch den Wald

Die Chroniken von Rotkäppchen - Allein im tiefen, tiefen Wald
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"Die Chroniken von Rotkäppchen - Allein im tiefen, tiefen Wald" von Christina Henry ist jetzt schon der sechste Teil der Dunklen Chroniken. Hier sind auch keine Vorkenntnisse notwendig, die Geschichte ...

"Die Chroniken von Rotkäppchen - Allein im tiefen, tiefen Wald" von Christina Henry ist jetzt schon der sechste Teil der Dunklen Chroniken. Hier sind auch keine Vorkenntnisse notwendig, die Geschichte steht absolut für sich allein.
Erzählt wird hier die Geschichte von Red, die eigentlich Cordelia heißt, aber, verständlicherweise, ihren Namen nicht mag. Red ist eine junge Frau mit einer Beinprothese, die auf der Flucht ist, auf der Flucht vor einer Seuche, auf der Flucht vor einer veränderten Welt, auf der Flucht vor ihren eigenen Dämonen.
Als Ziel hat sie die Hütte ihrer Großmutter, die mitten im Wald wohnt und an die sie nur die schönsten Kindheitserinnerungen hat, das wären die einzigen Überschneidungen mit "unserem Rotkäppchen". Da wurde wohl wirklich der Titel unglücklich übersetzt.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitebenen. Es gibt das Davor, als Red noch mit ihrer Familie zusammen war und darauf drängte, vor einer beginnenden Seuche zu fliehen, gemeinsam und gut vorbereitet. Wir erfahren einiges aus ihrem Leben und über die Familie. Auch der Beginn der Seuche war sehr erschreckend zu lesen.
Im Danach ist Red dann ganz alleine unterwegs und erzählt ihre Gefühle, Gedanken und Ängste. Sie hat einen weiten Fußmarsch vor sich und ihre größte Bedrohung sind andere Menschen. Doch sehnt sie sich natürlich auch nach anderen Menschen.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es ist eine Dystopie, die ein wenig überfrachtet wirkt. Wichtig zu wissen, es ist keine Märchenadaption von Rotkäppchen, weist aber einige wenige Schnittpunkte auf. Spannend und gut geschrieben, für mich waren ein paar Aspekte unnötig und übertrieben.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Zwei Frauen im Auto

Ende in Sicht
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"Ende in Sicht" von Ronja von Rönne ist die Geschichte zweier Frauen, die kaum unterschiedlicher sein könnten und doch Gemeinsamkeiten haben und finden.
Juli ist 15 und springt von einer Autobahnbrücke, ...

"Ende in Sicht" von Ronja von Rönne ist die Geschichte zweier Frauen, die kaum unterschiedlicher sein könnten und doch Gemeinsamkeiten haben und finden.
Juli ist 15 und springt von einer Autobahnbrücke, sie überlebt, obwohl sie sterben will. Hella ist 69 und auf dem Weg in die Schweiz, in ihren geplanten Tod. Und dabei fällt ihr Juli sozusagen vor das Auto.
Auf jeden Fall fühlt sich Hella verpflichtet, sich um Juli zu kümmern und fährt mit ihr ins nächste Krankenhaus. Aber ganz so schnell wird Hella das Mädchen dann doch nicht wieder los und sie lernen sich langsam etwas besser kennen.
Auch als Leser lernt man nach und nach die Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten besser kennen und verstehen. Jede der beiden berichtet mit viel Humor und Sarkasmus aus ihrem Leben und von ihren Problemen.
Es geht hier nicht ganz ernsthaft um den Tod und das Sterben, sondern alles ist in viel schwarzen Humor verpackt, ohne das Thema lächerlich zu machen. Das Buch ist stellenweise schon sehr emotional, aber immer mit einem leichten Augenzwinkern, ich mochte diese Art sehr.

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Veröffentlicht am 09.04.2022

Schwierig lesbar

Tick Tack
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"Tick Tack" ist ein Roman von Julia von Lucadou, der von Thema her sehr aktuelle Probleme aufgreift und verarbeitet.
Der Roman ist in zwei, sich abwechselnden Perspektiven geschrieben. Einmal haben wir ...

"Tick Tack" ist ein Roman von Julia von Lucadou, der von Thema her sehr aktuelle Probleme aufgreift und verarbeitet.
Der Roman ist in zwei, sich abwechselnden Perspektiven geschrieben. Einmal haben wir die 15jährige Mette und dann den 26jährigen Jo. Schon vom Schreibstil lassen sich die Ansichten beider gut unterscheiden. Die beiden Charaktere wirken auf den ersten Blick unsympathisch, sind beide hochintelligent und leben in verschiedenen Kreisen.
Beide stecken voller Wut und hadern mit ihren Problemen und auch mit denen der Menschen um sich rum. Ihre Wut steigert sich bis zur Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, zum Hass. Man darf hier Manipulation miterleben, durch Netzwerke, durch andere Menschen und die Medien.
Mit Mette konnte ich letztlich mitempfinden, es kam auch gut raus, welchen großen Wert echte Freunde im Leben haben, heute und zu jeder anderer Zeit. Jo wurde immer unsympathischer, das war gut dargestellt, er war manipulativ, egoistisch, rassistisch und frauenfeindlich. Mich hat erstaunt, wie lange das mit den beiden funktioniert hat. Gut gefallen hat mir hier, dass unbequeme Dinge angesprochen wurden, das der Leser zum nachdenken gezungen wird, Stellung beziehen soll.
Nicht gefallen hat mir der Schreibstil, erst empfand ich das als etwas besonderes, dieses schreiben in Jugendsprache und über Hashtags und Abkürzungen und englischen Begriffen, dann war es nur noch anstrengend und schwer lesbar. Trotz allem wird mir die Geschichte sicher noch länger im Gedächtnis bleiben.

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