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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2017

Ein melancholischer Jugendroman, welcher nett für zwischendurch ist

Schwebezustand
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Hier ist mal wieder so ein Buch, bei welchem mir das Cover sofort sehr gut gefallen hat, obwohl auf diesem richtige Menschen abgebildet sind. Das habe ich ja sonst eigentlich nicht so gerne, aber bei diesem ...

Hier ist mal wieder so ein Buch, bei welchem mir das Cover sofort sehr gut gefallen hat, obwohl auf diesem richtige Menschen abgebildet sind. Das habe ich ja sonst eigentlich nicht so gerne, aber bei diesem Buch hatten mich Cover und Klappentext recht schnell sehr neugierig auf Andreas Jungwirths neuen Jugendroman gemacht.

Sophie ist mit ihrem Leben gerade alles andere als zufrieden. Ihr Vater lässt sich kaum noch blicken und ihre beste Freundin Vanessa hat nur noch wenig Zeit für sie, da sie seit kurzem einen festen Freund hat. Dann aber lernt Sophie auf einer Party den 19-jährigen Moritz kennen. Die 14-järhige ist sofort ganz fasziniert von diesem coolen Jungen, der so viel erwachsener wirkt als die anderen Jungs, denen sie bisher begegnet ist. Mit Moritz ist es so schön leicht, alle Probleme und Sorgen zu vergessen und sich endlich wieder frei und unbeschwert zu fühlen. Doch als Sophie wirklich Beistand benötigt, ist es nicht Moritz, der für sie da ist, sondern Paul. Dieser beobachtet Sophie schon etwas länger. Auch sein Leben ist gerade alles andere leicht. Er kennt sich also aus damit, wenn alles in der Schwebe ist…

Das Buch beginnt ohne große Einleitung, was mir richtig gut gefallen hat. Man ist gleich mittendrin im Geschehen und lernt Sophie und ihre beiden Freundinnen Susa und Vanessa kennen. Sophie, die Protagonistin, war mir auf Anhieb sympathisch. Im Verlaufe des Buches konnte ich zwar so einige ihrer Handlungen nicht wirklich nachvollziehen und ich habe sie auch öfters als ziemlich naiv empfunden – dennoch ist sie ein sehr angenehmer Charakter und ich konnte mich auch oft gut in sie hineinversetzen.

Ihre beiden Freundinnen dagegen konnte ich nicht leiden. Ganz besonders Vanessa, die sehr egoistisch und oberflächlich ist.

Richtig gefallen haben mir eigentlich nur zwei Charaktere: Sophie und Paul. Paul lernen wir anfangs durch seine Tagebucheinträge kennen. Mir haben diese Einträge richtig gut gefallen. Sie haben etwas Spannung in die doch sehr ruhige Geschichte gebracht.
Paul ist ein richtig netter Junge, der mir nur noch sympathischer wurde, als wir auch außerhalb seines Tagebuchs etwas über ihn erfahren haben.

Moritz dagegen, welchen Sophie auf einer Party kennenlernt und von dem sie sofort ganz fasziniert ist, hat mich das ganze Buch über sehr verwirrt und warm geworden bin ich mit ihm auch überhaupt nicht. Ganz besonders am Ende hat er auf mich einen total gestörten Eindruck gemacht. Allerdings hat sein Verhalten die Handlung auch sehr gut vorangetrieben, da man als Leser unbedingt wissen wollte, warum er sich so sonderbar verhält.

Der Schreibstil von Andreas Jungwirth hat mir sehr gut gefallen. Er ist jugendlich, flüssig und liest sich sehr angenehm. Geschrieben ist das Buch aus der dritten Perspektive, was ich ein wenig schade fand. Den Ich-Erzähler hätte ich hier schöner gefunden, da es einem so vielleicht leichter gefallen wäre, manche von Sophies Handlungen besser nachvollziehen zu können. Zumindest mir ist das nicht immer gelungen. Dies kann aber auch daran liegen, dass ich keine 14 mehr bin. Obwohl das auch seltsam wäre, da ich wirklich so gut wie nur Kinder- und Jugendbücher lese und sonst eigentlich nie Probleme damit habe, mich in jüngere Charaktere hineinzuversetzen.

Komplett überzeugen konnte mich das Buch leider nicht. Eingeteilt ist es in drei Teile und die ersten beiden haben mir auch noch sehr gut gefallen. Der letzte Teil allerdings konnte mich nicht so begeistern. Auch das Ende fand ich enttäuschend, da es mir zu offen war und einige Dinge ungeklärt blieben.

„Schwebezustand“ ist in meinen Augen eindeutig ein Buch für Jugendliche. Erwachsenen würde ich es nicht so unbedingt empfehlen, hier kann ich mir vorstellen, dass eher Jungen und Mädchen ab 12 Jahren Spaß beim Lesen haben werden.

Fazit: Ein recht ernster und melancholischer Jugendroman, welcher nett für zwischendurch ist. Mich konnte das neue Jugendbuch von Andreas Jungwirth nicht komplett überzeugen, da mir nicht alle Charaktere gefallen haben und ich auch die Handlung stellenweise etwas verwirrend fand. Der Schreibstil aber ist wirklich gut und ich habe das Buch auch relativ schnell durchgelesen. Da ich so ein paar Kritikpunkte an das Buch habe, erhält es von mir 3,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 13.03.2026

Märchenhaft, düster, anspruchsvoll.

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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In dem kleinen englischen Fischerdorf Rye scheint der Winter kein Ende nehmen zu wollen. Obwohl schon Mai ist, ist es kalt, regnerisch und grau. Alle Bäume sind noch kahl, nirgendwo zeigt sich eine Blume. ...

In dem kleinen englischen Fischerdorf Rye scheint der Winter kein Ende nehmen zu wollen. Obwohl schon Mai ist, ist es kalt, regnerisch und grau. Alle Bäume sind noch kahl, nirgendwo zeigt sich eine Blume. An diesem tristen Ort lebt die 13-jährige Flora Brimble. Es sind keine guten Zeiten, das Geld ist knapp, ihr Vater ist krank und das trostlose Wetter drückt aufs Gemüt. Floras einziger Lichtblick sind ihre Geschichten, die sie leidenschaftlich gerne schreibt. Als sie an ihrem Geburtstag eine besondere Tinte kauft, beginnt für das Mädchen ein unglaubliches Abenteuer. Flora macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Maikönigin, die den Frühling nach Rye zurückbringen soll. Auf ihrem Weg trifft sie auf einen kauzigen Kobold und ein sprechendes Eichhörnchen. Kurz darauf begegnet ihnen auch noch eine böse Hexe und ein Mädchen namens Harriet, das eigentlich nur Floras ausgedachte Romanheldin ist. Schnell wird klar, dass ihre Reise viel komplizierter ist als gedacht...

Ein großartiges Cover hat uns der Max Meinzold hier gezaubert. Das Mädchen mit diesem eindringlichen Blick zieht einen förmlich magisch an und dazu noch der wunderschöne Farbschnitt macht das Buch zu einem echten Hingucker. Ich war sofort wie gebannt und da auch der Klappentext sehr interessant klang, war schnell klar, dass ich Flora Brimble kennenlernen möchte.

Marcus Raffel präsentiert hier einen sehr ungewöhnlichen Fantasy-Schmöker, der weitaus tiefgründiger daherkommt als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde. Man merkt schnell, dass zwischen diesen Buchdeckel viel mehr steckt als nur ein magisches Abenteuer. „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ nimmt uns mit auf eine poetische und geheimnisvolle Reise über die Macht der Geschichten und Kraft der Freundschaft, Ängste, Mut und Hoffnung. Die Erzählung wechselt oft zwischen Wirklichkeit, Fantasie und Intertextualität, immer wieder verschwimmen die Grenzen zwischen dem was, was real ist und dem, was aus Floras eigener Feder stammen könnte. Die Handlung erscheint dadurch öfters etwas wirr und kann für junge Leser*innen schwer zu greifen sein. Manchmal fühlt es sich so an, als wäre man in Lewis Carrolls’ skurrilem Wunderland gelandet.
Die Atmosphäre ist überwiegend recht düster und melancholisch, wird durch die charmanten Charaktere aber gekonnt aufgelockert. Ob die mutige und aufgeweckte Flora, die fröhliche Harriet, das redselige Eichhörnchen Parzival, der eigenwillige Kobold Grisold oder die weiteren Figuren – allesamt sind sie mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und bleiben lange im Gedächtnis. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch zwiespältig zurückgelassen. Für meinen Geschmack ist es für ein Kinderbuch ab 10 Jahren zu komplex und verworren.

Fazit: „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ ist eine philosophische und märchenhafte Geschichte voller feinsinnigem Humor, Spannung und Magie. Ein außergewöhnliches und anspruchsvolles Kinderbuch ab 10 Jahren, das sich durch seinen besonderen Erzählstil und seine fantasievolle Handlung von anderen Fantasybüchern dieser Altersklasse abhebt. Wer gerne Geschichten à la „Alice im Wunderland“ liest, sollte sich „Flora Brimble“ vielleicht mal genauer anschauen. Ich persönlich hatte etwas anderes erwartet, habe die Lektüre aber dennoch nicht bereut. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2024

Wer ein neues Dschungelbuch-Abenteuer erwartet, wird hier enttäuscht werden

Disney – Dangerous Secrets 6: Das Dschungelbuch: Die Stärke des Wolfs ist das Rudel
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Mogli ist im Dschungel aufgewachsen, großgezogen von einem Wolfsrudel. Er führt ein sehr behütetes Leben – bis zu dem Tag, an dem der rachgierige Tiger Shir Khan zurückkehrt und droht, den Menschenjungen ...

Mogli ist im Dschungel aufgewachsen, großgezogen von einem Wolfsrudel. Er führt ein sehr behütetes Leben – bis zu dem Tag, an dem der rachgierige Tiger Shir Khan zurückkehrt und droht, den Menschenjungen zu töten. Um sich selbst und seine Wolfsfamilie zu beschützen, verlässt der Menschenjunge sein Zuhause, begleitet von dem klugen Panther Baghira. Auf seiner Reise begegnet Mogli nicht nur dem fröhlichen Bären Balu, der schnell zu einem guten Freund wird, sondern muss sich auch vielen Gefahren und schwierigen Fragen stellen. Wo er gehört er hin und was ist ihm wirklich wichtig? Ob Mogli seinen Platz in der Welt wohl noch finden wird?

Da ich sowohl den Zeichentrickfilm als auch die Realverfilmung von „Das Dschungelbuch“ ausgesprochen gerne mag, habe ich mich sehr darüber gefreut, dass uns der sechste Teil der Dangerous-Reihe in den indischen Dschungel zu Mogli und seinen tierischen Freundinnen mitnimmt. Ich war sehr gespannt, welche neuen Einblicke in Moglis Welt „Die Stärke des Wolfes ist das Rudel“ wohl bereithält, wurde in diesem Punkt aber leider enttäuscht. Schon optisch unterscheidet sich dieser Band von seinen Vorgängern und genauso sieht es auch inhaltlich aus.

Anders als die vorherigen Bände, bei denen es sich um neue Erzählungen mit beliebten Disney-Charakteren handelt, hebt sich „Die Stärke des Wolfes ist das Rudel“ kaum von der Originalgeschichte ab. Dunkle Geheimnisse und überraschende Wendungen, erfrischende neue Perspektiven und Handlungsstränge – all das findet man hier nicht. Bis auf wenige zusätzliche Szenen liest sich das Buch wie eine moderne Version der Realverfilmung. Für Dschungelbuch-Liebhaber
innen zweifellos eine tolle Ergänzung, aber wer sich ein wirklich neues Abenteuer erhofft, wird hier nicht fündig werden.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen. Es hat Spaß gemacht, Mogli, Balu und Co. auf ihren Erlebnissen zu begleiten, welche nicht nur spannend und berührend sind, sondern auch wichtige Werte vermitteln wie Freundschaft, Familie, Heimat und Zugehörigkeit. Sämtliche Figuren aus dem Disney-Klassiker sind dabei, mit all ihren bekannten Eigenschaften, und der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapiteln lassen die Seiten nur so dahinfliegen.

Fazit: „Die Stärke des Wolfes ist das Rudel“ ist eine schöne Nacherzählung der Disney-Realverfilmung „Das Dschungelbuch“ mit kleinen Veränderungen für alle Fans und diejenigen, die abenteuerliche Geschichten mögen. Als ein Dangerous Secrets-Buch kann man diesen Band jedoch nicht so wirklich bezeichnen, ich zumindest habe diesbezüglich nicht das bekommen, was ich aufgrund der anderen Bände erwartet habe. Trotz meiner Kritik kann ich das Buch empfehlen und freue mich schon sehr auf den nächsten Band. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen! Mogli ist im Dschungel aufgewachsen, großgezogen von einem Wolfsrudel. Er führt ein sehr behütetes Leben – bis zu dem Tag, an dem der rachgierige Tiger Shir Khan zurückkehrt und droht, den Menschenjungen zu töten. Um sich selbst und seine Wolfsfamilie zu beschützen, verlässt der Menschenjunge sein Zuhause, begleitet von dem klugen Panther Baghira. Auf seiner Reise begegnet Mogli nicht nur dem fröhlichen Bären Balu, der schnell zu einem guten Freund wird, sondern muss sich auch vielen Gefahren und schwierigen Fragen stellen. Wo er gehört er hin und was ist ihm wirklich wichtig? Ob Mogli seinen Platz in der Welt wohl noch finden wird?

Da ich sowohl den Zeichentrickfilm als auch die Realverfilmung von „Das Dschungelbuch“ ausgesprochen gerne mag, habe ich mich sehr darüber gefreut, dass uns der sechste Teil der Dangerous-Reihe in den indischen Dschungel zu Mogli und seinen tierischen Freundinnen mitnimmt. Ich war sehr gespannt, welche neuen Einblicke in Moglis Welt „Die Stärke des Wolfes ist das Rudel“ wohl bereithält, wurde in diesem Punkt aber leider enttäuscht. Schon optisch unterscheidet sich dieser Band von seinen Vorgängern und genauso sieht es auch inhaltlich aus.

Anders als die vorherigen Bände, bei denen es sich um neue Erzählungen mit beliebten Disney-Charakteren handelt, hebt sich „Die Stärke des Wolfes ist das Rudel“ kaum von der Originalgeschichte ab. Dunkle Geheimnisse und überraschende Wendungen, erfrischende neue Perspektiven und Handlungsstränge – all das findet man hier nicht. Bis auf wenige zusätzliche Szenen liest sich das Buch wie eine moderne Version der Realverfilmung. Für Dschungelbuch-Liebhaber
innen zweifellos eine tolle Ergänzung, aber wer sich ein wirklich neues Abenteuer erhofft, wird hier nicht fündig werden.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen. Es hat Spaß gemacht, Mogli, Balu und Co. auf ihren Erlebnissen zu begleiten, welche nicht nur spannend und berührend sind, sondern auch wichtige Werte vermitteln wie Freundschaft, Familie, Heimat und Zugehörigkeit. Sämtliche Figuren aus dem Disney-Klassiker sind dabei, mit all ihren bekannten Eigenschaften, und der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapiteln lassen die Seiten nur so dahinfliegen.

Fazit: „Die Stärke des Wolfes ist das Rudel“ ist eine schöne Nacherzählung der Disney-Realverfilmung „Das Dschungelbuch“ mit kleinen Veränderungen für alle Fans und diejenigen, die abenteuerliche Geschichten mögen. Als ein Dangerous Secrets-Buch kann man diesen Band jedoch nicht so wirklich bezeichnen, ich zumindest habe diesbezüglich nicht das bekommen, was ich aufgrund der anderen Bände erwartet habe. Trotz meiner Kritik kann ich das Buch empfehlen und freue mich schon sehr auf den nächsten Band. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2024

Leider nicht so gut wie die erste Band

Charlie und der große gläserne Fahrstuhl
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Charlie Bucket befindet sich immer noch gemeinsam mit Willy Wonka und seiner kompletten Familie in dem Großen Gläsernen Fahrstuhl (der in jede beliebige Richtung fliegen kann) und gleitet hoch oben über ...

Charlie Bucket befindet sich immer noch gemeinsam mit Willy Wonka und seiner kompletten Familie in dem Großen Gläsernen Fahrstuhl (der in jede beliebige Richtung fliegen kann) und gleitet hoch oben über seiner Heimatstadt durch den strahlend blauen Himmel. Gerade erst hat er erfahren, dass ihm fortan die gesamte fantastische Schokoladenfabrik von Willy Wonka gehören wird und kann es nun kaum erwarten, dorthin zurückzukehren. Bei dem Versuch, die erforderliche hohe Geschwindigkeit für das Durchbrechen des Fabrikdachs zu erreichen, wird nur zu spät auf den richtigen Knopf gedrückt. Der Fahrstuhl rast daher raketenschnell immer höher und höher hinauf und ehe es sich die acht Insassen versehen, befinden sie sich in der Erdlaufbahn und kreisen auf ihr durchs All. Es dauert nicht lange und sie erreichen das „Space Hotel USA“, das erste Weltraum-Hotel des Universums, welches erst zwei Tage zuvor erfolgreich in den Orbit geschossen wurde. Als sie dem Raumhotel einen Besuch abstatten, versetzen sie nicht nur die Astronauten und den US-Präsidenten auf der Erde in helle Aufregung, sie treffen auch auf echte Außerirdische, die ihnen alles andere als freundlich gesinnt sind: Gefährliche und äußerst angriffslustige Verwürmte Knilche...

Wie die Geschichte weitergeht, werde ich hier nicht verraten, das gilt es schon selbst herauszufinden. Da es sich hierbei jedoch um die Fortsetzung von „Charlie und die Schokoladenfabrik“ handelt und die Handlung nahtlos an dessen Ende anschließt, empfiehlt es sich, die chronologische Reihenfolge der Bände einzuhalten.

Ich habe den zweiten Teil bereits vor einigen Jahren gelesen, allerdings waren meine Erinnerungen an die genauen Ereignisse inzwischen ziemlich verblasst. Ich wusste aber noch, dass ich damals nicht ganz so begeistert von dem Buch war. Als großer Roald Dahl-Fan konnte ich an der hier vorliegenden Neuübersetzung dennoch einfach nicht vorbeigehen und auch wenn mir mein Reread ein weiteres Mal gezeigt hat, dass ich den ersten Band deutlich besser finde, kann ich diese Ausgabe sehr empfehlen. Man darf einfach keine Story erwarten, die ganz im Stil des Klassikers daherkommt. Insbesondere die erste Hälfte des Buches hat nur recht wenig mit dem Vorgänger gemeinsam. In dieser halten wir uns nämlich gar nicht in der Schokoladenfabrik auf, sondern fliegen mit dem gläsernen Fahrstuhl durchs All. Obwohl unsere bunte Truppe auf ihrer Weltraumreise allerhand Kurioses und Aufregendes erlebt und die Geschichte sehr humorvoll geschrieben ist, haben mich die Geschehnisse irgendwie dennoch nicht so richtig packen können. Bei den Szenen mit dem US-Präsidenten habe ich mich zudem gefragt, wie sie bei jungen Leser*innen ankommen werden. Ich persönlich denke, dass eher die wenigsten die politischen Anspielungen verstehen werden.

Der zweite Part des Buches war dann wieder mehr nach meinem Geschmack, als es endlich zurück in die Schokoladenfabrik geht und man die fröhlichen und lustig reimenden Umpa-Lumpas wiedersieht. Die liebenswert-skurrilen Charaktere sind allesamt mal wieder wunderbar getroffen. Ob vertraute oder neue Gesichter, alle besitzen sie ihre Eigenheiten und werden köstlich überspitzt dargestellt. Vor allem Willy Wonka ist eine äußerst eigenwillige Persönlichkeit, genial und durchgeknallt zugleich.

Begleitet wird die Handlung von vielen farbenfrohen Bildern, die von niemand anderem als Quentin Blake stammen, der Roald Dahls Lieblingsillustrator war. Blakes skizzenhafte und witzige Zeichnungen passen mal wieder wie die Faust aufs Auge zur Geschichte und erwecken sie auf eine herrliche Weise zum Leben.

Fazit: Obwohl es in „Charlie und der große gläserne Fahrstuhl“ typisch Roald Dahl sehr turbulent, fantasievoll und verrückt zugeht und es viele amüsante Dialoge und tolle Illustrationen gibt, kann dieser Band in meinen Augen nicht mit dem Vorgänger mithalten. Der Geschichte fehlt einfach der Charme des berühmten Klassikers. Auch wenn ich etwas enttäuscht von dem Buch bin, kann ich diese Neuübersetzung aus dem Penguin Junior Verlag empfehlen. Von mir gibt es gute 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Hatte mir mehr erhofft

Disney. Twisted Tales: Alice im Bann der Herzkönigin
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Ich bin ein großer Alice-im-Wunderland-Fan, ich liebe Disney und ich mag die Twisted-Tales-Reihe total gerne. „Alice im Bann der Herzkönigin“ war daher natürlich ein absolutes Muss für mich. Auf das Buch ...

Ich bin ein großer Alice-im-Wunderland-Fan, ich liebe Disney und ich mag die Twisted-Tales-Reihe total gerne. „Alice im Bann der Herzkönigin“ war daher natürlich ein absolutes Muss für mich. Auf das Buch habe ich mich tierisch gefreut.

Die 18-jährige Alice ist anders die gleichaltrigen Mädchen in ihrem Heimatstädtchen Kexford. Sie ist neugierig und abenteuerlustig und hält überhaupt nichts von dem Wunsch ihrer großen Schwester, sich wie eine respektable junge englische Dame zu benehmen. Alice verbringt viel lieber Zeit mit ihrer Kamera und ist ständig auf der Suche nach neuen tollen Fotomotiven. Doch als sie ihre kürzlich aufgenommenen Bilder bei ihrer Tante entwickelt, zeigen diese nicht das, was sie abgelichtet hat, sondern ihr sehr vertraute Gesichter: Die Herzkönigin, der verrückte Hutmacher, die Raupe...Aber wie kann das sein? Wieso tauchen auf den Fotografieren Bewohner*innen aus dem Wunderland auf? Und warum sehen sie so gruselig aus? Am unheimlichsten findet sie jedoch ein Selbstporträt, auf dem ihr ein schwer verletztes dunkelhaariges Mädchen entgegenblickt. Es ist Mary Ann und sie bittet Alice um Hilfe. Das Wunderland ist nicht mehr die Welt, die Alice als siebenjähriges Mädchen kennengelernt hat und muss unbedingt vor der bösen Herzkönigin gerettet werden. Alice kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, um die tyrannische Herrschaft der Herzkönigin zu beenden. Ob ihr das wohl rechtzeitig gelingen wird?

Dies war mein fünfter Twisted-Tales-Band von Liz Braswell und nachdem sie mir zuletzt mit „Peter Pans Reise ins Ungewisse“ zauberhafte Lesestunden bereitet hat, war ich nun äußerst gespannt, ob sie mich wohl auch mit ihrer Neuinterpretation von „Alice im Wunderland“ überzeugen wird.
Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen, allerdings hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Für mich zählt dieser Band leider nicht zu den besten Bänden aus der Reihe.

Zu Beginn war ich noch ausgesprochen guter Dinge, dass mich „Alice im Bann der Herzkönigin“ begeistern wird. Der Schreibstil von Liz Braswell gefiel mir mal wieder auf Anhieb, für mich hat er sich angenehm flüssig lesen lassen, und die Handlung hat mich zunächst richtig mitreißen können. Das erste Drittel mochte ich echt gerne, in diesem ist es der Autorin in meinen Augen wunderbar gelungen, den besonderen Zauber von Disneys „Alice im Wunderland“ einzufangen und wiederzugeben, trotz des neuen und dunkleren Ansatzes. Leider hat dies nur irgendwann nachgelassen, irgendwie hat es mir in der Mitte des Buches an Wunderland-Atmosphäre gefehlt.
Wovon es mir dafür für meinen Geschmack zu viel gab, ist der politische Anteil. Die Geschichte dreht sich wirklich sehr viel um Politik und keine Ahnung, mir war es irgendwann einfach etwas zu viel des Guten gewesen.
Zu guter Letzt muss ich sagen, dass sich so einige Passagen für mich gezogen haben. Etwas mehr Spannung hier und da und ein paar weniger Seiten hätten der Story meiner Meinung nach ziemlich gut getan.

Bis auf diese Aspekte kann ich mich aber nur noch positiv zu dem Buch äußern. Trotz meiner negativen Kritikpunkte, ist Liz Braswell meiner Ansicht nach eine wirklich gute Neuerzählung von Disneys „Alice im Wunderland“ gelungen. Wobei es sich bei diesem Band eigentlich weniger um eine neu interpretierte Version handelt, sondern vielmehr um eine Fortsetzung.

Die Geschichte spielt elf Jahre nach Alices Abenteuern im Wunderland. Alice ist inzwischen also 18 Jahre alt, besitzt aber nach wie vor ihre kindliche Neugierde und große Abenteuerlust. Also mich hat Liz Braswell mit der Charakterdarstellung unserer Romanheldin überzeugen können, ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich die kleine siebenjährige Alice aus dem Original zu so einer starken, selbstbewussten und aufgeweckten jungen Frau entwickeln könnte wie hier beschrieben.

Neben Alice dürfen wir noch auf zahlreiche weitere vertraute Gesichter treffen wie der verrückte Hutmacher, die Grinsekatze, die Raupe und das weiße Kaninchen. Ich fand es total schön, endlich mal wieder Zeit mit ihnen allen zu verbringen und mich von ihrem einmaligen Charme und ihren schrägen Eigenarten verzaubern zu lassen. In meinen Augen hat die Autorin die jeweiligen Persönlichkeiten der bekannten Figuren prima getroffen, vor allem die Grinsekatze fand ich klasse.
Neue Charaktere, die sich Liz Braswell ausgedacht hat, dürfen wir natürlich auch kennenlernen, sowohl im Wunderland als auch in der realen Welt und auch diese haben mir ausgesprochen gut gefallen. Da hätten wir zum Beispiel Alices Tante Vivian, mit der unsere Hauptprotagonistin die große Leidenschaft fürs Fotografieren teilt, und den jungen Mann namens Katz - ebenfalls ein Charakter in der wirklichen Welt. Mehr zu den Figuren werde ich hier allerdings nicht sagen; ich finde, dass man ihre Bekanntschaft besser ohne viel Vorwissen machen sollte.

Auf die Handlung möchte ich aber kurz noch ein bisschen näher eingehen. Neben den genannten Punkten, die mir nicht so zugesagt haben, gab es auch vieles, was mir sehr gut gefallen hat. So mochte ich die Wechsel zwischen den beiden verschiedenen Settings richtig gerne. Die Geschichte spielt sowohl im Wunderland als auch in England – wir bekommen es also mit zwei äußerst unterschiedlichen Welten zu tun, was für einen faszinierenden und spannenden Kontrast sorgt. Ein bisschen verwirrend ist das Ganze zwar auch, war es zumindest für mich, aber als etwas verworren und konfus kann man das Original ja auch bezeichnen, daher habe ich meine gelegentliche leichte Verwirrtheit als ziemlich passend und überhaupt nicht störend empfunden.
Interessant fand ich auch, dass die Autorin eine leichte Romanze mit eingebaut hat. Im ersten Moment war ich zwar nicht ganz so happy darüber, muss ich gestehen, aber dann habe ich mich mit der Liebesgeschichte doch noch recht schnell anfreunden können.
Auch in den Genuss von herrlichen Verrücktheiten, unsinniger Dialoge und bizarrer Reime kommen wir – diese dürfen in einer Alice-Erzählung schließlich auf gar keinen Fall fehlen. Mit diesem Punkt hat mich die Autorin ebenfalls begeistern können, vor allem im letzten Drittel ist ihr der skurrile Wunderland-Nonsense sehr gut gelungen, finde ich.

Fazit: Dies war bereits mein achter Twisted-Tales-Band und auch wenn er für mich leider zu den schwächsten Bänden aus der Reihe zählt und ich insgesamt mehr erwartet habe, hatte ich Spaß beim Lesen und kann ihn sehr empfehlen. Liz Braswell hat mit „Alice im Bann der Herzkönigin“ eine originelle Weiterspinnung von Disneys „Alice im Wunderland“ geschrieben, die voller Überraschungen und kreativer Ideen steckt und deutlich düsterer und erwachsener als das Original ist. Ich fand es toll, endlich mal wieder Zeit in meinem geliebten Wunderland zu verbringen und eine mir vertraute Welt auf eine völlig neue Art und Weise kennenlernen und erleben zu dürfen. Von mir gibt es sehr, sehr gute 3 von 5 Sternen.

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