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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2022

Eine Geschichte von Familie, Freundschaft und Liebe

Schallplattensommer
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"Schallplattensommer" von Alina Bronsky stand lange schon vor Erscheinen auf meiner Wunschliste. Irgendwie fand ich den Titel „Schallplattensommer“ besonders catchy, weil er direkt ein bestimmtes Gefühl ...

"Schallplattensommer" von Alina Bronsky stand lange schon vor Erscheinen auf meiner Wunschliste. Irgendwie fand ich den Titel „Schallplattensommer“ besonders catchy, weil er direkt ein bestimmtes Gefühl in mir wachruft, das sich aber schwer in Worte fassen lässt. Die Melancholie eines Sommers, die Verheißung der langen Nächte. Leider konnte das Buch für mich nicht an diese Gefühle anknüpfen und meine Erwartungen waren deutlich zu hoch.

Zum Inhalt: Maserati ist das einzige Mädchen im Umkreis von 13km. Betrachtet zu werden gehört für sie also zum Alltag, der sonst erfüllt ist von Arbeit im Gasthof ihrer leicht dementen Oma, dem Versuch die Schule in den Alltag zu integrieren und der Lethargie des Sommers. Als die neuen Besitzer der Villa am Ende der Straße auftauchen, wird Maseratis Alltag auf den Kopf gestellt.

Es fällt mir schwer dieses Buch in eine Schublade zu stecken, vor allem weil die Handlung für mich nicht mal ansatzweise abgeschlossen ist und ich mich hilflos zurückgelassen fühle, unwissend, wie es mit den Figuren weitergeht. Natürlich ist das in jedem Buch so aber hier ist es, als zeigte uns Autorin Alina Bronsky nur einen winzig kleinen Ausschnitt aus einem Pool an Möglichkeiten. Kein davor, kein danach, nur der Augenblick. Und das funktioniert, lässt mich als Leser aber unbefriedigt zurück.

Und dazu ein Song. Schicksale, wie zufällig aufeinander prallend, untrennbar verstrickt. Freundschaft, Liebe, Verlust. Die Personen bleiben blass, weit entfernt davon, mich einzunehmen/mitzunehmen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch zu Ende gelesen habe, weil ich hoffte, dass da noch was kommt, oder weil es ein Rezensionsexemplar ist. Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die drei Sterne gibt es von mir für den Schreibstil, der zum Buch passt und funktioniert, sowie das atmosphärische Setting.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Wenn Städte lebendig werden

Die Wächterinnen von New York
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Mich hat bei diesem Buch hauptsächlich das Cover angesprochen und dass die Handlung in New York angesiedelt ist. Ich habe mit einer Art Urban Fantasy gerechnet, bin aber nach dem Lesen nicht mehr sicher ...

Mich hat bei diesem Buch hauptsächlich das Cover angesprochen und dass die Handlung in New York angesiedelt ist. Ich habe mit einer Art Urban Fantasy gerechnet, bin aber nach dem Lesen nicht mehr sicher welchem Genre ich diese Geschichte zuordnen würde.

Zum Inhalt: New York ist eine lebendige, pulsierende Stadt- im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Stadt ist im Erwachen inbegriffen, ein Prozess den alle Städte nach und nach durchmachen. Doch New York und seine Existenz werden bedroht und wenn es nicht gelingt den Feind aufzuhalten, dann wird New York sterben. Jeder Stadtteil wählt einen Wächter zu Rettung der Stadt, aber kann das reichen?

Es ist mir sehr schwer gefallen, in die Geschichte einzusteigen. Das mag daran liegen, dass die Protagonisten nur nach und nach eingeführt werden und zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch völlig unwissend sind. Die Handlung und die Hintergrundgeschichte erschließt sich ganz allmählich im Verlauf der Handlung. Dadurch ist es mir ehrlich gesagt sehr schwer gefallen dran zu bleiben, weil ich so viele unbeantwortete Fragen hatte.

Die Idee mit der lebendigen Stadt und den charakteristischen Avataren finde ich sehr interessant, ich hätte mir die Umsetzung aber noch prägnanter gewünscht. So ist Manhattans Fähigkeit an Geld geknüpft, wird aber nur einmal kurz angewendet. Und so ging es mir mit vielen Aspekten der Geschichte: viel wurde angerissen aber wenig vertieft.

Auch das Ende war seltsam kurz angebunden, dafür, dass das ganze Buch auf einen Showdown hinarbeitet.

Alles in allem konnte mich dieses Buch einfach nicht packen. 3 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 27.03.2022

Nicht ganz leichte Kost

Den Wölfen zum Fraß
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„den Wölfen zum Fraß“ hat mich dadurch neugierig gemacht, dass es auf einem realen Fall beruht. Ich bin großer True-Crime Fan und habe auch direkt zum zugrundeliegenden Fall im Internet recherchiert. So ...

„den Wölfen zum Fraß“ hat mich dadurch neugierig gemacht, dass es auf einem realen Fall beruht. Ich bin großer True-Crime Fan und habe auch direkt zum zugrundeliegenden Fall im Internet recherchiert. So weit, so gut.

Zum Inhalt: ein pensionierter Lehrer eines ehemaligen Jungeninternats wird beschuldigt seine Nachbarin ermordet und die Leiche entsorgt zu haben. Die Beweislast ist dünn- um nicht zu sagen quasi nicht vorhanden. Aber die Medien stürzen sich auf den Fall und den verschrobenen, als sonderbaren Eigenbrötler beschriebenen Verdächtigen. Doch war es wirklich? Und wenn nicht, sind die Medien dann nicht dabei sein Leben zu zerstören?

Es ist mir wahnsinnig schwer gefallen in die Geschichte einzusteigen und an dem Fall dranzubleiben. Denn die Story finde ich über weite Teile wirklich langatmig erzählt. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der Mord bereits zu Beginn geschehen ist und das Buch sich mit der Beweislast bzw. der Zeit bis zur Anklageerhebung beschäftigt und eigentlich nicht wirklich viel passiert.

Die Story wird in zwei Zweitebenen erzählt, was sich daraus ergibt, dass einer der Ermittler den Tatverdächtigen aus seiner Schulzeit kennt. So werden in vielen Rückblenden Episoden aus der Schulzeit des Ermittlers erzählt, die nicht nur Aufschluss über den Charakter des Verdächtigen geben, sondern auch derer die in öffentlich Anklagen.

Das zentrale Thema sind die Medien, die sich auf den Fall stürzen. Aussagen aus dem Umfeld von Opfer und potentiellem Täter erkaufen oder erschleichen und somit bereits ein Urteil fällen, bevor auch nur der Hauch eines Beweises vorliegt. Tatsächlich war die nervtötende Journalistin, die ein bisschen über ihre Methoden plaudert der interessantes Charakter.

Es gibt ein paar Nebenschauplätze aus dem Privatleben des Ermittlers, zugleich liebevoll und schalkhaft „Prof“ genannt, die aber blass und eindimensional bleiben und irgendwie nicht ins Bild passen.

Das Buch war nicht was ich mir erhofft hatte und ich musste mich fast schon zwingen bis zum Ende, das ebenfalls sehr unspektakulär ausfällt, durchzuhalten. Der Medienpart war ganz interessant aber nicht genug für ein ganzes Buch. Mir hat es an Spannung gefehlt.

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Veröffentlicht am 17.03.2022

Beziehung mal anders

Offen für alles
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„Offen für alles“ ist eine Art Romcom in Buchformat, die offen mit den Themen Sex und Beziehung umgeht. Der Titel macht erstmal sehr neugierig, leider hält das Buch nicht ganz was es verspricht.

Zum Inhalt: ...

„Offen für alles“ ist eine Art Romcom in Buchformat, die offen mit den Themen Sex und Beziehung umgeht. Der Titel macht erstmal sehr neugierig, leider hält das Buch nicht ganz was es verspricht.

Zum Inhalt: Vivianne und Claudia sind trotz 10 Jahren Altersunterschied enge Freundinnen, die sich regelmäßig über ihren Alltag, die Familien und Beziehungen austauschen. Oder etwa nicht? Denn dass es bei Vivi und ihrem Mann Karl schon länger nicht mehr richtig läuft will sie Claudia am liebsten gar nicht sagen. Und als die ihr dann eröffnet, dass ihr Mann Diego ganz offen fremdgeht ist Vivi geschockt. Aber warum eigentlich? Und könnte das für sie vielleicht auch die Lösung sein?

Die Handlung ist in schönen kurzen Kapiteln erzählt, die Perspektive wechselt dabei, sodass man abwechselnd die Protagonistinnen in ihrem Alltag und ihren Beziehungen begleitet. Geneinsam haben sie, dass das Thema Sex eine zentrale Rolle spielt, sowie die verschiedenen Spielarten von Sex in einer Beziehung.

Das Buch ist locker und flüssig geschrieben und besonders am Anfang fand ich dir Handlung sehr humorvoll und offen gegenüber allen Aspekten von ehelichem und außerehelichem Sex. Irgendwo in die Mitte ist die Handlung in meinen Augen allerdings gekippt. Aus der lockeren, witzigen Story wurde zusehend ein Drama, dessen Protagonisten mich einfach nur genervt haben, Kommunikation in Beziehungen aller Art wurde plötzlich sehr klein geschrieben und das, nachdem das Buch eigentlich sehr offen und wertfrei gestartet ist.

Die Handlung ist insgesamt ziemlich vorhersehbar. Gut fand ich, dass die Frauen recht unterschiedlich sind, sodass man sich gut in einer von ihnen Wiedererkennen kann. Wobei ich zwischenzeitlich immer gehofft habe niemals so zu enden wie sie. Denn zwischenzeitlich glichen die Handlungsszenarien einem Auffahrunfall auf der Autobahn- sehr unschön aber man muss trotzdem hingucken.

Mich hat der Roman leider nicht überzeugt, ein starker Anfang der dann allerdings nachgelassen. Für meinen Geschmack zu viel Konflikt und zu wenig Liebe.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Trifft meinen Geschmack nicht

Ancora
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Beim Buchcover und dem Klappentext habe ich mir einen Jugendroman vorgestellt, der vielleicht eher in Richtung Ursula Poznanskis „Saeculum“ geht. Jugendliche in der Wildnis, eine autarke Gesellschaft, ...

Beim Buchcover und dem Klappentext habe ich mir einen Jugendroman vorgestellt, der vielleicht eher in Richtung Ursula Poznanskis „Saeculum“ geht. Jugendliche in der Wildnis, eine autarke Gesellschaft, sonderbare Vorkommnisse. Dieses Buch ist aber in meinen Augen zu viel Fantasy, zu viele merkwürdige Ereignisse und eine Protagonistin, die mich nicht erreicht hat.

Zum Inhalt: Romy will in den Ferien mal was anderes machen. Und so beschließt sie, mit ihrem Freund Aurel und ihrem besten Freund die Ferien in dem abgeschiedenen Dorf Ancora zu verbringen. Die Gemeinschaft lebt autark, zeigt ein starkes Zusammenhaltsgefühl und kommt komplett ohne moderne Technik aus. Doch für Romy wird Ancora zum bitteren Ernst, als sie für die Feuerprüfung ausgewählt wird, für die sie sich gar nicht beworben hat. Und Romy stellt fest, dass alle Ereignisse genau so bereits von ihrer Mutter in einem Gedicht erfasst worden Sinn. Wie kann das sein? Und was bedeutet es, dass das Gedicht Romys Tod vorhersagt?

Der grobe Handlungsrahmen hat mich neugierig gemacht, ich mag einen guten Jugend-Mysterythriller. Die Grundhandlung wirkt auch erstmal sehr spannend, im Buch gibt es immer wieder Cliffhanger, die einen fast verzweifelt weiterlesen lassen, um endlich herauszufinden, was in Ancora vor sich geht. In Ancora selbst überschlagen allerdings die Ereignisse ziemlich schnell und es passieren viele schräge Sachen, die erst mal nicht weiter aufgeklärt werden und einfach so im Raum stehen. Zusammen mit Romy, aus deren Perspektive das Buch erzählt ist, und ihren Freunden schwankt der Leser zwischen Wahn und Realität. Auch Romy selbst ist alles andere als normal und scheint irgendwie die Zeit beeinflussen zu können oder besitzt zumindest eine veränderte Zeitwahrnehmung.

Generell ist Romy sehr Ich-zentriert. Alles dreht sich um Romy, die mich irgendwann einfach nur noch genervt hat. Sie ist ja so besonders, ihr Freund versteht sie nicht und überhaupt ist die Beziehung eigentlich bereits vorbei als die beiden in Ancora eintreffen. Statt die Feuerprüfung abzulehnen, zieht Romy sehr selbstverständlich in die Wildnis los, ohne zu wissen, was sie erwartet, es ist schließlich alles noch nicht merkwürdig genug. Witzig finde ich ja, dass Romy als klare Außenseiterin mit den Prüfungen scheinbar besser klarkommt als die Jugendlichen, die im Dorf aufgewachsen sind und sich in der Natur eigentlich besser auskennen sollten.

Auch der Twist am Ende konnte die Geschichte für mich nicht mehr retten, die mich einfach nicht gecatcht hat. Daher vergebe ich neutrale 3 Sterne, die aber wirklich hauptsächlich daraus basieren, dass mich die Story und die Protagonistin nicht abholen konnten.

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