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Veröffentlicht am 23.04.2022

Liebevolle Gedanken zum Thema Mode

Männer in Kamelhaarmänteln
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Was für ein wundervolles Buch! Eine Anti-Modeikone schreibt über Kleider und Leute. Charmant, humorvoll, ironisch, kritisch, liebevoll, sensibel, herzenswarm und berührend.

Es geht um Schönes, das man ...

Was für ein wundervolles Buch! Eine Anti-Modeikone schreibt über Kleider und Leute. Charmant, humorvoll, ironisch, kritisch, liebevoll, sensibel, herzenswarm und berührend.

Es geht um Schönes, das man einfach nur der Schönheit wegen haben will. Oder weil einen die Farbe magisch anzieht. Kleidungsstücke, die einen an einen Ort erinnern, eine bestimmte Situation, einen besonderen Menschen. Es geht um die Robe für den großen Auftritt über Alltagskleidung bis hin zu Nachthemden und Unterwäsche.

Elke Heidenreich erzählt von modischen Glücksmomenten und Desastern. Ganz wunderbar beschreibt die Autorin die Liebe zu Mode, die aber an anderen seltsamerweise immer besser aussieht, als an einem selbst. Die Erkenntnis, dass sie selbst eben kein Modepüppchen und keine Lady ist. Elke Heidenreich schreibt über Begegnungen, zum Beispiel mit Schauspieler Heinz Rühmann und Modezar Karl Lagerfeld. Und sie verliert sich in Mode-Erinnerungen, die immer auch ganz viel mit der Liebe und Männern zu tun haben.

Ich hätte nie erwartet, dass ausgerechnet Elke Heidenreich ein Buch über Mode schreibt. Umso begeisterter bin ich, was sie Schlaues, Tiefgründiges und Wahres zu diesem Thema zu sagen hat. Die Autorin lässt den Leser tief in ihre Seele blicken und auch an schwierigen Momenten ihres Lebens teilhaben. Sie meistert jede Situation auf ihre eigene Art und Weise. Sie fällt hin und steht wieder auf. Sie entwickelt ihr eigenes Selbstbewusstsein. Als Leser zieht man Vergleiche, erinnert sich selbst und denkt über den eigenen Umgang mit Mode nach. Die Bedeutung von Farben, Mustern, Stoffen, Accessoires ... In den sehr liebevoll erzählten Episoden, findet sich jeder irgendwo wieder.

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Veröffentlicht am 23.04.2022

Atmosphärischer Krimi mit charmantem Ermittler-Duo

Geheimnis einer Zofe
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Mit "Geheimnis einer Zofe" legt C. L. Potter den dritten Fall für Maud und Lady Christabel vor.

Für Lady Christabel gibt es kein Halten mehr. Ihr Idol, die Schriftstellerin Winifred Rutledge besucht Carrack ...

Mit "Geheimnis einer Zofe" legt C. L. Potter den dritten Fall für Maud und Lady Christabel vor.

Für Lady Christabel gibt es kein Halten mehr. Ihr Idol, die Schriftstellerin Winifred Rutledge besucht Carrack Manor. Schwupps, lädt sich die Lady quasi selbst ein. Das Treffen auf dem heruntergekommenen Anwesen wird allerdings zur Enttäuschung. Die Autorin ist ganz anders, als Lady Christabel es sich vorgestellt hat. Dann geschieht ein Mord - und schon stecken Lady Christabel und ihre Zofe Maude wieder mitten in Ermittlungen.

Mit dem Prolog wird gleich Spannung erzeugt. Dabei bleibt lange unklar, welchen Bezug die Geschehnisse dort zum eigentlichen Plot haben. Über Andeutungen ahnt man als Leser schließlich so langsam, in welche Richtung es geht. Maude muss letztendlich ein Geheimnis enthüllen, von dem sie eigentlich geglaubt hatte, es hinter sich gelassen zu haben. Aber was tut man nicht alles, um einen Mord aufzuklären...

Das Buch hat insgesamt alles, was ein Cosy Crime braucht. Intensive Beschreibungen der Schauplätze. Kauzige, knarzige und eigenwillige Charaktere. Und einen mysteriösen Mord. Die Lady und ihre Zofe ermitteln Upstairs und Downstairs. Ein sehr sympathisches und ungewöhnliches Ermittler-Duo - trotz oder gerade wegen des Ständeunterschieds. Ein gelungener Mix aus Spannung und Humor macht den Reiz der Story aus. Ich habe über einige Szenen, Wortwechsel und Bemerkungen von Herzen gelacht. Mein Highlight: Lady Christabels Schnüffelei vor dem Fenster, die im Matsch endet. Einfach herrlich! Das ist leicht und unbeschwert, versüßt einem ein graues Wochenende und macht gleichzeitig Lust auf weitere Fälle.

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Veröffentlicht am 17.04.2022

Guter Auftakt einer neuen Manga-Reihe

Asadora! 1
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"Asadora!" von Naoki Urasawa, Band 1, 208 Seiten, erschienen am 22.2.22 bei Carlsen Manga
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Die Reihe erzählt die Lebensgeschichte der Japanerin Asa. Die Story beginnt am 26. September 1959. Der Ise-Wan-Taifun ...

"Asadora!" von Naoki Urasawa, Band 1, 208 Seiten, erschienen am 22.2.22 bei Carlsen Manga
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Die Reihe erzählt die Lebensgeschichte der Japanerin Asa. Die Story beginnt am 26. September 1959. Der Ise-Wan-Taifun zieht über Nagoya hinweg und sorgt für Verwüstung. Asa will den Opfern der Flutkatastrophe helfen. Eine gewagte Rettungsaktion beginnt…
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Spannende Zeitgeschichte und eine mutige, junge Heldin. Die Story basiert auf wahren Begebenheiten. Asa ist niedlich - vor allem aber mutig und stark. In der Krise wächst sie über sich hinaus. Sie sprüht vor Ideen und schafft es, andere mitzureißen.
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Die weiteren Bände der Manga-Reihe erzählen Asa Asadas Geschichte bis in die Gegenwart. Die Altersempfehlung ist ab 14 Jahren.
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Lest Ihr auch mal gerne Mangas? Bisher war ich nur Fan der "Detektiv Conan"-Reihe von Gosho Aoyama. "Asadora!" könnte ein weiterer Liebling werden.

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Veröffentlicht am 14.04.2022

Segeltörn mit Folgen

Acht, in Böen neun
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Darum geht's: 7 Leute, ein Segeltörn, ein aufziehender Sturm. Am Ende kehrt das Boot mit einer Person weniger an Bord zurück...
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"Acht, in Böen Neun" ist ein Kurzroman von SWR-Radiomoderator Michael Wirbitzky. ...

Darum geht's: 7 Leute, ein Segeltörn, ein aufziehender Sturm. Am Ende kehrt das Boot mit einer Person weniger an Bord zurück...
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"Acht, in Böen Neun" ist ein Kurzroman von SWR-Radiomoderator Michael Wirbitzky. Das Buch umfasst gerade mal 188 Seiten. Die Hörbuch-Version ist 138 Minuten lang. Hörzeit, die wie im Nu verfliegt. Vier Sprecher hauchen der Geschichte Leben ein. Das ist nochmal etwas anderes, als wenn man die Story "nur" liest.
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Was ist an Bord passiert? Das wird langsam durch die Zeugenaussagen der Freunde enthüllt. Das schöne Segeltrip-Szenario vor Korfu fällt dabei Stück für Stück in sich zusammen. Es gibt Ungereimtheiten und immer mehr wird klar, dass nicht alles so harmonisch war, wi es scheint.
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Die Erzählart ist besonders. Denn die Verhöre führt ein Ermittler, der bis kurz vor Schluss stimm- und namenlos bleibt. Seine Anwesenheit wird lediglich durch Reaktionen bei den Berichten der Freunde deutlich. Da wird mal mit einem "Was?" nachgefragt und ein unwirsches "Das habe ich Ihnen doch schon erzählt" in den Raum geworfen. Die eigentlichen Fragen bleiben der Phantasie überlassen. Die Erkenntnisse des Ermittlers ebenso. Der Hörer zieht seine eigenen Schlüsse - bis das überraschende Ende kommt.
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Fazit: Dieser Roman/ dieses Hörbuch ist eine kleine Perle. Bitte nicht übersehen und einfach mal an Bord gehen. Es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Packendes Finale der Tom Babylon-Reihe

Violas Versteck (Tom-Babylon-Serie 4)
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„Violas Versteck“ ist der vierte und finale Band der Tom Babylon-Reihe von Marc Raabe. Ich habe den Thriller im Rahmen einer Leserunde gelesen. Der Umfang von über 600 Seiten hat mir zunächst etwas Respekt ...

„Violas Versteck“ ist der vierte und finale Band der Tom Babylon-Reihe von Marc Raabe. Ich habe den Thriller im Rahmen einer Leserunde gelesen. Der Umfang von über 600 Seiten hat mir zunächst etwas Respekt eingeflößt. Ich muss sagen, das Buch ist schon etwas unhandlich. Und dann war natürlich die große Frage, ob und wie ich mich ohne Vorkenntnisse in der Handlung zurechtfinde.

Ich war relativ schnell drin im Geschehen. Der Prolog wirft den Leser gleich in ein unfassbares Geschehen rein – dass dann aber erstmal keine weitere Rolle mehr spielt. Der Zusammenhang wird erst später klar. Die „Hauptstory“ hat zwei Handlungsstränge. Ermittler Tom Babylon kommt mit herben Erinnerungslücken in einem Londoner Krankenhaus zu sich. Dr. Sita Johanns muss sich in einer psychiatrischen Klinik durchkämpfen. Alptraumhafte Geschehnisse sowie viele Zeit- und Perspektivwechsel treiben die Handlung voran. Stück für Stück nähern sich die Ereignisse an.

Die Suche nach Toms vor langer Zeit verschwundener Schwester ist spannungsgeladen und actionreich. Ständig habe ich mich gefragt, wem ich vertrauen kann und wem nicht. Als Leser*in durchlebt man eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Der Thriller ist definitiv packendes Kopfkino. Dafür sorgt der mitreißende Schreibstil von Marc Raabe. So bin ich mit dem Lesen auch deutlich schneller vorangekommen als gedacht. Ab und zu hätte die Story für meinen Geschmack etwas straffer und weniger ausufernd erzählt werden können. Das mag aber auch daran liegen, dass mir einfach der über mehrere Teile aufgebaute Bezug zu den Akteuren und der Handlung gefehlt hat.

Fazit: Beim Lesen von "Violas Versteck" kam ich mir vor, als würde ich vor diesem Popart-Bild von Andy Warhol stehen, dass Marilyn Monroe in mehreren Farbschattierungen zeigt. Ich für meinen Teil habe quasi nur einen Teil des Bildes beurteilen. Diese Variante wirkt zwar auch für sich allein, spiegelt aber eben nur einen Bruchteil des Gesamtkunstwerks wieder. Ich kann mir vorstellen, dass „Violas Versteck“ im Zusammenspiel mit den vorangegangenen Bänden ein Highlight ist. Für mich war es als Einzelband betrachtet ein guter Thriller, den ich auf jeden Fall sehr gerne gelesen habe.

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