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Veröffentlicht am 23.04.2022

Highlight und Herzens-Hörbuch

Die Mitternachtsbibliothek
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Nora Seed ist am Tiefpunkt ihres trost- und erfolglosen Lebens angekommen. Sie entscheidet sich für den Suizid. Auf dem Weg ins Jenseits landet Sie in der Mitternachtsbibliothek. Hier gibt es Bücher gefüllt ...

Nora Seed ist am Tiefpunkt ihres trost- und erfolglosen Lebens angekommen. Sie entscheidet sich für den Suizid. Auf dem Weg ins Jenseits landet Sie in der Mitternachtsbibliothek. Hier gibt es Bücher gefüllt mit allen Variationen der möglichen Leben, die Nora hätte führen können. Schwimmerin, Polarforscherin, Popstar und und und… Nora bekommt die Chance, andere Lebensvarianten auszuprobieren. Aber irgendwie ist auch keines dieser anderen Leben perfekt. Immer wieder kehrt Nora ernüchtert in die Mitternachtsbibliothek zurück. Und die droht irgendwann einzustürzen…

Noras Lebens-Findung ist einfach herrlich. Man weint und lacht mit ihr - und findet sich selbst in so vielen wieder. Dieses Buch ist so gefühlvoll, intensiv, weise, philosophisch und einfach schön. Und Nora Seed ist eine tolle Protagonistin, die ich tief ins Herz geschlossen habe.

Prädikat: Herzensbuch bzw. Herzens-Hörbuch - denn ich habe mir die verschiedenen Leben der Nora Seed von Annette Frier erzählen lassen. Die Comedy-Frau und Schauspielerin ist als Sprecherin perfekt gewählt. Erst war ich skeptisch, weil ich Frier als Hörbuch-Sprecherin nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Schon gar nicht, für so eine tiefgründige Geschichte. Aber Frier hat mich total überzeugt und mir Nora Seed so nahe gebracht, wie es besser nicht geht. Sind wir nicht alle ein bisschen Nora? Und am Ende verlässt man die Geschichte mit wichtigen Erkenntnissen sowie einem schönen Gefühl von Glück und Herzenswärme.

Fazit: "Die Mitternachtsbibliothek" ist ein philosophischer Roman, der mir rundum gut gefallen hat. Ein Highlight!

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Veröffentlicht am 23.04.2022

Poetisch. Virtuos. Berührend.

Der Klang von Feuerblau
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Darum geht's: Kit Camino ist die Tochter eines berühmten Cembalisten - und spielt das Instrument selbst voller Leidenschaft. Als Synästhetikerin ist Musik für sie ein Feuerwerk aus Farben. Als ihr Vater ...

Darum geht's: Kit Camino ist die Tochter eines berühmten Cembalisten - und spielt das Instrument selbst voller Leidenschaft. Als Synästhetikerin ist Musik für sie ein Feuerwerk aus Farben. Als ihr Vater bei einem Unfall seine Hand verliert, verändert sich alles. Das Cembalo spielen bedeutet für Kit fortan Schmerz und Qual. Nach einem weiteren einschneidenden Vorfall bricht Kit den Kontakt zum Vater ab. Als er ein Jahr später stirbt, kehrt Kit ins Landhaus Winters Weiher zurück...

"Der Klang von Feuerblau" - so schön wie der Titel ist der ganze Roman. Auf YouTube gibt es eine Playlist dazu. Eine fast schon zauberhafte Stimmung breitet sich aus. Und auf den Schwingen der Musik, u.a. von Bach, Grieg und Chopin, gleitet man durch die Geschichte.

Ich bin einfach in dem Buch versunken und eingetaucht in Musik, Farben und Gefühle. Es geht ums Erwachsenwerden, Ängste, Schmerz, Verstehen und Vergeben. Johanna Gerhard verpackt das in eine Geschichte voller Poesie und spielt die Klaviatur von sanften und friedlichen bis hin zu kraftvollen und zerstörerischen Tönen ab.

Fazit: "Der Klang von Feuerblau" ist ein fantastischer Roman. Er ist nicht allzu lang - der Plot dadurch sehr dicht erzählt. Poetisch. Virtuos. Berührend. Prädikat: Herzensbuch.

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Veröffentlicht am 23.04.2022

Eine Perle im Thrillergenre

Die Kinder von Beara
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Auf der irischen Halbinsel Beara legt der Regen die Leiche eines Mannes frei. Unter dem Toten finden die Ermittler Knochen. Viele Knochen. Knochen von Kindern, die vor Jahren verscharrt wurden. Eine Angehörige ...

Auf der irischen Halbinsel Beara legt der Regen die Leiche eines Mannes frei. Unter dem Toten finden die Ermittler Knochen. Viele Knochen. Knochen von Kindern, die vor Jahren verscharrt wurden. Eine Angehörige verlangt nach der Berliner Anwältin Anna Schwarz...

Das Buch hat mich ins raue und mystische Irland entführt. Ariana Lambert hat es geschafft, mir die Schauplätze so anschaulich zu machen, dass ich den beißenden Wind und den Regen beinahe wirklich spüren konnte. Auch die Personen haben mich in ihren Bann gezogen. Der Tote: ein Unsympath, der mit mehreren Frauen auf einem abgeschiedenen Hof gelebt hat. Anwältin Anna Schwarz trifft vor Ort ausgerechnet auf den Garda Benjamin Black. Mit ihm verbindet sie eine unschöne, ein Jahr zurückliegende Geschichte und deshalb viele negative Gefühle. Aber auch positive. Und die sorgen dafür, dass beide trotz aller Spannungen ein tolles Team abgeben.

Die Geschichte ist klar und flüssig erzählt. Ich konnte mich gut in die Charaktere hineinversetzen. Vor allem die Ermittlungen auf dem Hof, die schweigsamen Frauen, ihr Verhalten und ihre Beweggründe haben mich gefesselt. Die ganze Story mit ihren Entwicklungen und dem fulminanten Schluss wirken über das Zuschlagen des Buches hinaus nach.

"Die Kinder von Beara" ist die Fortsetzung des Dublin-Krimis "Verrat". Es gibt immer wieder Bezüge und Erklärungen zur Vorgeschichte. So konnte ich einiges für die Story wichtige auch ohne Vorkenntnisse verstehen - obwohl mir zu diesem Handlungsstrang dadurch der emotionale Bezug gefehlt hat. Das fand ich persönlich etwas schade. Generell lässt sich "Die Kinder von Beara" aber auch einzeln gut lesen und bekommt eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.04.2022

Hintergründige Spannung bis zum Herzschlagfinale

Franzi
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Caro leidet unter Gesichtsblindheit. Eine Wahrnehmungsstörung, die es ihr schwer macht, Personen wiederzuerkennen. Ihr Freund Felix unterstützt sie liebevoll. Caro avanciert zur Schriftstellerin. Als sie ...

Caro leidet unter Gesichtsblindheit. Eine Wahrnehmungsstörung, die es ihr schwer macht, Personen wiederzuerkennen. Ihr Freund Felix unterstützt sie liebevoll. Caro avanciert zur Schriftstellerin. Als sie ihr erstes Buch herausbringt, tritt Franzi als Fan in ihr Leben - und wird zur Freundin. Aber kann Caro ihr wirklich blind vertrauen?

Die Geschichte spielt sich in schnellem Wechsel auf zwei Zeitebenen ab. "Heute" und "Vor sieben Jahren". Wo ist die Verbindung? Das wird Peu a Peu zusammengeführt - bis zum finalen WOW-Moment des Buches. Es gibt zwei Schlussvarianten. Der Leser hat die Wahl, welchen Weg Caro geht und entscheidet sich damit für eins von zwei möglichen Enden.

Ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich die Bücher von Nadine Teuber sind. Man kann kann sie nicht vergleichen. Jedes ist anders. Jedes steht für sich. In "Franzi" baut sich durch die Erzählweise auf zwei Ebenen eine hintergründige Spannung auf. Scheinbar passiert gar nicht viel ... bis letztendlich der Zusammenhang klar wird und alles einen Sinn ergibt. Der Kniff mit dem alternativen Ende ist dann ein echtes Herzschlagfinale. Vor allem, weil man natürlich hinterher doch noch liest, welchen Weg man eben nicht gegangen ist. Das ist aufwühlend und hinterlässt noch mal einen ganz besonderen Eindruck. "Franzi" sollte man sich deshalb definitiv nicht entgehen lassen!

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Veröffentlicht am 23.04.2022

Spannend und wendungsreich

15 Jahre
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WOW! Was war das bitteschön? Mit "15 Jahre" hat Nika Lubitsch einen fantastischen neuen Psychothriller vorgelegt. Kurz zur Handlung: Nicole und Andi führen seit 15 Jahren eine glückliche Ehe. Bis Andi ...

WOW! Was war das bitteschön? Mit "15 Jahre" hat Nika Lubitsch einen fantastischen neuen Psychothriller vorgelegt. Kurz zur Handlung: Nicole und Andi führen seit 15 Jahren eine glückliche Ehe. Bis Andi von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet. Die Polizei scheint wenig hilfreich. Nicole begibt sich selbst auf Spurensuche und findet heraus, dass ihr Mann wohl ein Doppelleben geführt hat ... So weit, so gut. An diesem Punkt angekommen, habe ich gedacht, die Geschichte läuft nach Schema X. Dann, auf einmal eine kleine Irritation. Ähm, wie war das jetzt? Und schon war ich mittendrin in einer völlig anderen Wendung der Geschichte. Und wenn man sich als Leser gerade wieder in Sicherheit wiegt, überrascht der Plot gleich nochmal mit einem Twist. Nika Lubitsch' Schreibstil würde ich hier mal als unaufgeregt und im positiven Sinne fast schon unspektakulär bezeichnen - was im krassen Gegensatz zur Aufgeregtheit des Lesers steht, die sich unweigerlich einstellt. Mit diesem widersprüchlichen Spannungsgefüge der Emotionen und unerwarteten Entwicklungen hat mich "15 Jahre" vollkommen überzeugt

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