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Veröffentlicht am 12.05.2022

Langatmige Erzählung über eine langjährige Freundschaft mit Höhen und Tiefen. Der Roman handelt von Jugendwünschen, Selbstverwirklichung und dem Streben nach Glück.

Die Interessanten
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Julie Jacobson erhält nach dem Tod ihres Vaters durch ein Stipendium die Chance, an dem Sommercamp "Spirit-in-the-Woods", ein Ferienlager für künstlerisch ausgerichtete Schüler und Schülerinnen, teilzunehmen. ...

Julie Jacobson erhält nach dem Tod ihres Vaters durch ein Stipendium die Chance, an dem Sommercamp "Spirit-in-the-Woods", ein Ferienlager für künstlerisch ausgerichtete Schüler und Schülerinnen, teilzunehmen. Dort trifft sie auf eine elitäre, privilegierte Gruppe von Jugendlichen aus New York City, mit denen sie sich anfreundet. Aus einer Laune heraus nennen sie sich "Die Interessanten". Jeder von ihnen hat andere Talente und Ziele. Ethan Figman möchte Trickfilmzeichner werden, Cathy Kiplinger träumt von einer Karriere als Tänzerin, Jonah Bay möchte in die Fußstapfen seiner Mutter, einer berühmten Folksängerin, treten und Musiker werden, Goodman Wolf möchte Architektur studieren, während seine Schwester Ash Schauspielerin werden möchte.
Jules und Ash werden enge Freundinnen und Jules orientiert sich stark an ihr, möchte auch Schauspielerin werden, obwohl ihr das Talent dafür fehlt. An der Seite der reichen Jugendlichen fühlt sich das Mädchen aus dem Vorort stets unzulänglich und nicht wirklich zugehörig, auch wenn den anderen ihre Herkunft gleichgültig ist.
Drei Sommer verbringen sie miteinander, aber im letzten ist alles anders. Ein Ereignis zum Jahreswechsel 1976 stellt die Freundschaft auf eine harte Probe und von sechs Freunden sind am Ende nur noch vier übrig.

Der Roman beginnt im Sommer 1974 und wechselt dann in die Gegenwart in das Jahr 2009, als Jules verheiratet, Mutter einer Tochter und Psychotherapeutin ist. Anschließend erfolgt wiederum eine Rückblende in die Vergangenheit und eine chronologische Schilderung der Lebenswege der "Interessanten".
Nur Ethan hat es geschafft, seinen Traum zu verwirklichen und sich erfolgreich in der Trickfilmbranche einen Namen zu machen. Er ist inzwischen mit Ash verheiratet, die als Theater-Regisseurin um Anerkennung kämpft. Cathy konnte aufgrund ihres Körperbaus keine Tänzerin werden und Goodman hat sich durch einen fatalen Fehler seine Zukunft verbaut. Jonah wurde durch ein traumatisches Erlebnis die Lust an der Musik genommen, weshalb rt sich komplett umorientiert und Maschinenbau studiert hat.

"Die Interessanten" erzählt von einer langjährigen Freundschaft, die als Teenager begann und Höhen und Tiefen erlebte. Die Jugendlichen haben sich weiterentwickelt und sind erwachsen geworden, haben selbst Kinder bekommen.
Der Fokus der Geschichte rückt im Erwachsenenalter insbesondere auf die beiden Paare Ash und Ethan sowie Jules, die unabhängig von den Sommern im Camp den Ultraschalltechniker Dennis Boyd geheiratet hat. Die Paare führen unterschiedliche Leben, denn während Ethan und Ash im Luxus leben, haben Jules und Dennis stets mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Jedes der Paare hat zudem eigene Probleme, hat mit Krankheiten, Geheimnissen und den Belastungen des Alltags zu kämpfen.

Erzählt werden 40 Jahre, in denen sich naturgemäß nicht immer viel ereignet, weshalb der Roman seine Längen hat. Durch kleinere und größere Dramen, die die Protagonisten erleben und durchmachen müssen, erhält die Geschichte immer wieder neuen Schwung.

Der Roman handelt von den Wünschen, Träumen und Vorstellungen, die die Jugendlichen haben und was letztlich aus ihnen geworden ist. Es geht um Selbstverwirklichung und das Streben nach Glück.
Das starke Band der Freundschaft hält die Clique - oder Teile davon - zusammen. Es geht dabei um Zusammenhalt und Vertrauen, Geheimnisse, die trennen und zusammenschweißen, um Vergleiche, Eifersucht und Neid. Der Roman ist geprägt von vielen ernsthaften Themen, mit denen die Figuren umgehen müssen und auch zeitgeschichtliche Ereignisse und gesellschaftliche sowie politische Entwicklungen werden stimmig in die fiktive Geschichte eingearbeitet. Die Charaktere bleiben jedoch unnahbar und auf Distanz, so dass ihre Schicksale trotz aller Dramatik nicht emotional berühren können.
Nach einem langatmigen Mittelteil fehlte mir ein befriedigender Abschluss der Geschichte. Auch wenn es keine offenen Handlungsstränge gab, die zwingend hätten weitererzählt werden müssen, endet der Roman einfalls- und belanglos ohne noch einmal einen Bezug zu den wirklich interessanten Jahren der Jugendlichen und jungen Erwachsenen herzustellen.

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Veröffentlicht am 01.05.2022

Ruhig erzählter Roman über unerklärliche Ängste und die Sehnsucht nach einem einfachen Leben - blieb mir an der Grasnarbe zu oberflächlich und vage.

An der Grasnarbe
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Nach mehreren Panikattacken, die es Noa kaum noch ermöglichen die U-Bahn zu nutzen, entschließt sie sich für eine Auszeit auf dem Land in Südfrankreich. Sie zieht zu einem Ehepaar mit einer elfjährigen ...

Nach mehreren Panikattacken, die es Noa kaum noch ermöglichen die U-Bahn zu nutzen, entschließt sie sich für eine Auszeit auf dem Land in Südfrankreich. Sie zieht zu einem Ehepaar mit einer elfjährigen Tochter und unterstützt sie als freiwillige Helferin bei der Arbeit auf dem Hof. Sie hütet Schafe, pflanzt Tomaten und Salat an, repariert Zäune oder erledigt die Feldarbeit.
Doch auch in der freien Natur und der Abgeschiedenheit des Hofes holen Noa ihre Ängste ein. Zudem sorgen sie die anhaltende Trockenheit, die das Leben auf dem Land und die Selbstversorgung zunehmend erschweren.

Noa ist eine junge Frau, die als Archäologin in einem Museum arbeitet. Ihre Angst vor bärtigen Männern, vor allein stehendem Gepäck und lauten Geräuschen, die sie an Explosionen erinnern, schränkt sie so weit ein, dass sie sich alleine kaum fortbewegen kann. Die Auszeit bei dem deutschen Ehepaar Ella und Gregor in Südfrankreich ist eine Flucht aufs Land, um ihren Problemen auszuweichen, aber keine dauerhafte Lösung. Auch in der vermeintlichen Idylle und dem einfachen Leben ist Noa nicht lange ohne Angst.

Der Roman beschreibt ausführlich Noas Tätigkeiten und wie sie sich bei der Kleinfamilie mit ihrem Tieren, die selbst vor Jahren die Flucht aus dem Alltag ergriffen haben, integriert. Die Arbeit an der frischen Lust ist eine Ablenkung, aber keine Lösung ihres Problems. Zaghaft schließt sie Vertrauen und versucht sich, Ella und Gregor gegenüber zu öffnen, um sich von ihrer schweren Last der für Außenstehende übertriebenen oder unerklärlichen Ängsten zu befreien.

Das Buch ist mit knapp 200 Seiten vergleichsweise kurz und verspricht eine Geschichte über die Beschäftigung einer Großstädterin mit ihren Ängsten, verbunden mit dem besorgniserregenden Klimawandel, der alle angeht.
Die Geschichte wird ruhig erzählt. Im Fokus stehen das Ankommen Noas in Südfrankreich und die Tagesabläufe als freiwillige Helferin, an die sie sich schnell gewöhnt. Die Beschreibungen der Natur und das Zusammenleben mit den Tieren sind anschaulich und schaffen eine idyllische Atmosphäre, bis der Regen auf sich warten lässt.

Eine eingehende Auseinandersetzung Noas mit ihren Ängsten und Panikattacken findet nicht statt. Es bleibt unklar, seit wann sie dies hat und was die Ursache ist. Ihr Problem erscheint damit nicht individuell, sondern universell und übertragbar. Der Aufenthalt auf dem Land dient mehr der Verdrängung als einer Therapie.
Der in der Buchbeschreibung erwähnte Klimawandel, der dem Roman mehr Dramatik hätte verleihen können, wird erst spät problematisiert.
Mir blieb der Roman damit etwas zu unschlüssig und vage. Er beschreibt die Sehnsucht des Menschen nach einem einfachen Leben und ist für den Leser wie ein Urlaub auf dem Bauernhof. Eine Reflexion der großen und kleinen Probleme bleibt aus, weshalb die Geschichte meine Erwartungen am Ende nicht erfüllen konnte.

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Veröffentlicht am 30.04.2022

Spannendes Katz-und-Maus-Spiel zweier Frauen, die auf Rache sinnen - wendungsreich, aber auch verwirrend und am Ende zu konstruiert und nicht ganz glaubwürdig.

Der Plan – Zwei Frauen. Ein Ziel. Ein gefährliches Spiel.
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Meg kehrt nach zehn Jahren in ihre Heimat nach Los Angeles zurück. Sie hat nur ein Ziel: Rache an dem Mann, der sie und ihre Mutter um ihr Vermögen gebracht hat. Als Trickbetrügerin ist Meg nach der Highschool ...

Meg kehrt nach zehn Jahren in ihre Heimat nach Los Angeles zurück. Sie hat nur ein Ziel: Rache an dem Mann, der sie und ihre Mutter um ihr Vermögen gebracht hat. Als Trickbetrügerin ist Meg nach der Highschool in verschiedene Rollen geschlüpft, hat versucht, in ihrem Sinn für Gerechtigkeit zu sorgen, sich jedoch auch selbst bereichert. Ihre Opfer waren stets Männer, die einen zweifelhaften Ruf hatten, deren Geheimnisse sie aufdeckte und immer raffinierter darin wurde, ihre Gelder und Wertgegenstände zu entwenden.
Kat arbeitet als Journalistin und sucht seit zehn Jahren nach Meg, die sie für ihr persönliches Unglück verantwortlich macht. Auch sie sinnt auf Rache und versucht sich deshalb die Freundschaft zu Meg zu erschleichen, um sich ihr unauffällig zu nähern. Sie unterschätzt dabei, dass sie es mit einer Frau aufnimmt, die sich seit ihrer Jugend mit Lug und Betrug über Wasser gehalten hat und diesbezüglich über geschärfte Sinne verfügt.

Der Roman handelt von den Racheplänen zweiter Frauen und ist abwechselnd aus der Perspektive von Meg bzw. Kat geschildert. Zudem wechselt er zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was die Beweggründe für ihre Vorhaben erklärt.

"Der Plan" ist kein Thriller, denn dafür wirkt das Szenario zu wenig bedrohlich, wird unblutig und ohne Gefühl von Nervenkitzel erzählt. Es ist vielmehr ein spannendes Drama über zwei Frauen, die in ihrer Vergangenheit ein Trauma erlitten haben und nach Gerechtigkeit verlangen.
Während Kats Motivation rein persönlich ist, entwickelt Meg im Lauf ihrer Trickbetrügerkarriere eine Art Robin-Hood-Syndrom und hilft im Zuge ihrer persönlichen Bereicherung auch anderen Frauen, die von Männern betrogen worden sind.

Die Geschichte ist wendungsreich und mitunter verwirrend. Gut und Böse sind nicht klar zu unterscheiden, die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen.

Während Kat sich in ihrer Leichtgläubigkeit verunsichern lässt und bald nicht mehr weiß, wem sie vertrauen kann, agiert Meg vorausschauender und tougher. Sie ist geduldig und verliert ihr Ziel nicht aus den Augen. Ihre Motivation ist nachvollziehbar und ihre Taten lösen Genugtuung aus, jedoch muss auch bezweifelt werden, ob der Zweck die Mittel heilt. Megs Methoden sind unlauter, sie beschafft sich Vermögen, das ihr nicht zusteht, jedoch sorgt sie als Nebeneffekt für Gerechtigkeit für Frauen, die unschuldig in Not geraten sind.

Die Geschichte fesselt durch das Katz-und-Maus-Spiel von Meg und Kat und durch die Frage, welche Frau ihr Ziel erreichen wird.
Es ist eine Geschichte voller Lügen, Manipulation und Täuschungen, die zwar einerseits wendungsreich, andererseits jedoch verwirrend ist. Durch die vielen glücklichen Zufälle sowie die sehr einseitige Darstellung von Frauen als Racheengel versus skrupellose, geld- und machthungrige sowie triebgesteuerte Männer empfand ich sie als zu konstruiert, übertrieben männerfeindlich und letztlich nicht ganz glaubwürdig.

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Veröffentlicht am 25.04.2022

Langweilige Geschichte ohne Höhen und Tiefen mit einer etwas unnahbaren Hauptfigur, die zu passiv agiert - wenig fesselnd oder emotional bewegend.

Das Glück riecht nach Sommer
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Nach einem Streit mit ihrem Vorgesetzten hat Ina Petersen ihre Anstellung im Husumer Krankenhaus gekündigt und sich entschlossen, wieder nach Hamburg zu ziehen, wo sie studiert und durch ihre Famulatur ...

Nach einem Streit mit ihrem Vorgesetzten hat Ina Petersen ihre Anstellung im Husumer Krankenhaus gekündigt und sich entschlossen, wieder nach Hamburg zu ziehen, wo sie studiert und durch ihre Famulatur erste Berufserfahrung gesammelt hatte. Die Wohnungssuche in der Metropole ist schwierig und so kann sie kurzfristig nur in der Gartenlaube ihrer Freundin Filiz unterkommen. Auch ob ihre Bewerbung am Hamburger Klinikum Erfolg haben wird, ist unklar.
Während sie Filiz in ihrer Nähstube aushilft, in der Laube gärtnert und Freundschaften zu den Rentnern schließt, trifft sie auch auf alte Bekannte wie ihren Mentor Tim wieder, der während ihrer Ausbildung Assistenzarzt war und in den sie heimlich verliebt war und auch Sebastian, mit dem sie in ihrer Jugend in einer Schülerband spielte. Ina muss sich selbst Fragen stellen, was sie im Leben erreichen möchte, ob der Beruf als Ärztin sie erfüllt und ob sie in Hamburg der Liebe eine Chance gibt.
Ina ist ein eher zurückhaltender Charakter, die in Hamburg einen Neuanfang versucht. Es bleibt etwas vage, was in Husum passiert ist, warum sie mit ihrem Beruf als Ärztin hadert und warum sie so unentschlossen in Sachen Liebe ist. Wer die anderen Romane von Meike Werkmeister gelesen hat, ist dabei etwas im Vorteil, denn bereits in "Der Wind singt unser Lied" hatte Ina eine Nebenrolle, die mehr über ihre Vita verrät.
Der Roman spielt im Sommer im Hamburg und die Atmosphäre der Großstadt an der Alster sowie das eher ländliche, nachbarschaftliche Leben in der Kleingartenkolonie ist sehr anschaulich beschrieben. Es macht Spaß, Ina auf ihren Wegen durch Hamburg zu begleiten.
Dabei ereignet sich jedoch nicht viel. Sowohl die Job- als auch die Wohnungssuche tritt auf der Stelle und auch die Treffen mit alten Freunden und neuen Bekannten sind eher belanglos. Die Handlung plätschert so dahin, wobei man Ina kaum näher kommt. Sie bleibt verschlossen und ich bekam kein Gefühl dafür, ob sie in Hamburg wirklich sesshaft werden möchte und für welchen der beiden Männer nun eigentlich ihr Herz schlägt. Sowohl Tim als auch Sebastian bleiben so blass, dass ich sie trotz ihrer ganz unterschiedlichen Berufswege und Hintergründe im Kontakt mit Ina kaum unterscheiden konnte.
Ich fand den Roman über weite Teile langweilig. Mir fehlten echte Höhen und Tiefen, die der Geschichte etwas Spannung verliehen oder Emotionen geweckt hätten. Inas Weg auf zu einem Neuanfang war mir zu träge und eintönig. Als Hauptfigur bleibt sie unnahbar und ihre Probleme sowie deren Bewältigung viel zu passiv und vage, so dass mich ihre Geschichte weder fesseln noch emotional bewegen konnte.

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Veröffentlicht am 13.04.2022

Ein Mädchen mit der Chance auf einen Neuanfang, wobei eine dramatische Liebesgeschichte Wesentliches zu ihr in den Hintergrund rückt.

Summer of Hearts and Souls
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Beyah ist in einem Trailerpark in Kentucky bei ihrer drogensüchtigen Mutter aufgewachsen. Als diese an einer Überdosis stirbt, kontaktiert Beyah ihren Vater, den sie kaum kennt. Sie zieht über den Sommer ...

Beyah ist in einem Trailerpark in Kentucky bei ihrer drogensüchtigen Mutter aufgewachsen. Als diese an einer Überdosis stirbt, kontaktiert Beyah ihren Vater, den sie kaum kennt. Sie zieht über den Sommer zu ihm nach Texas um die Zeit bis zur Aufnahme im College zu überbrücken.

Schon auf der Überfahrt auf die Halbinsel lernt sie den Nachbarn ihrer Eltern, Samson, kennen, der sie als armes Mädchen offenbar bemitleidet und helfen möchte. Ihr ist die Begegnung peinlich und sie missversteht ihn, doch schon bald nähern sie sich an, da sie beide eine grundsätzliche Traurigkeit umgibt, wodurch sie auf einer Wellenlänge sind. Samson birgt jedoch Geheimnisse und ist offenbar nicht der reiche Sunnyboy, der er vorgibt zu sein. Beyah, die inzwischen Gefühle für ihn entwickelt hat, kann nicht glauben, dass sie sich so in ihm getäuscht haben könnte.


"Summer of Hearts and Souls" ist ein Jugendroman, denn die Protagonisten wirken in ihrem Verhalten jünger als sie sind. Die Geschichte beginnt in dem heruntergekommenen Trailerpark, wo Beyah ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, wo sie vernachlässigt wurde und Hunger leiden musste.

Die Strandhaussiedlung bei ihrem Vater dazu ein extremer Gegensatz. Beyah trifft neben ihrem Vater auf seine neue Frau Alana und deren Tochter Sara. Beide nehmen sie herzlich und ohne Vorbehalte auf. Beyah ist zunächst misstrauisch ob der Fürsorge, die sie nicht kennt, fühlt sie jedoch bald wohl und verbringt wunderschöne Sommertage am Strand, wo sie Nachbar Samson immer näher kommt.

Die beiden wissen, dass ihnen nur ein Sommer bleibt, bevor sich ihre Wege trennen und die möchten sie nutzen. Beide haben eine Vergangenheit hinter sich, die sie geprägt hat und die sie von den anderen Menschen um sie herum unterscheidet, die bisher nur Sonnenschein erfahren haben. Samson bleibt jedoch verschlossen und möchte Beyah erst am Ende des Sommers offenbare, welche düstere Geheimnisse er birgt.


Die Geschichte hatte viel Potenzial und der Anfang hat mir gut gefallen. Sie trat jedoch lange auf der Stelle und entwickelte sich nur zögerlich weiter. Die Handlung war im Mittelteil zu wenig ereignisreich und stellte mehr auf die etwas belanglose Freizeitgestaltung der jungen Erwachsenen ab. Es ist damit zwar mit Tagen am Strand, Feuerwerk, Schwimmen, Relaxen und des sorgenfreien Reichtums ein schönes Sommerbuch, aber auch etwas eintönig. Zudem sind die Nebencharaktere eindimensional und tragen zur Handlung nicht viel bei.

In Bezug auf Beyahs Vergangenheit findet keine Aufarbeitung statt, sie wird nach ihrer Ankunft in Texas völlig in den Hintergrund gedrängt. Im Vordergrund steht die Beziehung zu Samson und das Mysterium, das ihn umgibt. Das verleiht den Buch eine gewisse Spannung, war mir aber insgesamt zu wenig. Statt sich Problemen zu widmen, die die jungen Menschen beschäftigen und die sie so sehr beschädigt haben, gibt es für den Hauch Erotik ein paar Sexszenen, auf die ich hätte verzichten können. Die Liebesgeschichte entwickelt sich schnell, bleibt aber durch das gemeinsame Schicksal von Beyah und Samson erklärbar, denn beide verbindet mehr, als sie denken.

Bei aller Kritik an der etwas flachen Handlung, bleibt aber schön zu sehen, wie Beyah zum ersten Mal in ihrem Leben sieht, was eine Familie aufmacht und selbst ein Stück Geborgenheit, Wertschätzung und Liebe zu erfahren.

"Summer of Hearts and Souls" ist ein Buch über ein Mädchen, das die Chance auf einen Neuanfang erhält und ist besonders für jugendliche Leser*innen geeignet, die dramatische Liebesgeschichten mögen.

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