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Veröffentlicht am 18.05.2022

Ein Mutmachbuch, das ein gutes Gefühl vermittelt, aber Probleme der Protagonisten und den Alltag in einem Seniorenheim viel zu einfach und beschönigend darstellt.

Mittwoch ist ein Tag zum Tanzen
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Nach dem überraschenden Tod ihres Vaters und der Trennung von ihrem Freund, der sie in ihrer Trauerphase massiv enttäuscht hat, bricht Julia ihre Zelte in Paris ab, kündigt ihre Anstellung in einer Klinik ...

Nach dem überraschenden Tod ihres Vaters und der Trennung von ihrem Freund, der sie in ihrer Trauerphase massiv enttäuscht hat, bricht Julia ihre Zelte in Paris ab, kündigt ihre Anstellung in einer Klinik und zieht in ihre Heimat Biarritz, wo sie in einem Pflegeheim die Schwangerschaftsvertretung als Psychologin übernimmt. Julia hat wenig Erfahrung mit alten Menschen, aber die meisten ihrer Patienten machen es ihr leicht, so dass sich Julia auch dank von zwei Kollegen, Animateur Greg und Pflegerin Marine, mit denen sie schnell Freundschaft schließt, wohlfühlt und sie beginnt, ihr Trauma zu verarbeiten.
Als sie den Enkel einer neuen Patientin kennenlernt, beginnt sich auch wieder ihr Herz zu öffnen, aber sie hat nach wie vor Angst, Vertrauen zu fassen und in ihrer Regenerationsphase erneut verletzt zu werden.

Wie Cover und Titel vermuten lassen, ist "Mittwoch ist ein Tag zum Tanzen" ein Mutmachbuch, das trotz vordergründiger Themen wie Tod und Trauer grundsätzlich positiv stimmen soll. Auch die Botschaft, wie Freundschaft Halt geben kann und zur Heilung von Wunden führt und dass auch in alten Menschen noch so viel Lebenslust und Energie stecken kann, ist ein schöner Ansatz, der jedoch sehr penetrant vermittelt wird.
Humor und witzige Episoden stehen im Vordergrund, so dass man auf keiner Seite den Eindruck hat, dass das die Geschichte tatsächlich in einem Pflegeheim handelt. Die alten Menschen sind rüstig, das Personal entspannt, Freundschaften zwischen Angestellten und Patienten werden gepflegt. Das "Tamariske" vermittelt eher den Anschein eines Wellnesshotels am Meer. Auch Julia wirkt als Charakter wenig glaubwürdig. Die studierte Psychologin kann man ihr kaum abkaufen. Sie führt zwar täglich Gespräche mit ihren Patienten, die aber kaum über ein "Wie geht es Ihnen heute" hinauskommen. Zudem hat sie vielmehr Probleme mit sich selbst auszumachen, als dass sie sich auf professionelle Art und Weise den Einwohnern des Pflegeheims widmen könnte.
Die Nebencharaktere wirken wie Karikaturen, haben im hohen Alter Zehntausende Follower auf Facebook oder bauen heimlich im Gemüsegarten Cannabis an.
Die Liebesgeschichte ist vorhersehbar, ein Knistern zwischen Julia und Raphaël konnte ich dabei allerdings nicht verspüren.

Die Geschichte ist nett zu lesen und vermittelt ein gutes Gefühl. Die Aussagen, die Gegenwart zu schätzen, im Hier und Jetzt zu leben, nicht zurückzublicken und von der Lebenserfahrung von Senioren zu lernen, sind richtig und wichtig, werden aber ohne Tiefe vermittelt. Echte Probleme werden verwässert und das Leben und die Arbeit in einem Pflegeheim viel zu beschönigend und paradiesisch und damit fernab der Realität dargestellt.

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Veröffentlicht am 12.05.2022

Langatmige Erzählung über eine langjährige Freundschaft mit Höhen und Tiefen. Der Roman handelt von Jugendwünschen, Selbstverwirklichung und dem Streben nach Glück.

Die Interessanten
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Julie Jacobson erhält nach dem Tod ihres Vaters durch ein Stipendium die Chance, an dem Sommercamp "Spirit-in-the-Woods", ein Ferienlager für künstlerisch ausgerichtete Schüler und Schülerinnen, teilzunehmen. ...

Julie Jacobson erhält nach dem Tod ihres Vaters durch ein Stipendium die Chance, an dem Sommercamp "Spirit-in-the-Woods", ein Ferienlager für künstlerisch ausgerichtete Schüler und Schülerinnen, teilzunehmen. Dort trifft sie auf eine elitäre, privilegierte Gruppe von Jugendlichen aus New York City, mit denen sie sich anfreundet. Aus einer Laune heraus nennen sie sich "Die Interessanten". Jeder von ihnen hat andere Talente und Ziele. Ethan Figman möchte Trickfilmzeichner werden, Cathy Kiplinger träumt von einer Karriere als Tänzerin, Jonah Bay möchte in die Fußstapfen seiner Mutter, einer berühmten Folksängerin, treten und Musiker werden, Goodman Wolf möchte Architektur studieren, während seine Schwester Ash Schauspielerin werden möchte.
Jules und Ash werden enge Freundinnen und Jules orientiert sich stark an ihr, möchte auch Schauspielerin werden, obwohl ihr das Talent dafür fehlt. An der Seite der reichen Jugendlichen fühlt sich das Mädchen aus dem Vorort stets unzulänglich und nicht wirklich zugehörig, auch wenn den anderen ihre Herkunft gleichgültig ist.
Drei Sommer verbringen sie miteinander, aber im letzten ist alles anders. Ein Ereignis zum Jahreswechsel 1976 stellt die Freundschaft auf eine harte Probe und von sechs Freunden sind am Ende nur noch vier übrig.

Der Roman beginnt im Sommer 1974 und wechselt dann in die Gegenwart in das Jahr 2009, als Jules verheiratet, Mutter einer Tochter und Psychotherapeutin ist. Anschließend erfolgt wiederum eine Rückblende in die Vergangenheit und eine chronologische Schilderung der Lebenswege der "Interessanten".
Nur Ethan hat es geschafft, seinen Traum zu verwirklichen und sich erfolgreich in der Trickfilmbranche einen Namen zu machen. Er ist inzwischen mit Ash verheiratet, die als Theater-Regisseurin um Anerkennung kämpft. Cathy konnte aufgrund ihres Körperbaus keine Tänzerin werden und Goodman hat sich durch einen fatalen Fehler seine Zukunft verbaut. Jonah wurde durch ein traumatisches Erlebnis die Lust an der Musik genommen, weshalb rt sich komplett umorientiert und Maschinenbau studiert hat.

"Die Interessanten" erzählt von einer langjährigen Freundschaft, die als Teenager begann und Höhen und Tiefen erlebte. Die Jugendlichen haben sich weiterentwickelt und sind erwachsen geworden, haben selbst Kinder bekommen.
Der Fokus der Geschichte rückt im Erwachsenenalter insbesondere auf die beiden Paare Ash und Ethan sowie Jules, die unabhängig von den Sommern im Camp den Ultraschalltechniker Dennis Boyd geheiratet hat. Die Paare führen unterschiedliche Leben, denn während Ethan und Ash im Luxus leben, haben Jules und Dennis stets mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Jedes der Paare hat zudem eigene Probleme, hat mit Krankheiten, Geheimnissen und den Belastungen des Alltags zu kämpfen.

Erzählt werden 40 Jahre, in denen sich naturgemäß nicht immer viel ereignet, weshalb der Roman seine Längen hat. Durch kleinere und größere Dramen, die die Protagonisten erleben und durchmachen müssen, erhält die Geschichte immer wieder neuen Schwung.

Der Roman handelt von den Wünschen, Träumen und Vorstellungen, die die Jugendlichen haben und was letztlich aus ihnen geworden ist. Es geht um Selbstverwirklichung und das Streben nach Glück.
Das starke Band der Freundschaft hält die Clique - oder Teile davon - zusammen. Es geht dabei um Zusammenhalt und Vertrauen, Geheimnisse, die trennen und zusammenschweißen, um Vergleiche, Eifersucht und Neid. Der Roman ist geprägt von vielen ernsthaften Themen, mit denen die Figuren umgehen müssen und auch zeitgeschichtliche Ereignisse und gesellschaftliche sowie politische Entwicklungen werden stimmig in die fiktive Geschichte eingearbeitet. Die Charaktere bleiben jedoch unnahbar und auf Distanz, so dass ihre Schicksale trotz aller Dramatik nicht emotional berühren können.
Nach einem langatmigen Mittelteil fehlte mir ein befriedigender Abschluss der Geschichte. Auch wenn es keine offenen Handlungsstränge gab, die zwingend hätten weitererzählt werden müssen, endet der Roman einfalls- und belanglos ohne noch einmal einen Bezug zu den wirklich interessanten Jahren der Jugendlichen und jungen Erwachsenen herzustellen.

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Veröffentlicht am 01.05.2022

Ruhig erzählter Roman über unerklärliche Ängste und die Sehnsucht nach einem einfachen Leben - blieb mir an der Grasnarbe zu oberflächlich und vage.

An der Grasnarbe
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Nach mehreren Panikattacken, die es Noa kaum noch ermöglichen die U-Bahn zu nutzen, entschließt sie sich für eine Auszeit auf dem Land in Südfrankreich. Sie zieht zu einem Ehepaar mit einer elfjährigen ...

Nach mehreren Panikattacken, die es Noa kaum noch ermöglichen die U-Bahn zu nutzen, entschließt sie sich für eine Auszeit auf dem Land in Südfrankreich. Sie zieht zu einem Ehepaar mit einer elfjährigen Tochter und unterstützt sie als freiwillige Helferin bei der Arbeit auf dem Hof. Sie hütet Schafe, pflanzt Tomaten und Salat an, repariert Zäune oder erledigt die Feldarbeit.
Doch auch in der freien Natur und der Abgeschiedenheit des Hofes holen Noa ihre Ängste ein. Zudem sorgen sie die anhaltende Trockenheit, die das Leben auf dem Land und die Selbstversorgung zunehmend erschweren.

Noa ist eine junge Frau, die als Archäologin in einem Museum arbeitet. Ihre Angst vor bärtigen Männern, vor allein stehendem Gepäck und lauten Geräuschen, die sie an Explosionen erinnern, schränkt sie so weit ein, dass sie sich alleine kaum fortbewegen kann. Die Auszeit bei dem deutschen Ehepaar Ella und Gregor in Südfrankreich ist eine Flucht aufs Land, um ihren Problemen auszuweichen, aber keine dauerhafte Lösung. Auch in der vermeintlichen Idylle und dem einfachen Leben ist Noa nicht lange ohne Angst.

Der Roman beschreibt ausführlich Noas Tätigkeiten und wie sie sich bei der Kleinfamilie mit ihrem Tieren, die selbst vor Jahren die Flucht aus dem Alltag ergriffen haben, integriert. Die Arbeit an der frischen Lust ist eine Ablenkung, aber keine Lösung ihres Problems. Zaghaft schließt sie Vertrauen und versucht sich, Ella und Gregor gegenüber zu öffnen, um sich von ihrer schweren Last der für Außenstehende übertriebenen oder unerklärlichen Ängsten zu befreien.

Das Buch ist mit knapp 200 Seiten vergleichsweise kurz und verspricht eine Geschichte über die Beschäftigung einer Großstädterin mit ihren Ängsten, verbunden mit dem besorgniserregenden Klimawandel, der alle angeht.
Die Geschichte wird ruhig erzählt. Im Fokus stehen das Ankommen Noas in Südfrankreich und die Tagesabläufe als freiwillige Helferin, an die sie sich schnell gewöhnt. Die Beschreibungen der Natur und das Zusammenleben mit den Tieren sind anschaulich und schaffen eine idyllische Atmosphäre, bis der Regen auf sich warten lässt.

Eine eingehende Auseinandersetzung Noas mit ihren Ängsten und Panikattacken findet nicht statt. Es bleibt unklar, seit wann sie dies hat und was die Ursache ist. Ihr Problem erscheint damit nicht individuell, sondern universell und übertragbar. Der Aufenthalt auf dem Land dient mehr der Verdrängung als einer Therapie.
Der in der Buchbeschreibung erwähnte Klimawandel, der dem Roman mehr Dramatik hätte verleihen können, wird erst spät problematisiert.
Mir blieb der Roman damit etwas zu unschlüssig und vage. Er beschreibt die Sehnsucht des Menschen nach einem einfachen Leben und ist für den Leser wie ein Urlaub auf dem Bauernhof. Eine Reflexion der großen und kleinen Probleme bleibt aus, weshalb die Geschichte meine Erwartungen am Ende nicht erfüllen konnte.

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Veröffentlicht am 30.04.2022

Spannendes Katz-und-Maus-Spiel zweier Frauen, die auf Rache sinnen - wendungsreich, aber auch verwirrend und am Ende zu konstruiert und nicht ganz glaubwürdig.

Der Plan – Zwei Frauen. Ein Ziel. Ein gefährliches Spiel.
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Meg kehrt nach zehn Jahren in ihre Heimat nach Los Angeles zurück. Sie hat nur ein Ziel: Rache an dem Mann, der sie und ihre Mutter um ihr Vermögen gebracht hat. Als Trickbetrügerin ist Meg nach der Highschool ...

Meg kehrt nach zehn Jahren in ihre Heimat nach Los Angeles zurück. Sie hat nur ein Ziel: Rache an dem Mann, der sie und ihre Mutter um ihr Vermögen gebracht hat. Als Trickbetrügerin ist Meg nach der Highschool in verschiedene Rollen geschlüpft, hat versucht, in ihrem Sinn für Gerechtigkeit zu sorgen, sich jedoch auch selbst bereichert. Ihre Opfer waren stets Männer, die einen zweifelhaften Ruf hatten, deren Geheimnisse sie aufdeckte und immer raffinierter darin wurde, ihre Gelder und Wertgegenstände zu entwenden.
Kat arbeitet als Journalistin und sucht seit zehn Jahren nach Meg, die sie für ihr persönliches Unglück verantwortlich macht. Auch sie sinnt auf Rache und versucht sich deshalb die Freundschaft zu Meg zu erschleichen, um sich ihr unauffällig zu nähern. Sie unterschätzt dabei, dass sie es mit einer Frau aufnimmt, die sich seit ihrer Jugend mit Lug und Betrug über Wasser gehalten hat und diesbezüglich über geschärfte Sinne verfügt.

Der Roman handelt von den Racheplänen zweiter Frauen und ist abwechselnd aus der Perspektive von Meg bzw. Kat geschildert. Zudem wechselt er zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was die Beweggründe für ihre Vorhaben erklärt.

"Der Plan" ist kein Thriller, denn dafür wirkt das Szenario zu wenig bedrohlich, wird unblutig und ohne Gefühl von Nervenkitzel erzählt. Es ist vielmehr ein spannendes Drama über zwei Frauen, die in ihrer Vergangenheit ein Trauma erlitten haben und nach Gerechtigkeit verlangen.
Während Kats Motivation rein persönlich ist, entwickelt Meg im Lauf ihrer Trickbetrügerkarriere eine Art Robin-Hood-Syndrom und hilft im Zuge ihrer persönlichen Bereicherung auch anderen Frauen, die von Männern betrogen worden sind.

Die Geschichte ist wendungsreich und mitunter verwirrend. Gut und Böse sind nicht klar zu unterscheiden, die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen.

Während Kat sich in ihrer Leichtgläubigkeit verunsichern lässt und bald nicht mehr weiß, wem sie vertrauen kann, agiert Meg vorausschauender und tougher. Sie ist geduldig und verliert ihr Ziel nicht aus den Augen. Ihre Motivation ist nachvollziehbar und ihre Taten lösen Genugtuung aus, jedoch muss auch bezweifelt werden, ob der Zweck die Mittel heilt. Megs Methoden sind unlauter, sie beschafft sich Vermögen, das ihr nicht zusteht, jedoch sorgt sie als Nebeneffekt für Gerechtigkeit für Frauen, die unschuldig in Not geraten sind.

Die Geschichte fesselt durch das Katz-und-Maus-Spiel von Meg und Kat und durch die Frage, welche Frau ihr Ziel erreichen wird.
Es ist eine Geschichte voller Lügen, Manipulation und Täuschungen, die zwar einerseits wendungsreich, andererseits jedoch verwirrend ist. Durch die vielen glücklichen Zufälle sowie die sehr einseitige Darstellung von Frauen als Racheengel versus skrupellose, geld- und machthungrige sowie triebgesteuerte Männer empfand ich sie als zu konstruiert, übertrieben männerfeindlich und letztlich nicht ganz glaubwürdig.

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Veröffentlicht am 25.04.2022

Langweilige Geschichte ohne Höhen und Tiefen mit einer etwas unnahbaren Hauptfigur, die zu passiv agiert - wenig fesselnd oder emotional bewegend.

Das Glück riecht nach Sommer
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Nach einem Streit mit ihrem Vorgesetzten hat Ina Petersen ihre Anstellung im Husumer Krankenhaus gekündigt und sich entschlossen, wieder nach Hamburg zu ziehen, wo sie studiert und durch ihre Famulatur ...

Nach einem Streit mit ihrem Vorgesetzten hat Ina Petersen ihre Anstellung im Husumer Krankenhaus gekündigt und sich entschlossen, wieder nach Hamburg zu ziehen, wo sie studiert und durch ihre Famulatur erste Berufserfahrung gesammelt hatte. Die Wohnungssuche in der Metropole ist schwierig und so kann sie kurzfristig nur in der Gartenlaube ihrer Freundin Filiz unterkommen. Auch ob ihre Bewerbung am Hamburger Klinikum Erfolg haben wird, ist unklar.
Während sie Filiz in ihrer Nähstube aushilft, in der Laube gärtnert und Freundschaften zu den Rentnern schließt, trifft sie auch auf alte Bekannte wie ihren Mentor Tim wieder, der während ihrer Ausbildung Assistenzarzt war und in den sie heimlich verliebt war und auch Sebastian, mit dem sie in ihrer Jugend in einer Schülerband spielte. Ina muss sich selbst Fragen stellen, was sie im Leben erreichen möchte, ob der Beruf als Ärztin sie erfüllt und ob sie in Hamburg der Liebe eine Chance gibt.
Ina ist ein eher zurückhaltender Charakter, die in Hamburg einen Neuanfang versucht. Es bleibt etwas vage, was in Husum passiert ist, warum sie mit ihrem Beruf als Ärztin hadert und warum sie so unentschlossen in Sachen Liebe ist. Wer die anderen Romane von Meike Werkmeister gelesen hat, ist dabei etwas im Vorteil, denn bereits in "Der Wind singt unser Lied" hatte Ina eine Nebenrolle, die mehr über ihre Vita verrät.
Der Roman spielt im Sommer im Hamburg und die Atmosphäre der Großstadt an der Alster sowie das eher ländliche, nachbarschaftliche Leben in der Kleingartenkolonie ist sehr anschaulich beschrieben. Es macht Spaß, Ina auf ihren Wegen durch Hamburg zu begleiten.
Dabei ereignet sich jedoch nicht viel. Sowohl die Job- als auch die Wohnungssuche tritt auf der Stelle und auch die Treffen mit alten Freunden und neuen Bekannten sind eher belanglos. Die Handlung plätschert so dahin, wobei man Ina kaum näher kommt. Sie bleibt verschlossen und ich bekam kein Gefühl dafür, ob sie in Hamburg wirklich sesshaft werden möchte und für welchen der beiden Männer nun eigentlich ihr Herz schlägt. Sowohl Tim als auch Sebastian bleiben so blass, dass ich sie trotz ihrer ganz unterschiedlichen Berufswege und Hintergründe im Kontakt mit Ina kaum unterscheiden konnte.
Ich fand den Roman über weite Teile langweilig. Mir fehlten echte Höhen und Tiefen, die der Geschichte etwas Spannung verliehen oder Emotionen geweckt hätten. Inas Weg auf zu einem Neuanfang war mir zu träge und eintönig. Als Hauptfigur bleibt sie unnahbar und ihre Probleme sowie deren Bewältigung viel zu passiv und vage, so dass mich ihre Geschichte weder fesseln noch emotional bewegen konnte.

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