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Veröffentlicht am 15.07.2017

Heimatlos ist nicht gleich hoffnungslos

Heimatlos ist nicht gleich hoffnungslos
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Heimatlos ist nicht gleich Hoffnungslos,
ein Debüt von Elisa Maria Brock

Cover:
Das Cover zeigt ein Foto einer Frau um 1944, und macht mich dadurch neugierig.

Inhalt:
Greta findet in einer alten Truhe, ...

Heimatlos ist nicht gleich Hoffnungslos,
ein Debüt von Elisa Maria Brock

Cover:
Das Cover zeigt ein Foto einer Frau um 1944, und macht mich dadurch neugierig.

Inhalt:
Greta findet in einer alten Truhe, unter einem Doppelten Boden, ein Tagebuch und Briefe von 1944 bis 1946.Das Schicksal dieser Menschen (voraussichtlich Geschwister) berührt sie, und sie beginnt Nachforschungen anzustellen.
Dabei lernt sie Matthias kennen und denkt über si h selber nach.

Meine Meinung:
Das erste das mir auffiel, als ich das Buch aufgeschlagen habe, war das ungewöhnliche Druckbild: große Schrift ungewöhnlich breiter weißer Rand.
Dann stellte mich der Schreibstil und das Lektorat vor eine große Frage? Ist das alles so gewollt um die Verunsicherung und Zerrissenheit der „Schreibenden“ (Tagebuch wie auch Briefe) deutlich zu machen, oder ist vieles einfach unglücklich lektoriert (es gibt auch etliche Druckfehler)?
Z.B. „Da hab ich mich immer gut mit gestanden“ (= mit dem habe ich mich immer gut verstanden), „So bin ich wenigstens für heute wieder mit Rauchsachen ausgeholfen“.
Die zeitversetzten Beiträge von Briefen und Tagebuch, sind für mich sehr verwirrend. Die Tagebucheinträge sind für mich auch schwierig , weil es doch sehr viele kurze Sätze sind, teilweise nur einzelne Worte, es sind zwar auch immer wieder die gleichen Personen die erwähnt werden, aber ich kann sie trotzdem kaum in Zusammenhang bringen, da sie nicht groß erklärt oder beschrieben werden.
Teilweise entsteht für mich der Eindruck, das Leben besteht nur aus Briefe schreiben und ins Kino gehen (obwohl ich klar weiß dass es nicht so war). Es liest sich für mich oft eher wie ein Bericht deshalb geht mir das Ganze nicht so nahe, die Emotionen sind für mich nicht so spürbar.

Zum besseren Verständnis fehlen mir einfach Informationen (z. b. wo liegt dieses „Schleiden“?), ich persönlich mag es nicht wenn ich mir Infos zu einem Buch erst „ergoogeln“ soll. Eine Karte mit den Stationen der Vertreibung wäre hier auch gut gewesen.

Das Leben von Greta (diese wirkt auf mich eher wie eine Erzählerin) ist für mich sehr im Hintergrund, hätte für mich, mehr und deutlicher sein dürfen.
Am Schluss, bei dem Treffen und Gespräch von Greta und Liselotte, da hätte ich mir etwas mehr Einblicke/Rückblicke/Details von Liselotte, der Zeitzeugin erhofft.

AUTORIN:
Elisa Maria Brock, Jahrgang 1981, wohnt in der Nähe von Aachen.

Mein Fazit:
Ein kleines Fenster in die Vergangenheit, bei dem ich mir etwas mehr Aufklärung gewünscht hätte.
Da ich mit der Schreibweise (Lektorat?) nicht ganz so klar kam, von mir 3 Sterne, sonst wären es 4 geworden.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Liebe wird überschätzt

Liebe wird überschätzt
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Liebe wird überschätzt, von Valeria Parrella

Cover:
Der Schutzumschlag ist sehr bunt (gemischt), wie die Kurzgeschichten im Buch. Das weiße Buch selber wirkt irgendwie „unschuldig“ auf mich.

Inhalt:
Acht, ...

Liebe wird überschätzt, von Valeria Parrella

Cover:
Der Schutzumschlag ist sehr bunt (gemischt), wie die Kurzgeschichten im Buch. Das weiße Buch selber wirkt irgendwie „unschuldig“ auf mich.

Inhalt:
Acht, mehr oder weniger kurze Geschichten, in denen es um die unterschiedlichsten Menschen und Lebensgeschichten geht.
Alltäglich, bewundernswert, unverständlich, und immer anders.
Es geht (für mich) nicht nur um Liebe.

Meine Meinung:
Ein für mich nicht gerade einfaches Buch.

Der Schreibstil der Autorin ist mir nicht leicht gefallen. Ich konnte den Gedankengängen und Ausführungen nicht immer folgen und damit konnte ich den Sinn der Geschichten nicht immer verstehen. Es ist mir teilweise zu kühl, zu distanziert, mir erscheint es unnatürlich, irrational und ich kann für mich fast keine Aussage aus den Geschichten ziehen.

Eine von den acht Geschichten hat mich echt beeindruckt. Hier geht es um Menschlichkeit, um Menschenkenntnis, um den Blick, den man auch hinter die Kulissen werfen sollte. Das Leben (und die Menschen) nehmen wie es ist und im richtigen Moment einfach da sein und Handeln.
In einer Geschichte geht es um Leukämie, diese Geschichte ist nicht so einfach, hier würde ich sagen schwere Kost, ich leide mit. Allerdings verstehe ich auch hier nicht alle Gedankengänge.

Autorin:
Valeria Parella, geb. 1974, Lebt in Neapel. Bisher hat sie Romane, ein Theaterstück und zwei Erzählbände veröffentlicht.

Mein Fazit:
Von den acht Geschichten haben mich zwei erreicht, die anderen waren so gar nicht meins, deshalb kann ich auch nur knappe 3 Sterne geben

Veröffentlicht am 11.07.2017

Die Tochter des Seidenhändlers

Die Tochter des Seidenhändlers
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Die Tochter des Seidenhändlers, von Dianah Jefferies

Cover:
Sehr schön verträumt und exotisch, macht neugierig.

Inhalt:
Eine französisch-vietnamesisch gemischte Familie. Der Vater Franzose, die Mutter ...

Die Tochter des Seidenhändlers, von Dianah Jefferies

Cover:
Sehr schön verträumt und exotisch, macht neugierig.

Inhalt:
Eine französisch-vietnamesisch gemischte Familie. Der Vater Franzose, die Mutter Vietnamesin. Zwei Töchter: Sylvie (die „reine“ Französin) und Nicole der man die vietnamesische Mutter ansieht. Außerdem ist bei ihrer Geburt die Mutter gestorben, aber es wird ein Geheimnis darum gemacht, niemand spricht darüber. Die Familienverhältnisse sind alles andere als harmonisch.
Als der Krieg immer näher rückt übergibt der Vater die Geschäfte an Sylvie, für Nicole bleibt nur ein kleines Seidengeschäft.
Nicole rebelliert, und kommt mehrmals an einen Punkt an dem sie sich für die vietnamesische oder die französische Seite entscheiden muss.


Meine Meinung:
Ich kenne von der Autorin, das Buch „Bis wir uns wiedersehen“, von dem ich auch begeistert bin, deshalb waren meine Erwartungen auch ziemlich hoch. Leider konnte mich dieses Buch nicht ganz so überzeugen.
Die Stimmungsschwankungen und die Gesinnungswandelt der Protagonisten waren zu oft und zu häufig und ohne Vorwarnungen oder erkennbaren Grund. Genauso die Handlung: Politische Schiene, sehr viel Kriegshandlung, die persönlichen Handlungen auch die vielen Wechsel ohne Erklärungen dazu.
Die Handlungsweisen waren für mich öfters nicht nachvollziehbar.

Deutlich wird, der Krieg bringt das Gute und/oder Böse im Menschen zum Vorschein. Auf beiden Seiten werden unglaubliche Gräueltaten verübt.

Der Klappentext hat mich auch etwas in die Irre geführt (hatte mir mehr einen exotischen Unterhaltungsroman vorgestellt), mir war zu viel verwirrende Kriegshandlung und zu wenig von dem wunderschönen und exotischen Handlungsort Vietnam im Buch enthalten.

Eine Nebenfigur, O-Lan hingegen, erweist sich als wahre Freundin, Personen wie sie, sind die wahren Helden für mich.
Das Ende auf dem Schiff und dann der Abschied der Schwestern ist dann für mich irgendwie unnötig rührselig.
Autorin
Dinah Jefferies wurde 1948 im malaiischen Malakka geboren. Acht Jahre später übersiedelte die Familie nach England. Dinah Jefferies studierte Theaterwissenschaft und Englische Literatur und arbeitete als Lehrerin, Fernsehmoderatorin und Künstlerin. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann in Gloucestershire.

Mein Fazit:
Der Grundgedanke der Geschichte ist gut, aber bei der Umsetzung sind mir zu viele Lücken, unerklärte Sprünge und Sinneswandel.
Von mir deshalb dieses Mal 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Dramaturgie
  • Figuren
  • Gefühl
Veröffentlicht am 01.07.2017

Olivensommer

Olivensommer
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Olivensommer, von Isabelle Broom

Cover:
Bei dem Cover kann man den Sommer fast riechen.

Inhalt:
Um niemand an sich herankommen zu lassen ist Holly Meisterin darin geworden, sich zu verstellen.
Als sie ...

Olivensommer, von Isabelle Broom

Cover:
Bei dem Cover kann man den Sommer fast riechen.

Inhalt:
Um niemand an sich herankommen zu lassen ist Holly Meisterin darin geworden, sich zu verstellen.
Als sie einen Brief von einer ihr bis dahin unbekannten Tante aus Griechenland erhält und ihr darin ein Haus auf der Insel Zakynthos als Erbe in Aussicht gestellt wird, reist sie dorthin.
Und damit beginnt ihre Fassade zu bröckeln.
Nach und nach lüftet sie mehr vom Familiengeheimnis um die Zwillingsschwestern.
Dabei wachsen ihr die Menschen, die Insel und das Leben dort mehr und mehr ans Herz.
Doch bis sie endlich herausfindet wo wirklich ihr Platz ist und ihre Begabung liegt, muss sie noch einen holprigen Weg mit viel guten, wie auch unangenehmen Erfahrungen machen

Meine Meinung:
Ein (Liebes-)Roman in dem das Familiengeheimnis sich durch die ganze Geschichte zieht.
Es geht um Liebe, Eifersucht, Selbstsucht, Schuld, Verrat und Fehler die begangen werden. Vor allem ums “Nicht-Vergeben-können“, das sich über ein ganzes Leben hinzieht und somit mehrere Personen und deren Leben beeinflusst. Das Ganze ist streckenweise ein bisschen sehr gewollt, das übliche Gefühlschaos wird eingebaut, eine Achterbahn der Gefühle und Emotionen wird durchlebt und am Schluss steht ein melodramatisches Ende (am Grab), klar mit Happy End.
Wobei sich mir bei der Auflösung doch noch einige Widersprüchlichkeiten reiben.
Die Faszination einer griechischen Insel, das Meer und die Bewohner sind gut eingebaut und man fühlt sich teilweise wirklich selber wie im Urlaub.

Autorin:
Isabelle Broom, geb. 1979 in Cambridge, hat Medienwissenschaften studiert und arbeitet als Redakteurin und Autorin. Eine Europareise nach ihrem Studium führte siem auf die griechische Insel Zakynthos, wo sie unvergessliche Monate verbrachte. Dies ist ihr Debütroman.

Mein Fazit:
Ein schöner Sommerroman. Nichts was nicht schon geschrieben worden wäre. Aber die schöne griechische Insel schafft einen wunderbaren Handlungsort an den man sich gerne hin träumt.
Perfekt für den Urlaubskoffer und für zwischendurch.
Von mir solide 3 Sterne.

Veröffentlicht am 05.06.2017

Fat City

Fat City
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Fat City, von Leonard Gardner
Aus dem Amerikanischen von Gregor Hens

Cover:
Auffällige Farbe mit klaren Kontrasten, raffiniert gemacht das innere aufklappbare Faltblatt.

Inhalt:
Zwei Männer begegnen ...

Fat City, von Leonard Gardner
Aus dem Amerikanischen von Gregor Hens

Cover:
Auffällige Farbe mit klaren Kontrasten, raffiniert gemacht das innere aufklappbare Faltblatt.

Inhalt:
Zwei Männer begegnen sich. Einer am Beginn einer möglichen Boxerkarriere, der anderen hat diese anscheinend zu früh beendet.
Beide träumen von einer Profi-Karriere.
Ist hier Platz für eine Liebe, für eine Familie und Kinder?
Wie sieht der Absturz aus, wenn man mit einer Flasche Whiskey bei den Pennern in der Gosse landet?

Meine Meinung:
Durch ein Missverständnis habe ich dieses Buch zugeschickt bekommen, deswegen habe ich es jetzt gelesen.

Dies ist so gar nicht meine Welt. Die harte, brutale ja „schäbige“ Umgangssprache schreckt mich eher ab. Auch ist Boxen etwas das ich überhaupt nicht verstehen kann und auch nie verstehen werde, deshalb fehlt mir einfach der Bezug und das Verständnis zu den Protagonisten.
Hier wird eine harte und brutale Welt auf der harten Seite des Lebens und des Boxens ungeschönt, brutal und schonungslos beschrieben, einer Welt der ich überhaupt nichts abgewinnen kann.
Auch außerhalb des Boxens ist dies eine harte Welt, an der Grenze des Existenzminimums. Es wird von der Hand in den Mund gelebt. Es geht ums Überleben (gesellschaftlicher Absturz), Sex und Alkohol, für mich sieht es so aus als ob es keine Perspektive gibt.
Das Ganze hat mich auch emotional überhaupt nicht angesprochen, es klingt für mich wie ein Bericht, ich fühle mich nicht in oder mit der Geschichte.
Auch wenn man seinen Horizont immer mal wieder erweitern sollte, möchte ich eigentlich ungern in meiner Freizeit davon lesen.

Autor:
Leonard Gardner ist in Kaliforniern geboren. 1972 wurde der Roman mit Jeff Bridges in der Hauptrolle von John Huston verfilmt.

Übersetzer:
Gregor Hens, geb. 1965 in Köln, lehrte zwei Jahrzehnte lang an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Seit 2013 lebet er al freier Autor in Berlin.

Mein Fazit:
Auf jedenfall nicht mein Buch, aber nicht weil es schlecht geschrieben ist, sonder weil dies auf jedenfall nicht meine Welt ist, ich sie überhaupt nicht verstehen kann und sie mich auch abstößt.
Es ist schwer für mich das Buch positiv oder neutral zu beurteilen, wenn ich die Handlung und die Charaktere rundum nicht verstehe und ablehne.
Eine „Milieu-Studie“, die mich aber emotional nicht erreicht hat.
Also von mir knappe und ganz wohlwollende 3 Sterne.