Profilbild von TochterAlice

TochterAlice

Lesejury Star
offline

TochterAlice ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit TochterAlice über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2022

Wörter, die Frauen betreffen

Die Sammlerin der verlorenen Wörter
0

Esme lebt in Oxford bei ihrem alleinerziehenden Vater und hat von klein auf eine enge Beziehung zu Wörtern. Kein Wunder denn sie wächst quasi in der Werkstatt des Oxford English Dictionary auf, an dessen ...

Esme lebt in Oxford bei ihrem alleinerziehenden Vater und hat von klein auf eine enge Beziehung zu Wörtern. Kein Wunder denn sie wächst quasi in der Werkstatt des Oxford English Dictionary auf, an dessen erster Ausgabe ihr Vater als Lexikograph mitarbeitet. Und es ist für die meisten Kollegen vollkommen normal, dass sich Esme dort den Tag über herumtreibt.

Sie hat aber auch eine zweite Bezugsperson: nämlich ihre Patentante Edith, von ihr Ditte genannt, die ehemals beste Freundin ihrer verstorbenen Mutter und auch in die Arbeit am Lexikon mit eingebunden, obwohl sie in Bath lebt.

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wächst Esme zu einer jungen Frau heran, die ihr eigenes Sprachgefühl entwickelt und zwar ein besonderes für die Worte, die das Leben von Frauen betreffen - auch von solchen, die unter einfachen und ärmlichen Bedingungen leben und sie beginnt, diese zu sammeln.

Das ist quasi ihr Leben, nachdem sie gewisse Sehnsüchte über Bord werfen muss und darüber lernt sie auch den Mann ihres Lebens kennen. Jede Frau würde sich wünschen, einen so sehr auf sie zugeschnittenen Heiratsantrag zu erhalten, wie es Esme widerfährt.

Doch davor und danach treffen sie viele Schicksalsschläge - dennoch ist das Buch von einer gewissen Leichtigkeit, die angesichts gewisser historischer Voraussetzungen fast unwahrscheinlich anmutet. Ein Buch, fast nicht von dieser Welt - gewissermaßen empfand ich es als Emanzipationsmärchen und habe trotz einiger Längen diese ungewöhnliche und besondere Lektüre sehr genossen.

Ein Tipp für emanzipierte Bücherfreund;innen beiderlei Geschlechts, die gerne in frühere Zeiten zurücklesen!

Veröffentlicht am 04.05.2022

Laubengirl rules her own World!

Endlich Laubengirl - Mein Abenteuer Schrebergarten
0

Auch wenn ich das "Laubengirl" im Titel ungemein affig finde - das Buch ist alles andere als das! Denn hier schildert Nova Meierheinrich den Weg, den sie und ihre Freundin (mit Sohn) seit dem Erwerb eines ...

Auch wenn ich das "Laubengirl" im Titel ungemein affig finde - das Buch ist alles andere als das! Denn hier schildert Nova Meierheinrich den Weg, den sie und ihre Freundin (mit Sohn) seit dem Erwerb eines Schrebergartens gegangen sind.

Und zwar, um dabei ohne Scham Mißglücktes anzusprechen - was ich wiederum ausgesprochen mutig finde! Sie beschreibt alle Schritte vom Traum bis zur realen Sachwerdung und begleitet dann jeden Schritt. Wenn etwas Schwieriges wider Erwarten sofort glatt ging, fand sie sogar andere Beispiele, um "Holpriges" nachzuweisen, um anderen Mut zu machen.

Dazu haufenweise Tipps und köstliche Rezepte für Selbstgezogenes, das alles garniert mit vielen schönen Fotos. Ein passendes Geschenk für befreundete oder verwandte Schrebergärtner, das sicher viel Freude bereitet und zum jahrelangen Begleiter wird!

Veröffentlicht am 03.05.2022

Wirklich überraschend

Was dich nicht umbringt
0

1996: Ein Kind verschwindet. Einfach so, von einem Moment auf den anderen, in den Wald.

Kann das sein? Und wer oder was könnte dahinter stecken? Eine schier unlösbare Aufgabe für Detektiv Tom Thorne und ...

1996: Ein Kind verschwindet. Einfach so, von einem Moment auf den anderen, in den Wald.

Kann das sein? Und wer oder was könnte dahinter stecken? Eine schier unlösbare Aufgabe für Detektiv Tom Thorne und sein Team.

Und eine, die für die Leser des Krimis ebenso spannungsreich zu verfolgen ist, denn das, was passiert, liegt eigentlich nicht im Bereich des Möglichen. Jedenfalls nicht für mich, so wie die Gegebenheiten sich gestalten. Ein ebenso "unbrutaler" wie vielschichtiger und überraschender Krimi, bei dem ich dennoch die ein oder andere Klippe zu umschiffen hatte.

Dennoch durchaus empfehlenswert!

Veröffentlicht am 17.04.2022

Verschwunden - aber wie und warum?

Der Tote aus Zimmer 12
0

Eine junge Frau verschwindet, weil sie meint, dass ein vor Jahren verurteilter Mörder unschuldig ist. Davon sind jedenfalls ihre Eltern, das Ehepaar Treherne, Hotelbesitzer eines erstklassigen ...

Eine junge Frau verschwindet, weil sie meint, dass ein vor Jahren verurteilter Mörder unschuldig ist. Davon sind jedenfalls ihre Eltern, das Ehepaar Treherne, Hotelbesitzer eines erstklassigen Hauses in Suffolk, überzeugt. Sie versuchen sie auf sehr unkonventionelle Art und Weise wiederzufinden, nämlich, indem sie Susan Ryeland, eine ehemalige Lektorin, damit beauftragen. Denn Cecily - so der Name der Vermissten - behauptet in ihrem letzten Telefonat, dass sie in einem Buch auf die Lösung gestoßen ist und zwar im letzten, das von der ehemaligen Lektorin bearbeitet wurde. Was auch der Grund dafür war, dass sie ihren Beruf aufgab und inzwischen ebenfalls Hotelbesitzerin ist, allerdings in Griechenland. Und ihr Haus ist deutlich kleiner als das ihrer Auftraggeber und längst nicht so fein. Außerdem brauchen sie und ihr Lebensgefährte dringend Geld. Und die Trehernes stellen ihr 10.000 Pfund für ihre Erkenntnisse in Aussicht.

Ich glaube, Anthony Horowitz kann gar nicht schlechte Bücher verfassen. So ist auch dieser Krimi, der eine Menge ungewöhnlicher Elemente - allen voran die ermittelnde Ex-Lektorin mit ungewisser Zukunft - beinhaltet, ein gelungener.

Aber aus meiner Sicht ist hier eine Menge voraussehbar, vor allem die schuldige Person. Doch der Autor schreibt so mitreißend und lässt auf der anderen Seite eine solche Menge von Originalitäten und Alleinstellungsmerkmalen einfließen, dass ich gar nicht anders kann, als diesen Krimi gut zu finden.