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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2022

Leichter Sommerroman

Sommerschwestern
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In Berlin bekommt Yella per Post eine Einladung ihrer Mutter zu einem Familientreffen mit ihr und Yellas drei Schwestern. Der Grund für die Einladung? Ein Geheimnis. Nur der Ort ist bekannt. Ihre Mutter ...

In Berlin bekommt Yella per Post eine Einladung ihrer Mutter zu einem Familientreffen mit ihr und Yellas drei Schwestern. Der Grund für die Einladung? Ein Geheimnis. Nur der Ort ist bekannt. Ihre Mutter hat ein Ferienhaus an der niederländischen Nordseeküste gemietet, genau in dem Ort, in den sie früher immer als Familie in den Urlaub gefahren sind. Bis Yellas Vater im Urlaub dort verunglückte. Mit gemischten Gefühlen fährt sie in die Niederlande. Ihre Schwestern sind sehr unterschiedlich und ein wirklich enges Verhältnis haben die vier nicht mehr zueinander. Auch Yellas Verhältnis zu ihrer Mutter ist mehr als ambivalent. Gemeinsam wollen die vier Schwestern das Beste aus der Situation machen und ihr „Sommerschwesternsein“ wieder aufleben lassen. Und nebenbei natürlich noch herausfinden, weshalb ihre Mutter die mysteriöse Einladung ausgesprochen hat.

Der Schreibstil von Monika Peetz lässt sich ausgezeichnet lesen. Ihre Schreibweise hat mich direkt in den Bann gezogen und mich bis Romanende nicht mehr losgelassen. Die Geschichte wird größtenteils aus der Perspektive von Yella und ihrer jüngeren Schwester Amelie erzählt. Doch auch die beiden anderen Schwestern bekommen ausreichend Raum. Monika Peetz gelingt es gut, die Vorbehalte gegenüber den anderen Schwestern, das Loslassen der Vorbehalte und auch das Wiederaufbauen der Vorbehalte realistisch zu beschreiben.

Bei „Sommerschwestern“ handelt es sich um eine Familiengeschichte, die sehr authentisch die Schwierigkeiten, aber auch die Verbundenheit einer Familie schildert. An einigen Stellen hat mir leider die Tiefe gefehlt. Hier hätte ich mir mehr Zeit und Worte gewünscht. So wurde vielleicht die eine oder andere Chance für ein nachhaltigeres „in-Erinnerung-bleiben“ verschenkt.

Insgesamt ist der Roman für alle empfehlenswert, die Lust auf einen gut geschriebenen, leicht lesbaren Familienroman für zwischendurch haben.

Veröffentlicht am 28.03.2021

Zu hohe Erwartungen?

Unter Wasser Nacht
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Nach dem Tod ihres Sohnes Aaron leben Sophie und Thies weiter auf einem Hof im Wendland, im Nebenhaus wohnen Inga und Bodo mit ihren Kindern Jella und Lasse. Die vor Aarons Tod sehr eng befreundeten Paare ...

Nach dem Tod ihres Sohnes Aaron leben Sophie und Thies weiter auf einem Hof im Wendland, im Nebenhaus wohnen Inga und Bodo mit ihren Kindern Jella und Lasse. Die vor Aarons Tod sehr eng befreundeten Paare haben sich seit dem Verunglücken von Aaron voneinander entfernt, genauso wie sich auch Aarons Eltern fremd geworden zu sein scheinen. Als dann die geheimnisvolle Mara auftaucht, die auf fast alle Protagonisten einen ungeheuren Einfluss hat, kommt langsam heraus, was am Fluss mit Aaron wirklich passiert ist.

Mich hat dieser Roman vom Cover und von der Inhaltsbeschreibung her sehr gereizt und so bin ich mit entsprechend hohen Erwartungen gestartet. Die ersten Kapitel haben mich auch überhaupt nicht enttäuscht, die Beschreibungen der Flusslandschaft und des heimeligen Hofs haben mir fast das Gefühl gegeben, vor Ort zu sein. An irgendeinem Punkt hat mich der Sog des Buchbeginns aber verloren. Vermehrt habe ich mich in einigen Kapiteln schwergetan, die handelnden Personen zu verstehen und ihre Handlungen nachzuvollziehen. Während ich die Protagonisten zu Beginn noch als durchweg spannend empfunden habe, hat dies bei einigen leider auch nachgelassen. Vor allem die Charaktere Mara und Thies haben bei mir immer mehr unbeantwortete Fragen aufgeworfen. Auch die häufigen Perspektivwechsel haben mit der Zeit eher den Lesefluss gestört als dass sie wie zu Beginn die Spannung gesteigert hätten.

Irgendwann waren es mir dann auch etwas zu viele Zufälle, die Geschichte um Mara ist mir zu konstruiert und hat mich eher von dem eigentlich sehr spannenden Thema des Umgangs mit dem Tod des Kindes abgelenkt. Die Herangehensweise an die Frage, wie unterschiedlich mit einem großen Unglück umgegangen werden kann, hat mir aber trotz einiger Abstriche gut gefallen. Auch hat mich der Schreibstil genauso wie die Charakterbeschreibungen der meisten Protagonisten sehr überzeugt.

Schlussendlich befürchte ich, dass meine Erwartungen an den Roman zu hoch oder vielleicht einfach falsch waren.

Veröffentlicht am 08.01.2021

Spannender und gut geschriebener Roman mit für mich zu starkem Bibelbezug

Erinnerungen aus Glas
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Ich finde es schwierig diesen Roman zu rezensieren, da ich mich persönlich ab der Hälfte des Buches sehr schwergetan habe, obwohl mir die Geschichte und auch der Schreibstil gefallen haben.

In „Erinnerungen ...

Ich finde es schwierig diesen Roman zu rezensieren, da ich mich persönlich ab der Hälfte des Buches sehr schwergetan habe, obwohl mir die Geschichte und auch der Schreibstil gefallen haben.

In „Erinnerungen aus Glas“ gibt es zwei Zeitstränge, der eine spielt in der heutigen Zeit und wird aus der Sicht der jungen US-Amerikanerin Ava erzählt und dann gibt es Kapitel, die sich mit den Erlebnissen der beiden Frauen Josie und Eliese während des zweiten Weltkrieges in den Niederlanden befassen.

Ava wurde von der sehr reichen Familie ihrer Mutter nach deren Tod aufgenommen und so arbeitet sie nach dem Studium für die Familienstiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, wohltätige Projekte und Organisationen finanziell zu unterstützen. Um Förderanträge zu prüfen, fliegt Ava nach Uganda und lernt dort Landon kennen, der gemeinsam mit seiner Schwester eine Kaffeeplantage und ein Waisenhaus aufgebaut hat und den Kaffee in Cafes in den USA vertreibt. Zeitgleich stößt Ava auf Ungereimtheiten im Lebenslauf ihres Urgroßvaters, auf dessen Geschäften das heutige Vermögen der Familie beruht.

In den historischen Kapiteln wird die Geschichte von Eliese, einer jüdischen Frau, die als Registrierungskraft für die Nazis in Amsterdam arbeiten muss und Josie, die für ihren Bruder im Widerstand Briefe von A nach B bringt, erzählt. Josie arbeitet in der Kinderkrippe gegenüber dem Theater, in dem viele niederländische Juden registriert und dann in Lager gebracht werden. So kreuzen sich die Wege der beiden Jugendfreundinnen wieder und gemeinsam versuchen sie viele der Kinder, die registriert werden sollen, zu retten.

Ich habe den Beginn des Romans sehr gerne gelesen, der Schreibstil ist schön und die Geschichte fesselnd und lehrreich. Stück für Stück wurde es mir aber leider zu viel Bezugnahme auf die Bibel, Gott und Jesus. Das ist für mich persönlich schwierig, mag aber für andere LeserInnen überhaupt kein Kriterium sein. Mir ist dies vielleicht etwas zu fremd, wodurch ich zeitweise auch einige Charaktere als weniger überzeugend und authentisch empfunden habe. Vielleicht ist es mir mit der Zeit auch etwas zu viel an zufälligen Begegnungen und Verflechtungen geworden. Am Rande taucht noch der Begriff „Missionsarbeit“ auf, die von Landons Organisation betrieben wird. Leider wurde dieser Bereich nicht weiter ausgeführt und blieb für mich unspezifisch. Entsprechend hatte ich, was diese Passagen anbelangt, nach der Lektüre einige ungeklärte Fragen.

Für alle, die Romane mit religiöser Prägung mögen, ist „Erinnerungen aus Glas“ ein schöner, sehr spannender und fesselnder Roman. Ich empfinde es als schade, dass ich den Roman nicht mehr so gerne weiterlesen mochte wie auf den ersten 150 Seiten. Dennoch möchte ich festhalten, dass die Geschichte nachvollziehbar aufgebaut und sehr schön lesbar und spannend geschrieben ist. Der Schreibstil der Autorin zieht durchaus in den Bann. Ich vergebe aufgrund meiner persönlichen Vorbehalte 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.11.2020

Für mich nur sprachlich überzeugend

Das Leben ist ein wilder Garten
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Carlo ist am liebsten in der Natur und fühlt sich in geschlossenen Räumen schnell unwohl. Er ist Landschaftsgärtner und Vater einer inzwischen erwachsenen Tochter, die in London studiert. Von der Mutter ...

Carlo ist am liebsten in der Natur und fühlt sich in geschlossenen Räumen schnell unwohl. Er ist Landschaftsgärtner und Vater einer inzwischen erwachsenen Tochter, die in London studiert. Von der Mutter seiner Tochter lebt er seit kurzer Zeit getrennt, wobei er sich von der Trennung noch nicht erholt hat und den alten Zeiten nachtrauert. Dann verschwindet seine Mutter aus einem Seniorenheim und er begibt sich auf die Suche nach ihr und erfährt von ihrem Leben während des Krieges.

In „Das Leben ist ein wilder Garten“ passiert nicht sonderlich viel. Es geht eher um die Charakter- und auch Naturbeschreibungen. Oftmals tue ich mich mit Auslassungen über Landschaften, Pflanzen oder Tiere schwer. Zu Beginn des Romans hat mich Roland Buti überrascht, in dem er es geschafft hat, dass ich mit den detaillierten Beschreibungen der Pflanzen und Natur durchaus etwas anfangen konnte und diese nicht als zu ausschweifend und langatmig empfunden habe. Im Laufe des Romans wurde mir der Anteil der Beschreibungen dann aber einfach zu groß. Die Charakterzeichnungen sind meiner Meinung nach liebevoll und gut gelungen, auch wenn ich einzelne Handlungen der Protagonisten nur schwer nachvollziehen konnte. Was mir aber wirklich gefehlt hat, war etwas Überraschendes. Es ist mir nicht gelungen, mir von der Mutter von Carlo ein Bild zu machen, das für mich wirklich nachvollziehbar ist und Sinn macht. Obwohl nicht immer alle Handlungsansätze auserzählt werden müssen, hätte ich mir in diesem Fall etwas mehr Tiefe gewünscht. Vielleicht hatte ich auch nicht die richtigen Erwartungen an das Buch, restlos begeistern konnte es mich leider nicht.

Alles in allem hat mich der Roman von Roland Buti zwar sprachlich voll überzeugt, von der Handlung her hatte ich mir aber noch mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Hat mich erst spät gefesselt – dann aber richtig!

Der Bräutigam
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Im alten Land geht ein Serientäter um, der Frauen entführt und tötet. Er wird der Bräutigam genannt, weil er in einer Lokalzeitung sowohl Hochzeitsanzeigen als auch Todesanzeigen schaltet.

Die beiden ...

Im alten Land geht ein Serientäter um, der Frauen entführt und tötet. Er wird der Bräutigam genannt, weil er in einer Lokalzeitung sowohl Hochzeitsanzeigen als auch Todesanzeigen schaltet.

Die beiden Schwestern Nora und Sofie sind zu Gast im alten Land, um die Goldhochzeit ihrer Großeltern zu feiern. Am Morgen, nachdem sie durch ihren Cousin vom Bräutigam erfahren, erscheint dann Sofie nicht zum Frühstück. Die Suche nach ihr beginnt, neben der Polizei macht sich auch Nora auf die Suche nach ihrer jüngeren Schwester. Schon bald erscheint in der Lokalzeitung eine neue Hochzeitsanzeige. Die Braut: Noras Schwester Sofie.

Ich habe mich mit den ersten zwei Dritteln des Thrillers leider schwergetan. Obwohl ich den Plot nach wie vor interessant finde, konnte mich das Buch lange nicht wirklich fesseln. Geändert hat sich das dann im letzten Drittel, da konnte ich den Thriller kaum noch aus der Hand legen. Erst dann wurden die Schwestern, aber auch der Täter, für mich greifbarer.

Das Ende hat mich dann überrascht, sodass ich aufgrund des letzten Drittels geneigt war, den Thriller deutlich besser zu bewerten. Wenn ich aber den gesamten Thriller betrachte, komme ich auf gute 3 Sterne.