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Veröffentlicht am 14.06.2022

Ein unterhaltsamer Ausflug zu den Samen

Das Leuchten der Rentiere
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„Das Leuchten der Rentiere“ beginnt, als Elsa neun Jahre alt ist. Sie wird Zeugin eines Mordes. Dem Mord an ihrem Rentier. Sie darf nichts sagen, da der Mörder sie zum Schweigen verpflichtet. Immer wieder ...

„Das Leuchten der Rentiere“ beginnt, als Elsa neun Jahre alt ist. Sie wird Zeugin eines Mordes. Dem Mord an ihrem Rentier. Sie darf nichts sagen, da der Mörder sie zum Schweigen verpflichtet. Immer wieder kommt es zu diesen Massakern an Rentieren. Die Polizei schweigt oder ermittelt nur pro Forma. Über 100 Anzeigen brachten Elsa und ihr Vater vor. Nichts geschieht. Der Roman geht über einige Jahrzehnte und hat viel mehr als die Überführung eines Täters zu bieten.

Lesen ist für mich Reisen in ferne Länder. Ich möchte die Menschen in ihrem Alltag kennenlernen. Wenn ein Buch sogar das Leben von Indigenen beschreibt, freue ich mich sehr. Auch mit diesem Roman konnte ich meinen Horizont erweitern. Ich schaute mir Videos auf YouTube an und was ich dort sah, das gefiel mir. Die farbenfrohen Trachten der Samen, ihr Zusammenleben mit den Tieren und ihr Zusammenhalt. Toll.

In dem Buch geht es vornehmlich um die Probleme der Samen. Sie werden als „Lappen“ bezeichnet, das die so angesprochenen als Schimpfwort empfinden. Selbst die Staatsmacht nimmt ihre Anliegen nicht ernst. Ein wenig zäh kommt die Geschichte aber daher und es braucht Geduld, wenn man das Ende erfahren möchte. Trotzdem. Ich sah „Das Leuchten der Rentiere“ als Bereicherung an und gebe gerne gute vier Sterne.

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Veröffentlicht am 07.06.2022

Über das Leben in Paris während der Belagerung durch Deutsche

Morgen werden wir glücklich sein
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Sie kennen sich seit etlichen Jahren und behaupten von sich, dass sie unbesiegbar sind. Geneviéve, Amiel und Marie leben in Paris und verstehen sich prächtig. Das ändert sich, als die Stadt von den Deutschen ...

Sie kennen sich seit etlichen Jahren und behaupten von sich, dass sie unbesiegbar sind. Geneviéve, Amiel und Marie leben in Paris und verstehen sich prächtig. Das ändert sich, als die Stadt von den Deutschen eingenommen wird. Ihre Ansichten liegen weit auseinander, wenn es um die Themen Widerstand und/oder deutsche Soldaten geht. Sie helfen sich zwar, wenn auch zuweilen nur notgedrungen, aber ihre Herzlichkeit füreinander geht verloren.

Ein Historischer Roman, der mit vielen Fakten aufwartet. Die Autorin hat sich intensiv mit der Geschichte befasst und die Ereignisse in „Morgen werden wir glücklich sein“ verarbeitet. Der Widerstand gegen die Nazis war in Frankreich recht erfolgreich auch wenn es Verluste gab. Stellte man die Rettung von Juden und anderen Verfolgten den Verlusten in der Resistance gegeneinander, überwog die Zahl der Geretteten bei weitem.

Nein, nicht alle Deutschen waren Scheuklappen tragende Nazis und Franzosen stille Dulder. Auf beiden Seiten gab es Individuen, und dieses Denken in schwarz o d e r weiß ist damals wie heute nicht richtig. Das Buch beschreibt das Leben der drei Freundinnen zu einer schlimmen Zeit und wird durch Gespräche zwischen zwei Enkelinnen unterbrochen. Auch wenn es mir zuweilen etwas langatmig war, so fühlte ich mich doch gut unterhalten. Gerne gebe ich vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.05.2022

Das schöne Cover lädt zum Lesen ein

Reise ohne Wiederkehr oder Die geheimen Hefte des Michel Adanson
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In „Reise ohne Wiederkehr oder Die geheimen Hefte des Michel Adanson“ schreibt der Autor David Diop über einen wenig bekannten Biologen. Michel Adanson bereiste den Senegal, um dort die Botanik zu studieren. ...

In „Reise ohne Wiederkehr oder Die geheimen Hefte des Michel Adanson“ schreibt der Autor David Diop über einen wenig bekannten Biologen. Michel Adanson bereiste den Senegal, um dort die Botanik zu studieren. Er interessierte sich aber nicht nur für seltene Pflanzen. Auch die Lebensweise der Einheimischen wollte er kennenlernen. Nach seinem Tod fand die Tochter einige Hefte, in denen er ein großes Geheimnis niederschrieb. Michel Adanson war nämlich unsterblich verliebt in eine Senegalesin und konnte diese Frau nie vergessen.

Das Verhältnis Adansons zu seiner Familie war getrübt. Er verbrachte zu wenig Zeit mit ihr. Seine Tochter und er waren sich nie richtig nah. Aber was sie dann als letzten Gruß von ihm las, das versöhnte sie ein wenig. Wobei ich denke, dass sie nicht völlig nachvollziehen konnte, was damals in ihm vorging.

Es dauerte etliche Seiten, bis ich in die Geschichte fand. Zu ausführlich schreibt der Autor über Dinge, die eher für Verwirrung sorgen. Schilderungen zur Flora und Fauna des Senegals kamen mir zu kurz. Da hatte ich mir mehr versprochen. Zumal das wunderschöne Cover eigentlich darauf schließen lässt. Gut gefiel mir, dass ich tatsächlich in die Vergangenheit eintauchen konnte. Das Leid der Sklaven, die verkauft und dann nach Amerika verschifft wurden. Und nicht nur Erwachsene ereilte dieses Schicksal. Viele Kinder mussten für ihre „Herrschaften“ schuften und das war nicht alles. Wenn es den Besitzern der Leibeigenen in den Sinn kam, dann hielten sie auch zur Befriedigung ihrer Triebe her. Grausame Schicksale, die heute unvorstellbar sind.

Adanson ist eine historische Persönlichkeit und er reiste tatsächlich häufig in den Senegal. Die Liebesgeschichte entspringt aber der Phantasie des Autors. Andere Personen und Stätten, die im Roman vorkommen, stimmen mit den Originalberichten Adansons überein. Für mich war es keine leichte Lektüre aber durchaus lesenswert.

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Veröffentlicht am 23.05.2022

Eine spannende Reise zu den Schottischen Highlands

Die Erbin von Clashmore House
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Pamela wuchs bei ihrer Großmutter Luisa Davidson auf und hat zu ihr ein besonderes Verhältnis. Daher zögert sie auch nicht, als diese mit einer Bitter an sie herantritt. Sie soll nach Schottland reisen ...

Pamela wuchs bei ihrer Großmutter Luisa Davidson auf und hat zu ihr ein besonderes Verhältnis. Daher zögert sie auch nicht, als diese mit einer Bitter an sie herantritt. Sie soll nach Schottland reisen und dort ein Haus ihrer Großmutter verkaufen. Das diese vermeintlich leichte Aufgabe sich dann aber doch als gefährliches Unterfangen entpuppt, das konnten beide nicht voraussehen.

Es ist das erste Buch, das ich von dieser Autorin las. Nein, ich habe es nicht bereut.
„Die Erbin von Clashmore House“ wurde in zwei Erzählsträngen unterteilt. In der Vergangenheit lebte eine junge Frau, die zur Heirat mit einem wesentlich älteren Mann überredet wird. Sie lebte in dem Haus, welches Luisa Davidson gehört.

Der zweite Strang spielt im Jahr 1997 und wir erfahren, was Pam bei ihrer Reise nach Schottland erlebt. Die Menschen in dem kleinen Ort Clashmore schrecken zurück, sobald sie den Namen des Hauses erwähnt. Was hat es damit auf sich und warum sind die Einwohner so verängstigt, ja fast schon feindselig?

Lebendige Sprache, angenehme Spannung und eine Liebesgeschichte, die aber nicht Mittelpunkt der Handlung ist, so stelle ich mir einen guten Unterhaltungsroman vor. Alles fand ich in diesem Werk von Frau Michele. Die Autorin erwähnt im Anhang, welche Fakten dem Buch zugrunde liegen und was ihrer Phantasie entsprang. Wobei sich ja wohl jeder der älteren Leser noch an den 29. August 1997 erinnert.

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Veröffentlicht am 18.05.2022

Wie eine Affäre das Leben zum Nachteil verändern kann

Verheizte Herzen
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Ada war mit ihrem Leben zufrieden. Sie verstand sich gut mit ihrem Mann und freute sich über ihre aufgeweckten und gesunden Kinder. Bis ihr ein Mandant den Kopf verdrehte. Es fiel ihr zwar nicht leicht, ...

Ada war mit ihrem Leben zufrieden. Sie verstand sich gut mit ihrem Mann und freute sich über ihre aufgeweckten und gesunden Kinder. Bis ihr ein Mandant den Kopf verdrehte. Es fiel ihr zwar nicht leicht, aber sie begann eine stürmische Liebesbeziehung. Und dann, aus dem Nichts die Nachricht, dass ihr Liebhaber tot ist. Ada will es nicht begreifen und wehrt sich gegen diese Tatsache. Alle Menschen um sie herum merken, dass mit ihr etwas nicht stimmt.

Auch wenn sich das Buch locker weg lesen lässt, es ist gewöhnungsbedürftig. Nicht nur die Tatsache, dass es in Versform geschrieben wurde bewog mich zu dieser Einschätzung. Es hat keine klare Linie. Immer wieder wechseln die Hauptpersonen, die Zeiten und auch die Orte, an denen die Story gerade spielt.

Gut gefiel mir, wie die Autorin das Problem von Affären darstellte. Das Wechselbad der Gefühle, die Angst vor der Entdeckung und was sonst noch damit zusammenhängt. Und wie sieht es mit der Familie des Geliebten aus? Ist seine Frau tatsächlich so nervig, wie er sie beschreibt? Und warum bleibt er dann noch bei ihr? Das Ende kam mir zu plötzlich und lässt einige Fragen offen. Das Cover wiederum ist eine Augenweide und aus dem Grund gebe ich auch vier Sterne.

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