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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2022

Gemeinsam ist man stark

Für immer und noch ein bisschen länger
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Annas Welt ist nach dem plötzlichen Tod ihres Verlobten vor sechs Jahren zerbrochen und sie kommt nur schwer mit diesem Verlust zurecht. Hinzu kommt nun auch noch, dass sie aus der Wohnung, in ...

Annas Welt ist nach dem plötzlichen Tod ihres Verlobten vor sechs Jahren zerbrochen und sie kommt nur schwer mit diesem Verlust zurecht. Hinzu kommt nun auch noch, dass sie aus der Wohnung, in der sie so schöne Stunden mit ihrem Verlobten verbringen durfte, ausziehen muss. Sie entschließt sich in eine WG zu ziehen und lernt hier Gunilla kennen. Wie auch die anderen Mitbewohner lebt sie sehr zurückgezogen, denn alle haben ihr Päckchen zu tragen. Doch nach und nach lernen sie sich alle besser kennen und merken, dass gemeinsam vieles viel leichter fällt.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Anna ist eine verletzliche junge Frau, die schwer mit ihrem Verlust zurecht kommt. Am liebsten möchte man sie in den Arm nehmen und ihr zeigen wie schön die Welt doch sein kann. Aber auch die anderen Mitbewohner wachsen einem schnell ans Herz. Mir hat es sehr gut gefallen, wie sich die einzelnen Beziehungen der Charaktere entwickelt haben. Hier wird auch wieder einmal sehr schon dargestellt, dass Jung und Alt viel von einander lernen können und das Alter oftmals keine Rolle spielt - vor allem nicht, wenn es um Freundschaften geht.

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Veröffentlicht am 25.05.2022

Bewegende Geschichte

Das verschlossene Zimmer
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Krakau, Anfang 1939: Die junge Marie lebt bei ihrem Vater, einem angesehenen Arzt. Das Schicksal der Mutter ist unklar, allen Fragen über sie weicht ihr Vater aus. Dies will Marie aber nicht ...

Krakau, Anfang 1939: Die junge Marie lebt bei ihrem Vater, einem angesehenen Arzt. Das Schicksal der Mutter ist unklar, allen Fragen über sie weicht ihr Vater aus. Dies will Marie aber nicht so einfach hinnehmen und reist auf eigene Faust nach Lemberg, ihrem Geburtsort, um Nachforschungen anzustellen. Nach und nach kommt sie der Wahrheit auf die Spur.

Marie ist eine sehr emanzipierte und intelligente junge Frau, die ihren eigenen Kopf hat, dabei aber sehr sympathisch rüber kommt. Auch ihren Vater, der sich aufopferungsvoll um seine Tochter kümmert, mochte ich von Anfang an sehr gerne. Die historischen Hintergründe der Geschichte habe ich als sehr interessant, aber auch erschreckend empfunden. Sehr gut beschrieben wurde hier auch wie schwer es die Frauen damals hatten sich weiterzubilden oder gar höhere Arbeit zu bekommen, da an ein Studium als Frau fast gar nicht zu denken war. Der Autorin ist in meinen Augen zum Ende hin ein sehr guter Plottwist gelungen, den ich so überhaupt nicht habe kommen sehen und der die Geschichte für mich noch interessanter gemacht hat. Mir hat der Roman wirklich gut gefallen.

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Veröffentlicht am 25.05.2022

Sommermelancholie

Ein unendlich kurzer Sommer
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Nach einem Schicksalsschlag flüchtet Lale kurzerhand aus ihrem gewohnten Umfeld und landet bei Gustav auf einem ruhigen Campingplatz am See irgendwo in Deutschland. Sie hilft dem alten Mann bei ...

Nach einem Schicksalsschlag flüchtet Lale kurzerhand aus ihrem gewohnten Umfeld und landet bei Gustav auf einem ruhigen Campingplatz am See irgendwo in Deutschland. Sie hilft dem alten Mann bei diversen anfallenden Arbeiten und lernt dabei nicht nur Gustav kennen, sondern auch den Nachbarsjungen Flo. Und dann sind da auch noch plötzlich Chris, der auf der Suche seines leiblichen Vaters ist und James ein alter Freund von Gustav. Zusammen verbringt die ungleiche Gruppe einen wunderbaren Sommer.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Sie hat etwas sehr Melancholisches, dass an warmen Sommerregen erinnert. Die Geschichte ist teilweise sehr traurig ohne einen dabei auch deprimiert zurück zu lassen. Nachdenklich macht sie aber allemal. Es geht um Liebe, Trauer, Krankheit und verpasste Chancen, aber auch um Freundschaft und Zusammenhalt. Dies ist kein typischer Liebes- oder Sommerroman, aber sehr lesenswert. Die Geschichte wird noch eine Weile bei mir nachklingen.

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Veröffentlicht am 23.05.2022

Brutal ehrlich

Die Farbe von Milch
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Der Schreibstil war mal etwas ganz anderes, hat mir aber sehr gut gefallen. Das 15-jährige Bauernmädchen erzählt hier ihre persönliche Geschichte. Aufgrund einer Behinderung beschließt der Vater sie als ...

Der Schreibstil war mal etwas ganz anderes, hat mir aber sehr gut gefallen. Das 15-jährige Bauernmädchen erzählt hier ihre persönliche Geschichte. Aufgrund einer Behinderung beschließt der Vater sie als Haushaltshilfe an den Pfarrer zu geben. Für den Vater ist sie nur eine billige Arbeitskraft und durch ihre Behinderung am einfachsten zu entbehren. Zuerst geht es Mary auch gut doch nachdem die Pfarrersfrau stirbt, beginnt für sie ein Martyrium.

Die Geschichte hat einen erschreckenden und brutal ehrlichen Einblick in die Frauenwelt des 19. Jahrhunderts gegeben. Es ist auf jeden Fall eine Geschichte, die bei mir noch lange nachklingen wird.

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Veröffentlicht am 20.05.2022

Interessanter Einblick in die Welt der Sprache

Die Sammlerin der verlorenen Wörter
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In "Die Sammlerin der verlorenen Wörter" begleiten wir Esme auf ihrem Lebensweg. Esme wird, nachdem ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist, allein von ihrem Vater groß gezogen und begleitet ihn schon ...

In "Die Sammlerin der verlorenen Wörter" begleiten wir Esme auf ihrem Lebensweg. Esme wird, nachdem ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist, allein von ihrem Vater groß gezogen und begleitet ihn schon von Kleinauf zur Arbeit ins Scriptorium wo er beim Erstellen des Oxford English Dictionary hilft. Schon früh haben Wörter auf Esme eine magische Wirkung und sie fängt an diese zu sammeln. Als sie irgendwann herausfindet, dass es nicht alle Wörter in das Wörterbuch schaffen - vor allem nicht solche, die sich auf Frauen beziehen, fängt sie an der Sache auf den Grund zu gehen.

Mich hat die Geschichte von Esme sehr berührt. Sie ist ein starker Charakter, der aber dennoch immer wieder mit dem Leben zu kämpfen hat. Einerseits will sie unabhängig bleiben aber sehnt sich auf der anderen Seite nach Geborgenheit. Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen, auch wenn sie das ein oder andere Mal kleine Längen hatte. Die Handlung geht über Jahre und nicht immer passiert sonderlich viel, aber der warme Erzählstil lässt einen immer weiterlesen wollen. Es ist eine schöne, aber auch melancholische Geschichte, die es auf jeden Fall Wert ist gelesen zu werden.

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