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Veröffentlicht am 17.06.2022

Digger

Die Knochenleser
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Michael "Digger" Digson lebt auf einer unbekannten Insel der Kleinen Antillen. Er ist blitzgescheit, aber arm, und kann sich daher kein Studium leisten. Detective Superintendent Chilman wird auf ihn aufmerksam, ...

Michael "Digger" Digson lebt auf einer unbekannten Insel der Kleinen Antillen. Er ist blitzgescheit, aber arm, und kann sich daher kein Studium leisten. Detective Superintendent Chilman wird auf ihn aufmerksam, als er mehr oder weniger unbeabsichtigt hilft, einen Mordfall zu klären. Noch unfreiwilliger wird Digger Teil einer kleinen, unabhängigen Polizeitruppe unter Chilman, die mit ungewöhnlichen Methoden gegen die Korruption und vor allem die ständige Gewalt gegen Frauen vorgehen soll. Digger findet sich bald in mehreren Fällen von verschwundenen Frauen wieder - aber sind es tatsächlich verschiedene Fälle? Schnell kommen ihm nicht nur sein Verstand, sondern auch seine Kurzausbildung zum Forensiker und die ebenso clevere Miss Stanislaus zu Hilfe ...

Dieses Buch hat mich von Anfang an mitgenommen. Der Autor hat einen so passenden Schreibstil zur Erzählstimme von Digger und der Verlag hat mit der Übersetzerin alles richtig gemacht, denn sie hat die Eigenart der Sprache der Kleinen Antillen perfekt übertragen. Dazu kommt die sozialkritische Betrachtung der Lebensumstände, die exotische Umgebung, das Gefühl für die feinen Töne, die Ross hier anschlägt. Nein, man bekommt keinen 08/15-Protagonisten, wie man es von der Creme-de-la-Creme der deutschen Thriller/Krimiriege gelangweilt gewohnt ist: Das wird vielen LeserInnen nicht passen. Für mich jedoch war es eine Offenbarung und ich hoffe, dass noch weitere Bücher mit Digger, Miss Stanislaus und dieser außergewöhnlichen Polizeitruppe folgen werden.

Veröffentlicht am 19.05.2022

Wenn der Falsche der absolut Richtige ist

Sechzehn Wege, eine befestigte Stadt zu verteidigen
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Orhan gehört zwar zum Militär, ist jedoch kein Stratege. Also eigentlich. Denn eigentlich ist er Oberst eines Brückenbautrupps und dazu jemand mit der falschen Hautfarbe und Kultur. Und dennoch ist er ...

Orhan gehört zwar zum Militär, ist jedoch kein Stratege. Also eigentlich. Denn eigentlich ist er Oberst eines Brückenbautrupps und dazu jemand mit der falschen Hautfarbe und Kultur. Und dennoch ist er nach einigen nicht ganz so zufälligen Zufällen plötzlich der Einzige in der Stadt, der diese bei einer Belagerung verteidigen kann. Oder zumindest fähig ist. Und als wie fähig sich dieser Mann bei dieser Aufgabe zeigt, obwohl sich herausstellt, dass der Anführer der Belagerung auch noch sein bester Freund ist ...

Was für eine unglaubliche, witzige, sarkastische Geschichte, bei der einem trotzdem manchmal das Lachen im Hals stecken blieb. Denn so schräg sie erzählt wird, legt der Autor (eigentlich Tom Holt) den Finger eine eine noch immer sehr aktuell blutende Wunde: offenem und verdeckten Rassismus. Ganz nebenbei behandelt er Fragen auf hohem ethischen Niveau (sollte man überhaupt Leute retten wollen, die selbst Rassisten sind und stetig diskriminieren? Spoileralarm: Ich hätte es wahrscheinlich nicht getan!). Doch Orhan, obwohl ein Schlitzohr, erweist sich trotz seiner Lügen und Betrügereien als zutiefst menschlich und das, verbunden mit dem trockenen Witz, dem lässigen Schreibstil und dieser absurden Geschichte, macht aus diesem Buch etwas Besonderes. Großes Kino!

Veröffentlicht am 04.04.2022

Seelenräuber

Geistkrieger: Feuertaufe
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In einer Welt, in der Amerika nie erobert worden ist, sind die Powtankaner eine Weltmacht, die sich trotzdem auf Naturverbundenheit bezieht und selbst ihre Hightechsachen sind im Einklang mit der Natur. ...

In einer Welt, in der Amerika nie erobert worden ist, sind die Powtankaner eine Weltmacht, die sich trotzdem auf Naturverbundenheit bezieht und selbst ihre Hightechsachen sind im Einklang mit der Natur. In diese für ihn völlig fremde Kultur kommt der Schotte Finnley, der sich in eine Powtankanerin verliebt hat und ihr in die Heimat gefolgt ist. Zuhause war er ein Personenschützer, hier hat er Probleme, Arbeit zu finden. Umso mehr verwundert es ihn, als er in eine Sondereinheit der Polizei aufgenommen wird, die Geistkrieger. Kaum angefangen hat es der kleine Trupp aus insgesamt fünf Leuten gleich mit einer unheimlichen Mordserie zu tun: Jemand benutzt Totems, um damit Leute umzubringen. Doch wie soll man so einen Mörder aufspüren? Vielleicht ist Finnley gar nicht so unnütz, wie er dachte ...

Bei diesem Buch hat mich alles gefesselt. Die Ausgangsbasis, die Personen, der Erzählstil. Es macht einfach total Spaß, sich in die Geschichte fallen zu lassen, mitzugehen in diese Welt, in der Technik und Umweltschutz funktionieren, in dem es aber auch noch immer Rassenhass und Diskriminierung gibt. Schön auch mal zu sehen, wie es ist, wenn es dabei mal die Weißen statt der indigenen Völker trifft. Schade, dass es ein offenes Ende gab, aber umso begieriger bin ich natürlich darauf, den zweiten Band zu lesen. Fette Empfehlung!

Veröffentlicht am 02.04.2022

Backen leicht gemacht

Teigliebe
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Mit diesem Backbuch kann man wirklich nicht viel falsch machen. Wir haben hier ein gut strukturiertes Werk vorliegen, das sowohl anfängerfreundlich ist als auch für Fortgeschrittene Rezepte zum Nachbacken ...

Mit diesem Backbuch kann man wirklich nicht viel falsch machen. Wir haben hier ein gut strukturiertes Werk vorliegen, das sowohl anfängerfreundlich ist als auch für Fortgeschrittene Rezepte zum Nachbacken enthält. Dabei ist es auch nutzerfreundlich aufgebaut.

Zuerst gibt es ein paar Tipps zu den Rezepten, Utensilien, Mehlen, Zutaten oder auch den Backzeiten, die je nach Ofen variieren können. Danach geht es schon los mit den Grundteigen und man wird wahrhaftig Step by Step durch die einzelnen Zubereitungen geführt. Ich bin nicht gänzlich unerfahren im Backen, weil ich mein eigenes Brot backe, doch viele Kuchen habe ich noch nicht probiert. Das hat sich hier sehr schnell geändert. Das Schöne hier ist, dass nicht nur die herkömmlichen Rezepte eine Rolle spielen, sondern viele der Kuchen auch in alternativer Form angeboten werden: glutenfrei zum Beispiel, oder auch vegan.

Letzteres hat mich besonders gereizt und ich habe da einige Kuchen ausgiebig getestet und von Nachbarn und Freunden testen lassen. Mein persönliches Fazit dazu: Vegan zu backen ist mega einfach und die Kuchen schmecken mindestens genauso gut wie die herkömmlich zubereiteten mit Milch, Eiern und Butter. Niemand von meinen Testpersonen hat es mir hinterher glauben wollen, aber auch sie waren überzeugt.

Was dieses Buch auch besonders macht, abgesehen davon, wie schön einfach die meisten Rezepte gehalten sind: Man braucht keine Zutaten aus Hintertupfinghausen bei Neuseeland und wenn man sich mal unsicher ist, gibt es verschiedene Rezepte auch als QR-Code, sodass man sich das Ganze sogar als Video ansehen kann.

Was soll ich sagen? Testet es selbst. Ihr werdet es nicht bereuen - höchstens die Kalorienheinzelmännchen, die nachts öfter eure Sachen etwas weiter nähen müssen.

Veröffentlicht am 27.03.2022

A Study in Strangeness

Der seltsame Fall der Alchemisten-Tochter
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Mary Jekyll hat soeben ihre Mutter verloren und ist damit nicht nur allein auf der Welt, sondern auch so gut wie mittellos. Auf der Suche nach einem verschollenem Konto ihres verstorbenen Vaters gerät ...

Mary Jekyll hat soeben ihre Mutter verloren und ist damit nicht nur allein auf der Welt, sondern auch so gut wie mittellos. Auf der Suche nach einem verschollenem Konto ihres verstorbenen Vaters gerät sie auf die Spur eines Mannes namens Hyde und trifft auf dessen Tochter Diana. Hyde ist ein Mörder, auf dessen Kopf eine Belohnung ausgesetzt wurde, deshalb machen sich die beiden jungen Frauen daran, seinen Aufenthaltsort zu ermitteln. Bald treffen sie nicht nur weitere junge Frauen, an denen furchtbare Experimente vorgenommen wurden, sondern auch auf eine unheimliche Geheimgesellschaft, die vor nichts zurückschreckt. Zum Glück haben sie auch bald wichtige Verbündete: einen gewissen beratenden Detektiv aus der Bakerstreet 221 B und dessen Partner, einen Allgemeinmediziner ...

Was für ein großer Spaß dieses Buch ist! Nicht nur, dass Mary und ihre baldigen Freundinnen starke, junge Frauen sind, die sich auch im London des 19. Jahrhunderts nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, es gibt auch Referenzen zu bekannten Klassikern aus diesem Jahrhundert, unter anderem Die Insel des Dr. Morau, Frankenstein und selbst Dracula. Man muss diese Bücher aber nicht kennen, um sich über die skurrilen Dinge zu amüsieren und mitzufiebern, die passieren. Dabei bedient sich die Autorin des Kniffs, immer mal die Mädels sozusagen in die Erzählung reinplatzen zu lassen, was einfach nur mega ist, da man so auch die unterschiedlichen Eigenarten der Charaktere besser kennenlernt. Ich hatte jedenfalls jede Menge Spaß und kann es kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen! Jahreshighlight!