Düster, originell, erfrischend anders
Die dunklen Geheimnisse von Heap HouseWir befinden uns im Anwesen der Familie Iremonger, das auf einem riesigen Müllberg inmitten eines giftigen Meeres aus weggeworfenen Gegenständen thront. So merkwürdig die Umgebung ist, so komisch sind ...
Wir befinden uns im Anwesen der Familie Iremonger, das auf einem riesigen Müllberg inmitten eines giftigen Meeres aus weggeworfenen Gegenständen thront. So merkwürdig die Umgebung ist, so komisch sind auch die Bewohner. Tim Burton trifft auf Lemony Snicket - und damit voll ins Schwarze!
Wir erfahren gleich zu Beginn, dass jedes Mitglied der Familie Iremonger zur Geburt einen Gegenstand erhält, von dem es sich niemals trennen darf (im Falle von Clod, dem Protagonisten, ein Badewannenstöpsel) und begeben uns auf die Suche nach einem verloren gegangenen Türknauf, dem Geburtsobjekt seiner Tante.
Hört sich verrückt an? Ist es auch. Und obwohl ich hier so oft wie noch nie beim Lesen vor Verwunderung die Stirn gerunzelt habe, hat mich Edward Carey komplett in seinen Bann gezogen. Egal wie verrückt die Situationen mir erschienen, habe ich sie doch nicht weiter in Frage gestellt, weil sie so passend waren und im Gesamtbild absolut Sinn ergaben.
Erzählt wird aus den Perspektiven von Clod Iremonger und Lucy, die neu aus der Stadt gekommen ist. Einen Spannungsbogen im klassischen Sinne gibt es nicht, das Ende baut sich über die gesamte Story hin auf. Gegenstände, die sich verlegen; Geheimnisse, die plötzlich ans Licht kommen: Die Könige des Schimmels haben ordentlich zu tun, denn Heap House wirft düstere Schatten in die Zukunft.
Clod und Lucy zu begleiten hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich wirklich traurig war, als die Geschichte zu Ende ging. Da dies aber der erste Teil einer Trilogie ist, freue ich mich riesig auf das, was noch kommt, und hoffe sehr, dass die nächsten beiden Teile zügig übersetzt werden.
Fazit: Eine Atmosphäre, die man durch die Seiten fühlen kann; skurille Protagonisten, die man am liebsten vor allem Unrecht beschützen möchte; eine Prise schwarzer Humor – mehr braucht es nicht, um aus einem Buch eine (herrlich makabre) Lieblingsgeschichte zu machen! Düster, einfallsreich und erfrischend originell!