Profilbild von Deidree

Deidree

Lesejury Star
offline

Deidree ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Deidree über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2017

Kurztrip in eine etwas andere Welt

Die Abrichtung | Erotischer SM-Roman
0

Mit ihrem Debütroman „Die Abrichtung“ lässt uns Alexandra Gehring einen Kurztrip in eine etwas andere Welt unternehmen.

Sari soll auf Wunsch ihres Mannes - und natürlich mit ihrem Einverständnis – in ...

Mit ihrem Debütroman „Die Abrichtung“ lässt uns Alexandra Gehring einen Kurztrip in eine etwas andere Welt unternehmen.

Sari soll auf Wunsch ihres Mannes - und natürlich mit ihrem Einverständnis – in einem exquisiten Camp zur perfekten SUB abgerichtet werden.

Manchmal etwas hart, aber immer mit Respekt und Achtung wird sie dort an ihre Grenzen geführt. Die Erfahrungen, die Sari dort machen darf/kann, ändern naturgemäß ihr Wesen und ihre Sicht. Wird ihrem Mann die neue Sari noch gefallen? Oder haben ihn mittlerweile Zweifel über seinen eigenen Vorschlag eingeholt? Wird Sari doch in diesem Camp von mehreren verschiedenen Männern abgerichtet und muss ihnen zu Diensten sein. Ein Fremdgehen ist es für beide dennoch nicht.

Die Sprache passt sich dem Szenario an und verwendet dementsprechend szenenübliche Begriffe. Ohne diesen Vokabular wäre der Roman nicht so identisch und glaubwürdig.

Sari bricht keine ihr gestellten Aufgabe ab, will alles richtig und perfekt machen. Ich kann verstehen, dass sie sich aus diesen paar Tagen so viel wie möglich mitnehmen möchte, aber dass sie sich nicht ein einziges mal verweigert, finde ich etwas unrealistisch.

Fazit:
Für mich ist auch der Zeitrum, um zu einer perfekten SUB / zu einem perfekten SUB abgerichtet zu werden, zu kurz gesteckt. Oder ich würde das perfekt weglassen. Fehlen für die Perfektion auch einige Spielarten, obwohl Sari wirklich viel für diese paar Tage kennenlernt.

Wer mit Begriffen wie ficken, Benutzung, Fickobjekt, usw. wenig anfangen kann, wird diesen Roman ablehnen, bzw. erst gar nicht lesen.

Mir persönlich ist das Thema Kondombenutzung etwas zuwenig angesprochen worden. BDSM wird landläufig oft mit ungeschütztem Verkehr gleichgesetzt, dem ich gerade in der heutigen Zeit widersprechen will. Viele Spielarten sind sehr wohl mit Schutz möglich und wünschenswert. Schon klar, Vollaufnahme geht nicht mit Kondom. Doch auch hier würde ich mir für Sari´s Gesundheit ein NEIN von ihr wünschen – zumindest bei fremden, ihr unbekannten Männern. Das nur zur persönlichen Anmerkung. Immerhin haben wir hier einen Roman und keine Autobiografie vor uns. Insoferne fällt dies wirklich unter persönliche Anmerkung von mir.

Der Roman ist leicht zu lesen, hat mich sofort in die Geschichte gezogen. Er wirkt auch - ohne Frage - hoch erotisch auf den Leser. Dass wie ich oben erwähnte einige Spielarten fehlen, stört die Geschichte an und für sich nicht. Ich bin sogar froh und dankbar, dass die harten Möglichkeiten einen SUB an seine Grenzen zu bringen, hier nicht vorkommen, so liest sich das Buch beschwingter und dem Lesevergnügen steht nichts im Wege.

Ein durchaus empfehlenswerter, erotisierender Roman.





Veröffentlicht am 03.06.2017

Spritzige, sich anbahnende, Liebesgeschichte

Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt
0

Kristina Günak lässt uns in ihrem locker und flüssig zu lesendem Roman „Wer weiß schon wie man Liebe schreibt“ teilhaben an der sich entwickelnden Liebe zwischen Bea und Tim.

Bea ist eine junge, fest ...

Kristina Günak lässt uns in ihrem locker und flüssig zu lesendem Roman „Wer weiß schon wie man Liebe schreibt“ teilhaben an der sich entwickelnden Liebe zwischen Bea und Tim.

Bea ist eine junge, fest im Arbeitsalltag verankerte, liebenswerte Frau. Um sich eben diese Arbeitsstelle bei einem kleine Verlag und damit gleich den ganzen Verlag vor dem drohenden Untergang zu retten, muss sie sich als „Kindermädchen“ für den etwas schwierigen, aber sehr erfolgreichen Autor Tim zur Verfügung stellen.

Anfangs von dieser ihr übertragenen Aufgabe so gar nicht begeistert, wächst sie in ihrer Rolle und findet eben durch diese Arbeit und die Nähe zu Tim sogar ein Stück weit zu sich selber.

Tim ist ebenfalls von der Tatsache eine Aufpasserin zur Seite gestellt bekommen zu haben, nicht unbedingt freundlich auf Bea zu sprechen. Zumindest zu Beginn ihrer Zusammenarbeit. Doch er erkennt relativ schnell die verletzte Seite die Bea zu verbergen versucht.

Da beide offensichtlich in ihrer Vergangenheit ähnliches erlebt haben, fühlen sie sich vom andern verstanden und langsam kann sich auch Bea eingestehen, dass Tim sie mehr als nur beruflich interessiert.

Allerdings weiß Bea nicht sicher, wie sie Tim´s Inneres berühren kann. Fragt sich das auch ganz offen als sie ihm den Geburtstagskuchen überreicht. „... Ich habe es irgendwie geschafft, Tim aus der Fassung zu bringen. Ich bin mir nur nicht schlüssig, wie ich das gemacht habe. ....“ Hier kann man sich direkt vorstellen wie es in ihren Gedanken rattern muss um dahinter zu kommen.

Bei der sich langsam anbahnenden Liebe zwischen den Beiden ist für Bea eine Notsituation in ihrer Familie durchaus hilfreich. Tim zeigt sich von seiner wunderbarsten Art und macht es Bea dadurch leichter sich fallen zu lassen und endlich Hilfe ungefragt annehmen zu können.

Als Fazit für mich kann ich sagen, dass ich das Buch am Liebsten in einem durchgelesen hätte. Es scheint auch genau dafür geschrieben zu sein, wie gesagt, locker und leicht mit witzigen Passagen und einer Geschichte bei der man hin und wieder die Protagonisten liebevoll stupsen möchte. Ein wirklich empfehlenswertes Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Charaktere
  • Handlung
  • Humor
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 23.04.2017

Ein wunderschöner Exkurs nach Norwegen und die Welt der Sami

Töchter des Nordlichts
0

Christine Kabus schaffte mit ihrem zweiten Werk die Lebensgeschichten zweier Frauen aus unterschiedlichen Zeitepochen darzustellen, ohne dabei zu verwirren. So ganz nebenbei erfährt der Leser auch eher ...

Christine Kabus schaffte mit ihrem zweiten Werk die Lebensgeschichten zweier Frauen aus unterschiedlichen Zeitepochen darzustellen, ohne dabei zu verwirren. So ganz nebenbei erfährt der Leser auch eher dunkleres aus der Geschichte des Landes, ohne dadurch aber in eine niedergeschlagene Stimmung zu verfallen. Die Hintergrundinformationen scheinen gut und intensiv recherchiert, die Bilder der Landschaft hervorragend beschrieben.

„Áilu! Beaivváẑa mánnán!“ hört Áilu ihren Vater in Gedanken immer wieder rufen. Ist sie das noch? War sie es jemals?

Áilu, ein kleines Sami-Mädchen, das nur das Leben inmitten der Natur und der Tiere kennt, umgeben mit der liebevollen Zuneigung ihrer Familie, wird eines Tages unvorhergesehen und brutal aus diesem Leben gerissen. Lieblos und gefühlskalt sind die Waisenhäuser in denen sie die nächsten Jahre verbringen wird. Bevor sie ganz zerbricht reicht das Schicksal ihr allerdings die Hand. Doch nach einer gefühlten Ewigkeit der Anpassung muss sie feststellen, dass sie ihre samische Herkunft nicht so einfach verleugnen kann.

„Nora, mun ráhkistan du!“ Nora hat keine Ahnung was ihr da Miealt zurief, doch es fühlt sich gut an.

Nora, eine moderne in Oslo lebende junge Frau, hat erst vor kurzem von ihren samischen Wurzeln erfahren. Seither scheinen sich die Ereignisse zu überschlagen. Will sie in diese – ihre – Familiengeschichte weiter eintauchen oder ihre Herkunft negieren? Doch schon bald spürt sie, dass Verleugnen keine Option ist. Auch wenn nicht alle ihrer neuen Familienmitglieder gut auf Nora zu sprechen sind, begibt sie sich auf den Weg um ihre Vergangenheit – und vielleicht auch Zukunft – zu finden.

Sicherlich einer der größten Pluspunkte für mich waren die leichte Lesbarkeit, die wirklich bildhafte Beschreibung der Landschaft, aber auch die Informationen über die Geschichte der Sami und des Landes. Ein Buch das man am Liebsten in einem durchlesen würde.

Veröffentlicht am 04.07.2026

Nette Romanze mit leichten Schwächen

(K)ein Date mit dir
0

Es geht hier nicht nur um eine Liebesgeschichte. Gekonnt werden Themen wie Diabetes, Gesichtsblindheit und Internetpräsenz miteinander kombiniert und die jeweiligen Probleme damit aufgezeigt.
Janne und ...

Es geht hier nicht nur um eine Liebesgeschichte. Gekonnt werden Themen wie Diabetes, Gesichtsblindheit und Internetpräsenz miteinander kombiniert und die jeweiligen Probleme damit aufgezeigt.
Janne und Ben müssen ein paar Hürden nehmen, aber vor allem müssen sie miteinander reden. „(K)ein Date mit dir“ bindet die Themen in die Geschichte ein, sodass sie dem Leser beinahe nebenbei nähergebracht werden. Der Leser entwickelt Verständnis und Mitgefühl, aber auch das eigene Denken und Verhalten wird überprüft.
Yvonne Struck schreibt in einem leichten Stil. Sie lässt keine Schwere aufkommen. So bleibt das Lesevergnügen hoch.
Einzig störend sind einige Logikfehler, zum Beispiel Janne und Nele führen ein Gespräch am Strand, plötzlich stehen die Figuren im Hotelzimmer und noch im selben Gespräch wieder am Strand, oder die Wohnungen von Ben und Janne sind nebeneinander ein andermal wieder oben und unten. Das sind natürlich Kleinigkeiten und persönliche minimale Störfaktoren, nehmen aber leider einen Stern. Ansonsten macht das Buch wirklich Spaß und ist zu empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2026

Cosy mit greifbaren Figuren und bildhafter Landschaftsbeschreibung

Lavendelmord
0

Mit Cleo und ihren Töchtern begibt sich der Leser nach Nizza. Doch als Frau muss sich Cleo erst ihren Platz als Chefin der Mordkommission sichern. Wer steht auf ihrer Seite, vor wem soll sie sich in Acht ...

Mit Cleo und ihren Töchtern begibt sich der Leser nach Nizza. Doch als Frau muss sich Cleo erst ihren Platz als Chefin der Mordkommission sichern. Wer steht auf ihrer Seite, vor wem soll sie sich in Acht nehmen, wer meint es nicht wirklich gut mit ihr?

Ihr erster Mordfall führt den Leser in die Duftwelt. Faszinierende Einblicke in die Parfumherstellung sind auch für einen Laien verständlich beschrieben. Der Fall an sich, wurde von Konrad K. L. Rippmann glaubwürdig aufgebaut, auch die Ermittlungen sind nachvollziehbar und wirken nicht konstruiert. Seine Hauptprotagonisten entwickeln eine Tiefe, sie sind greifbar und bleiben nicht oberflächlich.

Eingebettet ist der Fall in eine extrem genaue Landschaftsbeschreibung. Für einen ortsunkundigen Leser helfen diverse Wegbeschreibungen nicht viel. Es ist durchaus schön Landschaft und Orte genau vor Augen zu haben, doch mit der Zeit wird dies etwas zu dominant, genauso wie die französischen Ausdrücke.

„Lavendelmord“ bewegt sich als Cosykrimi mit sympathischen Figuren in einer farbenfrohen Gegend und in einem nicht üblichen Umfeld. Das Buch unterhält und lässt bis zu einem gewissen Grad eintauchen, sodass es sicher für Leser interessant ist, die leichte Krimis in der malerischen Provence lieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere