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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2022

Ist Wut vererbbar?

Verbrenn all meine Briefe
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Den schwedischen Autor Alex Schulman kannte ich noch nicht, hatte aber eine Rezension in der Süddeutschen Zeitung gelesen, das mich damals schon neugierig machte.
Der Roman "Verbrenn alle meine Briefe" ...

Den schwedischen Autor Alex Schulman kannte ich noch nicht, hatte aber eine Rezension in der Süddeutschen Zeitung gelesen, das mich damals schon neugierig machte.
Der Roman "Verbrenn alle meine Briefe" ist ein wunderbares Buch, dessen Cover mir aber zunächst kitschig erschien . Die Geschichte ist berührend offen geschrieben.
Inhaltlich geht es zunächst um Alex‘ unterschwellige Wut, unter der auch seine gesamte Familie zu leiden hat. Der Autor sucht nach den Ursachen für diese Wut und landet bei der Geschichte seiner Familie. Er recherchiert in den Büchern seines Großvaters, des Schriftstellers Sven Stolpe und erfährt, dass dieser ein narzisstischer und grausamer Mensch war, der seine Ehefrau Karin drangsalierte und demütigte.
Er glaubte sich im Recht , da diese 1932 eine Beziehung zu dem jungen Schriftsteller Olof Lagerkranz unterhielt.
Die Handlung erstreckt sich über drei Zeitebenen und aus zwei Perspektiven und wird in einer nahezu poetischen Art erzählt. Der Autor lässt dem Leser Zeit sich in die Charaktere hineinzuversetzen und sich seine eigenen Gedanken zu machen.
Unglaublich, welche Auswirkungen eine unglückliche Liebesgeschichte auf die nachfolgenden Generationen haben kann. Die Wucht und die Nuancen der Gefühle, die er erzeugt, sind atemberaubend.
Ein aufrichtiger und herzlicher Roman.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Beeindruckender Roman

Die Mauersegler
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Den Autor Fernando Aramburo kenne ich bereits durch seinen großartigen Roman „Patria“ .
Der neue Roman „Die Mauersegler“ wurde mit Spannung erwartet und bereits im spanischsprachigen Raum hoch gelobt.
Auch ...

Den Autor Fernando Aramburo kenne ich bereits durch seinen großartigen Roman „Patria“ .
Der neue Roman „Die Mauersegler“ wurde mit Spannung erwartet und bereits im spanischsprachigen Raum hoch gelobt.
Auch ich fand schon die LP literarisch hochklassig ,und sie hat mich emotional berührt .
Wir begleiten den Ich-Erzähler Toni im letzten Jahr seines Lebens. Der Protagonist möchte seinem Leben in exakt 365 Tagen durch seinen Freitod ein Ende setzen. Er sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben , denn seine gesamte familiäre Situation ist frustrierend für ihn.
Wir erhalten in plastischen Bildern sehr tiefe Einblicke in Tonis Leben ; seine Kindheit, seine Ehe und Scheidung , sein Verhältnis zum Sohn usw.
Der Roman ist mit 832 Seiten recht lang, dennoch lässt er sich flüssig lesen. Auch weil Autor Fernando Aramburo den Roman in 365 Kapitel unterteilt hat.
In Toni, eher ein Antiheld, erkennen wir, dass das Leben sich plötzlich ganz anders gestalten kann , als gedacht.
„ Die Mauersegler“ - ein wichtiger und tiefgründiger Roman!

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Absolut lesenswert

Ingeborg Bachmann und Max Frisch
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Da ich beide Schriftsteller überaus schätze , hatte ich mir dieses Buch schon seit seiner Vorankündigung des Verlages auf meiner Merkliste.
Nun endlich ist es da und hält, was ich erwartet habe.
Allein ...

Da ich beide Schriftsteller überaus schätze , hatte ich mir dieses Buch schon seit seiner Vorankündigung des Verlages auf meiner Merkliste.
Nun endlich ist es da und hält, was ich erwartet habe.
Allein schon die Eingangszitate animieren zum Weiterlesen
Der klare , fast nüchterne Schreibstil zog mich sofort in den Bann, die Recherche zum Buch scheint mit tiefgründig. Viele nachgewiesene Zitate belegen das.
Das Cover gefällt mir gut, es zeigt die Verliebtheit der Beiden deutlich.
Der Roman handelt von der kurzen aber intensiven Liebesbeziehung von Max Frisch und Ingeborg Bachmann. Eine Beziehung, die sehr speziell ist da beide Schriftsteller völlig unterschiedliche Auffassungen über die Beziehung haben. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere prallen aufeinander und können doch nicht voneinander lassen; er eifersüchtig und besitzergreifend, sie freiheitsliebend und selbstbewusst.
Eine anspruchsvolle, aber lohnende Lektüre.

Veröffentlicht am 14.08.2022

Großartiger Albert Einstein als Comic für Kinder

Jede*r kann die Welt verändern! - Ich bin Albert Einstein
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Der große Wissenschaftler Albert Einstein kann auch für Kinder unserer Zeit ein gutes Vorbild sein. Dabei werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse vollständig weggelassen, denn die Botschaft dieses Buches ...

Der große Wissenschaftler Albert Einstein kann auch für Kinder unserer Zeit ein gutes Vorbild sein. Dabei werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse vollständig weggelassen, denn die Botschaft dieses Buches besteht darin, zu erläutern, dass Jeder die Chance hat, die Welt zu verändern.
Im Mittelpunkt steht nicht der Wissenschaftler sondern das Kind und der Mensch Albert Einstein;das finde ich persönlich besonders gelungen. Das Kind Albert war zunächst kein Wunderkind, sondern eher ein Träumer ,dem sogar das Sprechen schwer fiel.
Das und die Fotos am Ende des Buches brachten meinem 5jährigen Enkel diesen Menschen ganz nah. Die comicartige Gestaltung mit den Sprechblasen sprachen den 8Jährigensehr an. Und auch Erwachsene können noch das ein oder andere Unbekannte über Albert Einstein erfahren.
Die direkte Ansprache am Ende des Kinderbücher motiviert die jungen Leser zusätzlich. Großartig!

Veröffentlicht am 20.07.2022

Briefwechsel mit Stil

Das Glück auf der letzten Seite
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Da in der heutigen Zeit kaum jemand noch Briefe schreibt, sind die meisten Menschen auch nicht mehr gewohnt , solche zu lesen. Deshalb war mir relativ klar, dass dieses Buch polarisieren wird.
Ich finde ...

Da in der heutigen Zeit kaum jemand noch Briefe schreibt, sind die meisten Menschen auch nicht mehr gewohnt , solche zu lesen. Deshalb war mir relativ klar, dass dieses Buch polarisieren wird.
Ich finde aber , dass der Schriftstellerin Cathy Bonidan mit ihrem Roman „Das Glück auf der letzten Seite“ ein toller Roman gelungen ist.
Der Schreibstil ist sehr besonders, manchmal vielleicht auch verwirrend, aber mal liest sich schnell ein. Die Zartheit der Geschichte wird auch durch das Cover sehr gut umgesetzt.
Zum Inhalt:
Anne-Lise findet in bei einem Normandieaufenthalt in ihrem Hotelzimmer ein Romanmanuskript. Nach einer Suche findet sie den Verfasser : Silvestre. Dieser hat den Roman schon vor dreißig Jahren geschrieben , allerdings nie vollendet – das hat ein anderer getan.
Die Suche geht weiter …
Der Roman ist für mich ein literarischer Leckerbissen, gerade weil es heutzutage kaum noch Briefromane gibt.

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