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Veröffentlicht am 19.08.2022

Gelungener Auftakt einer Fantasy-Trilogie mit einem dystopischen Setting

Roboter: Fading Smoke
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Mit diesem Buch legt die Autorin R. M. Amerein den ersten Band ihrer als Trilogie angelegten Fantasy-Reihe vor, die mit einem dystopischen Setting und ihren ungewöhnlichen Hauptfiguren besticht. Aufgelockert ...

Mit diesem Buch legt die Autorin R. M. Amerein den ersten Band ihrer als Trilogie angelegten Fantasy-Reihe vor, die mit einem dystopischen Setting und ihren ungewöhnlichen Hauptfiguren besticht. Aufgelockert wird die eher düstere Grundstimmung durch einen feinen Humor, den die Autorin immer wieder einfließen lässt.

Dabei entführt sie uns in eine Welt, in der Menschen und Roboter weitestgehend in friedlicher Koexistenz leben, obwohl ein Sundown die Lebensverhältnisse für beide Spezies nicht unbedingt verbessert hat. Als der Roboter SM0K3, der sich selber Smoke nennt, im Tausch gegen dringend benötigte Energiezufuhr den Suchauftrag einer obskuren Gruppe Forscher annimmt, wird er in Ereignisse verwickelt, die seine Schaltkreise ziemlich durcheinanderbringen. Denn das Geheimnis um das Menschenkind Kaia, um dass es bei seinem Auftrag geht, hat das Potential, das Zusammenleben zwischen Menschen und Robotern in seinen Grundfesten zu erschüttern.

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, erschafft die Autorin hier mit viel Liebe zum Detail eine phantastische und ziemlich düstere Welt voller Überraschungen und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht etwa die Menschen, sondern die Roboter, die hier in einer Art Kastengesellschaft lesen, die reichlich Potential für weitere Geschichten bietet. Ein kleines Lexikon am Ende des Buches gibt dann auch ein wenig Starthilfe, um sich in dieser Welt zurechtzufinden. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen das Setting und die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt insgesamt sehr gut, lässt aber auch noch ein wenig Steigerungspotential für die nachfolgenden Bände.

Wer auf dystopische und atmosphärisch dichte Fantasygeschichten steht, wird hier insgesamt sehr gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 12.08.2022

Ein eher ruhiger, aber dennoch spannender Krimi, den man definitiv nicht mit leerem Magen lesen sollte

Venezianisches Intermezzo
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Mit diesem Kriminalroman schickt der Autor Thomas Michael Glaw seinen Ermittler, den Münchener Kriminalrat Benedict Schönheit, in seinen bereits sechsten Fall, den man aber auch problemlos lesen und nachvollziehen ...

Mit diesem Kriminalroman schickt der Autor Thomas Michael Glaw seinen Ermittler, den Münchener Kriminalrat Benedict Schönheit, in seinen bereits sechsten Fall, den man aber auch problemlos lesen und nachvollziehen kann, wenn man die vorherigen Bände noch nicht kennt. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Diesmal muss Benedict allerdings auf sein bewährtes Team verzichten, da es ihn nach Venedig verschlägt, wo sein Bruder Jean-Baptiste unter Mordverdacht steht. Mit seiner Freundin Martina an der Seite versucht er dessen Unschuld zu beweisen und stößt dabei bei den örtlichen Behörden lange Zeit nicht unbedingt auf Begeisterung.

Der Autor legt hier erneut einen eher ruhigen Kriminalroman vor, der auf Action und blutige Einlagen verzichtet und seine Spannung in erster Linie aus seiner gut aufgebauten Geschichte und den vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen bezieht. Kam mir Benedict Schönheit, der hier auch als Ich-Erzähler fungiert, bei meiner ersten Begegnung mit ihm (Band 3: Mach dir kein Bild) noch ein wenig zu glattgebügelt rüber, hat er inzwischen doch deutlich an Kontur hinzugewonnen und ist dadurch als Figur auch wesentlich greifbarer geworden. Dass er hier seinen bislang persönlichsten Fall lösen muss, verstärkt diesen Eindruck noch einmal deutlich.

Insgesamt sorgt der Autor mit seinem flotten Schreibstil erneut für gelungene Krimiunterhaltung, bei der Anhänger von ruhigen, aber dennoch spannenden Geschichten voll auf ihre Kosten kommen.

Man sollte dieses Buch allerdings nicht mit leerem Magen lesen, da hier im Laufe der Geschichte doch sehr viel gegessen und getrunken wird, so dass einem beim Lesen unweigerlich das Wasser im Munde zusammenläuft und dabei aufkommende Hungergefühle von der überzeugenden Geschichte und der Tätersuche ablenken könnten.

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Veröffentlicht am 26.07.2022

Akribische Aufarbeitung, die sich in weiten Teilen wie ein Thriller liest

Anschlag auf Olympia
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Am 5. September 2022 jährt sich der Anschlag auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Spiele in München zum 50. Mal. Obwohl dieses Ereignis seitdem bereits in zahlreichen Publikationen und ...

Am 5. September 2022 jährt sich der Anschlag auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Spiele in München zum 50. Mal. Obwohl dieses Ereignis seitdem bereits in zahlreichen Publikationen und auch Filmen behandelt wurde, fehlte bislang eine minutiöse Darstellung der Geschehnisse in den entscheidenden 21 Stunden zwischen der Geiselnahme im Olympiadorf und der letztendlich gescheiterten Befreiungsaktion auf dem Militärflughafen in Fürstenfeldbruck.

In diesem Buch liefert der Historiker und Journalist Sven Felix Kellerhoff nun eine solche Aufarbeitung des feigen Anschlages, für den ihm nun auch die Akten von Polizei und Staatsanwaltschaft zur Verfügung standen, die viele Jahre unter Verschluss waren. Auch einige Stasiakten mit Berichten von DDR-Sportlern, die die Ereignisse vom gegenüberliegenden Haus aus beobachten konnten, bringen hier durchaus zusätzliche Erkenntnisse. Zahlreiche Fußnoten und ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis zeugen von einer akribischen Recherche, die der Autor für dieses Buch betrieben hat und die man seinem Werk auch jederzeit anmerkt.

Durch den packenden Schreibstil des Autoren lesen sich seine Beschreibungen der Abläufe in weiten Teilen wie ein Thriller, bei dem man aber von Beginn an weiß, dass er kein Happy End haben wird. Dabei werden die zahlreichen Fehler der von Beginn an völlig überforderten Endscheidungsträger und der übrigen Beteiligten mehr als deutlich angesprochen, der Autor belässt es aber nicht bei platten Schuldzuweisungen, sondern versucht dabei auch, die Hintergründe zu ergründen. So ergibt sich ein erschreckendes Gesamtbild voller Hilf- und Ahnungslosigkeit, dass so unweigerlich in der Katastrophe enden musste.

Eingerahmt werden die bewegenden Beschreibungen der dramatischen Ereignisse durch ein Vorspiel, dass sich mit den Vorbereitungen auf die olympischen Spiele beschäftigt und dabei schon reichlich Naivität beim Sicherheitskonzept aufdeckt, und ein Nachspiel, dass sich mit den politischen und gesellschaftlichen Folgen des Anschlags auseinandersetzt.

Ein packendes Zeitdokument der jüngeren deutschen Geschichte, dass ich jedem, der sich für solche Stoffe interessiert, nur wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 21.07.2022

Packender Hamburg-Krimi um mysteriöse Morde und die Sünden der Vergangenheit

Friedhofsengel
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In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Regine Seemann die beiden ungleichen Ermittlerinnen Stella Brandes und Banu Kurtoğlu in ihren bereits vierten Fall und bietet dabei neben ordentlich Spannung ...

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Regine Seemann die beiden ungleichen Ermittlerinnen Stella Brandes und Banu Kurtoğlu in ihren bereits vierten Fall und bietet dabei neben ordentlich Spannung auch viel Hamburger Lokalkolorit. Für mich war es der zweite Band der Reihe und auch dieser konnte mich wieder auf ganzer Linie überzeugen.

Man braucht hier aber keinerlei Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als in den Hamburger Stadtteilen Rotherbaum und Eimsbüttel kurz hintereinander zwei ältere Frauen von einem Heckenschützen getötet werden, stehen die Ermittler der Kriminalpolizei vor einem Rätsel. Die beiden Frauen sehen sich zwar auf den ersten Blick ziemlich ähnlich, ansonsten gibt es aber keine Verbindungen zwischen ihnen. So müssen Stella, Banu und ihre Kollegen schon tief in der Vergangenheit graben, um das Motiv hinter den Morden ans Tageslicht zu befördern. Stellas bevorstehende Hochzeit und die Erkrankung von Banus Mutter sorgen dabei für zusätzlichen Trubel zur eigentlich unpassenden Zeit.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege fein gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, von denen fast jeder sein kleineres oder auch größeres Geheimnis mit sich rumträgt und zu bewahren versucht. Die Wechsel zwischen den verzwickten Ermittlungen und dem mitunter doch recht turbulenten Privatleben der Ermittlerinnen sind gut aufeinander abgestimmt und sorgen so für ein stimmiges Gesamtbild, dass am Ende mit einer verblüffenden, aber dennoch schlüssigen Auflösung des Kriminalfalles gekrönt wird.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Packender und atmosphärisch dichter Psycho-Thriller um Lügen und ihre dramatischen Folgen

Die Verdammten
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In ihrem neuesten Psychothriller gelingt der Autorin Astrid Korten ein spannendes und ziemlich komplexes Verwirrspiel aus Lüge und Wahrheit, bei dem man als Leser bis zum Schluss immer wieder auf falsche ...

In ihrem neuesten Psychothriller gelingt der Autorin Astrid Korten ein spannendes und ziemlich komplexes Verwirrspiel aus Lüge und Wahrheit, bei dem man als Leser bis zum Schluss immer wieder auf falsche Fährten gelockt wird, bis dann am Ende die einzelnen Lügengebilde der Protagonisten in sich zusammengefallen sind und man einen Blick auf die ungeschminkte Wahrheit dahinter werfen kann. Eine vielschichtige und ungemein packende Geschichte, die gnadenlos aufzeigt, was Lügen anrichten können.

Der Friseur Sebastian ist geschieden und fechtet mit seiner Exfrau einen heftigen Kampf aus, um seine beiden Töchter sehen zu dürfen. Als ihm eine Kundin ein reizvolles und äußerst lukratives Angebot unterbreitet, hofft er zudem, seinen finanziellen Engpass so zu überwinden. Bei einen besuch bei seiner Mutter im Krankenhaus trifft er auf die Krankenschwester Cherry, von der er sofort fasziniert ist. Cherry steckt allerdings gerade in einer verhängnisvollen Affäre, die ihr Leben bestimmt und sie immer tiefer runterzieht. Auf der Suche nach einer Vertrauten freundet sie sich mit ihrer übergewichtigen Kollegin Klara an, die selber ein Geheimnis mit sich herumschleppt und Cherry zunächst mit Misstrauen begegnet.

Die Autorin erzählt ihre gut aufgebaute Geschichte komplett aus der Perspektive ihrer drei Hauptprotagonisten, Klara nimmt in ihren Kapiteln dabei sogar die Ich-Perspektive ein. Durch die relativ kurzen Kapitel ergibt sich automatisch ein sehr hohes Erzähltempo, bei dem man höllisch aufpassen muss, dass einem kein wichtiges Detail entgeht. Der packende Schreibstil, ein perfekt funktionierender Spannungsbogen und die äußerst vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen tragen auch einen gehörigen Teil dazu bei, das man das Buch beim Lesen gar nicht mehr aus der Hand legen will. Nachdem dann alle Lügen aufgedeckt sind und die Fakten endlich auf dem Tisch liegen, erhält man ein erschreckendes Gesamtbild, das noch lange über das Ende der intensiven Geschichte hinaus nachhallt und zum Nachdenken anregt.

Ich kann dieses Werk jedem Liebhaber von spannenden und abgründigen Psychothrillern nur wärmstens empfehlen, mich konnte die Autorin auf jeden Fall ein weiteres Mal bestens unterhalten.

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