Hätte gerne noch mehr davon gelesen
Die Toten von Fleat HouseViele von uns waren letztes Jahr schockiert, als uns die traurige Nachricht erreichte, dasss Lucinda Riley an Krebs verstorben ist. Wie schade, dass wir nun keine weiteren Bücher der Autorin mehr lesen ...
Viele von uns waren letztes Jahr schockiert, als uns die traurige Nachricht erreichte, dasss Lucinda Riley an Krebs verstorben ist. Wie schade, dass wir nun keine weiteren Bücher der Autorin mehr lesen können. Lucinda Rileys Sohn hat jedoch ein altes Manuskript dieses Krimis aus dem Jahre 2006 aus der Schublade geholt und nach dem Tod seiner Mutter veröffentlicht. Bereits "Der Liebesbrief" aus der Feder der Autorin, der eindeutig eher ein Spannungsroman mit Krimi-Elementen war, hat mir sehr gut gefallen und mich mehr überzeugt, als ihre "Sieben Schwestern" Reihe. Umso gespannter war ich nun auf dieses ältere Werk der Autorin.
Detective Jazmine Hunter, genannte Jazz, hat sich ins beschauliche Norfolk in ein altes Cottage zurückgezogen. Nach der Trennung von Patrick, ihrem Mann und Kollegen bei Scotland Yard, hat sie ihren Dienst in London quittiert. Doch kaum in ihrem neuen Zuhause in Norfolk angekommen, bittet sie ihr ehemaliger Chef, sich einen Todesfall in der Umgebung näher anzusehen. Im elitären Internat St.Stephens wird der 18jährige Charlie Cavendish tot aufgefunden. Man geht zuerst von einem epileptischen Anfall aus, doch bald erhärtet sich der Verdacht, dass es doch kein tragischer Unfall war. Kurze Zeit später gibt es einen weiteren Todesfall und Jazz beginnt mit ihrem Team der Sache nachzugehen. Bald findet sie heraus, dass der Tote im Internat ziemlich gefürchtet war. Er mobbte für sein Leben gern schwächere Schüler. Der Direktor der Schule will jedoch so wenig wie möglich aufhebens um den Todesfall, denn schließlich steht der gute Ruf der Schule auf dem Spiel. Auch Lehrer, wie Schüler, haben Angst, dass man ihren persönlichen Geheimnissen auf die Schliche kommt. Je tiefer jedoch Jazz und ihr Team gräbt, umso mehr Ungereimtheiten tauchen auf. Bis Jazz erkennt, dass die Antowrt in der Vergangenheit liegt, dauert es einige Zeit...
Wer britische Krimis liebt, der wird sicher Gefallen an "Die Toten von Fleat House" finden. Ich fühlte mich von Beginn an sehr wohl in Norfolk. Die Landschaftsbeschreibungen des Gebietes im Osten Großbritanniens, das rauhe Wetter und die einladenen Cottages sind sehr bildhaft beschrieben, ebenso wie die düstere Atmosphäre in St.Stephens. Einzig bei den Figuren meinte es die Autorin zu Beginn etwas zu gut. Sie hat jede Menge Charaktere eingebaut, bei denen man etwas Zeit braucht, um sie richtig zuzuordnen. Doch danach hatte ich keinerlei Probleme mehr. Dafür gibt es auch viele Verdächtige, denn die Charaktere sind sehr vielschichtig und manche haben Geheimnisse, die sie nicht offenbaren möchten.
Jazz fand ich sehr sympathisch und ich hätte gerne noch weitere Krimis mit ihr als Hauptermittlerin gelesen. In der zweiten Hälfte rückte jedoch ihr Privatleben etwas zu sehr in den Vordergrund. Trotzdem bleibt die Spannung aufrecht und die Ermittlungsarbeit im Fokus.
Wie bei ihren letzten Romanen geht Lucinda Riley auch diesmal etwas sehr ins Detail, was die Story nicht immer weiter brachte. Zum Schluss laufen alle Fäden zusammen und ergeben ein stimmiges Ende.
Wer gerne miträtselt kommt auf seine Kosten, denn Riley fischt nicht plötzlich einen Täter hervor, der vorher nie in Erscheinung getreten ist, wie es so manche Thrillerautoren handhaben. Ich hatte selbst zwei Figuren in Verdacht, die ich verdächtigte und lag mit einer davon richtig.
Fazit:
Ein britischer Krimi mit viel Atmosphäre und Ermittlungsarbeit. Mir gefällt Lucinda Riley in diesem Genre teilweise besser, was sie auch schon bei "Der Liebesbrief" gezeigt hat. Sehr schade, dass wir mit Jazmine "Jazz" Hunter nicht weiterermitteln können. Ich bin mir sicher, ich hätte diese Reihe gemocht!