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Veröffentlicht am 10.08.2022

Interessant, aber teilweise auch langatmig

Die verlorenen Kinder von Paris
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Inhalt: Paris 1935. Die bedrohlichen Nachrichten aus Deutschland, sowie die Grausamkeit der Nationalsozialisten gegenüber den Juden, verunsichert auch die Franzosen. Als immer mehr jüdische Flüchtlinge, ...

Inhalt: Paris 1935. Die bedrohlichen Nachrichten aus Deutschland, sowie die Grausamkeit der Nationalsozialisten gegenüber den Juden, verunsichert auch die Franzosen. Als immer mehr jüdische Flüchtlinge, darunter viele Kinder, nach Paris kommen, beschließt Madeleine Lévy zu helfen. Gemeinsam mit Freunden und Familienmitgliedern schließt sie sich der Résistance an, fälscht Papiere und sichert Fluchtrouten, um hauptsächlich Kinder über die Pyrenäen aus dem Land und in Sicherheit zu bringen. Doch die Lage für die Juden und die Résistance wird auch in Frankreich immer gefährlicher.

Meine Meinung: Der Roman basiert auf Tatsachen und erzählt von 1935 - 43 von der jungen Madeleine Lévy, der Enkelin von Alfred Dreyfus (bekannt durch die Dreyfus -Affaire 1894). Madeleine, die seit einer Scharlacherkrankung als Kind schwerhörig war, schloss sich trotz dieses Handicaps der Résistance an und handelte äußerst mutig, selbstlos und engagiert. Ihr eigenes Glück und eine gemeinsame Zukunft mit ihrem Freund Claude Lehmann, der auch Mitglied der Résistance war, stellt sie in der Hoffnung auf ein Ende des Nazi-Terrors zurück.
Sehr gut gefallen hat mir der beschriebene Zusammenhalt und die enge Verbundenheit der Familie Lévy/Dreyfus.
Der Titel „Die verlorenen Kinder von Paris“ ist meiner Meinung nach etwas ungünstig gewählt, denn er weckt falsche Erwartungen an das Buch. Zwar arbeitet Madeleine für die Freiheit der Kinder und hat auch manchmal persönlichen Kontakt zu einigen Kindern, doch an der eigentlichen Flucht ist sie nie beteiligt.
Durch die beschriebenen Gräueltaten der Nazis und der Vichy Regierung, die oft etwas dokumentarisch beschrieben werden, geht dieser Roman sehr unter die Haut und ich muss die mutigen Mitglieder der Résistance bewundern, deren Leben stets in großer Gefahr war.
Der Roman ist eindringlich, interessant und informativ. Leider habe ich mich trotzdem mit dem Lesen etwas schwergetan, denn oft habe ich die Handlung als ziemlich langatmig empfunden. So richtig fesseln konnte mich das Buch deshalb nicht. Schade finde ich auch, dass es am Ende des Buches - außer dem Epilog - keine weiteren Erklärungen gibt. Deshalb weiß ich nicht, was im Roman den Tatsachen entspricht (die historischen Fakten werden natürlich stimmen) und welche fiktiven Charaktere und Ereignisse von der Autorin zugefügt wurden.

Veröffentlicht am 03.03.2022

Mord im Hotel

The Maid
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Inhalt: Die 25-jährige Molly Gray ist bei ihrer erst kürzlich verstorbenen Großmutter aufgewachsen. Seitdem deren Tod ist Molly ziemlich einsam, denn durch ihre ganz besondere Art findet sie nur schlecht ...

Inhalt: Die 25-jährige Molly Gray ist bei ihrer erst kürzlich verstorbenen Großmutter aufgewachsen. Seitdem deren Tod ist Molly ziemlich einsam, denn durch ihre ganz besondere Art findet sie nur schlecht Freunde. Sauberkeit, Ordnung und Regeln geben ihrem Tag Sicherheit und Struktur. Sie arbeitet im altehrwürdigen Regency Grand Hotel in London als Zimmermädchen und liebt ihren Beruf. Als sie jedoch den schwerreichen Mr Black tot in seinem Hotelbett findet, bringt das ihr Leben gehörig durcheinander. Durch ihre Naivität, Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft wird Molly bald selber zur Hauptverdächtigen. Doch mit der Unterstützung echter Freunde versucht sie, den wahren Mörder zu überführen…

Meine Meinung: Nita Prose schreibt die Geschichte aus Mollys Sicht, so dass man einen guten Einblick in deren Gedanken bekommt. Molly ist eine sehr ungewöhnliche, aber liebenswerte junge Frau, die ich gern mochte. Sie wird als äußerst naiv und anderen Menschen gegenüber als unsicher, aber auch vertrauensselig beschrieben. Ihr Leben wird durch verschiedene Zwänge bestimmt. Allerdings ist sie auch sehr aufmerksam und hat ein fast fotografisches Gedächtnis. (Hat sie das Asperger Syndrom? Leider wird das nicht erwähnt.) Manchmal habe ich ihre spezielle Art aber auch als übertrieben empfunden. Bei späteren Handlungen agiert sie dann sogar clever und selbstsicher, was meiner Meinung nach nicht passt.
Leider habe ich auch die Spannung vermisst. Die erste Hälfte des Buches zog sich wie Kaugummi in die Länge, erst dann konnte mich die Handlung etwas mehr fesseln. Glücklicherweise lässt sich der Schreistil sehr leicht und flüssig lesen und die Charaktere - einschließlich Mollys verstorbener Oma, deren Lebensweisheiten sie sich immer wieder ins Gedächtnis ruft - haben mir gut gefallen. Auch das Ende fand ich gelungen.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Kriminalroman mit einer noch ungewöhnlicheren, aber liebenswerten Protagonistin, die mich manchmal zum Schmunzeln gebracht, aber manchmal auch etwas genervt hat. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen.

Veröffentlicht am 21.02.2022

Sie waren nicht immer böse...

Villains Collection
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Inhalt: Diese Hörbuch-Box beinhaltet die ersten sechs Hörbücher der Disney-Villains Reihe (der Disney Bösewichte):
- Die böse Königin (Schneewittchen)
- Das Biest (Die Schöne und das Biest)
- Die Meerhexe ...

Inhalt: Diese Hörbuch-Box beinhaltet die ersten sechs Hörbücher der Disney-Villains Reihe (der Disney Bösewichte):
- Die böse Königin (Schneewittchen)
- Das Biest (Die Schöne und das Biest)
- Die Meerhexe Ursula (Arielle)
- Die dunkle Fee Maleficent (Dornröschen)
- Die Hexe Gothel (Rapunzel)

Sie waren nicht immer böse, doch durch ihre Begegnungen mit den drei verdrehten Hexen-Schwestern, Lucinda, Ruby und Martha, verändern sie sich langsam. Durch ihre Bösartigkeit, Verschlagenheit und Hinterlist gelingt es den Schwestern, Hass und Missgunst zu verbreiten. Sie verändern das Wesen ihrer Opfer und lassen sie böse und hartherzig werden. Bis sich das von ihnen gesäte Böse gegen sie kehrt und zurückschlägt.

Meine Meinung: Als großer Disney und Märchen Fan war ich sehr gespannt auf diese Hörbücher. Mir gefällt die Idee einer Vorgeschichte der bekannten Märchen sehr gut. Es ist empfehlenswert, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu hören, da häufiger Bezug auf Charaktere oder Ereignisse der vorangegangenen Geschichten genommen wird. Auf diese Weise sind die Geschichten alle miteinander verknüpft, was mir gut gefallen hat.
Insgesamt muss ich sagen, dass ich ein wenig enttäuscht war. Die Hörbücher sind ganz sicher nicht schlecht, konnten mich aber leider nicht so begeistern wie ich es erwartet hatte. Mein Favorit ist „Das Geheimnis der dunklen Fee“ (ich mag auch die Figur der Maleficent in der Real-Verfilmung sehr gern) und am schwächsten fand ich „Das verzauberte Haar“ mit Gothel.
Gelesen werden die Geschichten von Tanja Geke, deren Stimme perfekt zu diesen märchenhaften Geschichten passt. Dabei gelingt es ihr, jedem der verschiedenen Charaktere seine eigene Stimme zu verleihen. In den meisten Fällen fand ich das auch gut gelungen, aber die Stimmen von Schneewittchen als Kind und vor allem die der verdrehten Schwestern haben mich total genervt. Teilweise fand ich es unerträglich zuzuhören. Aus diesem Grund habe ich auch das letzte Hörbuch, in dem die Geschichte der Schwestern erzählt wird, abgebrochen. Ich starte sicher in einiger Zeit einen zweiten Versuch, aber erstmal brauch ich eine Pause…

Fazit: Ich glaube, ich persönlich hätte mehr Freude an den Büchern, als an den Hörbüchern gehabt.

Veröffentlicht am 02.09.2021

Leider enttäuschend

Kalte Knochen
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Die Geschichte wird im Wechsel aus den Perspektiven von Mac und Lucie erzählt, die beide ein Geheimnis haben. Mac schreibt ein Buch über alte Legenden der Gegend und da sie nicht mit einem Computer umgehen ...

Die Geschichte wird im Wechsel aus den Perspektiven von Mac und Lucie erzählt, die beide ein Geheimnis haben. Mac schreibt ein Buch über alte Legenden der Gegend und da sie nicht mit einem Computer umgehen kann, tippt Lucie ihre handschriftlichen Notizen über die tragische Sage der Schwestern Bell und Elsbeth ab. Auszüge dieser Sage sind in kursiver Schrift zwischendurch eingefügt, allerdings fand ich sie diese Abschnitte im Laufe der Geschichte immer langweiliger statt spannender.
Leider waren mir die Protagonistinnen Mac noch Lucie nicht besonders sympathisch. Auch die anderen Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Das Setting und die düstere Atmosphäre der Mühle und des alten Cottage haben mir aber gut gefallen und der Schreibstil von Sandra Ireland lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Handlung plätschert lange Zeit vor sich hin, ohne dass etwas passiert. Später zieht die Spannung dann etwas an und es gibt durchaus einige gute Ansätze und man beginnt langsam Zusammenhänge zu erahnen, was mich auf Grusel und Spannung hoffen ließ, doch leider wird die Geschichte gegen Ende immer wirrer.

Fazit: Leider hat das Buch trotz guter Ansätze nicht gehalten, was Cover und Klappentext versprochen haben.

Veröffentlicht am 26.07.2021

Ein Roman über Vorurteile und Rassismus

Gute Nachbarn
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Inhalt: Als die Familie Whitmore in den beschaulichen kleinen Ort Oak Knoll in North Carolina zieht und ihren neugewonnenen Reichtum durch ein protziges neues Haus samt Pool und teurem, aber kahlem Garten ...

Inhalt: Als die Familie Whitmore in den beschaulichen kleinen Ort Oak Knoll in North Carolina zieht und ihren neugewonnenen Reichtum durch ein protziges neues Haus samt Pool und teurem, aber kahlem Garten zur Schau stellt, kommt das vor allem bei der schwarzen Nachbarin und Forstwirtschafterin Valerie Alston-Holt nicht gut an. Dann verlieben sich Valeries Sohn Xavier und Juniper, die Tochter der Whitmores ineinander, was schließlich zu einer Katastrophe führt…

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus der Perspektive der (ich glaube ausschließlich weiblichen) Nachbarn erzählt, was mich zuerst etwas irritiert und mir auch nicht gefallen hat.
In der typischen amerikanischen kleinen Vorort-Siedlung à la Desperate Housewives, zieht eine weiße, zu Geld gekommene, Familie ein, für deren protzigen Neubau mitten in der Siedlung ein kleines Haus abgerissen wurde, sowie einige stattliche Laubbäume fallen mussten. Nach außen scheint die Familie perfekt zu sein, doch hinter der Fassade hat jeder seine Geheimnisse. Brad Whitmore ist der unsympathischste Charakter des Buches.
Ich persönlich war von Anfang an auf der Seite von Valerie, die die Natur und ihren Garten liebt und erleben muss, wie durch den Neubau ihre geliebte alte mächtige Eiche stirbt. Trotzdem fand ich ihre Reaktion darauf zu extrem.
Die beiden Teenager, Juniper und Xavier, verlieben sich schnell ineinander und möchten nach Möglichkeit nicht in den Streit der Eltern hineingezogen werden. Juniper hat vor einigen Jahren ein Keuschheitsgelübte abgelegt, was ihre Beziehung zusätzlich zu den verschiedenen Hautfarben noch erschwert.
Ganz langsam und mit vielen Rückblicken in die Vergangenheit der Charaktere - hauptsächlich der Erwachsenen - steuert die Geschichte auf eine große Tragödie zu, die ich nicht so erwartet hätte und die mich sehr erschüttert hat.
Die Grundidee des Buches gefiel mir gut, doch der Aufbau und Stil konnte mich nicht überzeugen. Leider zieht sich die Handlung auch ziemlich in die Länge. Erst gegen Ende kommt Spannung auf.

Fazit: „Gute Nachbarn“ ist ein Gesellschaftsroman, der die erschreckende Wahrheit über Vorurteile und Rassismus in Amerika offenbart, der aber auch viele Klischees beinhaltet.