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Veröffentlicht am 28.08.2022

Tolle Idee etwas chaotisch umgesetzt

The School for Good and Evil, Band 1 - Es kann nur eine geben. Filmausgabe zur Netflix-Verfilmung
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Vorab erstmal der Hinweis, dass "The School for Good and Evil" das erste Kinderbuch ist, das ich seit Langem lese. Vielleicht ist mein Blickwinkel deshalb manchmal ein bisschen zu "erwachsen". Trotzdem ...

Vorab erstmal der Hinweis, dass "The School for Good and Evil" das erste Kinderbuch ist, das ich seit Langem lese. Vielleicht ist mein Blickwinkel deshalb manchmal ein bisschen zu "erwachsen". Trotzdem hat mich das Buch natürlich sehr an die Harry Potter Reihe erinnert, die ich schon mehrfach verschlungen habe und ich denke, deshalb kann ich die Geschichte trotzdem ganz gut beurteilen.
Bei "The School for Good and Evil" habe ich mich sofort in dieses wahnsinnig schöne und detaillierte Cover verliebt, bei den mich nur die Schrift ein wenig stört. Ansonsten finde ich, ist das eines der schönsten Cover, die ich kenne. Und es passt einfach perfejt zur Geschichte, man kann sich die Schulen total gut vorstellen und bekommt beim genaueren Betrachten sogar schon megr Hinweise auf die Handlung, als durch den Klappentext.
Vollends überzeugt hat mich dann aber die Leseprobe, sodass ich das Buch einfach weiterlesen musste. Denn schon auf den ersten Seiten fällt der tolle, märchenhafte Schreibstil auf, der einen als Leser wirklich in eine andere Welt entführt. Toll fand ich grundsätzlich auch, dass die Welt und das Dorf Gavaldon, in dem Sophie und Agatha leben, gar nicht groß ins Verhältnis gesetzt, werden, sodass ich mich am Anfang immer wieder gefragt habe, wie diese Welt denn aussieht, wie sie sich von unserer unterscheidet und welche Rolle Märchen in dieser Welt spielen. Das passt gut, denn Sophie und Agatha kennen zu Beginn des Buches ja auch nur Gavaldon, sodass man gemeinsam mit den beiden seinen Blickwinkel erweitert und mehr erfährt. Da es sich um eine Buchreihe handelt, blieben bei mir aber bis zuletzt noch viele Fragen über die Welt offen, was zum einen spannend ist, mich manchmal aber ein bisschen frustriert hat, da alles so rätselhaft geblieben ist.
Sophie und Agatha waren zwei wirklich unterschiedliche Charaktere, und ich fand von Beginn an, dass Sophie total unsympathisch und egoistisch und Agatha sehr naiv und nicht sehr selbstbewusst wirkt. Während der Geschichte hatte ich das Gefühl, dass sich diese Charakterzüge bei den beiden nur immer mehr verstärken, anstatt sich in eine positive Richtung weiterzuentwickeln, sodass ich die Entwicklung der Protagonistinnen enttäuschend fand. Gleichzeitig war der Fokus für meinen Geschmack auf viel zu sehr auf Äußerlichkeiten ausgelegt, was schnell falsche Werte gerade an junge Leser:innen vermittelt. Wirklich gestört hat mich allerdings, dass vor allem Agatha immer wieder die gleichen Fehler machte und nichts daraus gelernt hat.
Die Handlung fand ich ziemlich wirr und sehr rasant. Ständig tauchten neue Probleme auf, die sich manchmal wie von Zauberhand lösten und dann sofort durch wieder neue Probleme abgelöst wurden. Beim Lesen kam ich nie wirklich zur Ruhe. Und dies galt vor allem für die zwischenmenschlichen Konflikte unter den Schüler:innen, bei denen ich echt kaum mithalten konnte.
Insgesamt muss ich deshalb sagen, dass ich die Grundidee des Buches wie auch den Schreibstil echt klasse fand, die Umsetzung aber sehr chaotisch und verbesserungsfähig war.

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Geschichte hautnah

Susanna
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"Susanna" von Alex Capus war ein sehr interessantes Buch, das Geschichte hautnah erzählt. Der Autor zeichnet das Leben von Susanna Faesch nach, von ihrer frühesten Kindheit an, bis kurz vor der Schlacht ...

"Susanna" von Alex Capus war ein sehr interessantes Buch, das Geschichte hautnah erzählt. Der Autor zeichnet das Leben von Susanna Faesch nach, von ihrer frühesten Kindheit an, bis kurz vor der Schlacht am Little Bighorn, kurz nachdem Susanna mit ihren Sohn Christie den Lakota-Führer Sitting Bull besuchte. Da ich moderne Romane über Indianer vor allem früher sehr gerne gelesen habe, war ich gespannt auf diese Geschichte, auch wenn ich von Susanna Faesch bisher noch nie etwas gehört hatte und ich die Schlacht am Little Bighorn zwar namentlich kannte, aber kaum Wissen darüber hatte. Grundsätzlich hat mir das Buch gut gefallen, es lies sich leicht lesen und vor allem die Perspektive fand ich total interessant zu lesen. Das Buch erzählt Geschichte hautnah, indem es Susannas Leben stringend wiedergibt und dem Leser das Gefühl gibt, alle Entwicklungen mitzuerleben, anstatt nur die erinnerungswürdigsten Momente wiederzugeben. Das gefiel mir sehr gut, weil es vieles greifbarer und verständlicher macht. Interessant fand ich auch, wie der Autor zwischendurch selbst das Wort ergriff, indem beispielsweise Sätze fielen wie "Es ist nicht überliefert, ob...". Dadurch wurde einem beim Lesen auch immer wieder bewusst, dass es sich hier in gewisser Weise auch um eine Biografie von Susanna Faesch handelt, bei der sicherlich viele Details nur vermutet sind, aber dadurch erhielt das Buch auch eine starke Authentizität.
So weit so gut, mir gefiel also die Grundidee und auch die Umsetzung, jetzt komme ich zu den Abers: das Buch hat mich einfach nicht so richtig abgeholt. Ja, das Leben von Susanna Faesch war schon spannend und vor allem beim Nachdenken über das Buch nach dem Lesen fand ich es dann interessant, aber während des Lesens hat mich die Geschichte immer wieder nicht mitgenommen. Vieles wurde zu detailliert erzählt, das eigentlich Spannende (die Verbindung zu den Lakota) kam sehr kurz. Ich fand das Buch immer wieder langatmig und musste mich zum Weiterlesen aufraffen und habe mich auch immer wieder gefragt, was im Moment gerade eigentlich interessant an dieser Geschichte ist, was der Mehrwert von diesem Buch ist. Und das ist wohl auch der Nachteil an der Erzählperspektive, denn da die Geschichte so geschildert wird, wie Susanna sie wohl erlebt haben könnte, passiert eben auch nicht eine spannende Sache nach der anderen.
Ich konnte mich wohl einfach nicht so gut auf die Geschichte einlassen und hätte mir vielleicht auch mehr Zeit für das Buch nehmen müssen. Wer das kann, hat hier sicherlich ein paar schöne Lesestunden, für meinen Teil konnte mich das Buch nicht so richtig überzeugen.

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Veröffentlicht am 17.07.2022

Starke Idee, die zumindest gegen Ende gut umgesetzt wurde

In fünf Jahren
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"In fünf Jahren" fand ich von der Grundidee so spannend, aber wie ich es schon in einigen anderen Rezensionen gelesen habe (und wie es, wie ich zugeben muss ja auch schon auf dem Cover steht) war das Buch ...

"In fünf Jahren" fand ich von der Grundidee so spannend, aber wie ich es schon in einigen anderen Rezensionen gelesen habe (und wie es, wie ich zugeben muss ja auch schon auf dem Cover steht) war das Buch so gar nicht die Art von Geschichte, die ich mir vorgestellt hatte. Und ich muss auch leider sagen, dass es sich für mich lange Zeit hingezogen hat, ich kam nicht so richtig in die Handlung rein, konnte mich nicht für die Charaktere erwärmen und wusste überhaupt nicht, wohin diese Geschichte will und was sie mir sagen will.
Die Protagonisten waren mir durch die Bank nicht sympathisch. Ich sage bewusst nicht "unsympathisch" denn vielmehr hat mir einfach der Zugang zu ihnen gefehlt, sie wirkten platt, oberflächlich und ich konnte einfach so gar nicht mit ihnen mitfiebern. Einzig Dannie war mir wirklich total unsympathisch, die einfach nicht weiß, was sie im Leben will, alle hinhält und meiner Meinung nach total falsche Werte hat, nur die Arbeit ist wichtig, dass man sich ein teures Leben leisten und schick Essen gehen kann. Die Beziehungen zwischen den Protagonisten, insbesondere zwischen Dannie und David und zwischen Dannie und Bella wurden zwar als sehr innig und vertraut beschrieben, so richtig an kam das bei mit aber nicht, bzw. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie so innig waren.
Ganz schlimm fand ich dir ständigen, viel zu ausführlichen Beschreibungen der Umgebung und vor allem der Outfits sämlicher Charaktere. Nicht nur Farbe, Passform und sonst was wurde beschrieben, nein, es kam natürlich immer noch die Marke hinterher und am besten noch die Erinnerung daran, wann besagtes Teil gekauft wurde. Todlangweilig und extrem nervig. Gleichzeitig wurde wirklich jede Mahlzeit beschrieben, was, wo, wie hies das Restaurant (denn gekocht wurde eigentlich nie). Ich hatte manchmak echt das Gefühl das halbe Buch besteht nur aus Essen und Klamotten. Außerdem fand ich das Shopping- und Essensverhalten von Dannie und Bella einfach so unhinterfragt und gar nicht mehr zeitgemäß, von Nachhaltigkeit oder dem Hauch bewusstem Konsum keine Spur.
Das Ende hat mich dann doch wieder etwas mit dem Buch versöhnt, es wurde doch noch unerwartet emotional und ich hatte das Gefühl, dass die losen Fäden der Geschichte dann doch noch zusammenfanden und alles irgendwie doch noch Sinn ergab. Irgendwie. Denn so richtig überzeugt bin ich trotzdem nicht von der Unsetzung dieser an sich spannenden Idee.

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Veröffentlicht am 09.07.2022

Zu viel Drama für ein Buch!

Rise and Fall (Faith-Reihe 1)
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Auf Rise and Fall war ich sehr neugierig, weil ich die Grundlage der Geschichte total anders und spannend fand und neugierig darauf war, wie die Autorin dieses Thema umsetzt. Dass Carter und Sky sich schon ...

Auf Rise and Fall war ich sehr neugierig, weil ich die Grundlage der Geschichte total anders und spannend fand und neugierig darauf war, wie die Autorin dieses Thema umsetzt. Dass Carter und Sky sich schon seit 15 Jahren kennen und lieben, füreinander schon jetzt die jeweils wichtigsten Menschen im Leben sind und dass sich diese innige Liebe jetzt nach all der Zeit in eine ganz andere Richtung entwickelt, die den beiden erst einmal ziemliche Angst einjagt, fand ich total schön.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch lies sich locker und schnell lesen. Trotzdem konnte mich das Buch emotional nicht so richtig abholen und berühren, ich hatte immer eine gewisse Distanz zu den Protagonisten und der Geschichte. Das lag wohl vor allem daran, dass ich sowohl mit Sky, als auch mit Carter nicht zu 100% warm wurde. Vor allem die Werte, die Carter teilweise vertreten hat, der ja doch ein ziemlicher Aufreißer war, konnte ich nicht teilen. Sky fand ich zwar total mutig und sympathisch, ich habe bewundert, wie selbstlos sie ist und wie gut sie nach ihrem Unfall mit ihrer neuen Realität klar kam, aber gleichzeitig war das ganze vielleicht auch bisschen zu perfekt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man es schafft, dem wichtigsten Menschen in seinem Leben einen so schweren Unfall mit derartigen Folgen für ganze sechs Monate zu verheimlichen. Wie wichtig kann diese Person und die Beziehung denn dann sein, wenn ich ihr für ein halbes Jahr lang nur noch Lügen erzähle? In die Sache mit der Querschnittslähmung kann ich mich weniger gut hineinversetzen, aber auch hier fand ich es doch etwas unrealistisch, dass Sky einfach hinnimmt, was passiert ist, sich Katheter legt und alles und kaum etwas von den Anfangsschwierigkeiten rüberkommt, die sie damit doch gehabt haben MUSS. Und als ob sie es dann schafft, Carter gegenüber auf heile Welt zu tun... Aber damit nicht genug, denn im Buch ging es ja eigentlich vor allem um die Beziehung zwischen Carter und Sky. Ich habe mich schon früh gefragt, wie die Autorin aus der ganzen liebe, die schon da ist, sich aber nur verändert, ein ganzes Buch schreiben will. Die Antwort ist: Drama! Es ist schon schwer vorstellbar, dass in zwei Leben so viel Drama geschieht, wie es bei Sky und Carter der Fall war. Ständig geschahen neue, krasse Dinge, die mich teils völlig kalt ließen, weil es mir einfach zu viel des Guten wurde. Gleichzeitig wurden diese Themen eben auch schnell abgehandelt und dadurch in ihrer Dramatik heruntergespielt, um gleich darauf den nächsten Schock zu platzieren. Da wurde es mir gegen Ende dann einfach zu viel.
Grundsätzlich fand ich die Geschichte kurzweilig und schön zu lesen, es wurden viele ernste Themen behandelt und vor allem die schwere Kindheit von Sky und Carter, die durch die Pflegeeltern Heather und Charles um so vieles besser gemacht wurde, fand ich sehr berührend und toll beschrieben. Dennoch hatte ich auch einige Kritikpunkte an dem Buch, weshalb es mich nicht vollständig überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 18.04.2022

Viel verschenktes Potenzial

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia
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Die Grundidee von "A Song of Wraiths and Ruin" finde ich toll, die afrikanisch inspirierte Welt war mal etwas völlig anderes und das Buch hat seine Magie schon allein dadurch entfacht, dass mir als "westlicher" ...

Die Grundidee von "A Song of Wraiths and Ruin" finde ich toll, die afrikanisch inspirierte Welt war mal etwas völlig anderes und das Buch hat seine Magie schon allein dadurch entfacht, dass mir als "westlicher" Leserin vieles noch total neu vorkam, denn in der afrikanischen Kultur kenne ich mich leider viel zu wenig aus. Leider hat mich an der Umsetzung des Buches dann doch so einiges gestört, so dass es für mich leider kein Lesehighlight war - wie erhofft - sondern ich eher etwas enttäuscht zurückgeblieben bin.
Das fängt für mich damit an, dass das Buch ja eigentlich kein Jugendbuch ist, ich beim Lesen aber durchweg das Gefühl hatte, die Geschichte sei für ein etwas jüngeres Publikum verfasst worden. Das mag auch an den 17-jährigen Protagonisten Malik und Karina liegen, deren Handlungen und Gedanken auch diesem Alter entsprechen. Teilweise wirken die beiden wirklich wahnsinnig unreif, dann aber auch wieder sehr erwachsen und reflektiert. Manchmal hatte ich echt das Gefühl, es gäbe jeweils zwei verschiedene Versionen von Malik und Karina. Dadurch haben beide für mich an Glaubwürdigkeit verloren und so richtig warm wurde ich leider nicht mit ihnen.
Grundsätzlich hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen, das Buch lies sich gut und flüssig lesen. Aber mit dem Spannungsaufbau war es so eine Sache - es gab so viel Szenen, aus denen die Autorin meiner Meinung nach viel mehr hätte machen können, doch diese Konflikte wurde jedes Mal viel zu leicht und vor allem viel zu schnell gelöst. Vor allem Malik stand so oft vor scheinbar unüberwindbaren Hürden, die dann in einem Halbsatz aufgelöst wurden, ohne dass er selbst sich dafür ins Zeug legen musste. Auch insgesamt hatte die Handlung ein ordentliches Tempo drauf, viel zu schnell, wie ich fand. Dadurch wurde das Buch für mich langatmig, denn wenn ständig neue Dinge passieren und sich wieder klären, verliert man als Leser doch schnell mal den Überblick. Diese neuen Dinge führen aber auch noch zu einem weiteren Kritikpunkt, durch den die Handlung auch etwas verlangsamt hätte werden können: Es wurde viel zu wenig erklärt. Magische Wesen wurden mit einem neuen Namen erwähnt, aber wie diese aussehen oder welche Eigenschaften sie haben, das wurde mit keinem Wort erläutert. Das fand ich besonders schade, da mir der Zugang zu der Welt dadurch verwehrt wurde. Nicht zuletzt deshalb kam mir die Welt, die die Autorin geschaffen hat, sehr konstruiert und nicht echt genug vor. In die Szenen konnte ich mich nicht immer gut hineinversetzen, weil ich kein ausreichendes Bild von der Umgebung im Kopf hatte.
Abschließend muss ich leider sagen, dass ich mir viel mehr von dem Buch erhofft hatte und mich wohl von dem schönen Cover und dem tollen Buchschnitt habe täuschen lassen. Die Geschichte richtet sich meiner Meinung nach eher an ein jüngeres Publikum, bei dem sie vermutlich auch besser ankommen würde, ich finde aber, dass sie viel Potenzial verschenkt.

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