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Veröffentlicht am 21.07.2017

"fantastische" Spannung

Die Sage um Ihartar
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Das Cover des Buches und der Klappentext versprachen einen Fantasyroman, dessen Geschichte ich unbedingt lesen wollte.

Die Autorin Ramona Elena Herbst schreibt in einem angenehmen, leichten und sehr ...

Das Cover des Buches und der Klappentext versprachen einen Fantasyroman, dessen Geschichte ich unbedingt lesen wollte.

Die Autorin Ramona Elena Herbst schreibt in einem angenehmen, leichten und sehr flüssigen Schreibstil, der mich sofort in die Geschichte eintauchen ließ.
Den Beginn fand ich etwas zu langatmig, aber als klar wurde, weshalb Varim sich auf die Reise machen muß nahm die Geschichte rasant an Fahrt auf und konnte die hohe Spannung bis zum Schluß halten.

Die beiden sehr unterschiedlichen Schwestern Arbell und Sinea werden im Verlauf ebenso detailliert gezeichnet (auch wenn Varim bzgl. der Zuneigung zwischen ihnen schwankt wie ein junger Baum im Wind) wie jede weitere Figur- etwas, das mir überaus positiv auffiel.

Die Reise und ihre Gefahren werden äußerst spannend und bildgewaltig erzählt, sodaß man sich eher in einem Film statt beim Lesen wähnte.
Durch ihren Blick und die Kunst, die richtigen Worte zu verwenden, schafft die Autorin es spielend, uns mit in ihre Fantasywelt zu nehmen und die Schauplätze der Handlung wirklich werden zu lassen. Dabei gibt es jedoch einige Wendungen, die für Überraschungen sorgen.

Dennoch versteht sie es, auch eine Lehre einfließen zu lassen, sodaß dieses Buch nicht nur der Unterhaltung allein diente. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt und der Erkenntnis, daß man gemeinsam alles schaffen kann!

Ein sehr unterhaltsamer Fantasyroman, der vor Abenteuerlust nur so strotzt und noch dazu eine wichtige Botschaft vermitteln kann.


Veröffentlicht am 24.06.2017

Wer ist der Engel der Toten?

Totenengel
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Liverpool im Winter. Eine Frau bricht auf der Straße zusammen, sie stammelt wirre Sätze von Blut und einem Mord. Detective Eve Clay wird zu ihrem Haus geschickt und findet dort einen grotesken Anblick ...

Liverpool im Winter. Eine Frau bricht auf der Straße zusammen, sie stammelt wirre Sätze von Blut und einem Mord. Detective Eve Clay wird zu ihrem Haus geschickt und findet dort einen grotesken Anblick vor: Der Vater der Frau, ein ehemaliger Kunstprofessor, wurde ermordet, sein Körper wie eine Installation inszeniert, doch durch/ von wem und aus welchen Beweggründen?

Das Cover des Buches ist recht zurückhaltend in Schwarz gestaltet, der Titel in Grau ähnlich einem Kreuz angeordnet. Es passt zu dem vorliegendem Thriller.

Das Buch "Totenengel" ist nach "Totenprediger" das 2. Buch um die Ermittlerin Eve Clay. Der Roman ist unabhängig vom ersten lesbar, da er über eine in sich abgeschlossen Handlung verfügt.

Der Autor Mark Roberts hat seinen Thriller im recht lockeren, spannenden Erzählstil geschrieben. Als Leser ist man bei allen Ermittlungsschritten und Überlegungen des Teams um Eve mit dabei.

Diese wurde, obwohl Hauptprotagonistin, jedoch nur äußerst oberflächlich beschrieben. Ihre Vergangenheit wurde im Prolog kurz angerissen, dieser beginnt mit einem Rückblick in ihre Kindheit. Dies´ hätte man deutlich mehr ausführen können, um etwas mehr Tiefe zu erzielen.

Auch die weiteren Charaktere werden nur sehr gering, z.T. gar nicht beschrieben.
Dazu taucht zu Beginn eine Vielzahl an Ermittlern auf, über die man sehr bald den Überblick verliert, zumal sie häufig nur beim Nachnamen oder Vornamen betitelt werden- das sorgte für unnötige Fragen und beeinflußte den Lesefluß negativ.

Positiv empfand ich die recht kurzen, übersichtlichen Kapitel, auch die verschiedenen Handlungs- und Zeitstränge, die die Spannung doch recht hoch halten konnten.

Dieser Thriller erinnerte sehr an Dan Brown und seine religiösen Themen, die Grausamkeit der Verstümmelung des Mordopfers jedoch an einige andere Autoren.

Fazit: ein spannender Thriller um eine (leider zu blasse) Ermittlerin mit einigen Schwächen, dem ein wenig mehr Tiefe hinsichtlich der Personen gut getan hätte. Die Handlung an sich gefiel, wenn auch die Aufklärung zum Ende wieder etwas konfus erschien.


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Veröffentlicht am 12.02.2026

mittelmäßiger Auftakt

Empire of Whispers and Shadows
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Das Cover des Romans "Empire of Whispers and Shadows"
ist genretypisch für Romantasy gestaltet, allerdings passend zum japanischen Einfluß des Plots mit Kirschblüten und einem Katana, im Hintergrund ist ...

Das Cover des Romans "Empire of Whispers and Shadows"
ist genretypisch für Romantasy gestaltet, allerdings passend zum japanischen Einfluß des Plots mit Kirschblüten und einem Katana, im Hintergrund ist eine Pagode dargestellt.

Die Hauptprotagonisten Saya und Teno werden zu Assasinen des Gottkaisers ausgebildet und müssen deshalb schwerste Prüfungen bestehen, 7 an der Zahl.

Bereits im Prolog geht es um Leben und Tod, denn Amaza, offenbar Sayas Mutter, soll von ihrem "gezeichneten" Kind trennen. Eigentlich verlangen die Gesetze sogar, daß die Mutter den Säugling tötet, doch Amaza findet eine Lösung. Und so überlebt Saya, wächst bei liebevollen Pflegeeltern auf, die jedoch grausam hingerichtet werden.
Und Saya nur noch ein Ziel kennt: Rache.
An Teno und seinem Vater, dem Stadthalter. Und einigen weiteren, deren Namen sie auf einer Liste zusammengetragen hat.

Teno hingegen will die Prüfungen bestehen und nach seinem Dienst für den Gottkaiser seiner Stiefmutter endlich die Stirn bieten können.

Während Saya zu Beginn eine angenehm sympathische Protagonistin war, füllte Teno eher den Gegenpart aus. Doch während der Geschichte wechselten die Perspektiven fast so häufig wie die Erzählstimmen.

Saya und Teno erzählen jeweils einen Teil der Geschichte, nicht immer abwechselnd und nicht immer fortlaufend.

Der Plot an sich ist interessant, wenn auch das "Enemys-to-Lovers" reichlich gewollt daherkommt.
Die Zwischenelemente um die Prüfungen, die Plagen oder die Magie des Gottkaisers... das kam alles viel zu kurz. Stattdessen lag ein großer Fokus der Autorin im detaillierten Beschreiben, wie sich Teno und Saya näherkommen, wer wen wo berührt usw.
Das war mir häufig zuviel.

Auch der Schreibstil wirkte unausgereift, zu sprunghaft und der Ausdruck war häufig nicht das, was ich von den Personen erwartet hätte.

Das Setting gefiel mir bis zum Schluß- der allerdings mit einem Cliffhanger endet und mich sehr verärgert, denn es war zuvor nicht ersichtlich, daß das Buch keine abgeschlossene Geschichte erzählt!

Den zweiten Teil werde ich nicht lesen.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Todesfall in der Eishölle

Das Ganymed-Fragment
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Das Cover ist so düster und geheimnisvoll wie die Geschichte selbst und passend zum Inhalt gestaltet. 3 Menschen in Raumanzügen stehen in einer Gesteinshöhle und schauen in eine Art Grube vor ihnen. Womit ...

Das Cover ist so düster und geheimnisvoll wie die Geschichte selbst und passend zum Inhalt gestaltet. 3 Menschen in Raumanzügen stehen in einer Gesteinshöhle und schauen in eine Art Grube vor ihnen. Womit wir schon inmitten der Handlung sind.

Im Jahr 2225, auf der Raumstation Ceres, lebt Alan Bishop, ein abgehalfteter Ermittler, der selbst in dem Dreck haust, in dem er die Verbrechen aufklärt.
Ceres war zuvor ein Glanzlicht der Hoffnung auf der Suche nach Rohstoffen und ist nun zu dem korrupten Ghetto geworden, von dem alle (von) der Erde entfliehen wollten.
Alan erhält den Auftrag, nach Ganymed zu reisen, um dort den Tod eines Minenarbeiter aufzuklären. Dieser starb unter mysteriösen Umständen, die mit einem außerirdischen Artefakt in Zusammenhang stehen.

Den Schreibstil empfand ich bisweilen als schwer zugänglich, da er noch sehr roh und häufig zu technikverliebt war. Auch den Dialogen merkt man deutlich an, daß der Autor noch "neu im Geschäft" ist. Einiges wirkte sehr hölzern, einige Begegnungen oder Handlungen sehr konstruiert.
Den Protagonisten Alan konnte ich mir gut vorstellen, auch seine Art zu denken gefiel mir.

Autor David Reimer kombiniert hier Sci-Fi mit einem eher klassischem Detektivroman und fügt noch einige Thrillerelemente hinzu.
Die politische Themen, Machtmißbrauch, Korruption u.ä. wirken gut durchdacht und geben dem Roman Aktualität.
Die Welt, die er erschuf, ist so durchaus vorstellbar, dennoch braucht man etwas bis man in die Geschichte hineinkommt. Dann ist sie aber durchaus fesselnd. Leider wurde so gar nicht auf die nicht-irdische Technologie des Fundstückes eingegangen. Schade.

Insgesamt war es mir zu überfrachtet, einiges zu konstruiert und unlogisch... und daß es eine Fortsetzung gibt, hätte ich auch gern vorher gewußt.
Gute 3.5 ☆

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Adelsfamilie

Lázár
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Das Cover zeigt ein weißes Pferd, einen Schimmel, vielleicht einen Lippizzaner- eine Rasse, für die Slowenien berühmt wurde. Im starken Kontrast zu dieser (barocken) Szenerie erscheint in Schrift in einem ...

Das Cover zeigt ein weißes Pferd, einen Schimmel, vielleicht einen Lippizzaner- eine Rasse, für die Slowenien berühmt wurde. Im starken Kontrast zu dieser (barocken) Szenerie erscheint in Schrift in einem starken Gelb, das nicht wirklich dazu paßt.

Der erste Eindruck des Erstlingswerkes "Lázár" von Nelio Biedermann war fesselnd und berührend zugleich.

Ein Kind, Lajos, wird geboren, "durchsichtig" ist es, doch gesund, bescheiningt der Arzt.
Der Vater, ein Baron, auch nur der 2. in der Rangfolge, herrscht nur, weil sein Bruder Imre psychisch krank ist, und denkt sogleich an Kindsmord, als er Lajos erblickt.
Seine Mutter Maria hingegen, offenbar schwer depressiv, hatte eine Affäre mit dem Stallmeister, dessen Ergebnis Lajos ist.

Was mich zu Beginn für das Buch einnahm, war vor allem der Schreibstil des Autors.
Auch könnte die Handlung des Buches gut als Grundlage zu einer Verfilmung dienen. Die Umsetzung im weiteren Verlauf konnte mich nicht überzeugen, vieles blieb zu schnell abgehandelt, unaufgelöst, ungesagt.

Die Geschichte der Familie umfasst mehrere Jahrzehnte und zeigt auch den geschichtlichen Wandel in Ungarn während diesem langen Zeitraums auf, das Ende der Monarchie,
vor allem aber auch die innerfamiliären Konflikte, die durch Neid, Eifersucht, Verachtung und des damaligen typischen Umgangs mit den Kindern (Züchtigung, Aufenthalt im Internat) geprägt sind.
Zugleich spielen Suizide, schwerster Alkoholismus und immer wieder extreme sexualisierte Szenen (Gedanken und Phantasien, die detailliert beschrieben werden) eine - zu wichtige - Rolle.
Die Figuren blieben blaß, zum Großteil unsympathisch und ich konnte mich nur wenig mit ihnen identifizieren.

Lange Schachtelsätze sorgen für eineLangatmigkeit und Anstrengung, die angepriesene Leichtigkeit fand ich jedenfalls nicht.

Für mich war diese Familiengeschichte einer ungarischen Adelsfamilie sehr überfrachtet, unauflöst und hat bis auf den wunderschönen poetischen und detallierten Schreibstil in höherer Sprache nur wenig Freude gemacht.

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