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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2022

Mutter werden

MTTR
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"MTTR", Mean Time To Recover bzw. auch Mean Time To Repair wird als die mittlere Reparaturzeit nach einem Ausfall eines Systems definiert. Diese gibt an, wie lange die Wiederherstellung des Systems im ...

"MTTR", Mean Time To Recover bzw. auch Mean Time To Repair wird als die mittlere Reparaturzeit nach einem Ausfall eines Systems definiert. Diese gibt an, wie lange die Wiederherstellung des Systems im Mittel dauert. Es kann aber auch als Mutter gelesen werden und ist ein Buchtitel von Julia Friese.
Im Mittelpunkt steht hier Teresa Borsig, die im Büro auf der Toilette feststellt, dass sie schwanger ist. Danach reflektiert sie, ob sie eine Familie will, was das bedeutet, ob sie das kann.
Teresa ist hier schonungslos offen, sie geht bei jedem Thema in die Tiefe, sie zerpflückt es regelrecht. Ihre Kindheit, ihre Eltern, die Vorsorge in der Schwangerschaft und auch die Geburt selber. Sie schafft es Erlebnisse, aber auch hauptsächlich Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. In Worte, wo ich mehr als einmal dachte, ja, genauso ist es, so habe ich das auch empfunden.
Die Beziehung zu den Eltern, dieses eintauchen in eine gefühlskalte Welt und andere Zeit, das tut schon manchmal fast weh, so wie sie es beschreibt. Grade wenn man selber diese Zeit gelebt hat. Mir gefällt es, das alles durch ihre Augen zu sehen, zu hinterfragen und einige Dinge besser zu verstehen.
Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbdürftig, holprig, unbequem, wie Lesen im Stehen auf einem Bein, aber er prägt sich ein, man fließt irgendwann mit und kann folgen. Er passt auch gut zu dem Gesagten.
Ich würde vor dem Kauf das Lesen einer Leseprobe empfehlen. Mir hat das Buch sehr gefallen, keine seichte Lektüre für nebenbei, nein, das geht unter die Haut und strengt an. Einfach mal anlesen!

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Verstehe deinen Kleiderschrank

Was steckt in unserer Kleidung?
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"Was steckt in unserer Kleidung?" von Rebecca Burgess ist ein tolles Sachbuch, in dem man sich auf die Spuren unserer Bekleidung begibt. Es geht um den Weg unserer Kleidung von der Pflanzenfaser und auch ...

"Was steckt in unserer Kleidung?" von Rebecca Burgess ist ein tolles Sachbuch, in dem man sich auf die Spuren unserer Bekleidung begibt. Es geht um den Weg unserer Kleidung von der Pflanzenfaser und auch anderen Rohstoffen an bis zu unserem Trage- und Kaufverhalten. Es geht um Nachhaltigkeit, aber auch um Arbeits- und Lebensbedingungen.
Das Buch ist ein liebevoll gestaltetes Hardcover, es gibt viele Fotos und auch Grafiken, der Text ist dadurch aufgelockert und gut zu lesen. Sehr schön auch die übersichtliche Einteilung in Kapitel und weitere Unterthemen.
Einige der Begriffe und Themen hier waren mir schon vertraut und dadurch leicht zu verstehen, andere wie Fibershed und Soil-to-Soil kannte ich noch gar nicht. Alles wurde aber gut erklärt und war auch für Laien gut zu verstehen.
Die Autorin nimmt hier die Produktionsketten auseinander, erklärt und klärt auf, wie man welche Prozesse nachhaltiger und klimafreundlicher gestalten könnte. Viele der Aspekte, die hier angesprochen werden, sind mir bewußt gewesen, andere absolut neu.
Grade bei sehr preiswerten Produkten sollte man immer öfter hinterfragen, wer hier den Preis gezahlt hat, mit schlechten Arbeitsbedingungen und Raubbau an der Umwelt, denn letztendlich werden wir hier alle den Preis bezahlen.
In diesem Buch sind umfangreiches Faktenwissen verwoben mit vielen Beispielen aus dem Alltag und was ich auch sehr wichtig finde, es werden Lösungen angeboten. Lösungen für die Rohstoffe und die Fertigung und vor allem für den Verbraucher.
Wir müssen uns hinterfragen, immer und ständig, was wir wirklich brauchen und wie lange wir es nutzen können, lieber fair hergestellt und qualitativ als Wegwerfkonsum. Sehr wichtige Themen in einem sehr informativen Buch, volle Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 30.08.2022

Reisen ins Land der Träume

Projekt DreamWalker
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"Projekt DreamWalker" ist eine Trilogie des Autors Christoph Zachariae, von der ich jetzt den ersten Band "Die Schatten" gelesen habe. Dieses Buch ist eine sehr spannende Fantasy-Geschichte, aber es ist ...

"Projekt DreamWalker" ist eine Trilogie des Autors Christoph Zachariae, von der ich jetzt den ersten Band "Die Schatten" gelesen habe. Dieses Buch ist eine sehr spannende Fantasy-Geschichte, aber es ist auch noch soviel mehr als das.
Dr. Lem arbeitet in der Charite Berlin als Traumforscher und hat eine eigene Abteilung für die Schlafforschung und Überwachung von Komapatienten. Die Arbeit in diesen Themenbereichen wird hier auch sehr spannend beschrieben, vor allem auch, wie man es bewirken will Komapatienten zurückzuholen. Dreamwalker sollen sich in die Träume anderer Träumer begeben können und sie da beeinflussen, das ist eine Aufgabe, die nur wenige beherrschen.
Seine Tochter Isa ist hochsensibel und hat eine Spekrumstörung, sie kann teilweise sehr schlecht auf ihre Umwelt und auch andere Menschen eingehen. Obwohl sie hochintelligent ist, erschwert der Autismus ihr Leben sehr, auch den Umgang mit ihrer Mutter. Ihr Vater findet über ihre Klarträume einen Zugang zu ihr und ihrer Welt. Das alles ist hier sehr gut beschrieben, oft auch aus Isas eigener Sicht, denn die Erzählperspektiven wechseln sich hier ab.
Aber nicht nur die Perspektiven wechseln zwischen Isa und Lem, nein, sie wechseln auch zwischen Realität und Traum. So wird man nach und nach und ganz allmählich als Leser immer tiefer in diese Welten gezogen. Auch in die Traumwelten.
Lem führt ein ausführliches Traumtagebuch und begibt sich auf eine Reise, um einem wiederkehrenden Traum nachzuforschen. Dabei erleidet er einen Unfall und fällt selber ins Koma. Ab jetzt begleiten wir Isa auf ihrer spannenden Reise ins Traumland, die nicht ohne Gefahren ist.
Das Buch konnte mich von der ersten Seite an fesseln, es ist spannend aufgebaut, die Protagonisten sind toll charakterisiert und man lernt sie immer besser kennen. Der Autor schafft es, vor meinen Augen lebende Bilder entstehen zu lassen und mich tief in diese Traumwelten eintauchen zu lassen.
Einziger Kritikpunkt ist jetzt das Warten auf den nächsten Teil! Meine Empfehlung für jeden Leser und Träumenden!

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Veröffentlicht am 29.08.2022

Befreundet bis in den Tod

Wir schweigen bis ins Grab
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"Wir schweigen bis ins Grab" ist der erste Band einer Reihe rund um die Kriminalhauptkommissarin Jana Brinkhorst. Der Kriminalfall hier ist aber abgeschlossen und kann somit gut als einzelner Roman gelesen ...

"Wir schweigen bis ins Grab" ist der erste Band einer Reihe rund um die Kriminalhauptkommissarin Jana Brinkhorst. Der Kriminalfall hier ist aber abgeschlossen und kann somit gut als einzelner Roman gelesen werden.
Ein bekannter Anwalt ist tödlich verunglückt, aber sehr schnell stellt sich heraus, dass da jemand nachgeholfen hat. Schon sehr bald gibt es den nächsten Todesfall und als sich eine Verbindung zwischen den Opfern aufzeigt, wird der Fall noch brisanter. Nach und nach erschließen sich beim Lesen neue Verbindungen, neue Spuren und Verdachtsmomente.
Das mag ich beim lesen von Krimis sehr, wenn ich da quasi in die Ermittlungen mit einbezogen bin, selber spekuliere und es dann am Ende doch ganz anders kommt. Der wahre Täter blieb mir sehr lange verborgen, der Fall war sehr geschickt und mit viel Logik aufgebaut.
Sehr viel Atmosphäre bezieht das Buch aus seinen Ermittlern. Sie sind sehr gut beschriebene Charaktere, die man im Laufe der Lektüre besser kennenlernt und die alle ihre Stärken und Schwächen haben.
Mich hat dieses Buch von Anfang an gefesselt, es ist sehr spannend und gut geschrieben und ich werde sehr gerne weitere Krimis aus dieser Reihe lesen. Eine Empfehlung für Freunde spannender Kriminalromane.

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Veröffentlicht am 25.08.2022

Vielschichtig und gut

Todesspiel. Die Nordseite des Herzens
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"Todesspiel-Die Nordseite des Herzens" ist ein Thriller von Dolores Redondo, der mir unter die Haut ging. Ich kenne die "Baztan-Trilogie" der Autorin noch nicht, zu der dieses Buch die Vorgeschichte bildet, ...

"Todesspiel-Die Nordseite des Herzens" ist ein Thriller von Dolores Redondo, der mir unter die Haut ging. Ich kenne die "Baztan-Trilogie" der Autorin noch nicht, zu der dieses Buch die Vorgeschichte bildet, aber das macht überhaupt nichts, dann lese ich sie nachfolgend.
Amaia Salazar ist eine junge Ermittlerin, aus Spanien kommend, die vom FBI um aktuellen Fall hinzugezogen wird. FBI-Agent Dupree sieht in ihr etwas ganz besonderes, was dann auch noch Thema wird.
Gesucht wird hier nach einem Serienmörder, der ganze Familien regelrecht hinrichtet und das, nachdem sie eine schwere Naturkatastrophe grade überlebt haben. Ihm wird für seine Inzenierungen der Name "Komponist" gegeben. Der neueste Einsatz führt sie nach New Orleans, mitten in den Hurrikan Katrina und seine Auswirkungen.
Durch den sich nähernden Sturm und seine zunehmende Gewalt, wird die Dynamik langsam und stetig gesteigert, bis ein fast unerträglicher Druck sich auch beim Lesen aufbaut. Die Autorin hat eine ganz tolle Art, um Personen, Orte und auch einfach nur Atmosphären zu beschreiben.
Gleichzeitig hat auch Dupree noch eine weitere Ermittlung, die in die Sümpfe führt und gut die alten Bräuche und Rituale beschreibt, eine mystische Seite ganz dezent hinzufügt.
Ein weiterer, sehr spannender Erzählstrang führt in die Vergangenheit von Amaia, der ihre besondern Fähigkeiten und ihr Einfühlungsvermögen zum Teil erklären kann.
Das Buch ist mit über 600 Seiten für einen Thriller sehr lang, aber ich empfand keine einzige Seite als zuviel und es wurde auch nie langweilig.

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