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Veröffentlicht am 01.09.2022

Eine tolle Mischung aus einem viktorianischen Krimi mit Streampunk Einfluss und einem Urban-Fantasy-Roman.

Kitty Carter – Dämonenkuss
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Wir befinden uns im Jahr 1862 in England.
Die 49- jährige Kitty gehört zu den wenigen Frauen, die zu dieser Zeit einem Beruf nachgehen.
Doch dafür verzichtet sie auf eine Familie und auf die Liebe. Auf ...

Wir befinden uns im Jahr 1862 in England.
Die 49- jährige Kitty gehört zu den wenigen Frauen, die zu dieser Zeit einem Beruf nachgehen.
Doch dafür verzichtet sie auf eine Familie und auf die Liebe. Auf der Polizeistation, auf der sie als Bürokraft arbeitet, wird sie eigentlich nur geschätzt, aufgrund ihrer hilfreichen Tipps. Denn Kitty verfügt über ein besonderes Talent. Nur durch die Berührung einzelner Gegenstände erhält sie treffsichere Vorahnungen, mit denen sie schon so manchen Fall aufgeklärt hat. Aber das ist, neben ihrer Schwärmerei für den Chief Inspector Patt Wallet, auch die einzige Abwechslung in ihrem recht eintönigen Leben.
Als sie nach einem Treffen mit ihrer Freundin Tessi nach Hause gehen will, wird Kitty jedoch von einem Dampfonnibus angefahren und stirbt. Plötzlich trifft sie auf Gott persönlich und erhält von ihm einen wichtigen Auftrag, für den ihre Seele zurück auf die Erde geschickt wird.
Sie soll Jagd auf einen mörderischen Dämon machen. Doch Kitty will auch endlich ihre zweite Chance nutzen und alles nachholen, was sie verpasst hat. Sie genießt ihr neues Leben und lässt sich nichts mehr verbieten. Ihre Seele ist nun frei und sie ist hungrig darauf, die Welt mit allen Sinnen zu kosten. Aber die ungeahnten Begierden lenken Kitty immer öfter von ihrer eigentlichen Aufgabe ab und so wird die Zahl der Opfer immer größer.

Das Cover des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Es zeigt die Kulisse von London, die Hauptprotagonistin Kitty und Hände, die eine Geige spielen. Alles ist perfekt auf die Handlung der Geschichte abgestimmt.
Als ich im Klappentext gelesen habe, dass die Hauptprotagonistin eine 49-jährige Frau ist, wurde meine Neugier sofort geweckt. Endlich einmal eine Geschichte über eine gestandene Frau und nicht über einen 17-jährigen Teenager.

Eigentlich wollte ich am Abend nur ein paar Seiten lesen, doch ehe ich mich versah, war es zwei Uhr in der Nacht. Jana Paradigi hat es geschafft, mich schon auf den ersten Seiten abzuholen und es fiel mir ausgesprochen schwer, dass Buch zur Seite zu legen. Ich war völlig gefangen in der Geschichte und wollte direkt wissen, wie es weitergeht.
Der Schreibstil ist wunderbar leicht und flüssig und ihre Ausdrucksweise sehr atmosphärisch. Jana Paradigi schaffte es innerhalb kurzer Zeit, die Bilder des viktorianischen Londons in meinem Kopf entstehen zu lassen und mich in die dreckigen Gassen Londons zu katapultieren.

Mit ihren 49 Jahren ist Kitty keine typische Protagonistin für einen Fantasy-Roman, aber gerade das hat mich so fasziniert und neugierig auf die Geschichte gemacht. Und gerade das macht die Geschichte meiner Meinung nach so gut.
Kitty will ihr Leben selbst gestalten und berufstätig sein, auch wenn das im 19. Jahrhundert nicht gerne gesehen wurde. Doch in Wirklichkeit unterwirft sie sich den gesellschaftlichen Normen und gibt sich mit dem Sieg zufrieden, den sie im Kampf mit ihrem Vater errungen hat.
Doch als sie nach ihrem Tod zurückkehrt, ist sie völlig verändert.
Plötzlich hat sie keine Probleme mehr damit, sich durchzusetzen. Sie entdeckt nicht nur ihre neuen Fähigkeiten, sondern will plötzlich auch ihre erotischen Wünsche ausleben.

Aber auch alle anderen Protagonisten, wie zum Beispiel Rose und Eliza und Terri sind faszinierende Charaktere, die individuell gestaltet wurden und sich wunderbar in die Geschichte einfügen.
Es gibt humorvolle Situationen und Dialoge, die mich zum Lachen gebracht haben, aber auch überraschende Wendungen, die dafür sorgten, dass es zu keinem Zeitpunkt langweilig wurde.
Das Ende hat mich dann total überrascht und ich hoffe jetzt, dass Jana Paradigi uns bald mit einem zweiten Teil überrascht!

Fazit
„Kitty Carter –Dämonenkuss“ hat mich positiv überrascht. Es ist kein Abklatsch bereits dagewesener Geschichten, sondern ein Buch das über viel Tiefe verfügt und in der die moralischen und gesellschaftskritischen Regeln der damaligen Zeit unterschwellig mitschwingen.
Dafür gibt es hochverdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 29.08.2022

Eine Geschichte die unter die Haut geht

Findelmädchen
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Mehr als sieben Jahre leben die 15-jährige Helga und ihr Bruder Jürgen bereits in einer Pflegefamilie in Frankreich, als 1955 ein Brief kommt, in dem ihnen mitgeteilt wird, dass ihr Vater aus der russischen ...

Mehr als sieben Jahre leben die 15-jährige Helga und ihr Bruder Jürgen bereits in einer Pflegefamilie in Frankreich, als 1955 ein Brief kommt, in dem ihnen mitgeteilt wird, dass ihr Vater aus der russischen Gefangenschaft heimgekommen ist und sie sucht. Über den Verbleibt ihrer Mutter ist immer noch nichts bekannt. Sie haben an ihren Vater so gut wie keine Erinnerungen, aber als die Beiden zurück nach Köln kommen, fühlen sie sich sofort Zuhause in seiner Nähe. Trotzdem wird es nicht leicht für Helga und Jürgen, denn sie müssen sich nicht nur in einer Stadt, die sich im Wiederaufbau befindet, zurechtfinden, sondern auch mit Tante Meta, der Schwester ihrer Mutter arrangieren, die alles andere als erfreut über die Anwesenheit der Beiden ist und ihnen das Leben schwer macht.
Doch Helga ist trotz allem voller Hoffnung auf einen Neuanfang. Ihr Bruder findet Arbeit bei Ford und ihr Vater hat sich mit einem kleinen Büdchen, in dem er Zeitungen, Zeitschriften, Kaffee und Süßigkeiten verkauft werden, selbstständig gemacht.
Helga liebt es, ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen und in den Illustrierten zu lesen. Sie ist sehr wissbegierig und hat den Traum, aufs Gymnasium zu gehen, um später eine berühmte Schriftstellerin zu werden. Doch ihr Vater reagiert sehr abweisend auf ihren Wunsch und will davon nichts hören. Er meldet sie, ohne mit ihr darüber zu sprechen, auf der Haushaltungsschule an, auf der sie auf ein Leben als Ehefrau vorbereitet werden soll.
Als sie während eines Praktikums in einem Waisenhaus arbeitet, stellt sie zu ihrem Entsetzen fest, dass die Kinder dort sehr schlecht behandelt und sogar misshandelt werden. Helga wird an ihre eigene Kindheit erinnert, die sie hungernd in einem Keller verbracht hat. Sie stellt sich schützend vor die kleine Bärbel, die es als sogenanntes Besatzerkind doppelt schwer hat und versucht zu helfen.

Nachdem mich bereits „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ begeistert hat, war ich sehr gespannt auf das neue Werk von Lilly Bernstein.

Anna, Helga und Jürgen gehören alle zu der Gruppe Kindern, die alle ohne Eltern und Verwandte, in den letzten Kriegsjahren gemeinsam in einem Keller in Köln gehaust haben. In „Trümmermädchen“ wird die Geschichte von Anna erzählt und in „Findelmädchen“ die Geschichte von Helga. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Ich bin sehr schnell in die Geschichte eingetaucht und der Roman konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Der Schreibstil ist mir mittlerweile vertraut.
Lilly Bernstein schreibt nicht nur sehr lebendig und bildhaft, sondern auch sehr flüssig und sie versteht es Gefühle und Emotionen in Worte zu fassen.

Wir verfolgen die Geschichte aus der Perspektive von Helga und so konnte ich mich gut in ihre Gedanken und Empfindungen hineinversetzen.
Helga ist als Protagonistin sehr authentisch und mutig und ich habe sie sehr schnell ins Herz geschlossen.
Besonders ihre Erfahrungen im Waisenhaus haben mich erschüttert und nachdenklich zurückgelassen. Ich hatte das Gefühl, vor Ort dabei zu sein und das Leben und die Grausamkeiten im Waisenhaus, hautnah mitzuerleben.
Bei dem Gedanken daran, was viele Kinder damals erdulden mussten und wie viel Leid damals herrschte, fällt es mir immer noch schwer, meine Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen.
Doch auch diese Geschichte beinhaltet kleine Lichtblicke.
So hat mir Fanny besonders gut gefallen. Sie unterstützt nicht nur Helgas Vater im Haushalt, sondern hat das Ziel, sich mit einer Milchbar selbstständig zu machen. Sie läutet damit die Zeit des Rock’n’Rolls und der Petticoats ein und zeigt Helga, dass das Leben auch schöne Seiten haben kann.
Auch alle anderen Charaktere wurden von der Autorin sehr lebendig und glaubwürdig gestaltet und fügen sich gut in die Geschichte ein.
Die Hintergründe wurden wieder großartig recheriert und objektiv und realitätsnah in die Handlung eingebunden.

Fazit
„Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ ist eine berührende, sehr emotionale Geschichte, die unter die Haut geht und für mich unbedingt auf die Bestsellerliste gehört.

Von mir gibt es dafür hochverdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.08.2022

Ein fantastisches Finale

Cursed Worlds 2 … erwacht das Licht
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Sis und Finn sollen an der Akademie in Aithér lernen, ihre Magie anzuwenden. Während Finn, der als strahlender Weltenretter gefeiert wird, keine großen Probleme hat, verzweifelt Sis fast an dieser Aufgabe, ...

Sis und Finn sollen an der Akademie in Aithér lernen, ihre Magie anzuwenden. Während Finn, der als strahlender Weltenretter gefeiert wird, keine großen Probleme hat, verzweifelt Sis fast an dieser Aufgabe, denn sie kann sich ihrer Magie einfach nicht öffnen. Jetzt soll ausgerechnet Aswin Steel, der die grausame Aufgabe seines Vaters übernommen hat und die von Damianos geforderten jährlichen Tribute nach Erebos bringen wird, ihr Mentor werden und ihr helfen.
Derweil hat ihr Bruder Kieran ganz andere Probleme. Damianos hat seine Freundin Serafina verschleppt und nutzt sie als Druckmittel und zur Überprüfung seiner Loyalität.

Der zweite Teil schließt nahtlos an Band eins an und es ist zu empfehlen, die Bücher der Reihe nachzulesen. Am Ende gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis, in dem die Figuren, die unterschiedlichen Clans und die wichtigsten Orte vorgestellt werden. Außerdem wird die Zeitrechnung dort erklärt.

Nachdem mich bereits der erste Teil der Reihe begeistert hat, habe ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet. Ich war sehr froh, dass ich diese gleich im Anschluss lesen konnte, denn wenn zu viel Zeit vergangen ist, habe ich oft Schwierigkeiten, wieder in die Handlung hineinzufinden.
Doch diese Probleme waren hier nicht gegeben und so bin ich schnell wieder abgetaucht und habe die drei Geschwister weiter auf ihrem Abenteuer begleitet.

Der Schreibstil ist, wie schon bei Band eins, absolut phänomenal. Rena Fischer versteht es einfach, ihre Leser mit ihrer lebendigen und sehr bildhaften Erzählweise zu fesseln und eine atmosphärische Stimmung zu erschaffen.
Sie hat eine grandiose, wirklich fantastische Welt gestaltet. Die Handlung ist sehr komplex, aber durch die unterschiedlichen Perspektiven erhält man wieder von allen Seiten Einblicke ins Geschehen. Ich fand es total spannend zu verfolgen, wie die Geschichte sich gerade an anderer Stelle weiterentwickelt. Unvorhersehbare Wendungen, Intrigen und Geheimnisse sorgen dafür, dass es zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.

Die unterschiedlichen Charaktere sind wieder sehr detailliert und facettenreich gestaltet und herausgearbeitet. Egal, ob es sich dabei um die drei Geschwister Sis, Kirean und Finn handelt, um Aswin und Oisinn, den Drachen Onyx, um Damianos, oder einen der anderen Protagonisten. Jede Figur entwickelt sich auch im Laufe des zweiten Teils weiter und fügt sich wunderbar in die Geschichte ein.
Gut gefallen hat mir auch, dass der Autorin es gelungen ist, die Liebesgeschichte, die für mich einfach dazugehört, so geschickt in der Handlung zu verweben, dass sie nicht zu sehr in den Fokus rückt.

Das Finale ist der krönende Abschluss der epischen Fantasy-Story und ich habe bis zur letzten Minute mit den Protagonisten gehofft und gebangt.

Auch wenn ich mir ein etwas anderes Happy End gewünscht hätte, ist es für mich eine tolle Fortsetzung der Reihe, mit fantastischen Handlungssträngen und wunderbaren Charakteren.

Ihr müsst diese Reihe unbedingt lesen! Von mir gibt es für dieses Jahreshighlight hochverdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.08.2022

Ein phantastischer Abschluss und ein Jahreshighlight

Die Lügenkönigin – Mitreißende Fantasy in opulenter Ausstattung: Hardcover mit Lesebändchen, als Extra nur in der 1. Auflage: Character Cards
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„Die Lügenkönigin“ von Saskia Louis

Ein mitreißender Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte.

Nachdem Fawn von Caeden verraten, als Spionin enttarnt und verhaftet wurde, ist sie in letzter ...

„Die Lügenkönigin“ von Saskia Louis

Ein mitreißender Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte.

Nachdem Fawn von Caeden verraten, als Spionin enttarnt und verhaftet wurde, ist sie in letzter Minute von einer mysteriösen Gruppe gerettet worden.
Doch dort erwartet man von ihr, dass sie mit ihrer Gabe hilft, die Königsfamilie von ihrem Thron zu stürzen und zu töten. Fawn muss nicht nur lernen, ihre Magie richtig zu nutzen, sondern auch einen geplanten Mord und unnötiges Blutvergießen verhindern. Sie beginnt deshalb, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Doch bei ihren Recherchen kommt sie einer Lüge auf die Spur, die ihr komplettes Leben und das von ganz Mentano ins Wanken bringen wird.

Zitat:
„Weißt du wer der klügere Gewinner ist? Derjenige, der dem anderen nicht verrät, dass er überhaupt spielt. Denn so kann er das Spiel weiterführen, ohne dass jemand merkt, dass er längst verloren hat.“

Nachdem mich schon Band eins der Reihe begeistert hatte, habe ich sehnsüchtig auf den finalen Teil der Dilogie gewartet.
Was soll ich sagen? Wow!
Saskia Louis hat mit „Die Lügenkönigin“ eine fantastische Fortsetzung geschrieben.
Ich bin innerhalb weniger Seiten wieder in die Geschichte eingetaucht und es fiel mir schwer, dass Buch zwischendurch zur Seite zu legen.
Saskia machte es mir mit ihrem leichten, flüssigen und lebendigem Schreibstil aber auch nicht schwer.
Die Handlung knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Die Kapitel haben wieder eine schöne Länge und sind perfekt für alle, die am Abend vielleicht nur ein oder zwei Kapitel lesen möchten. Aber ich verspreche euch jetzt schon, dass Ihr das Buch erst wieder zur Seite legt, wenn Ihr am Ende angekommen seid.
Die Autorin hat eine sprachgewaltige und sehr bildhafte Ausdrucksweise und es hat wieder Spaß gemacht, die teilweise etwas zynischen und spöttischen Wortgefechte zu verfolgen.
Das Worldbilding ist fantastisch gestaltet und Saskia hat eine tolle magische Welt erschaffen, die ich zu jeder Zeit bildhaft vor Augen hatte.

Fawn ist eine sehr taffe, starke junge Frau, die sich im zweiten Teil sehr zu ihrem Vorteil weiterentwickelt. In Band eins hat sie ihr „Ding“ oft durchgezogen ohne Rücksicht auf ihre Schwester oder ihre Freunde zu nehmen. Hier liegt ihr nicht nur das Wohl ihrer Familie und Freunde am Herzen, sondern das aller Menschen in Mentano und sogar das ihrer Feinde.
Doch ihre starke Neugier und ihre zynische Art bringt sie auch hier so manches Mal wieder in Schwierigkeiten.
Von den vielen Nebencharakteren hat mir besonders Red Dove sehr gefallen und die Enthüllung, die sie betrifft, hat mich ziemlich schockiert.
Die Liebesgeschichte gehört für mich bei einer guten Fantasystory einfach dazu, aber sie drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund.

Es wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig. Irgendwie fiel es mir immer schwerer, Wahrheit und Lüge auseinanderzuhalten. Es gab nicht nur Momente, in denen ich nach Luft geschnappt habe, sondern auch zahlreiche Plot Twist, die ich nicht habe kommen sehen und die mich überrascht und mit offenem Mund zurückgelassen haben.

Die Geschichte beinhaltet ein Feuerwerk an Emotionen und wir durchleben mit Fawn einen tollen Mix aus Hoffnung, Freude, Trauer, Liebe und Enttäuschungen. Sie ist gut durchdacht, episch, magisch und hat mich auf ganzer Linie überzeugt.

Für mich ist die Reihe einfach grandios und ein Jahreshighlight, das verdient 5 Sterne bekommt und natürlich eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.07.2022

Alice im Wunderland mal anders

Der Fluch der Grinsekatze
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Als die 17-jährige Alice mit ihrem Vater von der Großstadt, in dass kleine Dorf Hillsbright zieht, hofft sie auf einen Neuanfang, denn in ihrer alten Schule wurde sie gemobbt.
Doch nicht nur ihre Mitschüler ...

Als die 17-jährige Alice mit ihrem Vater von der Großstadt, in dass kleine Dorf Hillsbright zieht, hofft sie auf einen Neuanfang, denn in ihrer alten Schule wurde sie gemobbt.
Doch nicht nur ihre Mitschüler verhalten sich merkwürdig ihr gegenüber und behandeln sie wie eine Aussätzige, sobald sie ihren Namen hören. Auch die meisten Einwohner machen einen großen Bogen um Alice. Nur ihre Schulkameradin Hazel hält zu ihr und von ihr erfährt Alice, das der Fluch der Grinsekatze, der Grund für die Ablehnung ist. Denn alle 10 Jahre taucht im Ort eine Alice auf und verschwindet nach einigen Wochen wieder.
Alice hält diesen Fluch für einen dummen Aberglauben, doch dann hat sie plötzlich das Gefühl, verfolgt zu werden und gelbe Augen und ein fieses Grinsen im Dunkeln zu erkennen.
Langsam ist auch Alice davon überzeugt, dass es Ernst ist und nicht nur sie, sondern auch die, die ihr wichtig sind, bedroht werden.

Ich habe schon einige Märchenadaptionen gelesen und festgestellt, dass das eigentlich nicht so meine Genre ist. Allerdings hat mich der Klappentext so neugierig gemacht, dass ich es noch einmal gewagt habe.
Und was soll ich sagen!? Ich habe es nicht bereut.
Die Autorin hat mich mit ihrem flüssigen, leichten und lebendigen Schreibstil sehr gut unterhalten und die atmosphärische Stimmung wunderbar beschrieben.

Das Cover zeigt die Augen und den Mund der Grinsekatze, das Herz (das für die Herzkönigin steht), die Spielkarten und auf der Rückseite das Schachbrett.
Da es sich um den ersten Teil einer Dilogie handelt, bin ich schon sehr gespannt auf das Cover der Fortsetzung.

Alice im Wunderland habe ich schon als Kind gelesen. Ich hatte, ehrlich gesagt etwas Angst, dass es sich hierbei um eine Adaption handelt, die dem Märchen, wie ich es kenne, sehr ähnlich ist.
Doch ich habe eine tolle Geschichte vorgefunden, die ich an einem Tag verschlungen habe. Nun gut, es waren nur 189 Seiten, aber die haben es in sich.
Die Autorin hat aus dem Märchen eine richtig tolle Urban-Fantasy Story gemacht.
Ihr Schreibstil ist wunderbar flüssig, leicht und lebendig.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Alice erzählt und so konnte ich mich von Anfang an, gut in sie hineinversetzten.
Sie hat es nicht leicht, denn anstatt endlich akzeptiert zu werden, gehen ihre Mitschüler ihr vom ersten Tag an aus dem Weg und auch die Lehrer und die anderen Bürger des kleinen Ortes wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben, sobald sie ihren Namen hören. Und dann erzählt man ihr auch noch die Story von einem alten Fluch, der durch sie wieder zum Leben erwacht wird.
Ich habe mit ihr gelitten und konnte ihr Handeln, ihre Gedanken und Emotionen gut nachvollziehen. Sie glaubt nicht gleich alles, was man ihr erzählt und bleibt lange skeptisch.
Gut gefallen hat mir auch Hazel, die neben Alice die zweite Hauptprotagonistin ist. Aber auch die Nebenfiguren fügen sich gut in die Handlung ein.
Wir begegnen nicht nur der Grinsekatze, sondern auch dem Hutmacher, der Herzkönigin und dem Kaninchen. Doch die Märchenfiguren sind alles andere als niedlich.

Die eine oder andere Szene hätte vielleicht etwas ausführlicher beschrieben sein dürfen, Aber die Spannung steigt während der Handlung kontinuierlich an und ich wollte einfach nur noch wissen, was es mit dem Fluch auf sich hat.

Es gibt einige Überraschungen und unvorhergesehene Wendungen und am Ende werden nicht alle Rätsel gelöst. Aber das wäre ja auch langweilig, denn schließlich soll es im zweiten Teil auch noch spannend bleiben.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
"Der Fluch der Grinsekatze" bekommt von mir 5 Sterne

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