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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2022

Rätselhafte Kräfte in einer dystopischen Welt

Spring Storm 1: Blühender Verrat
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In einer zukünftigen, recht düsteren Welt, die aus Menschen und sogenannten Cosmics besteht, wird Cora als Mensch eingestuft und scheint trotzdem eine ganz besondere Gabe zu haben: Sie hat immer Glück ...

In einer zukünftigen, recht düsteren Welt, die aus Menschen und sogenannten Cosmics besteht, wird Cora als Mensch eingestuft und scheint trotzdem eine ganz besondere Gabe zu haben: Sie hat immer Glück und nichts scheint ihr etwas anhaben zu können. Als die Möglichkeit besteht, an der Academy of Cosmic Powers aufgenommen zu werden, ergreift sie diese. Vielleicht kann sie hier mehr über ihre eigene Kraft herausfinden…
Als Leser wird man hier in eine ganz besondere dystopische Welt geworfen, die unheimlich faszinierend und rätselhaft zugleich ist. Auch wenn es eine völlig fremde Welt ist, gelingt es der Autorin in den ersten Kapiteln, dass es für den Leser nicht überwältigend, sondern einfach nur richtig interessant ist.
Cora als Protagonistin hat mir gut gefallen: Sie ist selbstbewusst und weiß, was sie will, und trotzdem hat sie auch Zweifel und sieht die Dinge nicht in Stein gemeißelt, sondern stellt sie auch in Frage. Ihre „Kraft“ ist wirklich rätselhaft und als Leser erfährt man erst nach und nach Einzelheiten zu ihrer Vergangenheit. Als Figur nimmt sie viel Raum ein, Nebencharaktere werden erst nach und nach etwas entwickelt, was für mich aber völlig in Ordnung war. Im nächsten Band darf es dann aber auch hier etwas ins Detail gehen.
Gegen Ende zieht die Spannung noch einmal richtig an und es gibt einige unerwartete Wendungen, bei denen ich wohl erst den zweiten Band lesen muss, um zu wissen, ob sie mich 100%ig packen können. Das Worldbuilding fand ich aber wirklich so klasse, dass ich es gar nicht erwarten kann, zu erfahren, wie es mit Cora weitergeht.

Veröffentlicht am 20.09.2022

Fantastisch-romantische Reise durch die Zeitfalten

Emily Seymour, Band 1 - Totenbeschwörung für Anfänger
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Als untalentiertes Mitglied einer alteingesessenen und ziemlich schrägen Nekromantenfamilie hat es Emily Seymour ganz und gar nicht einfach. Als ihr aber bei einem nächtlichen Ritual auf dem Friedhof dann ...

Als untalentiertes Mitglied einer alteingesessenen und ziemlich schrägen Nekromantenfamilie hat es Emily Seymour ganz und gar nicht einfach. Als ihr aber bei einem nächtlichen Ritual auf dem Friedhof dann auch noch ein Missgeschick passiert und sie versehentlich den Tod des sympathischen und gutaussehenden Ashton, Sohn einer rivalisierenden Nekromantenfamilie, verschuldet, ist das definitiv ein guter Grund die Flucht zu ergreifen…
Jennifer Alice Jager konnte mich bereits mit ihrer „Chroniken der Dämmerung“-Dilogie sehr begeistern. Ihr neuestes Werk hat nun einen ganz anderen, etwas jugendlicheren und weniger epischen Stil, aber ich mochte die Geschichte um Emily und Ashton sehr.
Der tolle Schreibstil der Autorin ist sicherlich ein Grund mit dafür, aber auch die wirklich liebenswerten Figuren – allen voran die Protagonistin und ihr „Gegenpart“ – haben es mir sehr leicht gemacht, in die Geschichte abzutauchen. Besonders gelungen fand ich außerdem die fantastischen Elemente, allen voran die Reisen durch die Zeitfalten.
Insgesamt ist das Buch eher für ein jugendliches Zielpublikum, aber das hat meiner Lesefreude keinerlei Abbruch getan und ich freue mich jetzt schon riesig auf die Fortsetzung. Wer böse Cliffhanger nicht mag, sei an dieser Stelle vorgewarnt.

Veröffentlicht am 01.09.2022

Tolle Idee und atmosphärische Umsetzung

Das Buch der Seelen
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Angesichts dessen, dass Elsies Familie ein Fotostudio gehört, begleiten Kameras und Fotos sie schon ihr ganzes Leben lang. Besonders am Herzen liegt ihr aber auch ein uraltes Fotoalbum, das sie vor vielen ...

Angesichts dessen, dass Elsies Familie ein Fotostudio gehört, begleiten Kameras und Fotos sie schon ihr ganzes Leben lang. Besonders am Herzen liegt ihr aber auch ein uraltes Fotoalbum, das sie vor vielen Jahren auf dem Dachboden gefunden hat. Als ihr dieses eines Tages abhandenkommt, ist sie verzweifelt – und dann schockiert, als die darin abgelichteten Personen auf einmal im realen Leben auftauchen.
Eine neue Geschichte von Mechthild Gläser, inspiriert vom Klassiker „Das Bildnis des Dorian Gray“, die auch noch in Edinburgh spielt – die Idee und das Setting konnten mich schon einmal sehr begeistern. Auch der Schreibstil der Autorin hat mir hier wieder gut gefallen. Einige Abschnitte habe ich auch als Hörbuch gehört, welches ich an dieser Stelle sehr empfehlen kann.
Die Umsetzung der von Dorian Gray inspirierten Teile fand ich sehr gelungen und ich mochte insbesondere die düstere Atmosphäre in den Rückblenden und die „Kreaturen“, insbesondere einen ganz bestimmten Geisterhund. Mit Elsie sowie der zarten Liebesgeschichte zwischen ihr und Aidan wurde ich leider nicht so ganz warm – an einigen Stellen hätte ich mir dann doch etwas mehr Reife gewünscht.
Insgesamt hat mir das Buch ein paar schöne atmosphärische und spannende Lesestunden in Edinburgh. Der Altersempfehlung des Verlags für Leser:innen ab 12 Jahren kann ich mich voll und ganz anschließen.

Veröffentlicht am 01.09.2022

Aufwühlend und bewegend

Ich bin nicht da
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Leo und Simon sind schon ganze zehn Jahre ein Paar, als Simon sich plötzlich radikal verändert. Leo muss praktisch hilflos zusehen, wie der von ihr so geliebte Mensch sein – und letztendlich auch ihr – ...

Leo und Simon sind schon ganze zehn Jahre ein Paar, als Simon sich plötzlich radikal verändert. Leo muss praktisch hilflos zusehen, wie der von ihr so geliebte Mensch sein – und letztendlich auch ihr – ganzes Leben auf den Kopf stellt.
Lize Spit beschreibt in einem einzigartigen und sehr detailreichen Stil die beklemmende Situation einer Frau, deren Lebensgefährte immer mehr in einen psychischen Abgrund abrutscht. Die Geschichte lässt kaum positive Gefühle aufkommen und ist damit sicherlich nichts für jeden. Lässt man sich aber darauf ein, wird man förmlich mitgerissen.
Besonders erschreckend aber auch gleichzeitig faszinierend fand ich den Umstand, dass Leo mehr und mehr an ihrem eigenen Verstand zweifelt, je weiter Simon sich verändert. Als Leser ist man hier gefühlt sehr nah dran, so dass die Geschichte einen nur schwer loslässt.
Alles in allem war „Ich bin nicht da“ für mich ein sehr aufwühlender und bewegender Roman, der bis zum Schluss spannend bleibt und auch thematisch etwas Besonderes ist. Allerdings hätte ich mir eine Triggerwarnung für Gewalt gegen Tiere gewünscht, da ein bestimmtes Ereignis wirklich nicht auszublenden war.

Veröffentlicht am 20.07.2022

Coming-of-Age-Geschichte mit besonderem Setting

Tokyo ever after – Prinzessin auf Probe
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Gerade eben war Izumi noch ein normaler Teenager, da erfährt sie durch Zufall, dass ihr bislang unbekannter Vater tatsächlich der nächste Kaiser von Japan ist. Kurz darauf befindet sie sich schon inmitten ...

Gerade eben war Izumi noch ein normaler Teenager, da erfährt sie durch Zufall, dass ihr bislang unbekannter Vater tatsächlich der nächste Kaiser von Japan ist. Kurz darauf befindet sie sich schon inmitten des japanischen Adels – und ist sich nicht sicher, ob sie nun endlich „zuhause“ angekommen ist oder sich dort noch fremder als je zuvor fühlt.
Zunächst wirkt die Geschichte ein bisschen wie eine klassische Teenie-Komödie, was am eher flapsigen Ton und der Unbeholfenheit der Protagonistin liegt. Aber Izumi macht sich! Sie ist fest entschlossen, Japan (und ihrem Vater) zu beweisen, dass sie einer Prinzessin würdig ist. An ihrer Seite darf der Leser in die japanische Kultur eintauchen und Izumis allmähliche Fortschritte mitverfolgen.
Den japanischen Hintergrund fand ich sehr gelungen und ich habe es genossen, zusammen mit Izumi ein bisschen mehr über dieses Land und seine Kultur zu erfahren. Aber auch Izumi selbst hat mir als Protagonistin gut gefallen – auch wenn nicht alle ihre Handlungen für mich nachvollziehbar sind. Mal ist sie ein typischer Teenie, mal trifft sie doch sehr erwachsene Entscheidungen. Als besonders sympathisch empfand ich sie aber im zwischenmenschlichen Bereich.
Insgesamt habe ich Izumis Geschichte wirklich gerne gelesen, auch weil sie einfach anders war und man eben nicht das Gefühl hatte, etwas in der Art schon einmal gelesen zu haben. Wer also Lust auf eine Coming-of-Age-Geschichte mit besonderem Setting hat, der sollte hier definitiv zugreifen.