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Veröffentlicht am 21.12.2022

Harrriet Hatley geht ihren Weg

Fang jetzt bloß nicht an zu lieben
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Nachdem Ich bereits „Du hast mir gerade noch gefehlt“ von Mhairi McFarlane gelesen habe war klar, dass auch der neue Roman – „Fang jetzt bloß nicht an zu lieben“ auf meine Leseliste wandert.

Das ...


Nachdem Ich bereits „Du hast mir gerade noch gefehlt“ von Mhairi McFarlane gelesen habe war klar, dass auch der neue Roman – „Fang jetzt bloß nicht an zu lieben“ auf meine Leseliste wandert.

Das Cover von „Du hast mir gerade noch gefehlt“ ist wunderbar verspielt. Die bonbonrosa Umschlaggestaltung und der neckische Titel von „Fang jetzt bloß nicht an zu lieben“ versprachen eine romantische Geschichte mit Augenzwinkern, ebenso wie der Klappentext. Bei einer Hochzeitsfotografin denkt man sofort an Romcoms wie „Die Hochzeit meines besten Freundes“.
Worum geht’s?
Schauplatz Großbritannien, Selbstfindung ist das Motto!
Die dreißigjährige Hochzeitsfotografin Harriet Hatley ist entsetzt, als ihr wohlhabender Freund Jon ihr vor versammelter Mannschaft (und vor der verhaßten Schwiegermutter in spe) einen Heiratsantrag macht. Notgedrungen nimmt der Heiratsmuffel Harriet den Antrag an, um später im stillen Kämmerlein die Beziehung zu beenden. Harriet ist ein gebranntes Kind – selbst als sie den smarten Cal kennenlernt, glaubt sie zunächst nicht an ein happy ending. Doch Harriets treue Freundinnen begleiten sie durch dick & dünn…
Ich hatte vor der Lektüre lustige, etwas hirnlose Chicklit nach Art einer Sophie Kinsella oder Helen Fielding erwartet. Manchmal möchte man einfach nur die Seele baumeln lassen & gut unterhalten werden.
Mit „Fang jetzt bloß nicht an zu lieben“ wollte die Autorin Frauenliteratur mit Anspruch präsentieren. Daher werden ernste Elemente im Roman angesprochen – Manipulation, Gaslighting, psychische Gewalt in toxischen Beziehungen. Wahrscheinlich werden manche Leserinnen sensibel auf diese Themen reagieren, daher wundert es mich, dass es im Vorwort keine Triggerwarnung gibt.
Falls man sich auf die Geschichte einlässt, muss man in Kauf nehmen, dass McFarlane neben dem Hauptplot auch diverse Nebenplots forciert & sich fast verzettelt. Als Autorin hätte ich die Erzählung definitiv gestrafft. Selbstfindung und Frauenpower ziehen sich leitmotivisch durch die Geschichte, dies ist eigentlich ein guter Ansatz, nur sollte das Buch dann nicht als Chicklit vermarktet werden. Vergangenheitsbewältigung nimmt mehr Raum als die eigentliche Liebesgeschichte ein.
Wenn ich an die anderen Romane der Autorin denke, stelle ich mittlerweile ein Muster fest: Gleich in der Exposition gibt es einen Bruch (Tod, Trennung, you name it). Dann gibt es einen langatmigen Mittelteil und schließlich ein happy ending (nicht unbedingt ein romantisches in „Fang jetzt bloß nicht an zu lieben“). Mhairi Mc Farlane kann eigentlich schreiben, sie sollte sich jedoch vor Wiederholungen und „Baukastenromanen“ hüten.

Fazit:

Ich hatte mich vor der Lektüre auf eine heitere Romantic Comedy in Buchform gefreut, daher war ich irritiert, als sich die Geschichte in eine völlig andere Richtung entwickelte. In der Vorweihnachtszeit waren mir die Themen zu ernst, auch wenn der Grundgedanke der Autorin begrüßenswert ist. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.11.2022

Mexican Gothic

Der mexikanische Fluch
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Noemi Taboada ist eine junge Frau aus guter Familie. Im Mexiko der 1950er Jahre führt die wohlhabende Studentin ein angenehmes Leben (die Eltern halten ein Studium indes für Zeitverschwendung, der Twen ...

Noemi Taboada ist eine junge Frau aus guter Familie. Im Mexiko der 1950er Jahre führt die wohlhabende Studentin ein angenehmes Leben (die Eltern halten ein Studium indes für Zeitverschwendung, der Twen soll so schnell wie möglich einen geeigneten Ehemann finden), sie liebt schöne Kleidung und die Partys von Mexiko City. Als ihr Vater einen verstörenden Brief von Noemis Cousine Catalina erhält, soll die selbstbewusste Frau nach dem Rechten sehen und herausfinden, wie es um die geistige Gesundheit Catalinas steht. Im Gegenzug will der Patriarch seiner Tochter gestatten, einen Magisterabschluss in Anthropologie zu erwerben. Also macht sich Noemi in die Provinz auf, um die Geheimnisse des Herrenhauses „High Place“ zu ergründen, da Catalina in die englische Familie Doyle eingeheiratet hat. Im mexikanischen Hinterland erwarten Noemi düstere Wälder und eine Mauer des Schweigens – ist Catalina wirklich an Tuberkulose erkrankt? Schon bald gerät die Entschlossenheit der Protagonistin ins Wanken …
Ich habe mich sehr auf die Lektüre von „Der mexikanische Fluch“ gefreut. Bei seinem Erscheinen wurde das Original sehr gelobt & der Titel “Mexican Gothic“ verhieß einen klassischen Schauerroman. Wer ist nicht neugierig auf einen New York Times – Bestseller? Die mexikanischstämmige Autorin Silvia Moreno – Garcia lässt tatsächlich alle klassischen Elemente und Topoi des Genres einfließen und präsentiert doch keine konventionelle Gothic Novel, da sie der Geschichte eigene Facetten anfügt. Daher wurde meine Leseerwartung nicht unbedingt erfüllt; wohlige Schauer blieben aus. „Der mexikanische Fluch“ ist eine Art identitätspolitisch - feministische Gesellschafts/Kolonialismuskritik, die stellenweise fast ein wenig selbstverliebt wirkt. Der deskriptive Stil der Autorin sorgt ferner für gewisse Längen in der Geschichte, zumal die Umgebung bis ins kleinste Detail beschrieben wird. Spannung kommt etwa ab der Mitte auf. Das Ende war für mich einigermaßen überraschend, die Figurenzeichnung hingegen nicht – die Schwarzweißmalerei soll vielleicht eine Hommage an literarische Vorgänger sein oder schlicht ein ironiefreies Stilmittel. Die Geschichte enthält definitiv Passagen, die gelinde gesagt unappetitlich sind. Der Horror!
Insofern ist „Der mexikanische Fluch“ ganz am Puls der Zeit.

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Veröffentlicht am 17.09.2022

Unspektakulärer Auftaktband

Stille blutet
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Noch vor wenigen Jahren wäre Serafina „Fina“ Plank mit ihrer Körpergröße von 1,60 m nicht als Polizistin eingestellt worden. Als Frau in einer Männerdomäne arbeitet sie jedoch bei der Wiener ...

Noch vor wenigen Jahren wäre Serafina „Fina“ Plank mit ihrer Körpergröße von 1,60 m nicht als Polizistin eingestellt worden. Als Frau in einer Männerdomäne arbeitet sie jedoch bei der Wiener Mordkommission, wo sie als einzige weibliche Ermittlerin einen schweren Stand hat- Kollege Oliver macht ihr mit chauvinistischen Sprüchen das Leben schwer. Als eine berühmt-berüchtigte Ansagerin des privaten Fernsehsenders „Quick TV“ unfreiwillig live ihre eigene Ermordung ankündigt und kurz darauf tatsächlich tot aufgefunden wird, muss Fina ihr ganzes Können unter Beweis stellen…

Mit „Stille blutet“ hat Ursula Poznanski den Auftaktband zur „Mordgruppe 1“ – Reihe vorgelegt. Der Roman wird vom Verlag als Thriller vermarktet. Richtig spannend wurde der plot aber erst, nachdem ich circa 73 Prozent der Geschichte gelesen hatte, daher würde ich das Ganze eher als Krimi bezeichnen. Von einem Thriller erwarte ich definitiv mehr Tempo und Nervenkitzel. Es gibt einen auktorialen Erzähler und eine ominöse zweite Erzählstimme, welche jeweils mit Trakl-Zitaten angekündigt wird.
Die Figurenzeichnung ist leider einigermassen konventionell gehalten. Auch die auftretenden Konflikte kennt man bereits aus anderen Krimis – ein sexistischer „Platzhirsch“ mobbt seine junge Kollegin, es gibt den Aufsteiger mit ausländischen Wurzeln, der Hauptverdächtige ist nicht unbedingt sympathisch und arbeitet in der oberflächlichen Werbebranche. Poznanski schneidet viele Themen an und vertieft doch kein einziges. Die Gefahr, die von den neuen Medien ausgeht und die Macht von Influencern und Bloggern wird angeprangert. Virtuelle Shitstorms und Hashtags (#inkürzetot) beeinflussen das reale Leben. Um tatsächlich am Puls der Zeit zu sein, hätte Poznanski woke Kampagnen und das Gendern ins Visier nehmen müssen – so wirkt das Ganze fast ein wenig altmodisch.
Die Protagonistin Fina war mir sympathisch, wenn sie sich jedoch als pummelige Polizistin nicht traut, in der Öffentlichkeit zu naschen und im stillen Kämmerlein an ihren Exfreund denkt, schmälert dies das Lesevergnügen. Ich als Leserin war leicht genervt, obwohl die Absicht der Autorin sicher edel ist – bodyshaming ist doof. Insgesamt fehlt es einfach an Raffinesse. Die Auflösung war wirklich konstruiert, es gibt unglaubwürdige Elemente in der Geschichte. Mit einem Cliffhanger lässt sich Poznanski ein Hintertürchen offen, was zwar spannend, erzähltechnisch aber nicht besonders elegant ist. Auch die Identität der geheimnisvollen zweiten Erzählstimme wird nicht enthüllt, dies soll den Leser oder die Leserin offensichtlich bei der Stange halten. Das österreichische setting fand ich dennoch klasse. Die Grundidee – Mord mit Ankündigung- weckte sofort mein Interesse. Leider konnte die Umsetzung nicht halten, was der ‚Aufhänger‘ versprach, dabei hätte die Autorin aus dem Stoff viel mehr machen können. Der Roman wirkt auf mich wie mit „angezogener Handbremse“ oder wie „nebenher“ geschrieben. Georg Trakl hat das Ganze in meinen Augen „gerettet“. Ich hoffe, dass Ursula Poznanski sich in Zukunft mehr Mühe geben wird; Fina Plank ist eine Figur mit Potential und Wien als Handlungsort ist schwer zu toppen. Auf Band zwei der Reihe bin ich trotz diverser Kritikpunkte gespannt!

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Veröffentlicht am 18.05.2022

Herzeleid in Hartwell

The Truest Thing - Jeder Moment mit dir
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„Fallen Dreams“ von Samantha Young gefiel mir richtig gut. Ich greife daher gern zu Youngs Büchern, wenn ich einen New-Adult-Roman lesen will. Mit „The truest thing – jeder Moment mit dir“ entführt ...

„Fallen Dreams“ von Samantha Young gefiel mir richtig gut. Ich greife daher gern zu Youngs Büchern, wenn ich einen New-Adult-Roman lesen will. Mit „The truest thing – jeder Moment mit dir“ entführt die Autorin ihre Leserinnen und Leser wieder in das Städtchen Hartwell. Ich habe schon „Things we never said – Geheime Berührung“ aus der Reihe gelesen, und ich muss sagen, dass mir der vierte Band („The truest thing…“) besser gefällt als Band drei!
Es gibt alternierende Perspektiven (ein bewährtes und beliebtes Genre – Stilmittel) und diverse Zeitsprünge, die das Geschehen aufwerten sollen. Insgesamt ist das Ganze ein locker – leichter (stellenweise seichter) Liebesroman.

Worum es geht:
„Emery Saunders war die schönste Frau, die Jack Devlin jemals gesehen hatte.“
Mauerblümchen liebt bösen Buben?
Jack Devlin ist in der ‚Touristenstadt‘ Hartwell als Playboy bekannt. Ausgerechnet in diesen Schwerenöter hat sich der zwanzigjährige Upper-Class-Sprössling Emery „Sunrise“ Saunders verliebt. Eine Erbschaft führte die Protagonistin von New York nach Hartwell - die schüchterne junge Frau (das Fazit ihrer Mitbürger lautet - „extrem scheu“) mit einem Hang zum Erröten führt „Emerys Buchladen und Café“ (das ursprünglich eine Burgerbude war), und eigentlich hat sie sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten gut in die Gemeinde integriert – doch nicht einmal ihre besten Freundinnen dürfen wissen, dass ihr Herz für Jack Devlin schlägt („Jack allein war…wow!“).
Es kommt, wie es kommen muss – oder das schier Unmögliche geschieht – Jack & Emery werden ein Liebespaar. Doch Geheimnisse (und der Devlin – Clan) machen ihnen das Leben schwer. Als der Bad Boy einen folgenschweren Fehler begeht, setzt er Himmel und Hölle in Bewegung, um seine Angebetete erneut zu erobern…

Die Hartwell – Serie erinnert ein wenig an amerikanische TV-Seifenopern. Das muss man mögen, sonst wird man bei der Lektüre der Geschichte keinen Spaß haben. Samantha Youngs schreibt eingängig und routiniert, man kommt beim Lesen daher flott voran. Stellenweise wird es kitschig, hier hätte die Autorin nach der Devise „Weniger ist mehr“ verfahren können. Als Leser oder Leserin muss man sich auf melodramatische Passagen gefasst machen. Aber es gibt auch Szenen für’s Herz. Meines Erachtens ist das Buch die perfekte Lektüre für Zwischendurch. Samantha Young kann es dennoch besser.

Fazit:

Mit der Hartwell - Serie bietet die Autorin sehr solide Romance – Unterhaltung. Ich fand die story insgesamt ganz nett. Daher vergebe ich für diesen vierten Teil einer Reihe gute drei von insgesamt fünf möglichen Sternen.

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Veröffentlicht am 10.02.2022

Biographische Fiktion

Jane Austen und die Kunst der Worte
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„Dass sie hier saß und nervös ihren Hut zerknautschte, hatte sie niemand anderem zu verdanken als sich selbst.“

„Jane Austen und die Kunst der Worte“ von Catherine Bell (so lautet das Pseudonym der Journalistin ...

„Dass sie hier saß und nervös ihren Hut zerknautschte, hatte sie niemand anderem zu verdanken als sich selbst.“

„Jane Austen und die Kunst der Worte“ von Catherine Bell (so lautet das Pseudonym der Journalistin Kerstin Sgonina) gehört zur Reihe "Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe"; erschienen ist die Serie im Aufbau Verlag. Die liebevolle Umschlaggestaltung macht Lust auf’s Lesen und das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert, es passt perfekt zu den anderen Bänden der Reihe.
Die Serie umfasst Bücher, die mit dem Schlagwort ‚ Biographische Fiktion‘ beschrieben werden können. Eine kritische Jane - Austen – Biographie darf man also nicht erwarten, ist das Ganze für Anglistikstudenten geeignet? Vielleicht als Sekundärliteratur-Titel, wenn es um die Darstellung der Britin in der Unterhaltungsliteratur geht, da Catherine Bell durchaus Einblick in das Leben der „Pfarrerstochter“ (dies betont sie oft) gewährt & und mit sehr viel Empathie aus dem Leben der legendären Autorin berichtet.
Die Romanbiographie will primär unterhalten, ein auktorialer Erzähler führt durch das Geschehen, und zu Beginn konnte mich die story begeistern. Ab der Mitte konnte mich das Ganze nicht mehr wirklich packen, da die Autorin sehr viele Zitate aus Austen-Werken einstreut. Diese sind vielleicht für absolute Austen – „Neulinge“ interessant. Ich fand, dass sie für den Lesefluss eher hinderlich waren. Mittels einer nicht-lineare Erzählweise möchte Catherine Bell den Leser oder Leserin fesseln, daher gibt es viele Zeitsprünge in „Jane Austen und die Kunst der Worte“, was ich zunächst gar nicht so übel fand, dann musste ich mich jedoch konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren, da es obendrein langatmige Passagen in der Geschichte gibt. Als Autorin hätte ich den Roman definitiv gestrafft.

Fazit:
Ich vergebe drei von insgesamt fünf möglichen Sternen.
Catherine Bell präsentiert mit „Jane Austen und die Kunst der Worte“ eine angenehm kitschfreie Fleißarbeit, in welcher eine Frau zwischen Kunst und Konvention gezeigt wird. Die sensible Darstellung der Künstlerin gefiel mir gut, am Handwerklichen haperte es in meinen Augen jedoch.
Der siebte Teil einer Reihe animiert dennoch „zum Weiterlesen“.

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