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Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Pirat

Der Pirat
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Der neue historische Roman von dem Autor Mac P. Lorne mit dem Titel „Der Pirat“ erzählt das turbulente Leben des Freibeuters Francis Drake. Dieses Werk ist ein eigenständiger Roman und lässt sich gut ohne ...

Der neue historische Roman von dem Autor Mac P. Lorne mit dem Titel „Der Pirat“ erzählt das turbulente Leben des Freibeuters Francis Drake. Dieses Werk ist ein eigenständiger Roman und lässt sich gut ohne Vorkenntnisse aus der Epoche lesen.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Er war ein Abenteurer, Weltumsegler, Raubritter der Meere und Spaniens größter Alptraum: Francis Drake, Pirat Ihrer Majestät Königin Elisabeth I., 1581 zum Ritter geschlagen. Mac P. Lorne lässt neben dem Mythos auch den Menschen Drake lebendig werden, den engagierten Bürgermeister und betrogenen Ehemann, der Frauen gegenüber eher schüchtern gewesen sein soll. Und er lässt uns mit hinaus segeln aufs ungezähmte, freie Meer, Spione befreien, Santo Domingo erobern und schließlich die Spanische Armada mit neuartigen Kanonen in ihr nasses Grab versenken. Hei-ho, Piraten, Leinen los und Kurs auf den Horizont!

Die Gestaltung des historischen Romans möchte ich an erster Stelle positiv hervorheben. Die Gestaltung des Klappentextes sticht aus der breiten Masse an historischen Büchern hervor, hier sind zwei Szenen aus dem Buch dargestellt. Auch sind ein Personenregister, eine Zeittafel und ein Glossar beigefügt wurden, welche allesamt sehr hilfreich sind.
Der Schreibstil von dem Autor Mac P. Lorne ist sehr angenehm und bildhaft, sodass sich „Der Pirat“ flüssig lesen lässt. Auch hilft der direkte Einstieg dabei, dass man sofort mitten im Geschehen ist und einen ersten Eindruck von dem Protagonisten Francis Drake erhält. Man hat das Gefühl, dass man in die damalige Zeit zurückversetzt wurde. Auch ist das Buch permanent spannend, enthält einige unvorhersehbare Wendungen und nicht selten muss man mit den Charakteren mitfiebern und bestreitet zusammen mit ihnen ereignisvolle Abenteuer. Auf jeder Seite kann man sich von der vielseitigen Recherchearbeit des Autors überzeugen. Lorne hat im Vorfeld zu seinem Roman umfangreich über die damalige Zeit und dessen Neuerungen recherchiert und hat dies gekonnt in seinen historischen Roman eingearbeitet. So lernt man als Leser einiges über die damaligen Zeiten, ohne dass dies einem bewusst wird, da diese fließend in die Geschichte eingebettet wurden sind. Lorne hat die Fakten und Fiktion gekonnt miteinander vermischt. Diesbezüglich wird nochmal im Nachwort eingegangen, sodass man einen Eindruck erhält, welche Gegebenheiten der Fantasie des Autors entspringen und welche historisch belegt sind.
Der Protagonist dieses Romans ist der Freibeuter Francis Drake, welcher im Namen der englischen Königin Elisabeth I segelt und hierbei einiges Raubgut in die Schatzkammern der Krone einbringt. So ist es nicht verwunderlich, dass Drake bei der Königin ein hohes Ansehen hat und sich einige Freiheiten erlauben darf, die sich wohl sonst keiner erlauben dürfte. Von den Spaniern wird Drake gefürchtet – und dies nicht ohne Grund. Nicht selten hat er dessen Schiffe gekapert und die Schätze an sich genommen. In „Der Pirat“ wird Francis Drake als Draufgänger beschrieben, welcher von sich recht überzeugt ist. Doch die Erfolge geben ihm recht und so kann er sich einige Freiheiten erlauben. Nicht selten macht ihn genau dies nicht immer bei seinen Mitmenschen beliebt. Aber Drake ist auch listig und kann durch diese Eigenschaft und seinen Verstand den einen oder anderen Sieg erringen. Er liebt das Abenteuer und geht diesbezüglich auch mal Gefahren ein. Doch nicht selten ist das Glück auf seiner Seite. Hierbei ist er als Kapitän bei seiner Mannschaft allgemein recht beliebt, denn diese behandelt er nicht von oben herab – verhält sich in vielen Situationen eher gleichgestellt und packt auch selber mal mit an. Hierbei lässt er sich nicht verbiegen und zeigt dies auch Personen gegenüber, welche höher gestellt sind als er selbst. Dies erweckt den Eindruck, dass Drake recht bodenständig geblieben ist. Er ist stolz auf seinen Erfolg, welchen er sich selber erarbeitet hat, denn Drake stammt aus recht ärmlichen Verhältnissen. Auf seinem Schiff hat er das letzte Wort und behandelt auch Adlige wie jeden anderen. Sehr zum Leidwesen der Adligen. Sehr gefallen hat mir sei Umgang mit Sklaven. Diese behandelt er wohlwollend und versucht nicht selten, diese aus ihrem leidvollen Sklavenleben zu befreien. Sein engster Freund und sein treuster Diener namens Diego ist ein ehemaliger Sklave, welcher ihm treu zur Seite steht. Aber auch die vielseitigen Nebencharaktere konnten mich überzeugen. Sei es der Mathematiker und Schiffsbauer Baker, der Jude Gans, Walsingham – welcher überall seine Spione zu haben scheint oder auch die Darstellung der englischen Königin Elisabeth I. Sie wirkten allesamt sehr realistisch, hatten ihre Ecken und Kanten. Gerne hätte ich auch mal mehr über die Nebencharaktere gelesen.
Positiv möchte ich auch die Beschreibungen hervorheben. Hier möchte ich einerseits die Darstellung der Stadt Venedig betonen. Diese war sehr bildhaft, sodass ich beim Lesen ein recht klares Bild von dieser Stadt vor meinem geistigen Auge hatte. Wie Drake sich in dieser Stadt gefühlt haben muss, kommt dabei deutlich zum Ausdruck. Andererseits möchte ich die bildhaft dargestellten Kampfszenen positiv erwähnen. Diese haben mir wirklich wunderbar gefallen und obwohl ich mich mit der Seefahrt nicht auskenne, konnte ich mir die Seeschlachten sehr gut vorstellen, weil sie so detailliert beschrieben wurden sind. Sie wirkten auch mich allesamt sehr realistisch. Auch bekommt man einen Einblick in die damalige politische Situation. Die Vormachtstellung von Spanien in der Neuen Welt wird thematisiert. Auch welche Folgen diese Vormachtstellung für andere Länder hatte und wie um diese gekämpft wurde. Ebenfalls wird der Kampf zwischen Katholizismus und Protestantismus in die Geschichte mit eingeflochten. Dies hat mir auch gut gefallen.
Leider wurden nicht alle nautischen Begriffe im Glossar erklärt. Wenn man als Leser jedoch etwas Mut zur Lücke hat und sich davon nicht abschrecken lässt, hat man dennoch ein großen Lesespaß mit diesem historischen Roman. Die nicht erklärten Begriffe aus der Seefahrt mildern den Lesegenuss nicht im Geringsten.

Mit „Der Pirat“ hat der Autor Mac P. Lorne einen fulminanten historischen Roman geschrieben, in dessen Mittelpunkt der Freibeuter Francis Drake steht. Dieser hat sich sehr flüssig lesen lassen, gefüllt mit interessanten und vielseitigen Charakteren und man merkt jeder Seite die detaillierte Recherchearbeit an. Hierfür möchte ich 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung für Liebhaber von historischen Romanen vergeben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Kalypto - Die Magierin der tausend Inseln

KALYPTO - Die Magierin der Tausend Inseln
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Mit „Kalypto – Die Magierin der tausend Inseln“ hat der Autor Tom Jacuba die Fortsetzung zu „Kalypto- Die Herren der Wälder“ geschrieben. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man den ersten Teil der ...

Mit „Kalypto – Die Magierin der tausend Inseln“ hat der Autor Tom Jacuba die Fortsetzung zu „Kalypto- Die Herren der Wälder“ geschrieben. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man den ersten Teil der Trilogie bereits gelesen hat, damit man den zweiten Teil in vollen Zügen genießen kann. Auch ist es hilfreich, weil man so besser dem Verlauf der Geschichte und der charakterlichen Entwicklung folgen kann.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext)
Vor Jahrhunderten ging das Reich Kalypto unter und mit ihm ein Clan mächtiger Magier - so die Überlieferung. Niemand ahnt, dass sich einige Magier retten konnten. Die sehen nun die Zeit ihrer Rückkehr gekommen und verfolgen nur ein Ziel: Krieg unter den freien Völkern zu stiften, damit sich das stärkste Volk offenbart. Das nämlich soll ihnen das Zweite Reich von Kalypto errichten - unter dem Joch der Sklaverei. Die Magierin Catolis hat bereits einen entscheidenden Sieg errungen. Ohne Skrupel führte sie die Insulaner von Tarkatan in die Schlacht gegen Garona und hat das Land nahezu komplett erobert. Ayrin jedoch, die einstige Königin von Garona, will ihr Reich weder den Magiern überlassen, noch ihrer Halbschwester Lauka, die ihr Thron und Krone geraubt hat. An der Seite des Waldmanns Lasnic nimmt sie den Kampf gegen beide auf.

Zuerst möchte ich die Gestaltung des Buches hervorheben. Das Cover von „Kalypto – Die Magierin der tausend Inseln“ ist so gestaltet, dass eine Zuordnung zur Trilogie leicht fällt. Auch ist eine farbige Karte beigefügt wurden, welche ich als sehr hilfreich empfunden habe und oftmals zu Rate gezogen habe.
Der Schreibstil von Tom Jacuba ist sehr bildreich. Der Autor weiß, wie man seine Leser fesselt und in seinen Bann zieht. Durch seine wortgewandte Sprache ist man selber immer mit im Geschehen und hat ein genaues Bild in Bezug auf die Örtlichkeiten und die Charaktere vor seinem geistigen Auge. Es wirkt alles so lebendig, man hat das Gefühl, dass man die Wälder und die See riechen kann und den Wind auf seiner Haut spürt. Jacuba hat in der Reihe rund um Kalypto eine umfangreiche, vielseitige, fesselnde und sehr interessante Welt erschaffen. Sie besticht durch ihre unterschiedlichen Völker, welche alle ihre Eigenarten besitzen. So ist es mir als Leser nicht schwer gefallen, anhand der Sprache des jeweiligen Kapitels zu wissen, von welchen Protagonisten dieser Abschnitt handelt. Der Autor hat jedem Charakter und dem zugehörigen Volk einen eigenen Sprachstil erschaffen und hat diese meisterhaft umgesetzt. Sie passt zu dem jeweiligen Volk und es ist einfach ein großes Vergnügen, dieser wundervollen Umsetzung der sprachlichen Mittel mitzuverfolgen. Jacuba schafft es meisterhaft, die Sprache für sich zu nutzen und findet in der jeweiligen Situation immer die richtigen Worte.
„Kalypto – Die Magierin der tausend Inseln“ ist ein abenteuerreicher Fantasyroman, welcher auch nicht mit Verlusten spart. Es gibt nicht wenige brutale Szenen. Diese wirken jedoch meiner Meinung nach nicht konstruiert, sie passen zum Inhalt des Buches und unterstreichen die Brutalität des jeweiligen Volkes. Dieses Fantasy- Buch ist permanent spannend geschrieben, auf keiner Seite kam Langeweile auf. Es besticht durch seine vielen unverhofften Wendungen, durch das Miträtseln – der ein oder andere Charakter birgt ein Geheimnis – und durch sein hohes Tempo. Durch den Perspektivenwechsel kommt zusätzliche Spannung in das Buch. Wie bereits erwähnt, ist der Stil hierbei so individuell, dass man keine Probleme hat, sich zurechtzufinden, bei welchen Protagonisten man sich nun befindet. Die einzelnen Fäden werden im Verlauf der Geschichte perfekt zusammengeführt, sodass das Zusammentreffen der einzelnen Charaktere zu weiterem Konfliktpotential führt. Diese vielseitig erzeugte Spannung hat zur Folge, dass der Leser nur selten zu Atem. Aber besonders konnten mich die Charaktere und dessen Entwicklung überzeugen. Ich habe mit ihnen gebangt und zusammen mit ihnen Abenteuer bestritten. Nicht wenige sind mir ans Herz gewachsen und den einen oder anderen Charakteren wünsche ich die Pest an den Hals. Die Charaktere, sei es Haupt- oder Nebenrolle, sind allesamt vielseitig und haben ihre Ecken und Kanten. Aber auch ihre Motive, welche sie vorantreiben und ihre Handlungen erklärt. Sie wirken überzeugend durch ihren Reichtum an Facetten. Mir hat es gefallen, dass in diesem Buch Wert auf die charakterliche Entwicklung gelegt wurde. Zu Beginn hatte ich meine Bedenken, ob ich gut in die Geschichte herein finden würde – der erste Teil hat schon durch seine Komplexität und die Vielzahl an Charakteren bestochen und seitdem ich diesen gelesen habe, ist etwas Zeit vergangen. Aber meine Bedenken waren völlig umsonst. Ich hatte von der ersten Seite an das Gefühl, liebgewonnene Freunde zu besuchen und habe mich heimisch gefühlt. Mir sind viele Charaktere ans Herz gewachsen und andere habe ich gelernt, im Verlaufe des Buches zu hassen. Doch auch diese sind interessant und vielseitig gestaltet und treiben das Geschehen voran. Ich könnte gar nicht benennen, wer mein Lieblingscharakter ist, viele haben so eine sympathische Art, die einen in ihren Bann zieht.
Der Showdown ist fulminant und actionreich, aber auch überzeugend. Und der Epilog regt nochmal zum nachdenken an. Einige Fragen bleiben offen und wenige werden beantwortet. Jetzt heißt es warten auf Band 3, welcher im August 2016 erscheinen soll.

Für mich ist „Kalypto – Die Magierin der tausend Inseln“ eine gelungene Fortsetzung, welche mir sogar noch besser als der erste Teil gefallen hat. Er besticht durch den wunderbaren Schreibstil, die Komplexität der Welt und die darin lebenden Charaktere. Ich vergebe für dieses Werk 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für Liebhaber von Fantasy- Büchern.

Wer nochmal eine Zusammenfassung des ersten Teils bzw. ein Personenregister wünscht, der kann dies auf der Homepage des Autors finden:
http://www.thomas-ziebula.de/bucher/fantasy/

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Palast der Meere

Der Palast der Meere
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Mit „Der Palast der Meere“ hat die Autorin Rebecca Gablé eine gelungene Fortsetzung der Waringham- Reihe geschrieben. Dieses Buch ist bereits der fünfte Teil, lässt sich jedoch auch gut ohne Vorkenntnisse ...

Mit „Der Palast der Meere“ hat die Autorin Rebecca Gablé eine gelungene Fortsetzung der Waringham- Reihe geschrieben. Dieses Buch ist bereits der fünfte Teil, lässt sich jedoch auch gut ohne Vorkenntnisse aus den vorherigen Büchern lesen. Jedoch ist es empfehlenswert, wenn man diese bereits kennt, da so manche Anspielungen auf die bisherigen Familienverhältnisse besser nachvollziehbar sind.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
London 1560: Als Spionin der Krone fällt Eleanor of Waringham im Konflikt zwischen der protestantischen Königin Elizabeth I. und der katholischen Schottin Mary Stewart eine gefährliche Aufgabe zu. Ihre Nähe zur Königin schafft Neider, und als Eleanor sich in den geheimnisvollen König der Diebe verliebt, macht sie sich angreifbar. Unterdessen schleicht sich ihr fünfzehnjähriger Bruder Isaac in Plymouth als blinder Passagier auf ein Schiff. Nach seiner Entdeckung wird er als Sklave an spanische Pflanzer auf der Insel Teneriffa verkauft. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei? unter der Bedingung, dass er in den Dienst des Freibeuters John Hawkins tritt. Zu spät merkt Isaac, dass Hawkins sich als Sklavenhändler betätigt? und dass sein Weg noch lange nicht zurück nach England führt...

An erster Stelle möchte ich die Gestaltung des Buches loben. Das Cover hat mich sowohl vom Motiv als auch von der Farbgestaltung sofort angesprochen. Außerdem passt es sehr gut zu der jeweiligen Neugestaltung der vorherigen Bücher – ich mag es, wenn anhand der Covergestaltung ein Zusammenhang einer Reihe erkennbar ist. Auch ein hilfreiches Personenregister ist beigefügt, das ich gerne mal zu Rate gezogen habe. Am jeweiligen Kapitelanfang ist eine dazugehörige Szene grafisch dargestellt. Das finde ich ebenfalls sehr ansprechend und man erhält einen kleinen Einblick in die Personen.
Der Schreibstil von Rebecca Gablé hat mich auch diesmal wieder begeistern können. Als Leser hat man sofort ein Bild vor seinem geistigen Auge und fühlt sich einfach wohl. Ich hatte das Gefühl, alte liebgewonnene Freunde wieder zu besuchen und habe mich daher schon sehr auf Waringham gefreut. Dies hat zur Folge, dass ich sofort mitten in der Geschichte war und keine Probleme hatte, in die Story rein zu finden. Auch die umfangreiche Recherche, welche Gablé geleistet hat, ist sofort erkennbar. So werden liebevolle Anekdoten in die Geschichte eingeflochten und mit den fiktiven Handlungen verwebt. Auch lernt man als Leser noch das ein oder andere Wissenswerte über die damalige Zeit und die historischen Persönlichkeiten, welche diese bevölkert haben. Ein hilfreiches und aufschlussreiches Nachwort ist ebenfalls beigefügt. In diesem wird nochmal darauf eingegangen, was den Fakten und was der Fiktion der Autorin entspringt – oder auch, welche Fakten von ihr in die entsprechende Richtung interpretiert wurden sind. Mir hat dieses Nachwort gut gefallen, es hat das Buch noch zusätzlich abgerundet und noch die ein oder andere Frage geklärt. So habe ich z.B. noch einiges über Mary Stuart oder die damals herrschenden Religionskriege zwischen den Papisten und den Reformierten gelernt.
Wie bereits erwähnt, ist dies der langersehnte fünfte Teil der historischen Waringham- Reihe. „Der Palast der Meere“ lässt sich jedoch auch ohne Vorkenntnisse aus den bereits erschienenen Büchern lesen. Er ist auch für Quereinsteiger geeignet, da in diesem Band erneut eine folgende Generation thematisiert wird, welche neue Abenteuer erlebt. In diesem historischen Buch wird das 16. Jahrhundert thematisiert, welches auch als das elisabethanische Zeitalter in die Geschichte eingegangen ist. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch in „Der Palast der Meere“ ein Blick über den Tellerrand gewährt wird. Als Leser hat man dass Gefühl, dass diese herrschende Aufbruchsstimmung quasi greifbar ist. Plötzlich ist die bisher bekannte Welt zu klein, man will in fremde Welten segeln und diese erkunden. Der Fortschritt ist bemerkbar. Auch der königliche Hof wirkt viel moderner, wenn man die vorherigen Teile miteinander vergleicht ist ein deutlicher Unterschied erkennbar. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Gablé diesmal die Geschichte aus der Sicht von zwei Protagonisten der Familie Waringham erzählt. In den beiden Erzählsträngen schafft es die Autorin gekonnt, die historischen Persönlichkeiten mit den fiktiven Charakteren zu vermengen, eine gemeinsame Perspektive zu verflechten und eine interessante und fesselnde Story zu erzählen. Aber auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen. Auch sie hatten ihre Ecken und Kanten, ihre eigene Persönlichkeit und hatten oftmals entscheidende Rollen. Besonders ist mir Gabriel, der König der Diebe mit seiner Art ans Herz gewachsen. Er ist einfach viel zu charmant, als dass man sich ihm entziehen könnte. Die beiden Protagonisten Eleanor und Isaac erhalten in etwa gleich viel Raum. Zusammen mit Eleanor erlebt man das Leben am königlichen Hof. Sie kennt Elizabeth I schon seit ihrer Kindheit und ist eine ihrer engsten Vertrauten. Eleanor fungiert als das Auge der Königin und in ihrer Position als Spionin erlebt sie so einiges. In ihrer Perspektive erfahren wir einiges über die politischen Gegebenheiten – auch Mary Stuart besuchen wir zusammen mit Eleanor. Auch erleben wir an ihrer Seite Elizabeth hautnah. Auf mich hat sie durchaus real gewirkt und auch schlüssig in sich. Ich hatte ein sehr konkretes Bild vor meinem geistigen Auge und konnte mich gut in ihre Position hineinversetzen. Später liest man auch einiges über die Unterwelt von London, über die Gilde der Diebe. Zusammen mit Isaac bereist man die fremden Welten. Als Heranwachsender hat er sich auf ein Schiff geschlichen, um seinem Schicksal zu entkommen. Er wächst an seinen Aufgaben und wird ein wirklich stattlicher Mann, der immer einen Spruch auf den Lippen hat. Nicht selten hat ihn seine ehrliche Art in gefährliche Situationen gebracht. Auch setzt er sich für die Betrogenen auf See ein, ist strikt gegen den Sklavenhandel und nimmt eine Art „Robin Hood“- Position ein. Durch Isaac lernen wir recht früh den jungen Francis Drake kennen – auch sein späteres Lebenswerk wird mit verfolgt. Nicht selten ist das Schicksal von Drake mit dem von Isaac verbunden. Die Erkundung der fremden Welten hat mir gut gefallen – man erhält u.a. Einblicke von Teneriffa oder Panama, über den Anbau und die Ernte des Zuckerrohrs und bekommt einen kleinen Grundkurs in das Leben als Seemann der damaligen Zeit. Die kurzen Gastspiele, welche in Waringham waren, waren für mich daher ein Ruhepol. Man konnte zwischen den zahlreichen Abenteuern durchatmen und durch den Rosengarten wandern. Diese Auftritte in Waringham waren rar gesät, umso mehr habe ich mich über diese gefreut.
Mein einziger Kritikpunkt ist eigentlich, dass mir manchmal der direkte Einbezug des Lesers in die geschichtlichen politischen Vorgänge gefehlt hat. In den vorherigen Büchern hatte ich das Gefühl, aktiv am Entscheidungsprozess des politischen Ränkespiels teilzunehmen. Anders war es bei „Der Palast der Meere“ – hier wurden eigentlich nur die herbeigeführten Etappensiege berichtet und über mögliche Folgen diskutiert. Nicht selten wurde über mögliche Hochzeitskandidaten für Elizabeth I debattiert. Dennoch hat mir einfach etwas Hintergrundgeschehen gefehlt.
Auch waren meine Erwartungen an das Buch andere – aber das möchte ich der Autorin nicht negativ ankreiden. Ich finde es rückblickend doch recht positiv, dass sie sich für diesen Weg der Geschichte entschieden hat. schließlich wollte man in diesem Jahrhundert über den Tellerrand schauen und neue Welten entdecken – schade fand ich es nur, dass Waringham doch recht kurze Gastaftritte hatte.

Alles in allem ist „Der Palast der Meere“ von Rebecca Gablé ein gut recherchierter historischer Roman, der einen wirklich guten Einblick in das 16. Jahrhundert bietet. Dieses Buch hat es geschafft, mich zu fesseln – ich habe mit den Charakteren mitgefiebert und um diese gebangt. Auf Grund meines einen Kritikpunktes möchte ich 4,5 Sterne geben. Und von mir gibt es noch eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 29.01.2026

Der Hobbit

Der Hobbit - Illustriert von Tove Jansson
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Mit „Der Hobbit“ hat der Autor J.R.R. Tolkien ein Stück Weltliteratur erschaffen, dies ist einfach ein Klassiker. Nun hat der Klett- Cotta Verlag eine wunderbare illustrierte Ausgabe auf den Markt gebracht. ...

Mit „Der Hobbit“ hat der Autor J.R.R. Tolkien ein Stück Weltliteratur erschaffen, dies ist einfach ein Klassiker. Nun hat der Klett- Cotta Verlag eine wunderbare illustrierte Ausgabe auf den Markt gebracht. Diese kann sowohl Liebhaber des Buches dazu anzuregen, dieses Buch nochmal in die Hand zu nehmen. Es eignet sich aber auch für Leser, welche dieses Stück Weltliteratur noch nicht gelesen haben.

Klappentext:
Bilbo Beutlin lebt im Auenland, bis er von dem Zauberer Gandalf und einer Horde Zwerge aus der Beschaulichkeit seines gemütlichen Alltags gerissen wird. Auf einmal findet er sich mitten in einem Abenteuer wieder, das ihn nicht nur zu den Elben, sondern auch zu dem riesigen und gefährlichen Drachen Smaug führt, der einen kostbaren Schatz in seinen Besitz gebracht hat und eifersüchtig hütet ... Bilbo reist also durch unheimliche Landschaften und Gebirge, die von seltsamen Wesen wie Trollen, Orks und Riesenspinnen unsicher gemacht werden. Und er trifft natürlich auf Gollum, dessen verlorenen Ring er wiederfindet – den Einen Ring!

Als ich gehört habe, dass es von „Der Hobbit“ eine illustrierte Ausgabe mit Illustrationen von der Zeichnerin Tove Jansson war ich sofort begeistert. Ich persönlich mag die Geschichten rund um die Mumins total gerne und auch die Zeichnungen dazu fand ich immer ansprechend. Daher war für mich sofort klar, dass ich mir diese illustrierte Ausgabe zulegen möchte.
Der Fantasy- Klassiker „Der Hobbit“ stammt aus der Feder von J.R.R. Tolkien und ist recht wahrscheinlich schon vielen bekannt. Dieses Buch besticht durch seine bildliche und poetische Sprache. Gekonnt werden hier die Landschaften und auch unterschiedlichen Rassen beschrieben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Als Leser wird man sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen und lernt die wesentlichen Charaktere kennen. Das Buch selbst lässt sich flüssig lesen, der Schreibstil ist angenehm, sodass man dabei seinen Alltag vergessen kann. In diesem Werk begleiten wir den Protagonisten Bilbo, ein Hobbit, auf seiner abenteuerlichen Reise. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir an seiner Seite einige Hürden meistern müssen. Wir lernen einige furchterregende Kreaturen kennen und müssen das ein oder andere Problem lösen. An seiner Seite lernen wir viele Facetten dieser Welt kennen und es hat mir Spaß gemacht, diese fantastische Welt zu erkunden. Diese Welt steckt voll liebevoller Facetten und konnte mich mit ihren vielseitigen Seiten vollkommen überzeugen.
Bilbo ist bekanntermaßen ein Hobbit. Diese mögen eigentlich gutes Essen und Gemütlichkeit in den eigenen Wänden. Doch Bilbo scheint anders als der typische Hobbit zu sein. Und daher begibt er sich mit zwölf Zwergen und dem Zauberer Gandalf auf eine abenteuerreiche Reise. Es hat mir Spaß bereitet, an seiner Seite all diese Abenteuer zu bestreiten. Besonders positiv ist mir hier die Begegnung mit Gollum in Erinnerung geblieben, diese fand ich sehr beeindruckend. Aber auch, wie Bilbo mit seinen Aufgaben gewachsen ist, wie er reifer geworden ist, hat mir große Freude bereitet. Er ist mit seinen Aufgaben gewachsen und die Reise hat ihn positiv geprägt. Was mir persönlich gar nicht so in Erinnerung mehr war, dass die Zwerge recht passiv sind. Nur in begrenztem Maße nehmen sie aktiv an der Story teil oder beeinflussen diese. Der Umgang mit Bilbo fand ich hier sehr faszinierend und war mir gar nicht mehr so in Erinnerung. Daher ist es auch empfehlenswert, dieses Buch nochmal zu lesen, auch wenn man es bereits kennt – man entdeckt immer wieder neue Facetten oder manche Ereignisse sind in den Hintergrund gerückt. Auch die Beziehung zwischen Bilbo und Gandalf fand ich sehr interessant. Wie diese sich entwickelt hat und zu einer ganz besonderen Bindung herangereift hat. Sehr lesenswert fand ich auch die Entwicklung von Bilbo hinsichtlich seiner Talente als Meisterdieb.
Schon alleine von der Handlung her, ist „Der Hobbit“ ein empfehlenswertes Buch, welches sich zügig lesen lässt und unterhaltsam ist. Das Besondere an dieser Ausgabe sind jedoch die Illustrationen von Tove Jansson. Mir persönlich haben die Illustrationen ausgesprochen gut gefallen, sie fügen sich harmonisch in die Geschichte ein und bereichern diese zusätzlich. Ich fand diese ansprechend und ausdrucksstark, verleihen sie der Geschichte nochmal einen ganz anderen Anstrich. Ich habe jede einzelne Illustration genossen, haben sie das Buch nochmal zusätzlich aufgewertet. Nur zu gerne habe ich mir die dargestellten Illustrationen bis ins Detail angeschaut, sie haben mich zum Verweilen eingeladen. Für mich ist dies ein wunderbares Sammelstück, welches mit viel Liebe angefertigt wurde.

Insgesamt konnte mich die illustrierte Ausgabe von „Der Hobbit“ von J.R.R. Tolkien rundum begeistern. Die Geschichte ist spannend, die Welt liebevoll gestaltet, der Schreibstil ist angenehm und die Illustrationen runden dieses Gesamtbild noch ab. Für mich war dies ein gelungener literarischer und künstlerischer Ausflug auf ein Abenteuer mit Bilbo und seinen Zwergenfreunden. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Schattenverführt

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Die Autorin Abigail Owen hat mit „The games gods play – Schattenverführt“ den Reihenauftakt rund um Lyra und Hades veröffentlicht. Dies kann man daher ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Lyra hätte ...

Die Autorin Abigail Owen hat mit „The games gods play – Schattenverführt“ den Reihenauftakt rund um Lyra und Hades veröffentlicht. Dies kann man daher ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Lyra hätte nie gedacht, dass ausgerechnet sie für die Crucible-Spiele ausgewählt werden könnte, bei denen die zwölf Gottheiten des Pantheons um die Vorherrschaft kämpfen. Doch ausgerechnet Hades, der geheimnisvolle Gott der Schatten und der Unterwelt, beruft sie als seine Championesse. Schon gar nicht hätte Lyra erwartet, dass Hades so … sexy ist. Tatsächlich entsteht zwischen den beiden eine unbestreitbare Nähe, je länger die Spiele andauern und je öfter Hades die Regeln für sie bricht. Denn Hades spielt aus ganz eigenen Motiven – und die könnten für Lyra in mehrfacher Hinsicht gefährlich werden ...

Mich persönlich hat bei diesem Werk der Klappentext interessiert, ich fand den Mix mit den Crucible- Spielen und den griechischen Gottheiten recht ansprechend. Voller Vorfreude habe ich mich daher in das Werk gestürzt und wurde definitiv nicht enttäuscht. Ich hatte keine großen Erwartungen, war einfach nur auf die Umsetzung der Idee gespannt und wurde dabei positiv überrascht.
Bei diesem Fantasy- Werk habe ich zum Hörbuch gegriffen. Dieses wird von Franziska Trunte vorgelesen. Bisher habe ich noch kein Hörbuch gehört, welches von ihr vorgelesen wurde. Doch Franziska Trunte hat mich persönlich positiv überrascht. Meist tue ich mich etwas schwer mit weiblichen Vorlesestimmen, doch hier wird gekonnt das Hörbuch in Szene gesetzt. Mir hat hier sowohl das Tempo gefallen, als auch die Art der Betonung. Mit Freude wird hier der Inhalt des Buches vorgelesen und es hat mir Spaß gemacht, diesem Hörbuch zu lauschen. Auch fand ich die Stimme von Franziska Trunte recht angenehm, sodass dies ein wahres Hörerlebnis wurde. Ich war von der Umsetzung positiv überrascht und die Sprecherin hat dafür gesorgt, dass ich dies zu einem Hörerlebnis für mich wurde – nur zu gerne habe ich ihrer Stimme und auch der Story gelauscht.
Zu Beginn wird man gleich in das Buch hineingeworfen und lernt die Protagonistin und ihre Situation kennen. Sie lebt bei einer Diebesgilde und wurde mit einem göttlichen Fluch belegt, der dazu führt, dass sie nicht geliebt werden kann. Daher führt Lyra ein ziemlich isoliertes Leben und hadert daher mit ihrem Schicksal. Mir persönlich hat dieser direkte Einstieg ziemlich gut gefallen. Als Leser ist man sofort mitten im Geschehen und wird dennoch Stück für Stück in diese Welt eingeführt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht, sodass die Seiten nur so dahinfliegen – oder in meinem Fall die Hörminuten. Gebannt habe ich gelauscht und wollte einfach nur wissen, wie die Geschichte weitergeht. Positiv möchte ich auch noch die lebendigen Dialoge erwähnen. Diese haben dem Werk Leben eingehaucht und konnten mich stets gut unterhalten, haben mir oftmals ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Das Buch wird aus der Perspektive von der Protagonistin Lyra erzählt. Dadurch lernt man sie besser kennen, Lyra wirkt so nahbarer und als Leser erfährt man auch mehr über ihre Gedankengänge. Dies führt dazu, dass man ihre Handlungen besser nachvollziehen kann. Ich persönlich fand die Perspektive auch gut gewählt, weil man so näher an den Gedanken und Emotionen der sympathischen Protagonistin war.
Die Handlung an sich konnte mich ebenfalls überzeugen. Die Story ist rundum spannend. Permanent wird auf gekonnte und auf verschiedene Weise der Spannungsbogen oben gehalten. Die Seiten fliegen nur so dahin. Man möchte als Leser nur zu gerne wissen, wie es mit den Crucible- Spielen weitergeht oder wie sich die Charaktere weiterentwickeln. Hierbei sollte man sich bewusst sein, dass diese Spiele Machtspiele sind und die griechischen Gottheiten ihre Finger im Spiel haben. Dies hat zur Folge, dass oftmals Blut vergossen wird und nicht wenige Aspekte gehen hier blutig aus. Im Verlauf des Buches muss man sich von dem ein oder anderen Charakter leider verabschieden. Mir persönlich hat hier der Mix zwischen actionreichen und teils blutigen Szenen im Austausch mit emotionalen Szenen, in denen sich die Charaktere entwickeln, gut gefallen – für mich persönlich war diese Mischung genau richtig. Die Wettkämpfe und die einzelnen Aufgaben der Götter haben hier die richtige Portion Spannung erzeugt, ich wollte hier einfach wissen wie es ausgeht.
Überzeugend fand ich auch die Charakterdarstellungen. Die Protagonistin Lyra hat eine ironische und selbstkritische Art an sich, welche mir gefallen hat. Oftmals hat sie mich zum Schmunzeln gebracht und hat Situationen aufgelockert. Auch mochte ich ihre toughe Art. Lyra ist mutig und kämpft für die Werte und Leute, welche ihr wichtig sind. Dabei trifft sie eine Entscheidung und steht dann auch zu dieser. Mir persönlich war Lyra sofort sympathisch und es hat mir Spaß bereitet, die Spiele an ihrer Seite zu bestreiten. Auch der Gott der Unterwelt Hades spielt in diesem Fantasy- Werk eine essentielle Rolle. Er hat viele Geheimnisse und es ist nicht leicht, sein Vertrauen zu gewinnen. Dennoch kämpft er auf diejenigen, welche ihm am Herzen liegen. Zu Beginn gibt er sich einfach nur lässig, aber Seite für Seite lernt man ihn besser kennen und erkennt seinen weichen Kern. Hades hat hier viele Seiten und es machte mir großen Spaß, diese Vielschichtigkeit zu erleben. Die Dialoge zwischen Lyra und Hades fand ich persönlich immer sehr unterhaltsam. Unterhaltsam fand ich auch die Darstellung von Zerberus, dem Höllenhund – dies waren die kleinen Details, welche dieses Werk so liebenswert gemacht haben. Aber auch die anderen Charaktere, sei es Gottheiten oder auch andere Mitspieler der Crucible- Spiele, sind recht gut ausgebarbeitet. Natürlich hat der ein oder andere Nebencharakter hier mehr Raum bekommen als ein anderer. Dennoch fand ich alle Charaktere schlüssig und konnten mich überzeugen, auch wenn ich teilweise natürlich gerne mehr über den ein oder anderen Charakter erfahren hätte. Aber dies hätte wahrscheinlich den Rahmen gesprengt.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich ein bisschen das Worldbuilding. Im Grunde ist es überzeugend dargestellt und in sich auch stimmig. Jedoch beruft sich die Autorin hier auf altbewährtes – mir fehlte ein bisschen das besondere Etwas. Aber dies ist wahrscheinlich meckern auf hohem Niveau.

Insgesamt konnte mich Abigail Owen mit ihrem Reihenauftakt „The games gods play – Schattenverführt“ richtig gut unterhalten, sowohl die Story als auch die Charaktere fand ich überzeugend. Positiv möchte ich auch noch die Sprecherin des Hörbuches Franziska Trunte hervorheben, sie hat dieses Hörbuch für mich in ein wahres Erlebnis verwandelt. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung. Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung der Reihe gespannt.