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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2022

Vier tolle Protagonistinnen, Zeitreisen und jede Menge Action

Paper Girls SC
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Wer bereits länger die beliebte Serie „Paper Girls“ kennenlernen wollte, kann nun die Geschichte auf einen Schlag in Form dieser tollen Gesamtausgabe des Cross Cult Verlags entdecken. Auf gut 800 Seiten, ...

Wer bereits länger die beliebte Serie „Paper Girls“ kennenlernen wollte, kann nun die Geschichte auf einen Schlag in Form dieser tollen Gesamtausgabe des Cross Cult Verlags entdecken. Auf gut 800 Seiten, findet man die 30 Bände der Comic-Serie abgedruckt. Und obwohl ich keine regelmäßige Comicleserin bin, sprach mich die Idee der Geschichte sofort an. Prinzipiell hält die Serie auch wirklich was sie verspricht, nämlich starke weibliche Hauptcharaktere, spannende Zeitreisen und ein Hauch des 80er Jahre Flairs. Die Zeichnungen gefielen mir ausgesprochen gut da diese die Handlung aufwendig und detailliert darstellen. Gut gefielen mir auch die zahlreichen versteckte Hinweise und Anspielungen, wobei ich mit Sicherheit gar nicht alle entdeckt habe. Von Beginn an legt die Geschichte nämlich ein rasantes Tempo vor, welches mir stellenweise auch etwas zu schnell und chaotisch war. Da ständig etwas passiert, neue Figuren auftauchen, ein weiterer Zeitsprung stattfindet und es zu Kämpfen kommt, fiel es mir ehrlich gesagt nicht immer leicht den Überblick zu behalten. Vor allem da die Autoren sich mit Erklärungen sehr zurückhalten. Genau wie die vier Mädchen, werden wir Leser:innen ins kalte Wasser geworfen und müssen uns die Zusammenhänge nach und nach selbst erschließen. Wäre „Paper Girls“ ein Roman hätte ich zu kritisieren, dass es mir an Details im Sinne von Erklärungen, Worldbuilding und stellenweise auch an Logik fehlte. Dafür punktet die Reihe mit jeder Menge Action, Spannung und ansprechenden Illustrationen. An keiner Stelle war mir die Lektüre langweilig, wobei ich sie aufgrund von wiederholten Gewaltdarstellungen nur für Erwachsene empfehlen würde. Sci-Fi-Fans finden hier vielleicht nicht das ausgereiftestes Zeitreiseabenteuer, kurzweilig, humorvoll und unterhaltsam ist die Reihe dafür umso mehr.

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Veröffentlicht am 28.09.2022

Sherlock Holmes und Irene Adler – Ein etwas anderes Ermittlungspaar

Das Tagebuch der Irene Adler
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„Das Tagebuch der Irene Adler“ von Jennifer Quin und Daniel Grey ist eine gelungene Mischung aus Crime & Romance, welche mir im Gesamten gut gefiel. Da sich die Geschichte auf nur etwas mehr als 200 Seiten ...

„Das Tagebuch der Irene Adler“ von Jennifer Quin und Daniel Grey ist eine gelungene Mischung aus Crime & Romance, welche mir im Gesamten gut gefiel. Da sich die Geschichte auf nur etwas mehr als 200 Seiten abspielt, geht es dementsprechend tempo- und ereignisreich zu und so flog ich förmlich durch die Seiten. Neben einem spannenden Fall punktet das Buch außerdem mit einer gelungen eingefangene Atmosphäre, voller historischer Besonderheiten. Die Kapitel sind kurz gehalten und auch der Schreibstil ist schnörkellos und auf den Punkt. Gelegentlich geht es in der Handlung allerdings auch heiß her, durch die expliziten erotischen Szenen ist das Buch auch eher für Erwachsene geeignet. Der Fokus liegt aber zum Glück auf den Ermittlungen und dem Zusammenspiel von Sherlock und Irene, welches mich durchaus fesseln konnte. Ein wenig gestört hat mich das stellenweise etwas ungeschickte Verhalten der zwei als äußerst intelligent bekannten Charaktere im Verlauf der Handlung. Da manche Szene nicht zum vorgestellten Charakter passen wollte, gibt es von mir einen Stern Abzug. Trotzdem ist es natürlich meckern auf hohem Niveau, da das Gesamtwerk durchaus überzeugt. Humorvolle Dialoge wechseln sich mit spannenden Szenen ab und so war „Das Tagebuch der Irene Adler“ eine unterhaltsame wie kurzweilige Lektüre für mich. Nach diesem verheißungsvollen Auftakt freue ich mich bereits jetzt auf weitere Bände, welche bereits angekündigt sind!

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Cassie Raven ist zurück und ermittelt in einem sehr persönlichen Fall

Wer mit den Toten spricht
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Im letzten Jahr gehörte „Tote schweigen nie“ definitiv zu meinen Highlights, weswegen ich mich auf die Lektüre von „Wer mit den Toten spricht“ nun besonders gefreut habe! Erneut schaffte es die Autorin ...

Im letzten Jahr gehörte „Tote schweigen nie“ definitiv zu meinen Highlights, weswegen ich mich auf die Lektüre von „Wer mit den Toten spricht“ nun besonders gefreut habe! Erneut schaffte es die Autorin A. K. Turner mit ihrer unkonventionellen, aber authentischen Protagonistin Cassie Raven bei mir zu punkten. Allerdings muss ich leider zugeben, dass mir dieser zweite Band im Gesamten etwas weniger gut gefiel als der Reihenauftakt. Zunächst einmal ist die Bezeichnung Thriller völlig irreführend. Ich persönlich würde die Geschichte eher als Cosy Crime einordnen, denn für einen Thriller gibt es viel zu wenig Spannung und Nervenkitzel. An sich mochte ich es aber durchaus das die Handlung tief ins Privatleben von Cassie und auch DS Phyllida Flyte eintaucht und so dafür sorgt, dass man die Beiden noch besser kennen lernt. Natürlich gibt es rund um die Ermittlungen immer wieder auch spannende Momente, wobei ich einige Wendungen allerdings schon lange vorausgesehen habe. Überraschen konnten mich die Twist am Ende des Buchs, darum weniger als erhofft. Trotzdem war „Wer mit den Toten spricht“ für mich eine unterhaltsame Lektüre, da ich das Setting einfach großartig finde. Hier hebt sich das Buch auf jeden Fall positiv von anderen Krimis ab. Und auch der Schreibstil spricht für dieses Werk! Er liest sich durchgehend angenehm und so flogen selbst in ruhigeren Passagen die Seiten nur so dahin. Deshalb vergebe ich eine eingeschränkte Leseempfehlung für Fans des ersten Buchs und hoffe sehr, dass die Autorin im nächsten Band wieder zu ihrer alten Stärke zurückfindet!

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Veröffentlicht am 07.09.2022

Anspruchsvolles und durchdachtes Fantasy-Abenteuer mit historischem Fokus

Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit
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„Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“ von Natasha Pulley ist ein Fantasyroman, welchen ich aufgrund seiner Komplexität wirklich nur für Erwachsene empfehlen würde. Die Geschichte war außerdem anderes, ...

„Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“ von Natasha Pulley ist ein Fantasyroman, welchen ich aufgrund seiner Komplexität wirklich nur für Erwachsene empfehlen würde. Die Geschichte war außerdem anderes, als ich es ursprünglich erwartet habe. Zum genauen Inhalt möchte ich aber natürlich nichts verraten, um nicht zu spoilern. So viel aber sei verraten, der titelgebende Leuchtturm, steht weit weniger im Mittelpunkt der Ereignisse als gedacht. Auch war mir der Fantasyanteil etwas zu wenig. Natürlich spielt das Zeitreiseelement eine wichtige Rolle, aber detaillierte Erklärungen über die Hintergründe fehlten gänzlich. Vielmehr steht der historische Kontext im Mittelpunkt, wobei es definitiv hilfreich ist sich mit Englands und Frankreichs Geschichte von 1800 – 1900 auszukennen. Teilweise fehlte mir persönlich einfach das Hintergrundwissen um zu erkennen, was nun eine tatsächliche historische Tatsache war und welches Detail durch die Zeitlinienänderung entstand. Zum Glück klärte sich dies im Verlauf der Handlung immer weiter auf, so dass man ganz Nebenbei noch etwas dazu lernt. Zudem erfordern die mehrmaligen Zeitsprünge Konzentration beim Lesen, denn die Hauptprotagonist:innen spielen in allen Zeitabschnitten in der ein oder andere Weise eine Rolle. Dadurch das die Geschehnisse nicht chronologisch erzählt werden, kann man hier schon mal ins trudeln geraten. Dennoch ist das Buch ein Erlebnis für sich, welches mir in seiner Gesamtheit gut gefiel. Besonders gerne mochte ich Szenen die sich mit den persönlichen Befindlichkeiten der Hauptprotagonist:innen befassten, da die Charakterzeichnungen rundum gelungen sind. Dafür hätte die Autorin auch gerne etwas weniger ausführlich die Seeschlachten und den Alltag auf dem Schiff schildern dürfen. Langweilig wurde es trotzdem an keiner Stelle, zahlreiche überraschende Wendungen sorgten für Abwechslung. Außerdem punktet der Roman mit einem wirklich starken Ende bzw. einer tollen Auflösung.
Mein Fazit: Zeitreiseabenteuer mit wenigen Fantasyelementen und jeder Menge historischem Kontext. Anspruchsvoll, aber lohnenswert!

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Veröffentlicht am 02.09.2022

Detailreiche und durchdachte Dystopie – Weltweite Handlungsorte und vielseitige Charaktere

Die Welt kippt
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„Die Welt kippt“ von Heiko von Tschischwitz reiht sich ein, in die Reihe der zahlreichen Romane mit Umweltthematik, welche mir in letzter Zeit durchaus häufiger begegnet sind. Trotz des bekannten und aktuellen ...

„Die Welt kippt“ von Heiko von Tschischwitz reiht sich ein, in die Reihe der zahlreichen Romane mit Umweltthematik, welche mir in letzter Zeit durchaus häufiger begegnet sind. Trotz des bekannten und aktuellen Themas konnte mich das Buch durchaus fesseln und stellenweise sogar überraschen. Dies lag vor allem an der sehr komplexen Handlung, welche zahlreiche Perspektiven und mehrere Zeitsprünge beinhaltete. Ein besonderer Fokus der Geschichte liegt außerdem auf China und der Rolle des Landes bei der Bekämpfung des Klimawandels. Dabei greift der Autor auch reale Projekte auf, Infos zu diesen gibt es sogar im Nachwort. Im Gesamten entstand so eine packende, wie auch erschreckend realistisch anmutende Geschichte. Durch die vielschichtigen Protagonist:innen gibt es zudem Einblicke in sehr unterschiedliche Lebens- und Sichtweisen. Allerdings hätte ein wenig Straffung der Erzählung meiner Meinung nach durchaus gut getan. Zu viele Nebenhandlungsstränge lassen die Charaktere zwar greifbarer und authentischer wirken, sorgten im Gesamten allerdings auch für Längen. Dennoch überzeugte mich das Buch sowohl inhaltlich wie auch argumentativ so sehr, dass ich immer noch gute 4 Sterne vergeben mag. Auch wenn der Fokus durchaus auf den dystopischen Elementen liegt, gibt es auch erste Lösungsansätze und eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit einem hochkomplexen Thema. Der Schreibstil machte es mir angenehm leicht, den Geschehnissen zu folgen und las sich durchgängig flüssig.

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