Gute und spannende Unterhaltung
Wenn sie wüssteNach einer langen, verzweifelten Jobsuche ist Millie unendlich froh darüber, endlich eine Stelle als Haushaltshilfe bei den wohlhabenden Winchesters erhalten zu haben. Denn vorherigen potenziellen Arbeitgebern ...
Nach einer langen, verzweifelten Jobsuche ist Millie unendlich froh darüber, endlich eine Stelle als Haushaltshilfe bei den wohlhabenden Winchesters erhalten zu haben. Denn vorherigen potenziellen Arbeitgebern war Millies Vergangenheit stets ein Dorn im Auge. Überglücklich fängt sie sofort mit ihrer Arbeit an und stößt schon bald auf die Schattenseiten ihres neuen Jobs. Denn ihre Arbeitgeberin, Nina Winchester, verbirgt ebenfalls ein düsteres Geheimnis. Schnell lernt Millie Ninas wahres Gesicht kennen...
Ich habe "Wenn sie wüsste" binnen eines Tages verschlungen und wurde wunderbar unterhalten.
Freide McFaddens Schreibstil ist literarisch nicht allzu komplex sowie eher schnörkellos, führt aber genau dadurch dazu, dass man als Leser nur so durch die Seiten fliegt. Der Verzicht auf überflüssige Details lässt einen schnell gänzlich in die Geschichte eintauchen und schnell vorankommen. Dazu trägt im Übrigen auch die gelungene, etwas kürzere Kapiteleinteilung bei.
Und natürlich zieht auch die Story selbst den Leser schnell in ihren Bann - anders, als die Protagonistin des Buches, sei an dieser Stelle gesagt. Denn während ich von der Story selbst sehr gut unterhalten wurde, blieb Millie als Figur eher blass. Sie wirkte für mich wie eine Art Mittel zum Zweck und zwar nice to have, aber als eigenständiger Charakter ziemlich austauschbar für die Geschichte, was für Thriller oftmals jedoch nichts Ungewöhnliches ist und mich daher nicht allzu sehr gestört hat.
Das Setting ist das hübsche Haus einer wohlhabenden Familie, ähnlich jenem auf dem Buchcover, das einige düstere Seiten bereithält. Besagtes Haus schafft es in Kombination mit der vermeintlich herzlichen Hausherrin während des Lesens konstant eine eigentümliche Stimmung, Gänsehaut und das Gefühl hervorzurufen, stets auf der Hut sein und auf kleinste Details achten zu müssen. Wer bereits einige Thriller gelesen hat, für den wird der Plot vermutlich nicht allzu innovativ sein. Dennoch lässt einen die beschriebene Stimmung am Ball bleiben und bringt den Leser dazu, das Buch mehr aus der Hand legen zu wollen.
Nach einem vielversprechendem Epilog werde ich mir wohl auch den zweiten Band der Reihe näher ansehen, denn dieser hat definitiv Lust auf mehr bereitet.
Wer möglicherweise eher ein Neuling in dem Genre ist, dem wird das Buch sicher hervorragend gefallen. Alte Hasen, die interessiert an leichtem, schnelllebigem Lesespaß sind, werden aber sicherlich auch ihre Freude mit Millie und den Winchesters haben.
4,5/5 Sterne