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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2022

Völkermord durch Hunger

Das Zeitalter der Roten Ameisen
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Dieser Roman erzählt die Leidensgeschichten der Menschen in der Ukraine in den 1930er Jahren. Von 1932 bis 1933 gelang es Russland durch den Holodomor Millionen Menschen sterben zu lassen. Jeglicher Besitz ...

Dieser Roman erzählt die Leidensgeschichten der Menschen in der Ukraine in den 1930er Jahren. Von 1932 bis 1933 gelang es Russland durch den Holodomor Millionen Menschen sterben zu lassen. Jeglicher Besitz wurde konfisziert und strengstens darauf geachtet, dass auch die Töpfe leer blieben. So wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine Lebensmittel in den Häusern waren. Die Männer wurden unter fadenscheinigen Vorwänden nach Sibirien gebracht, so dass nur noch die Frauen und Kinder ungeschützt in den Dörfern blieben.
Anhand der Familie der jungen Jawdocha und der reichen Solja, Frau des Parteivorsitzenden und Repräsentanten der sowjetischen Kommunalverwaltung Swyryd, erzählt die Autorin das schreckliche Leiden im Jahr 1933. Jawdocha, ihr Bruder und ihre Mutter kämpfen um das nackte Überleben, während Solja im Sanatorium an Fressattacken leidet und versucht ihre Pfunde zu verlieren. Dabei kämpft sie immer wieder mit Bildern aus der Vergangenheit, die unglaubliche Ausmaße annehmen. Swyryd dagegen möchte Jawdochas Mutter, die seine große Liebe ist, durch seine Position zurück gewinnen.
Eindrucksvoll hat die Autorin den Genozid dargestellt. Hatte ich anfangs noch Probleme, mich in die Geschichte einzufinden, so verloren sich diese schnell mit dem Fortschreiten des Lesens und ich konnte mich in das Geschehen einfinden. Die furchtbaren und unfassbaren bis heute ungesühnten Verbrechen, die an der ukrainischen Bevölkerung verübt wurden, sind nachvollziehbar beschrieben.
Leider weist das Buch für mein Empfinden einige Längen auf, die meinen Lesefluss etwas störten. Trotzdem kann ich diesen Roman, der ein Stück Zeitgeschichte aufweist, jedem empfehlen. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.10.2022

Ein sehr berührender Roman

Weil wir an Wunder glauben
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Immer wieder hat mich diese Geschichte emotional mitgenommen. Sie ist mit so viel Herz geschrieben. Die Autorin hat die relevanten Protagonisten glaubhaft und voller Empathie dargestellt. Dadurch fiel ...

Immer wieder hat mich diese Geschichte emotional mitgenommen. Sie ist mit so viel Herz geschrieben. Die Autorin hat die relevanten Protagonisten glaubhaft und voller Empathie dargestellt. Dadurch fiel es mir leicht, mich in sie hineinversetzen zu können. Sie sind sehr sympathisch dargestellt und ich habe mit ihnen mitgelitten. Schon ab der ersten Seite hat mich auch dieses Buch von Josefine Weiss gefesselt. Der Schreibstil führt leicht und locker durch diesen Roman.
Mein Fazit:
Eine Geschichte voller Tiefgang, die ich sehr gerne weiter empfehle. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.10.2022

Inquisition und Folterung

Huren auf Wanderschaft | Erotischer SM-Roman
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Vier Dirnen ziehen mit ihrem Ochsenkarren durch die Städte des Mittelalters, um ihre Dienste anzubieten. Es ist die Zeit der Hexenverbrennungen und vorhergehenden Folterungen. Vornehmlich junge, hübsche ...

Vier Dirnen ziehen mit ihrem Ochsenkarren durch die Städte des Mittelalters, um ihre Dienste anzubieten. Es ist die Zeit der Hexenverbrennungen und vorhergehenden Folterungen. Vornehmlich junge, hübsche Mädchen sind die Opfer der Inquisitoren, die an brutalster sexueller Folterung ihren Spaß haben. Wenn die Opfer nicht schon an den unsagbaren Qualen sterben, dann spätestens auf dem Scheiterhaufen.
In diesem Roman geht es in der Hauptsache um die vier Dirnen, die nicht nur unterwegs sind, um den Männern Wonne zu bereiten. Es steckt wesentlich mehr dahinter.
Die Handlung dieser Geschichte beschreibt detailliert die Grausamkeiten, die in den Folterkammern statt fanden, sowie auch die körperliche Aktivität der Dirnen mit ihren Freiern. Sie ist nachvollziehbar und sicher waren solche damaligen Folterungen auch nicht ganz abwegig. In diesem fesselnden Roman begleiten wir die vier Huren auf ihren spannenden Abenteuern. Der Schreibstil ist klar und deutlich, er lässt sich flüssig lesen.
Mein Fazit:
Es ist kein Buch für sensible Leser. Doch wer dieses Genre mag, liegt hier nicht falsch. Ich vergebe 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.10.2022

Die Anfänge von Berlins ältester Konditorei

Café Buchwald
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Dieses Buch führt uns nach Cottbus und Berlin Ende der 1890er Jahre. Im Café Buchwald werden die legendäre Baumkuchen und die feinsten Konditoreien hergestellt. Mit Stolz ist die Familie Buchwald Lieferant ...

Dieses Buch führt uns nach Cottbus und Berlin Ende der 1890er Jahre. Im Café Buchwald werden die legendäre Baumkuchen und die feinsten Konditoreien hergestellt. Mit Stolz ist die Familie Buchwald Lieferant des königlichen Schlosses. Mutter Adele kümmert sich um den Verkauf, während Vater Gustav mit dem Gesellen Fritz und dem Lehrling Felix die Köstlichkeiten in der Backstube herstellt. Die Eltern hoffen, dass ihre Tochter Emma und Fritz heiraten und die Konditorei eines Tages übernehmen werden. Als Gustav jedoch überraschend stirbt, muss sich Emma um die Backstube kümmern. Bei einer Auslieferungsfahrt in das Berliner Schloss, bei dem sie einen Abstecher in das Museum macht, lernt sie den Studenten Max kennen und verliebt sich in ihn. Emma muss eine schwere Entscheidung treffen.
In diesem Roman duftet es förmlich nach den besten Kuchen und deren Zutaten. Emma, eine starke junge Frau, muss um den Fortbestand des Cafés Buchwald kämpfen. Maria Wachter hat die relevanten Protagonisten authentisch und nachvollziehbar beschrieben. Die teilweise vorhersehbare Handlung ist spannend und locker beschrieben. Leider kam mir das Ende zu abrupt und plötzlich. Ich denke, dass da sehr viel Potential für eine Fortsetzung wäre.
Mein Fazit:
Eine fiktive Geschichte um ein heute noch existierendes berühmtes Berliner Cafè, das mich sehr gut unterhalten hat. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.10.2022

Abwechslungsreich und spannend

Zitronensommertage
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Nach einem tragischen Schicksalsschlag fährt Núria an die Costa Brava zu ihren Großeltern. Sie lebt nur noch in der Vergangenheit und versucht, jetzt hier Ruhe und Trost zu finden. In der direkten Nachbarschaft ...

Nach einem tragischen Schicksalsschlag fährt Núria an die Costa Brava zu ihren Großeltern. Sie lebt nur noch in der Vergangenheit und versucht, jetzt hier Ruhe und Trost zu finden. In der direkten Nachbarschaft wohnt Xavi, einst ein erfolgreicher Sternekoch. Er ist übellaunig und lebt sehr zurückgezogen. Durch einen Straßenhund, den Xavi in einem Karton gefunden hat, lernen sich Nùria und Xavi kennen und nähern sich einander ganz allmählich.
Dieser Roman ist abwechselnd aus Núrias und Xavis Sichtweise geschrieben. Somit kann man ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Die Protagonisten sind in ihrer Sturheit sehr sympathisch und zauberten mir des Öfteren ein Lächeln auf die Lippen. Die Handlung ist voller Gefühle und sehr abwechslungsreich. Mit ihrem leichten, spritzigen und flüssigen Schreibstil hat die Autorin auch hervorragend die zauberhafte Landschaft der Costa Brava mit eingebunden.
Mein Fazit:
Eine emotionale und sehr gut nachvollziehbare Geschichte, die ich sehr gerne weiter empfehle. 4 Sterne.

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