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Veröffentlicht am 18.11.2022

Viele Pläne, sehr viel Glück und ein seltsamer Wettkampf

Lightlark
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Die sechs Herrscher*innen der sechs Völker nehmen alle hundert Jahre am Centennial teil, bei dem einer von ihnen sterben muss, damit die Flüche über ihre Völker gebrochen werden, die ihnen seit fünfhundert ...

Die sechs Herrscher*innen der sechs Völker nehmen alle hundert Jahre am Centennial teil, bei dem einer von ihnen sterben muss, damit die Flüche über ihre Völker gebrochen werden, die ihnen seit fünfhundert Jahren das Leben schwer machen - bisher ist es ihnen nicht gelungen. Doch Isla vom Wildfolk ist eine Herrscherin ohne Kräfte und muss das gut verschleiern, damit sie überleben kann.

Zusammen mit ihren Lehrerinnen und mit ihrer besten Freundin Celeste, die als Starfolk-Herrscherin ebenfalls am Centennial teilnimmt, haben sie Pläne geschmiedet, damit sie den Wettkampf erfolgreich und möglichst unbeschadet überstehen. Es gibt allgemein sehr viele geheime Pläne und nicht alle erschienen mir wirklich logisch. Mich hat auch etwas gestört, wie einfach Isla trotz ihrer fehlenden Magie alle möglichen Situationen meistert, obwohl sie eigentlich planlos ist. Es wird so dargestellt, als schaffe sie das durch Können und Raffinesse, aber es ließ in meinen Augen eher ihre Konkurrenten inkompetent erscheinen.

Den Wettkampf fand ich eher enttäuschend und bin mir auch kaum sicher, ob man es überhaupt wirklich so nennen kann. Es gibt sechs kleine Prüfungen - jedes Oberhaupt darf eine Aufgabe stellen - und derjenige mit den meisten Punkten darf bestimmen, wer mit wem zusammenarbeitet. Diese Prüfungen hätten gerne etwas spannender sein können, denn sie sind oft so gestaltet, dass man das meiste aus Islas Perspektive gar nicht mitbekommt. Die übrigen Regeln des Centennial schienen mir auch nicht immer sinnvoll und ich hatte das Gefühl, dass es viele Widersprüche gibt.

Am Ende bin ich etwas zwiegespalten, da ich die Wendung nicht so ganz gelungen fand, auch wenn sie durchaus Sinn ergab. Den Versuch schätze ich wirklich und auch, wie man alles miteinander verknüpft hat, allerdings war es mir einfach etwas zu viel und daher letztendlich unglaubwürdig. Die Geschichte ist durch Geheimnisse, Pläne und die Konflikte zwischen den Herrschern schon spannend, wird jedoch sehr oberflächlich erzählt. Auch die Welt der sechs Völker scheint vielversprechend, aber man erfährt nur sehr wenig über ihre Kulturen und wie sie sich aufgrund ihrer speziellen Flüche entwickelt haben. Das Liebesdreieck konnte mich auch kaum begeistern.

Wegen der sehr unterschiedlichen Bewertungen, die es schon zu dem Buch gab, waren meine Erwartungen ziemlich niedrig und ich weiß nicht, ob es mir deswegen besser oder schlechter gefallen hat, letztendlich fand ich es jedenfalls eher durchschnittlich.

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Veröffentlicht am 07.11.2022

Seltsames Tempo, bekannte Geschichten und eine enttäuschende Heldin

Elektra, die hell Leuchtende
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Am Anfang stehen noch Kassandra und Klytämnestra im Mittelpunkt. Kassandra kann in die Zukunft sehen, aber als sie den Wünschen des Gottes nicht entsprach, hat Apollo sie verflucht, sodass ihr niemand ...

Am Anfang stehen noch Kassandra und Klytämnestra im Mittelpunkt. Kassandra kann in die Zukunft sehen, aber als sie den Wünschen des Gottes nicht entsprach, hat Apollo sie verflucht, sodass ihr niemand mehr glauben will, wenn sie ihre Familie vor Katastrophen warnt. Auch, als ihr Bruder Paris sie alle dem Untergang zu weihen droht, kann Kassandra immer nur zusehen, ohne etwas ausrichten zu können.

Klytämnestra ist die Schwester der bekannten Helena und schon bald die Frau des Königs der Griechen, Agamemnon. Der jahrelange Krieg hat schon für viel Abstand zwischen ihnen gesorgt, aber auch davor schon hatten sie oft unterschiedliche Ansichten. Nun möchte sie ihre Kinder vor Agamemnon und seinem Ehrgeiz beschützen, und vor dem Fluch, der über seiner Familie hängt und für schreckliche Mordfälle innerhalb der Familie sorgt.

Ihre Tochter Elektra ist am Anfang der Geschichte noch gar nicht geboren und danach ist sie noch lange sehr jung, erst zum Ende hin kommt sie wirklich zu Wort und da das Buch mich bis dahin kaum packen konnte, konnte ich auch danach kaum noch überzeugt werden. Weil der Buchtitel nun mal ihren Namen enthält, hatte ich mehr von Elektra erwartet, obwohl ich auch den Mythos schon einmal gehört hatte und eigentlich wusste, wie sich ihre Geschichte entwickeln muss.

Ich mochte das Tempo nicht besonders, ich konnte oft nicht nachvollziehen, wie viel Zeit verging, oft waren es Jahre, die man kaum spüren konnte. Natürlich habe ich viel aus den alten Sagen wiedererkannt und das hat schon dabei geholfen, dass ich der Geschichte trotzdem gut folgen konnte. Es gab jede Menge Namen und Charaktere, die am Trojanischen Krieg beteiligt waren, aber sie kamen und gingen oft sehr schnell, viele Ereignisse hat man auch kaum richtig miterlebt und das lässt alles etwas irrelevant erscheinen. Ich mochte an dem Buch zum Beispiel die feministischen Ansätze, aber trotz der Tode und Katastrophen ließ es mich eher kalt.

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Veröffentlicht am 07.11.2022

Unterhaltsam, hätte aber gern noch spannender und magischer sein können

#London Whisper – Als Zofe tanzt man selten (aus der Reihe)
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Die Geschichte setzt genau dort an, wo der Vorgänger geendet hat und so ist man sofort wieder im Geschehen. Doch nach einem spannenden Start lässt das Tempo schnell nach und die Hälfte des Buches ist danach ...

Die Geschichte setzt genau dort an, wo der Vorgänger geendet hat und so ist man sofort wieder im Geschehen. Doch nach einem spannenden Start lässt das Tempo schnell nach und die Hälfte des Buches ist danach eher gemütlich, aber auch unterhaltsam. Die außergewöhnliche Zofe Zoe bringt wieder frischen Wind in die Reihen der jungen Damen und gewinnt auch zunehmend an Bekanntheit. Als heimliche Zeitreisende und Spionin kommt ihr das natürlich nicht immer gelegen.

Der Mittelteil zieht sich in die Länge, besonders nach dem Anfang, wo Zeitreisen, Mondscheinmagie und Antagonisten direkt einen Auftritt haben. Danach widmet sich die Geschichte wieder leichteren Themen, die im Vergleich schon etwas langweiliger sind und eher vom eigentlichen Abenteuer ablenken zu scheinen. Auch Zeitreisegefährte Hayden taucht lange kaum auf. Zum Ende hin gefiel mir das Buch aber auch wieder besser und ich bin auch schon gespannt auf das Finale der Trilogie.

Bei Regency-Romanen mag ich auch besonders den Charme durch die Etikette, die mal einschränkt und mal überwunden wird, aber Zoe hat ja kaum noch Respekt für die Regeln dieser Zeit und biegt sie sich bequem zurecht. Das fand ich mal amüsant, aber mal auch etwas enttäuschend. Mir hat aber gefallen, wie durch Zoes Einfluss die jungen Damen zusammenhalten, besonders die Freundschaften zwischen den Mädchen haben mir gut gefallen.

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Dämonen, Chaos und offene Fragen

Ich bin dein Schicksal
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Erin kann Noctua sehen, die sich von menschlicher Angst ernähren. In Obskuris, ihrer Welt, leben sie in verschiedenen Clans und gehören unterschiedlichen Gattungen an. Einer von ihnen ist Cal, ein Alpha, ...

Erin kann Noctua sehen, die sich von menschlicher Angst ernähren. In Obskuris, ihrer Welt, leben sie in verschiedenen Clans und gehören unterschiedlichen Gattungen an. Einer von ihnen ist Cal, ein Alpha, mit dem Erin schon lange befreundet war, für den sie sogar Gefühle hatte, bis er vor drei Jahren plötzlich verschwand. Nun ist er zurückgekehrt und möchte, dass Erin ihm verzeiht. Doch seine rätselhafte Rückkehr löst noch viel mehr aus ...

Es gibt einige verschiedene Handlungsstränge, die an sich spannend sind und Fragen aufwerfen: die Politik der Noctua, die dafür gesorgt hat, dass Cal und seine Freunde drei Jahre eingesperrt waren, das unheimliche Verhalten der Zahnfeen, die plötzlich kaum noch warten können, bis den Kindern die Zähne von selbst ausfallen, und natürlich noch Erins Gabe, die Noctua zu sehen, die auch neue Facetten offenbart.

Ich fand es da schon etwas schade, dass man zwischen diesen Themen viel hin und her springt, sodass die aufkeimende Spannung sich manchmal plötzlich auflöst und es gibt viel, das von der Handlung ablenkt. Auch das Ende des Buches fand ich sehr enttäuschend, weil der Cliffhanger aus dem Nichts kommt, die bisherige Handlung beiseite geschoben wird und es so gar keine Erklärungen gab. Am Ende war ich dann eher verwirrt und frustriert, spannend fand ich das leider gar nicht, dafür fehlte mir der Zusammenhang und ein paar Antworten wären auch nett gewesen.

Mich hat auch etwas irritiert, dass der Buchtitel überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Es gibt kein magisches Schicksal und auch keine schicksalshaften Begegnungen - zumindest nicht in diesem ersten Band. Aber selbst wenn in der Fortsetzung noch etwas zu dem Thema kommen sollte, so passt "Ich bin dein Schicksal" trotzdem kaum zu diesem Buch.

Ich mochte die liebevollen Details und die interessanten Wesen, aber die Handlung war mir letztendlich etwas zu chaotisch, um mich wirklich überzeugen zu können.

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Veröffentlicht am 14.10.2022

Geschwisterrivalitäten & verliebt in den Kaiser

Die Kaiserin
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Elisabeth will einen Mann, der ihre Seele satt macht, aber da sie so rebellisch ist, versucht ihre Mutter sie nur irgendwie unter die Haube zu bringen, bevor Elisabeth noch die ganze Familie blamiert. ...

Elisabeth will einen Mann, der ihre Seele satt macht, aber da sie so rebellisch ist, versucht ihre Mutter sie nur irgendwie unter die Haube zu bringen, bevor Elisabeth noch die ganze Familie blamiert. Schließlich soll sich ihre Schwester Helene bald mit Kaiser Franz von Österreich verloben, doch dann ist ausgerechnet Elisabeth ist diejenige, die den Kaiser sofort verzaubert.

Da das Buch damit beworben wird, dass es das Buch zur Serie ist, möchte ich kurz auch etwas dazu sagen: Das Buch ist im Vergleich viel kürzer und umfasst nur die ersten zwei Folgen, die in diesem Buch auch gut wiedergegeben werden. Während die Serie danach dramatisch weitergeht, finden Elisabeth und Franz hier also früher ihr Happy End und man muss darauf vertrauen, dass das Paar auch alle anderen Krisen zusammen bewältigen wird.

Das Buch bietet viel bessere Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Charaktere und hier stehen noch mehr die holprige Liebesgeschichte sowie die Uneinigkeiten der Geschwisterpaare im Vordergrund, politische Themen werden eher kurz angerissen.

Elisabeth ist frei und unbeschwert, Helene hingegen ist perfekt und das Lieblingskind der Mutter. Franz muss als Kaiser viel Verantwortung übernehmen, wird von allen Seiten bedrängt und kann kaum einen Aspekt seines Lebens selbst bestimmen, während sein Bruder Max tun und lassen kann, was er will, selbst wenn das ein schlechtes Licht auf die kaiserliche Familie wirft. Dafür neidet Max seinem Bruder die Aufmerksamkeit und dass er als Kaiser letztendlich alles zu bekommen scheint, was er haben will. Die Geschwister sind sehr unterschiedlich und deswegen mal neidisch und mal frustriert.

Die Rivalitäten und Missverständnisse zwischen ihnen sorgen für viele Probleme, aber auch die Anforderungen an die zukünftige Kaiserin bringen Spannung ein. Ich fand die Liebesgeschichte schon unterhaltsam, besonders durch Elisabeth etwas rebellische Art, aber die romantischen Gefühle waren mir manchmal einfach zu kitschig und zu viel, daher wurde mir auch Elisabeth irgendwann etwas zu anstrengend.

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