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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2024

Gelungener Auftakt

Meeresfriedhof
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Durch den Tod der "Stammmutter" Vera Falck wird eine Kettenreaktion ausgelöst. Ihr Testament scheint verschwunden, sie soll es vor ihrem Selbstmord bei Gericht abgeholt haben. Ihre Enkelin Alexandra ...

Durch den Tod der "Stammmutter" Vera Falck wird eine Kettenreaktion ausgelöst. Ihr Testament scheint verschwunden, sie soll es vor ihrem Selbstmord bei Gericht abgeholt haben. Ihre Enkelin Alexandra soll den Verbleib des Testaments klären, denn Vater Olaf ist nicht bereit, einen Teil des Vermögens dem verarmten Zweig der Familie abzugeben. Im Verlauf der Suche stößt Alexandra auf großen Widerstand und entschließt sich, den Familiengeheimnissen auf den Grund zu gehen.

Trotz des etappenweise etwas langatmigen Schreibstils hat mich die Geschichte recht schnell in ihren Bann gezogen. Die Skrupellosigkeit, mit der Olaf Falck und seinesgleichen agieren und Einfluss auf Geschehnisse in der ganzen Welt nehmen, trägt wesentlich zum Spannungsaufbau bei. Die verschiedenen Handlungsstränge, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben, tun das ihre dazu, sodass ich von Anfang bis Ende von der Geschichte gefesselt war. Dennoch würde ich das Buch nicht ins Genre "Thriller" einsortieren, es ist mehr ein spannender historischer Roman aus der Zeit des zweiten Weltkriegs, denn bis dahin reicht das Geheimnis der Falck-Familie zurück - zum Untergang des Hurtigrouten-Schiffs. Alexandra als Hauptakteurin ist mir sehr ans Herz gewachsen, obwohl ich zwischenzeitlich einmal dachte, dass sie jetzt falsch abbiegt und sich korrumpieren lässt. Deshalb werde ich mit Sicherheit die Folgebände auch lesen, die Entwicklung der Familie Falck, insbesondere die Alexandras interessiert mich sehr.

Mein Fazit: Zwar kein wirklicher Thriller, aber als historischer Roman absolut empfehlenswert.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2024

Familienbande

Das Erbe der Greiffenbergs - Zu neuen Ufern
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Der zweite Band der Trilogie „Das Erbe der Greiffenbergs“ erzählt von der Neuorientierung der Familie von Greiffenberg und ihrer Firma „Greiffenberg Feinkost“ nach dem Unfalltod von Familienoberhaupt und ...

Der zweite Band der Trilogie „Das Erbe der Greiffenbergs“ erzählt von der Neuorientierung der Familie von Greiffenberg und ihrer Firma „Greiffenberg Feinkost“ nach dem Unfalltod von Familienoberhaupt und Geschäftsführer Ludwig. Während Oma Elsa und Ludwigs Frau Therese versuchen, ihre Trauer zu bewältigen, bemüht sich Tochter Pauline um die Rettung der angeschlagenen Firma und muss sich gegen die Intrigen ihres Onkels Wolfgang wehren. Ihr Bruder Ferdinand riskiert als Stuntman sein Leben und die kleine Schwester Antonia muss trotz des Verlusts ihres Vaters an ihrem Abitur arbeiten.

Isabell Schönhoff schildert ihre Charaktere so einfühlsam und authentisch, dass ich sie sehr schnell kennenlernen konnte, obwohl ich den ersten Band der Familiensaga nicht gelesen habe. Überhaupt gefällt mir ihr Schreibstil ausnehmend gut, er ist eingängig und kurzweilig, die Seiten fliegen nur so dahin.
Cover und Titel lassen vermuten, dass man hier eine Schmonzette vor sich hat. Das ist aber nicht richtig, denn auch die Greiffenbergs haben mit den gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit zu kämpfen, vor allem mit dem immer mehr um sich greifenden, grenzenlosen Egoismus und der unersättlichen Gier unserer Mitmenschen. Viele Menschen verfolgen rücksichtslos ihre eigenen Interessen, zur Not auch auf dem Rücken aller anderen (siehe Onkel Wolfgang). Besonders für Spannung sorgt der mutmaßliche Unfalltod von Familienvorstand Ludwig, der immer noch nicht umfassend aufgeklärt ist. Die Story ist im Prinzip eine gelungene Mischung aus Familiensaga und Liebesgeschichte, mit Krimielementen gewürzt. Besonders gefallen hat mir Ferdinand, der sich nach seinem schweren Unfall unheimlich weiter entwickelt und seinen Platz im Leben findet.

Mein Fazit: Eine sehr gut erzählte Familiensaga mit gut ausgearbeiteten Charakteren, von der ich großartig unterhalten wurde und die ich sehr gerne weiter empfehle. Den dritten Band möchte ich auf keinen Fall verpassen.

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Veröffentlicht am 06.02.2023

Eiskalte Spannung

Der Riss
8

Antonia ist Vulkanologin und nimmt einen Forschungsauftrag in der Antarktis an um nach ihrem dort verschollenen Bruder Emilio zu suchen. Sie meint zu wissen wohin er sich gerettet haben könnte. Auf der ...

Antonia ist Vulkanologin und nimmt einen Forschungsauftrag in der Antarktis an um nach ihrem dort verschollenen Bruder Emilio zu suchen. Sie meint zu wissen wohin er sich gerettet haben könnte. Auf der Forschungsstation Neumayer III angekommen, stößt sie auf erheblichen Widerstand und einige Ungereimtheiten. Mit ihren Nachforschungen bringt sie sich und den Piloten Arlo, der ihr tatkräftig zur Seite steht, mehr als einmal in Lebensgefahr.
Ich habe diesen rasanten Thriller von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen. Sehr detailliert und eindringlich schildert Thilo Winter die Verhältnisse im ewigen Eis, man kann die durchdringende Kälte, die Enge der Station und die Belastung durch das Fehlen von Tages- und Jahreszeiten förmlich am eigenen Leib spüren. Antonia ist eine mir sehr sympathische Protagonistin, ihre starke Bindung an den Bruder ist sehr spürbar. Um zum Ziel zu gelangen, geht sie mit dem Kopf durch die Wand ohne die Folgen zu bedenken. Manchmal kommt sie rüber wie ein weiblicher James Bond, so dass das Kopfkino zum Action-Thriller wird. Da ist an mancher Stelle ein wenig zu dick aufgetragen. Auch Arlo hat mir von Anfang an gefallen. Er hat sich sehr spontan entschlossen, Antonia zu helfen und steht dann loyal an ihrer Seite, egal zu welchem Risiko sie sich wieder hinreißen lässt.
Trotz der kleinen Schwächen hat mir das Buch sehr gut gefallen, denn auch wenn es reine Fiktion ist, weckt es doch ein Bewusstsein für die Gefahr, in der die Erde schwebt. So erfüllt dieses spannende Stück Unterhaltungsliteratur noch eine wichtige zusätzliche Aufgabe. Ich kann nur empfehlen, diesem Buch ein paar unterhaltsame Lesestunden zu widmen.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 22.10.2022

Ein richtiges Endzeitszenario

Dark Clouds
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Deutschland wird innerhalb kürzester Zeit von zahlreichen Extremwetter-Ereignissen heimgesucht. Die Lage ist chaotisch. Wolkenforscherin Fjella, IT-Spezialist Arian und Versicherungsdetektiv ...

Deutschland wird innerhalb kürzester Zeit von zahlreichen Extremwetter-Ereignissen heimgesucht. Die Lage ist chaotisch. Wolkenforscherin Fjella, IT-Spezialist Arian und Versicherungsdetektiv Philip forschen zunächst unabhängig voneinander nach den Ursachen. Die Behörden sind ihnen dabei keine große Hilfe. Erst als sie sich zusammentun, kommen sie in ihren Ermittlungen vorwärts und es ergibt sich ein erschreckendes Bild.

Das Thema ist natürlich brisant, da ja derzeit in aller Munde. Die Story ist ziemlich beängstigend, ich mag mir gar nicht vorstellen, dass so etwas tatsächlich passieren könnte. Der Schreibstil ist unspektakulär, sachlich und informativ. Trotzdem kommt Spannung auf, die aber von den zahlreichen eingestreuten Medienberichten immer wieder gebrochen wird. Darauf hätte ich gut verzichten können, dafür gibt es einen Punktabzug.

Alle drei Hauptprotagonisten haben mir gut gefallen. Im Interesse der Allgemeinheit lassen sie nicht locker, sie folgen den Spuren trotz aller Gefahr und drohender Strafverfolgung. Von behördlicher Seite haben sie keinerlei Unterstützung zu erwarten, im Gegenteil. Erst als die beiden LKA-Beamten Nina Kuhn und Eric Schmitz auf ihre Ergebnisse stoßen, bekommen sie ein bisschen Hilfe. Gemeinsam stoßen Sie auf einen perfiden Plan ungeheuren Ausmaßes. Motiv auch hier: Die grenzenlose Gier Einzelner nach Macht und Geld.

Thilo Falk zeichnet hier in teilweise mitreißender Weise ein erschreckendes Szenario, das in Teilen sicher gar nicht so utopisch ist. Diese Geschichte ist sicher gut geeignet, um die Menschen ein bisschen wachzurütteln, ein Bewusstsein zu wecken dafür, das fünf vor zwölf schon vorbei ist. Es ist sehr wichtig, dieses Thema immer wieder in Erinnerung zu bringen. Das gelingt mit einem so spannenden Thriller sicher besser als mit einem trockenen Sachbuch.

Insgesamt fand ich das Buch spannend und gut recherchiert. Es vermittelt auch einiges Hintergrundwissen. Deshalb kann ich guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 05.04.2021

Gelungene Fortsetzung

Die Stadt der Tränen
8

Minou und ihre Familie, schon bekannt aus dem ersten Band „ Die brennenden Kammern“, hatten für zehn Jahre ein beschauliches Leben auf der geerbten Burg in Puivert. Zur Hochzeit des Hugenottenkönigs Heinrich ...

Minou und ihre Familie, schon bekannt aus dem ersten Band „ Die brennenden Kammern“, hatten für zehn Jahre ein beschauliches Leben auf der geerbten Burg in Puivert. Zur Hochzeit des Hugenottenkönigs Heinrich von Navarra mit der Katholikin Margarete von Valois reisen sie mit der ganzen Familie nach Paris. Dort treffen sie ihren alten Feind, den Kardinal Vidal wieder und geraten in die Wirren der Bartholomäusnacht. Die Familie wird auseinander gerissen und muss Paris bei Nacht und Nebel verlassen. Sie flüchten nach Amsterdam, wo sie sich ein neues Leben aufbauen.

Minou Joubert-Reydon, ihre Geschwister und ihr Vater, ihr Mann Piet und Erzfeind Vidal waren alte Bekannte, mit denen ich bereits im ersten Band mitfiebern durfte. Neu dazugekommen sind die Kinder von Minou und Piet, die vorwitzige siebenjährige Marta und der zweijährige Jean-Jaques. Zusammen mit Minous Geschwistern Alis und Aimeric und ihrem Vater Bernard bilden sie eine sehr sympathische, für damalige Verhältnisse fortschrittliche Familie, bei der auch Tante Salvadora einen Platz findet. Erzfeind Vidal hat seinerseits seinen illegitimen Sohn Louis zu sich genommen, den er für seine Ziele einspannt und der ihm an Boshaftigkeit und Verschlagenheit durchaus das Wasser reichen kann. Vidal pflegt nach wie vor die alte Feindschaft und setzt alles daran, die Familie von Piet und Minou zu vernichten.

Kate Mosse verknüpft sehr geschickt die Schicksale ihrer Protagonisten mit den historischen Fakten der Hugenottenkriege, die im 16. Jahrhundert tobten. Die geschichtlichen Fakten werden zwar manchmal nur angedeutet, aber wenn das Interesse geweckt ist, kann man sich ja bei anderen Quellen weiter belesen. Die Autorin schildert den religiösen Fanatismus und die Grausamkeit der Kämpfe ebenso bildhaft wie die Ereignisse im Leben der fiktiven Akteure. Mit ihrem mitreißenden Schreibstil macht sie es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Sie charakterisiert die Handelnden sehr detailliert, so dass man im Verlauf der Geschichte teilweise schon vorhersehen kann, was sie als nächstes tun werden. So war einerseits manches vielleicht ein bisschen vorhersehbar, auch fand ich es ein wenig zu dick aufgetragen, dass es jetzt auch um Piets Herkunft ein Geheimnis gibt und ein unverhofftes Erbe winkt. Andererseits haben wir ja einen Roman gelesen, da fällt so etwas unter die dichterische Freiheit und bringt zusätzliche Spannung in die Geschichte. Wie beim ersten Band sind wieder einige Fragen offen geblieben, so dass ich einer Fortsetzung entgegenfiebere.

Mein Fazit deckt sich mit dem zum ersten Band: Für Freunde des historischen Romans mit realem Hintergrund ist diese Reihe ein absolutes Muss.

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