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Shilo_

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2022

Ein nachdenklich stimmender Roman

Ein simpler Eingriff
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Erzählt wird die Geschichte von Meret, einer Krankenschwester mit Leib und Seele, die auf der psyatrischen Station eines Krankenhauses tätig ist. Auf dieser Station sollen verhaltensauffällige Frauen durch ...

Erzählt wird die Geschichte von Meret, einer Krankenschwester mit Leib und Seele, die auf der psyatrischen Station eines Krankenhauses tätig ist. Auf dieser Station sollen verhaltensauffällige Frauen durch die neu entwickelte Lobotomie ruhig gestellt und von ihren „Leiden“ geheilt werden. Ist Meret anfangs überzeugt von dieser Methode, kommen bei ihr jedoch mit der Zeit Zweifel auf.
Meret lebt in einem Schwesternwohnheim und verliebt sich in ihre Zimmergenossin. Damit überschreitet sie eine moralische Grenze. Dieses ist ein Verhalten, das auch ausgelöscht werden müsste.
Dieser Roman beschreibt die menschenverachtende Methode, verhaltensauffällige und andersgeartete Menschen, vor allem Frauen, durch einen Eingriff in das Gehirn der Norm anzupassen. Lobotomie wurden in den 1940er und 50er Jahren angewandt und war schon damals umstritten. Seit den 1970er Jahren wird sie in der im Buch beschriebenen Art und Weise jedoch nicht mehr durchgeführt.
Die Handlung erlebt der Leser aus der Sicht von Meret. Dadurch lassen sich ihre Gefühle sehr gut nachvollziehen. Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich flüssig lesen.
Mein Fazit:
Ein Buch, das nachdenklich stimmt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.10.2022

Die Geschichte einer großen Liebe in den Wirren des 30jährigen Krieges

Die Wundärztin
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Obwohl ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte, mich in diese Geschichte einzufinden, fesselte mich dieses Buch bereits nach einigen Seiten. Sie handelt von Magdalena, die als Trosskind mit ihrem Vater ...

Obwohl ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte, mich in diese Geschichte einzufinden, fesselte mich dieses Buch bereits nach einigen Seiten. Sie handelt von Magdalena, die als Trosskind mit ihrem Vater mitreist. Als 6jährige wird sie aus dem brennenden Magdeburg von dem 12jährigen Eric, dessen Familie bei dem Brand ums Leben kam, gerettet und nimmt ihn mit zu ihren Eltern. Er bekommt eine Stelle als Zimmermann und beide verlieren sich aus den Augen. Jahre später, Magdalena versorgt als Wundärztin die Verletzten, begegnen sie sich wieder. Sie verbringen ihre wenige freie Zeit heimlich fernab vom Tross miteinander, denn ihre Väter waren verfeindet und Magdalena ist der Umgang mit Eric streng verboten. Bei einem Angriff der Franzosen verliert Magdalena ihren Vater und Eric verschwindet spurlos. Sie ist schwanger und muss nun eine Entscheidung treffen, die ihr ganzes Leben beeinflussen wird.
Bildgewaltig. wenn auch so manches Mal etwas langatmig, lässt die Autorin den Leser in die Wirren des 30jährigen Krieges eintauchen. Die Handlung ist fesselnd und voller Spannung. Authentisch und nachvollziehbar sind die relevanten Protagonisten dargestellt. So war es mir möglich, mich in die Gefühle und Handlungen Magdalenas hineinversetzen zu können. Auch konnte ich ihre Hilflosigkeit gegenüber ihrer intriganten Cousine Elsbeth sehr gut nachvollziehen. Mit einem leichten und lockeren Schreibstil führt Heidi Rehn durch diesen Roman.
Mein Fazit:
Ein sehr gut recherchierter historischer Roman, den ich gerne weiter empfehle. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.10.2022

Völkermord durch Hunger

Das Zeitalter der Roten Ameisen
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Dieser Roman erzählt die Leidensgeschichten der Menschen in der Ukraine in den 1930er Jahren. Von 1932 bis 1933 gelang es Russland durch den Holodomor Millionen Menschen sterben zu lassen. Jeglicher Besitz ...

Dieser Roman erzählt die Leidensgeschichten der Menschen in der Ukraine in den 1930er Jahren. Von 1932 bis 1933 gelang es Russland durch den Holodomor Millionen Menschen sterben zu lassen. Jeglicher Besitz wurde konfisziert und strengstens darauf geachtet, dass auch die Töpfe leer blieben. So wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine Lebensmittel in den Häusern waren. Die Männer wurden unter fadenscheinigen Vorwänden nach Sibirien gebracht, so dass nur noch die Frauen und Kinder ungeschützt in den Dörfern blieben.
Anhand der Familie der jungen Jawdocha und der reichen Solja, Frau des Parteivorsitzenden und Repräsentanten der sowjetischen Kommunalverwaltung Swyryd, erzählt die Autorin das schreckliche Leiden im Jahr 1933. Jawdocha, ihr Bruder und ihre Mutter kämpfen um das nackte Überleben, während Solja im Sanatorium an Fressattacken leidet und versucht ihre Pfunde zu verlieren. Dabei kämpft sie immer wieder mit Bildern aus der Vergangenheit, die unglaubliche Ausmaße annehmen. Swyryd dagegen möchte Jawdochas Mutter, die seine große Liebe ist, durch seine Position zurück gewinnen.
Eindrucksvoll hat die Autorin den Genozid dargestellt. Hatte ich anfangs noch Probleme, mich in die Geschichte einzufinden, so verloren sich diese schnell mit dem Fortschreiten des Lesens und ich konnte mich in das Geschehen einfinden. Die furchtbaren und unfassbaren bis heute ungesühnten Verbrechen, die an der ukrainischen Bevölkerung verübt wurden, sind nachvollziehbar beschrieben.
Leider weist das Buch für mein Empfinden einige Längen auf, die meinen Lesefluss etwas störten. Trotzdem kann ich diesen Roman, der ein Stück Zeitgeschichte aufweist, jedem empfehlen. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.10.2022

Ein sehr berührender Roman

Weil wir an Wunder glauben
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Immer wieder hat mich diese Geschichte emotional mitgenommen. Sie ist mit so viel Herz geschrieben. Die Autorin hat die relevanten Protagonisten glaubhaft und voller Empathie dargestellt. Dadurch fiel ...

Immer wieder hat mich diese Geschichte emotional mitgenommen. Sie ist mit so viel Herz geschrieben. Die Autorin hat die relevanten Protagonisten glaubhaft und voller Empathie dargestellt. Dadurch fiel es mir leicht, mich in sie hineinversetzen zu können. Sie sind sehr sympathisch dargestellt und ich habe mit ihnen mitgelitten. Schon ab der ersten Seite hat mich auch dieses Buch von Josefine Weiss gefesselt. Der Schreibstil führt leicht und locker durch diesen Roman.
Mein Fazit:
Eine Geschichte voller Tiefgang, die ich sehr gerne weiter empfehle. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.10.2022

Inquisition und Folterung

Huren auf Wanderschaft | Erotischer SM-Roman
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Vier Dirnen ziehen mit ihrem Ochsenkarren durch die Städte des Mittelalters, um ihre Dienste anzubieten. Es ist die Zeit der Hexenverbrennungen und vorhergehenden Folterungen. Vornehmlich junge, hübsche ...

Vier Dirnen ziehen mit ihrem Ochsenkarren durch die Städte des Mittelalters, um ihre Dienste anzubieten. Es ist die Zeit der Hexenverbrennungen und vorhergehenden Folterungen. Vornehmlich junge, hübsche Mädchen sind die Opfer der Inquisitoren, die an brutalster sexueller Folterung ihren Spaß haben. Wenn die Opfer nicht schon an den unsagbaren Qualen sterben, dann spätestens auf dem Scheiterhaufen.
In diesem Roman geht es in der Hauptsache um die vier Dirnen, die nicht nur unterwegs sind, um den Männern Wonne zu bereiten. Es steckt wesentlich mehr dahinter.
Die Handlung dieser Geschichte beschreibt detailliert die Grausamkeiten, die in den Folterkammern statt fanden, sowie auch die körperliche Aktivität der Dirnen mit ihren Freiern. Sie ist nachvollziehbar und sicher waren solche damaligen Folterungen auch nicht ganz abwegig. In diesem fesselnden Roman begleiten wir die vier Huren auf ihren spannenden Abenteuern. Der Schreibstil ist klar und deutlich, er lässt sich flüssig lesen.
Mein Fazit:
Es ist kein Buch für sensible Leser. Doch wer dieses Genre mag, liegt hier nicht falsch. Ich vergebe 4 Sterne.

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