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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2017

Wunderschöne Geschichte

Begin Again
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Nachdem ich bereits sehr viele positive Bewertungen zu "Begin Again" gelesen habe, wollte ich dem Buch unbedingt eine Chance geben und habe mich auf einen schönen und emotionalen Auftakt der "Again"-Trilogie ...

Nachdem ich bereits sehr viele positive Bewertungen zu "Begin Again" gelesen habe, wollte ich dem Buch unbedingt eine Chance geben und habe mich auf einen schönen und emotionalen Auftakt der "Again"-Trilogie gefreut. Zum Glück wurden meine hohen Erwartungen nicht enttäuscht, denn die Geschichte konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann ziehen.

Besonders begeistert war ich von dem Schreibstil, denn Mona Kasten verwendet nicht nur eine sehr angenehme und passende Sprache, sondern begeistert auch mit vielen Emotionen, Humor und dem nötigen Feingefühl. Dazu werden sämtliche Schauplätze genauestens beschrieben, sodass man das Gefühl hat, selbst mit vor Ort zu sein. Besonders positiv ist mir dies bei den Wanderausflügen von Kaden und Allie aufgefallen.

Die Figuren sind ebenfalls liebevoll ausgearbeitet, man lernt sie ausreichend kennen und ich habe sie ins Herz schließen können. Allie war bislang immer die Vorzeigetochter, die die Wünsche und Anforderungen ihrer Eltern stets erfüllt hat, nun aber endlich ihr eigenes Leben beginnen möchte, nachdem sie so lange auf ihre Freiheit verzichten musste. So zieht sie nach Woodshill, um dort zu studieren und um hoffentlich Freunde zu finden. Aber die Wohnungssuche gestaltet sich als schwierig, denn alle Wohnheime sind voll und auch die Wohnungen sind Mangelware. Dabei trifft sie auf Kaden, der einen Mitbewohner sucht und dabei ausschließlich nur Männer ins Haus lassen möchte, doch wie das Schicksal es so will, bekommt ausgerechnet Allie den Zuschlag für die Wohnung - allerdings mit zahlreichen Regeln, die nicht immer einzuhalten sind...

Während Allie sehr offen ist, sich auf ihre Freiheit, neue Menschen und ihr Studium freut, ist Kaden eher verschlossen, stets mies gelaunt und scheint nur wenige Menschen in sein Leben zu lassen. Dennoch schafft es Allie ab und zu, Kadens Mauern zu durchbrechen, allerdings merkt man bei beiden schnell, dass gewisse Geheimnisse zwischen ihnen stehen, die nicht nur ein näheres Kennenlernen, sondern auch ein Zusammenwohnen immer schwieriger werden lassen.

Die anderen Figuren, wie z.B. Allies beste Freundin Dawn oder auch Kadens bester Freund Spencer sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Geschichte und bringen Humor, aber auch jede Menge Loyalität in die Geschichte. Interessant sind auch die Familiengeschichten von Allie und Kaden, die mich berührt, aber auch geschockt haben.

Das Cover ist für mich ein absoluter Hingucker, da mir auch das Paar darauf sehr gefällt. Ich muss zwar sagen, dass ich mir Allie eigentlich vollkommen anders vorgestellt habe, allerdings ändert das nichts am positiven Gesamteindruck. Auch die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen, sodass ich dem Buch sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "Begin again" hat alles, was ein gutes Buch braucht: Einen tollen Schreibstil, starke Charaktere, haufenweise Emotionen und eine Geschichte, die so schön und grausam zugleich sein kann. Ich bin somit mehr als begeistert und kann den Auftakt der "Again"-Trilogie nur empfehlen.

Veröffentlicht am 21.10.2025

Guter Trilogie-Abschluss

Die Schwester des Serienkillers
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Nachdem mir bereits „Die Frau des Serienkillers“ und "Die Tochter des Serienkillers", der ersten beiden Bücher der „Serienkiller“-Trilogie, gut gefallen haben, stand für mich schnell fest, dass ich auch ...

Nachdem mir bereits „Die Frau des Serienkillers“ und "Die Tochter des Serienkillers", der ersten beiden Bücher der „Serienkiller“-Trilogie, gut gefallen haben, stand für mich schnell fest, dass ich auch den dritten und letzten Band lesen möchte. Die jeweiligen Bände können unabhängig voneinander gelesen werden und es wird kein Vorwisssen aus dem beiden Vorgängern benötigt. Meine Erwartungen an „Die Schwester des Serienkillers“ waren hoch und ich wurde zum Glück nicht enttäuscht, denn diese Geschichte bewegt sich ungefähr auf dem selben Level wie die ersten beiden Bände.

Der Schreibstil ist insgesamt ganz angenehm, bietet viele spannende, aber auch ruhigere Momente und wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Die Gedanken und Gefühle sämtlicher Figuren, die man hier kennen lernt, kann man gut nachvollziehen und sie sind meistens auch sehr authentisch. Schwachpunkt sind zwar nach wie vor die Dialoge, die sich manchmal nicht ganz authentisch, sondern eher holprig lesen, allerdings ist das schon etwas besser ausgearbeitet als beim ersten Band und auf ähnlichem Niveau wie der zweite Band.

Erzählt wird hierbei die Geschichte von Anna, die gemeinsam mit ihrem Bruder Henry in Pflegefamilien und in Kinderheimen aufgewachsen ist und keine gute Kindheit hatte. Mittlerweile hat sich Anna jedoch ein schönes Leben erarbeitet: Sie arbeitet als Lehrerin und lebt mit ihrem Mann in einem schönen Haus und ist beliebt in der Stadt. Auf dem ersten Blick ist Annas Leben perfekt, doch dann erfährt sie von der Polizei, dass ihr Bruder Henry, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, ein Serienmördern sein soll. Für Anna bedeutet dies nicht nur, dass sie möglicherweise selbst auch in Gefahr stecken könnte, sondern auch, dass ihr aktuelles Leben mehr Schein als Sein ist. So muss sich Anna nicht nur mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, sondern auch mitansehen, wie ihr aktuelles Leben immer mehr zerbricht.

Die Art, wie Annas Leben hier dargestellt wird, hat mir sehr gefallen, ebenso wie sie gezwungen ist, mit der Polizeit zusammenzuarbeiten, aber dennoch einige Geheimnisse für sich behält. Von Henry hat man meiner Meinung nach leider viel zu wenig erfahren. Da hätte ich mir deutlich mehr Input gewünscht. Dennoch hat mir das Katz- und Mausspiel zwischen Anna, der Polizei und Henry und die vielen Geheimnisse sehr gefallen.

Das Ende selbst fand ich phasenweise verwirrender als bei den anderen Büchern, denn dieses war sehr holprig geschrieben, sodass ich es noch ein zweites Mal lesen musste. Das ist etwas schade, weil es so bei der finalen Auflösung etwas an Spannung genommen hat. Dennoch kann man sagen, dass am Ende fast alle offenen Fragen beantwortet wurden.

Kurz gesagt: „Die Schwester des Serienkillers“ ist insgesamt ein guter und spannender Thriller, der zwar hier und da seine Schwächen hat, aber mich durchaus insgesamt begeistern konnte. Gleichzeitig rundet der Band auch gleichzeitig die insgesamt gute Trilogie bestens ab, sodass Thriller-Fans hier auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Vielversprechender Auftakt

The Vote 1
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Auf der Suche nach neuen, interessanten Mangas bin ich auf die Reihe "The Vote" von Ryuya Kasai gestoßen. Die Idee, dass eine App das Leben von einer ganzen Schulklasse bestimmen soll, fand ich interessant ...

Auf der Suche nach neuen, interessanten Mangas bin ich auf die Reihe "The Vote" von Ryuya Kasai gestoßen. Die Idee, dass eine App das Leben von einer ganzen Schulklasse bestimmen soll, fand ich interessant und somit habe ich mich ohne allzu hohe Erwartungen an die Geschichte herangewagt und wurde am Ende sehr positiv überrascht.

Ryuya Kasai erzählt dabei die Geschichte einer Schulklasse an der Yanagizawa-Privatschule in Japan. Dort haben sich bereits einige Grüppchen gefunden, die, wie es leider häufig der Fall ist, in beliebte Schüler und Außenseiter unterteilt ist. Minato ist noch neu in der Klasse und hat ihren Platz in der Klassengemeinschaft noch nicht so wirklich gefunden, allerdings bleibt ihr dafür auch kaum Zeit, als auf einmal bei allen Schülerinnen ungefragt eine neue App auf dem Smartphone installiert wird. In der App "The Vote" geht es explizit um die Klasse, in der die Schülerinnen fortan gezwungen sind, gegenseitig für sich abzustimmen, sie zu nominieren oder sich auch vor der Wahl zu schützen. Wer am Ende ausgewählt wird, muss sich einer letzten Aufgabe stellen. Scheitert diese, stirbt man einen sogenannten sozialen Tod, was bedeutet, dass in den meisten Fällen ein Geheimnis ans Licht kommt.

Durch diese App stellt sich nicht nur die Frage, wie gut ein Zusammenhalt wirklich ist, wenn es darauf ankommt, sondern auch, was die sozialen Medien heute mitterweile für einen Einfluss auf das Leben von nahezu allen Menschen haben. In der einen Minute ist man beliebt, in der anderen wird man aufgrund einer Tat, eines falschen Wortes oder wegen irgendwelcher Intrigen von außerhalb gemieden.

Die Charaktere lernt man bislang wenig kennen. Man erfährt lediglich, wer neu ist, wer auf der Seite der beliebten Schülerinnen steht und wer eher zu den Außenseitern gehört. Einzelne Schicksale erfährt man bislang nur, wenn eine Person bereits den sozialen Tod gestorben ist oder kurz davor steht. Die aufgedeckten Geheimnisse sind schockierend und regen zum Nachdenken an, sodass man sich selbst die Frage stellt, was in der heutigen Gesellschaft alles schief läuft und wie man wieder mehr miteinander als gegeneinander agiert.

Die Zeichnungen wurden von Edogawa Edogawa beigesteuert. Diese sind allesamt sehr gelungen, detailliert, aber auch oftmals sehr brutal, sodass man hier bedenken sollte, dass die Reihe für Leser ab 16 Jahren empfohlen und für jüngere Leser somit eher mit Vorsicht zu genießen ist.

Kurz gesagt: Der erste Teil von "The Vote" ist ein vielversprechender Auftakt mit vielen Intrigen, kleineren und größeren Schockmomenten und Twits, die ich zuvor nicht erwartet habe. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände und bin schon sehr gespannt darauf zu erfahren, was es mit der App genau auf sich hat und wie die Schüler
innen mit der neuen Situation umgehen werden.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Schöne und nachdenklich stimmende Texte

Das Leben ist sinnlos, wenn du nicht liebst
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Bei "Das Leben ist sinnlos, wenn du nicht liebst" von Jens Böttcher habe ich zunächst befürchtet, dass die Texte möglicherweise zu kitschig oder blumig sein könnten, weil das leider schnell mal passiert, ...

Bei "Das Leben ist sinnlos, wenn du nicht liebst" von Jens Böttcher habe ich zunächst befürchtet, dass die Texte möglicherweise zu kitschig oder blumig sein könnten, weil das leider schnell mal passiert, dass Autor*innen bei der Thematik ins Kitschige abdriften. Hier war dies zum Glück nicht so denn der Autor befasst sich nicht nur sehr gut mit dem Thema Liebe, sondern beschreibt diese auch sehr poetisch, teilweise fast schon nüchtern, aber immer auf den Punkt.

Die Texte sind gut durchdacht, wirken nicht zu kommerziell, um einen gewissen Punkt zu treffen, sondern ecken auch mal an, bringen einen zum Nachdenken und sorgen dafür, dass man gleich mehrere Gesichtspunkte über die Liebe erfährt.

Dazu ist das Buch wunderschön gestaltet und besitzt nicht nur verschiedene Schriftarten, sondern setzt die Texte auch gekonnt in Szene, sodass jede Seite ein Hingucker ist.

Veröffentlicht am 03.07.2025

Interessantes Thema

Die Vorhersage
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Wie würdest du reagieren, wenn du erfahren dürftest, wie lange du noch zu leben hast? Möchtest du es wirklich wissen und dein zukünftiges Leben auf dieses Wissen gestalten oder möchtest du es lieber nicht ...

Wie würdest du reagieren, wenn du erfahren dürftest, wie lange du noch zu leben hast? Möchtest du es wirklich wissen und dein zukünftiges Leben auf dieses Wissen gestalten oder möchtest du es lieber nicht wissen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Nikki Erlick in ihrem Werk "Die Vorhersage" und regt damit nicht nur zum Nachdenken an, sondern zeigt auch auf, wie unterschiedlich Menschen mit Wissen und ihrem eigenen Leben umgehen.

"Die Vorhersage" greift dabei nicht nur wichtige Themen auf, sondern wird auch von der Autorin sehr interessant und wortgewandt erzählt. Das Buch liest sich flott und angenehm, hat zwar hier und da auch seine Längen, ist aber insgesamt sehr gut erzählt, sodass man nicht nur die Figuren ausreichend kennen lernt, sondern auch diese und ihr Verhalten gut beschrieben werden.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Jeder, der volljährig ist, erhält eine Box. Was zunächst wie ein tolles Geschenk klingt, ist jedoch eine Box, in der der Inhalt die zu verbleibende Lebenszeit enthält. In jeder Box ist ein Faden enthalten, dessen Länge für die restliche Lebenszeit steht. Ob man wissen möchte oder nicht, wie lange man noch leben wird, bleibt einem zunächst in eigener Hand, allerdings werden die Boxen und ihre Inhalte schnell zu einem Selbstläufer und zeigen auf, wie unterschiedlich Menschen mit solchen Informationen umgehen.

Während einige ruhig bleiben und ihr Leben weiterhin so leben möchten wie bisher, gibt es auch andere, die auf einmal nach dem Motto "Alles oder nichts" leben und andere reagieren sogar aggressiv, sodass es dabei zu unschönen, traurigen und schockierenden Menschen kommt, die nicht nur das eigene Leben beeinflussen.

Kurz gesagt: "Die Vorhersage" ist spannend, stimmt nachdenklich, trifft aber auch genau den richtigen Ton und stellt die richtigen Fragen, um immer mehr in die Geschichte eintauchen zu wollen.

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