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Veröffentlicht am 07.07.2017

Die verschwundenen Wissenschaftler

Der unheimliche Weg
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Mitten im Kalten Krieg, im Jahre 1954, stellt das mysteriöse Verschwinden einiger der besten und berühmtesten Wissenschaftler ihrer Zeit die Geheimdienste der westlichen Welt vor ein Rätsel!
Wurden sie ...

Mitten im Kalten Krieg, im Jahre 1954, stellt das mysteriöse Verschwinden einiger der besten und berühmtesten Wissenschaftler ihrer Zeit die Geheimdienste der westlichen Welt vor ein Rätsel!
Wurden sie entführt? Bekamen sie von der Gegenseite ein Angebot, dem sie nicht widerstehen konnten? Wer steckt überhaupt dahinter? Und welchen Zweck verfolgt derjenige?
Als auch Tom Betterton, ein kanadischer Wissenschaftler, der vor einiger Zeit eine bahnbrechende Entdeckung im Bereich der Atomphysik gemacht hatte und der inzwischen in England forscht, plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist, sieht Jessop vom britischen Geheimdienst erstmals eine vage Möglichkeit, dem Rätsel auf die Spur zu kommen!
Denn Olive, Bettertons zweite Ehefrau, schickt sich offensichtlich an, ihrem Mann zu folgen. Doch kommt sie auf ihrem Weg zu ihm bei einem Flugzeugunglück ums Leben - und Jessop bekommt seine Chance, in Person der jungen Engländerin Hilary Craven, die, nachdem ihr Mann sie verlassen hat und dann auch noch ihre kleine Tochter starb, nicht mehr weiterleben möchte und im Begriff ist, sich das Leben zu nehmen.
Jessop hält sie in letzter Minute davon ab und bietet ihr, die nichts mehr zu verlieren hat, stattdessen an, Olive Bettertons Stelle einzunehmen und sich zu deren Mann bringen zu lassen - und damit dem Geheimdienst endlich eine Spur zu den verschwundenen Wissenschaftlern mitten im nordafrikanischen Atlas-Gebirge, wie sich im Laufe der Handlung herausstellt, aufzuzeigen.
Ein lebensgefährliches Unterfangen, auf das sich die sehr bald gar nicht mehr lebensmüde Hilary einlässt, das mit allerlei unerwarteten und erschreckenden Wendungen aufwartet und den Leser bis zur letzten Seite in atemlose Spannung versetzt....

Was dem Leser des 21.Jahrhunderts einigermaßen phantastisch erscheinen mag, war in der 50er Jahren, als die Welt durch den Eisernen Vorhang geteilt und in Amerika die Kommunistenhatz in vollem Gange war, bittere Realität!
Spionage und Gegenspionage, Überläufer, Vaterlandsverräter waren ein heißes Thema - und Agatha Christie, eine eifrige Zeitungsleserin und noch eifrigere Weltenbummlerin, immer auf der Höhe ihrer Zeit, schrieb in dieser Epoche ihre berühmten Spionage-Krimis, die sie in der Regel dort ansiedelte, wohin sie zuvor mit ihrem Mann, dem Archäologen Max Mallowan gereist war und die sie mit Personen bestückte, die ihr so oder ähnlich begegnet waren, die sie vielleicht auch nur aus der Ferne beobachtet hatte oder deren Gespräche sie mitangehört hatte.
Im vorliegenden Kriminalroman sucht sie sich Marocco aus - und lässt uns durch ihre Charaktere eine geheimnisvolle Welt aus Tausendundeinenacht erleben! Denn auch im Erschaffen einer Atmosphäre, die sofort für den Leser spür- und erfahrbar wird, war die große Dame des Kriminalromans eine Meisterin!

Selbst wenn die Thematik des Krimis auf einen Spionageroman hindeutet, so haben wir es hier gewiss nicht mit einem typischen zu tun! Und es gibt keinerlei Ähnlichkeiten mit den berühmten Romanen Ian Flemings, der etwa zeitgleich mit "Destination Unknown" seinen unsterblichen James Bond erschuf.
Nein, Agatha Christie blieb immer unverkennbar, unverwechselbar sie selbst: raffiniert und vollkommen schlüssig erdachte Handlungen mit allerlei Verwicklungen, versteckte Hinweise, falsche Fährten, überraschende Wendungen und fulminante Auflösungen, auf die der Leser mit all ihren Implikationen gewöhnlich nicht kommen kann, es sei denn, er ist ein Superhirn wie etwa Hercule Poirot es ist, oder ein mit allen Wassern gewaschener und vollkommen illusionsloser Kenner der menschlichen Natur wie die äußerlich so sanfte, betuliche Miss Marple!
"Destination Unknown" muss ohne Agatha Christies bekannteste Ermittler auskommen!
Statt ihrer ist es hier eine ganze Gruppe von Beteiligten, von denen jeder einzelne seinen Teil zur Lösung des Rätsels beiträgt, - bis ein Gesamtbild entsteht.

Die Hauptfiguren sind keine außergewöhnlichen Menschen, - und gerade das macht sie glaubwürdig in der jeweiligen, ihnen zugedachten Rolle. Es macht sie zu lebendigen Charakteren, wie nur eine Agatha Christie, großartige und unbestechliche
Menschenkennerin die sie war, erschaffen konnte.
"Destination Unknown" ist ein weiterer meisterlicher Beweis dafür!

Veröffentlicht am 29.06.2017

Eine scharfe Beobachterin ihrer Zeit

By a Lady
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Rechtzeitig zu ihrem Todestag liegt mit "By a Lady" eine neue Biographie über die früh verstorbene, aber unsterbliche Jane Austen vor, deren sechs Romane in den letzten dreißig Jahren eine ungeahnte Renaissance ...

Rechtzeitig zu ihrem Todestag liegt mit "By a Lady" eine neue Biographie über die früh verstorbene, aber unsterbliche Jane Austen vor, deren sechs Romane in den letzten dreißig Jahren eine ungeahnte Renaissance erlebt haben.
Und genau letzterem tragen die beiden Autorinnen in besonderem Maße Rechnung - wodurch vorliegende Biographie hervorsticht unter all den Werken, die sich mit Leben und Werk der englischen Schriftstellerin mit der unbestechlichen Beobachtungsgabe und dem scharfen, kritischen Witz beschäftigen, die längst ihren festen Platz unter den Großen ihres Landes hat und vielfach gleichgesetzt wird mit dem Größten der Großen, dem Barden - William Shakespeare.

Auf auch dem Nicht-Fachmann und demjenigen, der mit "Englands Jane" wenig vertraut ist leicht verständliche Art und Weise bietet "By a Lady" einen informativen Einstieg in die Welt der Jane Austen, die das England des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts ist.
In eine Welt wurde sie hineingeboren, die Frauen in der Regel nur wenig Freiheiten gewährte und fast kaum die Möglichkeit zur freien Entfaltung ihrer Talente, sofern diese im Widerspruch standen zu den frauenspezifischen Aufgaben jener Zeit.
Umso bemerkenswerter ist in der Tat Janes Entwicklung, wie die beiden Autorinnen immer wieder durchscheinen lassen.

Nicht viel weiß man freilich über die Pfarrerstochter aus Steventon, nicht weit von London! Außer ihren großartigen sechs Romanen, wenigen Jugendromanen und Romanfragmenten hat sie der Nachwelt kaum etwas hinterlassen.
Gewiss, da gibt es eine Reihe von Briefen, die sie an ihre Schwester Cassandra schrieb!
Doch deren Antworten darauf, die ein Gesamtbild ergeben könnten, existieren nicht mehr. Über die Gründe kann man nur Vermutungen anstellen...

Die Quellen jedoch, die uns zugänglich geblieben sind, haben Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke gründlich studiert und analysiert und daraus eine wunderbare und anschauliche Biographie in kurzen, bebilderten Kapiteln zu den Lebensstationen der berühmten, frühvollendeten Schriftstellerin verfasst, deren Grab man in der Winchester Cathedral besuchen kann, und zu dem ihre zahllosen Anhänger in Scharen pilgern.

Immer wieder ist die Biographie mit Zitaten aus Miss Austens Romanen unterlegt, aus denen die Autorinnen Parallelen zu ihrem Leben und ihrer Lebenseinstellung ableiten und daraus ihre Schlussfolgerungen ziehen.
Auch lassen sie berühmte Zeitgenossen Jane Austens zu Wort kommen, deren Urteil über die Kollegin durchaus kritisch ausfällt.
Doch vieles kann eben doch nur Spekulation bleiben, viele Fragen sind und bleiben offen.
Vielleicht aber macht genau das auch einen Teil der Faszination aus, die Jane Austen mit ihren "altmodischen" Romanen aus einer längst vergangenen Epoche auf den heutigen Leser ausübt...

Lebendiger Beweis der ungebrochenen, ja sogar wachsenden Anziehungskraft ihrer Werke sind ihre unzähligen Adaptionen in Film- und Buchform, sind die Weiterführungen von "Stolz und Vorurteil" & Co von mehr oder weniger bekannten oder gar begabten Autoren, sind die Parodien und Nacherzählungen und die allenthalben stattfindenden "Austen"-Festivals, Fanseiten im Internet und vieles mehr.
Diesem Phänomen haben die beiden Autorinnen denn auch ein eigenes, sehr informatives und viele Leser verblüffendes Kapitel gewidmet.

So ist ein umfassendes Bild einer ungewöhnlichen Schriftstellerin und Frau entstanden, die, ganz Kind ihrer Zeit und doch ihrer Zeit weit voraus, in ihrem nur 42 Jahre dauernden Leben ihren eigenen Weg gefunden hat, um sich gegen die männliche Vorherrschaft zu behaupten und sechs der großen Romane der Weltliteratur zu verfassen, mit denen sie sich für immer in die Herzen ihrer zahllosen Bewunderer geschrieben hat.

Veröffentlicht am 28.06.2017

Conny im Glück

Gipfeltreffen
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Conny ist Kreuzworträtselkönigin! Diesem Umstand hat sie ihren neuen Wohnsitz auf dem Urmiberg im Kanton Schwyz zu verdanken.
Nachdem sie vier Jahre zuvor dank ihrer Rätselfähigkeiten eine Wanderreise ...

Conny ist Kreuzworträtselkönigin! Diesem Umstand hat sie ihren neuen Wohnsitz auf dem Urmiberg im Kanton Schwyz zu verdanken.
Nachdem sie vier Jahre zuvor dank ihrer Rätselfähigkeiten eine Wanderreise nach Morschach gewonnen und sich prompt in den feschen Toni verliebt hat, nahm ihr Leben eine glückliche Wendung. Sie bewirtschaftet jetzt ein Restaurant auf dem Urmiberg zusammen mit ihrem, freilich häufig abwesenden, Wanderführer Toni, ist verliebt wie am ersten Tag und eigentlich fehlt zu ihrem Glück nichts mehr.
Doch dann hat Toni die folgenschwere Idee, die Wanderfreunde von damals zu einem Wiedersehen einzuladen - und damit nimmt eine Reihe von heiteren als auch ernsten Verwicklungen ihren Lauf, in die auch eine reiche, unfreundliche Vermieterin verwickelt ist, und an deren Ende die Frage steht, ob denn Conny, Toni, Freundin Doris und Tante Lotti auch weiterhin auf ihrem geliebten Urmiberg bleiben können...

Die Leser von Blanca Imbodens neuem Roman "Gipfeltreffen" erwartet heiteres Lesevergnügen mit durchaus auch ernsten Elementen, denn die Realität macht eben auch nicht vor den schönsten Plätzen unseres Planeten Halt!

Inmitten einer höchst anschaulich und reizvoll beschriebenen, atemberaubenden Natur auf dem Urmiberg und dessen weiter Umgebung erleben wir die liebenswerte und mit einer guten Portion Mutterwitz gesegnete Frankfurterin und Neu-Schweizerin Conny im wahrsten Sinne "im Glück"!
Eine Idylle, die gefährdet ist durch allerlei Unvorhergesehenes von innen und auch von außen. Denn die Autorin beschränkt sich nicht auf die, zumindest für Conny, gleichsam paradiesischen Verhältnisse auf dem Urmiberg. Zum Glück, - denn so bewahrt sie den Roman davor, in ein zuckersüßes, rosarotes, ganz und gar unwirkliches Einerlei abzugleiten.

Der Leser erfährt viel in diesem Buch! Nicht nur lässt Blanca Imboden allerhand Unbekanntes, Staunenswertes und Skurriles über ihr Heimatland einfließen, das viel aussagt über die Mentalität der Schweizer und deren Einstellung den Bürgern anderer Länder gegenüber, sondern sie lässt Conny auch erfahren, dass sie als Deutsche, die sich in ihrem Ländle niederlässt, nicht gerade geliebt wird. Ja wäre sie denn nur eine Touristin...!

Und nach dem Einzug der Gäste, die damals zur Wandergruppe gehörten, menschelt es auf dem Urmiberg bald tüchtig; nicht jeder kann mit jedem, unterschiedliche Charaktere mit ihren Vorurteilen prallen aufeinander, gehen einander auch mitunter auf die Nerven, die unsympathische Eigentümerin des Restaurants auf Connys Berg taucht auf und giert, obschon reicher als erlaubt sein sollte, nach noch mehr Profit; Seilbahn und Wasserversorgung machen Probleme - und zu guter letzt git es auch noch einen Unfall, der jedoch durchaus auch sein Gutes nach sich zieht...
Denn - "während der Mensch plant, fällt das Schicksal irgendwo lachend vom Stuhl"!

Mit solchen und ähnlichen Alltagsweisheiten wartet der Roman eben auch auf!
Und liebevoll gestaltet, direkt zum Lesen einladend ist er obendrein, - denn jedes Kapitel hat in der Überschrift eine Kreuzworträtselfrage mit der dazugehörenden Lösung, die dann auch das Motto des jeweiligen Abschnitts ist.
Genial - und passend, denn die Kreuzworträtsel sind es schließlich, die Conny in ihre neue Heimat und in Tonis weitgeöffnete Arme geführt und die liebenswerte Geschichte überhaupt erst möglich gemacht haben!
Da kann man die Autorin nur bitten, uns weiterhin teilhaben zu lassen an Tonis und Connys Glück in den Schweizer Bergen...

Veröffentlicht am 25.06.2017

Küstenkrimi mit Realitätsbezug

Denn wer da hat, dem wird gegeben
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Der Pfarrer Tom Schroeder orientiert sich nach privaten Krisen neu und beginnt seine Arbeit als Polizeiseelsorger in dem Ostseestädtchen Greifswald.
Er hat einen schweren Start, denn niemand hat auf ihn ...

Der Pfarrer Tom Schroeder orientiert sich nach privaten Krisen neu und beginnt seine Arbeit als Polizeiseelsorger in dem Ostseestädtchen Greifswald.
Er hat einen schweren Start, denn niemand hat auf ihn gewartet, niemand heißt ihn willkommen.
Bald schon entdeckt er, dass die Vertreter der örtlichen Politik und gewisser Verwaltungsinstitutionen in einem Sumpf von Manipulationen, Korruption und allerhand übler Machenschaften mehr zu schwimmen scheinen, bei dem es um Vorteilsnahme, Bereicherung und die Durchsetzung machtpolitischer Interessen geht.
Im Zentrum des Gerangels steht ein verwahrlostes Gelände, auf dem "Bernstein-City", eine mondäne Urlaubsanlage mit allem Komfort entstehen soll, wenn es nach dem Architekten ginge.
Ein mächtiges Konsortium aus dem Ausland hat jedoch ganz andere Pläne!
Nachdem auch noch eine Frauenleiche auf dem Gelände gefunden wird, ist Tom Schroeders Neugierde erst recht geweckt und er macht sich daran, mehr über die Hintergründe zu erfahren, wobei er unter Gefahr des eigenen Lebens mitten ins Zentrum der undurchsichtigen Geschichte vordringt...

Es ist keine leichte Kost, die Volker Pesch dem Leser seines Küsten-Krimis zumutet! Wer eine Ostseeidylle erwartet hat, in der das Leben noch in gemäßigten Bahnen verläuft, wird schnell eines Besseren belehrt!
Stattdessen nimmt sich der Autor eines Themas an, das so brisant wie realistisch ist: die Bestechlichkeit und Morallosigkeit gewisser entscheidungsbefugter Stellen, wenn das große Geld lockt!

Mit allen Mitteln lässt Volker Pesch seine handelnden Personen, von der völlig skrupellosen Bürgermeisterin über Bauamtsbeauftragte und Unternehmer bis hin zu den Vertretern der politischen Parteien ihre haarsträubenden Intrigen spinnen - ohne Rücksicht auf Verluste.
Der Leser spürt die Macht- und Hilflosigkeit jener, die sich den Mächtigen entgegenzustellen wagen und die dafür einfach kaltgestellt werden. Existenzen werden ohne mit der Wimper zu zucken ruiniert, Idealisten verlieren ihre Illusionen oder werden gar in die Verzweiflung getrieben.

Das ist so eindringlich beschrieben, dass es buchstäblich unter die Haut geht, und dass man aufpassen muss, nicht gleich alle Politiker, Unternehmer, Behördenangestellte von Vornherein der Korruption und der Mauscheleien zu verdächtigen, wegen einiger schwarzer Schafe, die es mit Sicherheit gibt...

Nein, der Polizeiseelsorger hat keinen leichten Stand; auf seinem Weg zur Wahrheit erkennt er sehr bald seine Grenzen und wird auch auf seine eigenen Unzulänglichkeiten gestoßen.

Doch trotz des düsteren Themas hat Volker Pesch einen sehr spannenden Roman geschrieben, der mit immer neuen Überraschungen aufwartet.
Spannung erzeugt er dabei nicht durch eine aktionsreiche Handlungsabfolge, sondern vielmehr auf psychologischer Ebene.
Sein Protagonist Schroeder ist kein Held, kein alleswissender Ermittler.
Er ist unsicher und einsam, ein Einzelgänger, der dennoch Sehnsucht nach Kontakten hat; er zweifelt an sich und weiß eigentlich nicht recht, was er mit sich und seinem Leben anfangen soll.
Dass er dazu öfter, als ihm guttut zum Whiskey greift, ist bedenklich, aber man mag es ihm nachsehen - und hoffen, dass er seine Probleme in den Griff bekommt.

Der Schluss der Geschichte ist letztendlich offen geblieben. Aber das ist nur folgerichtig und passend, denn hier kann es kein versöhnliches Ende geben!
Es lässt allerdings die Vermutung zu, dass Polizeiseelsorger Tom Schroeder noch mit weiteren Fällen konfrontiert sein wird!

Veröffentlicht am 24.06.2017

Von der Großstadtkommissarin zur Inselpolizistin

Verliebt... Verlobt ... Verdächtig!
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Mit Eva Sturm lässt Moa Graven nun eine neue Ermittlerin ihre verzwickten Fälle lösen!
Im ersten Band dieser Reihe begleiten wir die sympathische Endvierzigerin auf die ostfriesische Insel Langeoog, wo ...

Mit Eva Sturm lässt Moa Graven nun eine neue Ermittlerin ihre verzwickten Fälle lösen!
Im ersten Band dieser Reihe begleiten wir die sympathische Endvierzigerin auf die ostfriesische Insel Langeoog, wo das Leben noch in beschaulichen Bahnen verläuft.
Diesen Eindruck hat Eva zumindest nach ihren ersten sechs Monaten auf der autofreien Insel - bis sie eines Tages eines Besseren belehrt wird!
Bei einem Strandspaziergang findet sie im Sand einen offensichtlich teuren Ring, in dem ein Name und ein Datum eingraviert sind.
Dieser Ring lässt sie nicht mehr los, sie spürt, dass mehr dahinter steckt als zu vermuten ist, und gemeinsam mit Jürgen, der im örtlichen Tourismusbüro arbeitet und ein Faible für die spröde Kommissarin hat, begibt sie sich auf eine mühsame Spurensuche - und stößt schließlich, wie kann es bei Moa Graven auch anders sein, auf einen spannenden Fall, hinter dem ein psychopathischer Mörder steckt...

Eva Sturm, die "Neue", ist eine ungewöhnliche, eine erfrischende Polizistin! Auf Langoog ist sie nicht freiwillig, aber längst weiß sie die Annehmlichkeiten der Insel, das ruhigere Leben dort zu schätzen.
Sie sieht sich als eine selbstbewusste Frau, dennoch hadert sie mit ihrem Alter und kämpft ständig mit ihrem Gewicht. Ein erfolgloses Unterfangen, denn Eva isst leidenschaftlich gerne!
Ihre Angst vor Nähe, Angst, sich zu binden, ihr Freiheitsdrang stehen im Widerspruch zu der Einsamkeit, die ihre ständige Begleiterin ist und unter der sie leidet.

Kurz und gut - auch die neue Protagonistin von Moa Gravens gewiss nicht alltäglichen Ostfrieslandkrimis ist keineswegs eine Superheldin!
Vielmehr ist sie jemand, mit dem sich die Leserinnen identifizieren können, denn ihre Unsicherheiten sind den meisten Frauen durchaus vertraut.
Wie beharrlich und professionell sie aber auch ist, beweist sie, als sie ihrem Gespür nachgeht und die Herkunft des zunächst unbedeutend erscheinenden Fundstücks ergründen will. Viel Kleinarbeit ist dabei von Nöten, aber so wie ein Terrier, der sich in etwas verbissen hat, gibt Eva nicht auf.

Ja, die Ermittlerin aus Langoog ist die eigentliche Hauptperson in diesem ihrem ersten Fall! Jener kommt erst an zweiter Stelle, die ihn betreffenden Handlungsstränge sind knapp gehalten und dennoch in ihrer Eindringlichkeit aussagekräftig.
Wie das bei Moa Graven auch nicht anders zu erwarten ist!
Wieder gelingt es ihr, mit wenigen Worten, fast skizzenhaft, dem Leser ein Gefühl der Beklemmung zu vermitteln, wenn sie ihm Einblick in die kranken Hirnwindungen des Ringbesitzers gewährt oder ihm die Ängste seines Opfers spürbar macht.
Parallel dazu überträgt sie aber auch das Gefühl von Leichtigkeit, Sonnenschein und Unbeschwertheit des Insellebens auf uns, wenn sie uns etwa mit Eva am Strand sitzen und aufs Meer schauen lässt...

Insgesamt ist der erste Band aus der "Eva Sturm"-Reihe ein eher ruhiger Krimi, der beinahe ohne Brutalitäten oder blutige Details auskommt. Spannend ist er dennoch - und ganz gewiss ein gelungenes Debut für die neue Inselkommissarin, auf deren weitere Abenteuer auf beruflicher wie aber auch auf privater Ebene man sich freuen darf!