Zu wirr für meinen Geschmack
Die einzige GeschichteMich hat auf den ersten Blick hauptsächlich das Cover angesprochen- verwaschene Tonte, durchgestrichene Worte. Irgendwie wirkte das direkt emotional ansprechend auf mich. Auch der Klappentext macht neugierig, ...
Mich hat auf den ersten Blick hauptsächlich das Cover angesprochen- verwaschene Tonte, durchgestrichene Worte. Irgendwie wirkte das direkt emotional ansprechend auf mich. Auch der Klappentext macht neugierig, ist die erste Liebe doch so ein wichtiges Thema, mit dem jeder was anfangen kann. Nach dem Ende der Lektüre bleibe ich allerdings unschlüssig zurück, ob ich hier wirklich von Liebe gelesen habe.
Zum Inhalt: der 19-Jährige Paul verliebt sich in den Ferien in die 30 Jahre ältere, verheiratete Susan. Was als Tennisfreundschaft beginnt, entwickelt sich schnell zu mehr. Paul geht bei Susans Familie ein und aus, was nur nur seiner eigenen Familie negativ ins Auge sticht. Als die beiden beschließen zusammen zu sein, gibt es bald kein zurück mehr. Denn die gesellschaftlichen Konventionen gebieten ein Ausstoßen der Sündigen.
Die Geschichte wird aus Pauls Perspektive erzählt. Jahre später blickt er auf diese Beziehung zurück, die ihm so viel gegeben, ihn aber auch viel gekostet hat. Paul ist erwachsen geworden, blickt nun nüchterner auf seine Vergangenheit und zieht quasi Bilanz. Dabei beschreibt er dem Leser das erste Kennenlernen, das vorsichtige Herantasten, das einander Verfallen und die Ernüchterung der Realität.
Der Schreibstil ist sehr eigen. Paul erzählt sehr wirr, nicht immer chronologisch, oft ausschweifend, nur um dann zu einer willkürlichen Erinnerung zurückzukehren. Dabei geht es oft auch gar nicht um an Erinnerungen Susan, sondern auch an deren Mann, an andere Frauen, an Pauls Eltern. Dieses Ausschweifende Reflektieren hat bei mir oft dazu geführt, dass ich die Liebesgeschichte selbst überhaupt nicht als solche wahrgenommen habe- vermutlich war das vom Autor sogar so beabsichtigt.
Ich tue mich schwer dieses Buch mit Sternen zu bewerten. Denn rein subjektiv hat es mir nicht gefallen und mir nichts gegeben. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass der Autor hier ein geschicktes Werk geschaffen hat, das gezielt kleine Botschaften an den Leser sendet. Die haben nur einfach meinen Geschmack nicht getroffen.