Profilbild von Jiskett

Jiskett

Lesejury Star
offline

Jiskett ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jiskett über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2017

Interessantes Konzept, zu knappes Ende

Vor mir die Sterne
0

"Vor mir die Sterne" hat ein interessantes Konzept. Wer hat sich nicht schon gefragt, wie das eigene Leben verlaufen wäre, wenn man eine andere Entscheidung getroffen hätte? Und es haben sich bestimmt ...

"Vor mir die Sterne" hat ein interessantes Konzept. Wer hat sich nicht schon gefragt, wie das eigene Leben verlaufen wäre, wenn man eine andere Entscheidung getroffen hätte? Und es haben sich bestimmt schon viele Leute gewünscht, die Möglichkeit zu bekommen, ihre vermeintlichen Fehler zu korrigieren. Ramie Phillips bekommt diese Gelegenheit. Sie ist beinahe 38, hat eine erfolgreiche Karriere hinter sich, tolle Freunde - aber keinen Partner. In ihrem Leben gab es verschiedene Beziehungen, aber keinen Mann, der 'der Richtige' gewesen wäre; allerdings macht sie sich Gedanken, ob nicht vielleicht ihr Freund von der High School perfekt für sie war... und so versucht sie, diese Hypothese zu testen, als sie plötzlich als Siebzehnjährige aufwacht und noch mit ihrem Freund zusammen ist. Sie handelt anders als beim ersten Mal, sie genießt ihren jungen Körper und die Optionen, die sich ihr auftun, aber zugleich hat sie Angst, in dieser Welt gefangen zu sein und nicht in 'ihre' Realität zurückkehren zu können. Diesen Aspekt fand ich sehr realistisch.

Ich hatte ein paar Probleme mit Ramie. An sich ist sie mir sympathisch, ich fand toll, dass die ungewöhnliche Erfahrung sie dazu gebracht hat, über ihr Leben zu reflektieren und im Umgang mit ihren Freunden sieht man, dass sie an sich ein toller Mensch ist. Leider kam sie mir oft unglaublich oberflächlich vor und das nicht nur, weil sie ausgiebig darüber philosophiert, wie wunderbar ihr junger Körper doch ist und wie schön es wäre, mit ihm Sex zu haben... dagegen mochte ich wiederum, dass sie nicht perfekt ist, sondern klare Schwächen hat. Es war nur manchmal anstrengend, diese Gedanken zu lesen.

Besonders gefallen hat mir die Geschichte um Ramies Vater, der verstorben ist, als sie noch jung war. Das 'Wiedersehen' mit ihm bedeutet ihr viel und die Beziehung der beiden war für mich klar das Highlight des Buches. Die Autorin hat wunderbar beschrieben, wie Ramie zwischen Trauer, Hilflosigkeit und Liebe hin und hergerissen ist und dieser emotionale Konflikt hat das Buch für mich bereichert.
Ein bisschen deplatziert kam mir die 'zweite' Zeitreise vor, da sie für mich nicht richtig in die Handlung gepasst hat - obwohl ich verstehe, welche Botschaft Harbison vermitteln wollte, meiner Meinung nach hätte bereits die erste Erfahrung ausgereicht. Dennoch war es ein interessantes Gedankenspiel. Das Ende kam mir dann ein bisschen zu kurz, es war allerdings passend und ein guter Abschluss der Geschichte.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Eine gute 'Einführung'

Nachtjagd
0

Ich hatte schon seit einer Weile vor, die "Black Dagger"-Reihe zu beginnen, über die ich schon sehr viel Gutes gehört habe. Nun bin ich endlich dazu gekommen und obwohl der erste Band mich nicht überwältigt ...

Ich hatte schon seit einer Weile vor, die "Black Dagger"-Reihe zu beginnen, über die ich schon sehr viel Gutes gehört habe. Nun bin ich endlich dazu gekommen und obwohl der erste Band mich nicht überwältigt hat, hat er mir doch gut gefallen. Das Buch lässt sich gut und schnell lesen und konnte mich auf jeden Fall fesseln, auch wenn ich mich ein bisschen geärgert habe, dass die Geschichte in der Mitte endet, weil "Nachtjagd" der erste Teil des zweigeteilten ersten Bandes ist. Ich konnte zum Glück gleich das nächste Buch zur Hand nehmen und deshalb war das kein großer Störfaktor.

Wrath, der Protagonist, ist ein interessanter Charakter. Er ist der 'König' der Vampire, will aber lieber Kämpfer sein. Er kann kalt und grausam sein und ohne zu zögern töten, wenn er die Notwendigkeit zieht, zugleich hat er jedoch gute Seiten, die er nur geschickt verbirgt. Mit Beth konnte ich in diesem Teil noch nicht viel anfangen; sie war mir sympathisch, ihr Verhalten kam mir allerdings ein wenig sprunghaft vor, gerade in Bezug auf Wrath. Sie will ihm nicht vertrauen, zugleich mit ihm schlafen und dann vertraut sie ihm irgendwie doch. Natürlich ist die Situation außergewöhnlich, da sie ihn bei Handlungen ertappt, die, wenn man nicht weiß, dass er ein Vampir ist, mehr als fragwürdig sind. Ich an ihrer Stelle wäre auch misstrauisch und skeptisch, dann fand ich es aber komisch, dass sie sich doch so zu ihm hingezogen gefühlt hat, dass sie mit ihm gegangen ist.

Davon abgesehen macht "Nachtjagd" neugierig auf mehr; es passiert zwar schon einiges, doch insgesamt ist das Buch eine Einführung und erst im zweiten Teil spitzen sich all die Konflikte, die hier vorbereitet werden, zu. Hier gibt es gute Ansätze - die Vampirjäger, dass die Polizei involviert ist, , die ganzen Nebencharaktere und das Potential für weitere Erzählungen, die Geschichte um Beths Vater und ihre Verbindung zu den Vampiren -, nur bleibt es dabei, da es logischerweise in "Blutopfer" weiter geht und dort alles aufgelöst wird. Das World Building hat mir gefallen und ich wollte am Ende unbedingt wissen, was als nächstes passieren wird, was definitiv gut ist.
Für sich allein bekommt "Nachtjagd" 3,5/5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Interessant und fesselnd, aber teils zu konstruiert

Bruderlüge
0

"Schwesterherz" war eines meiner Highlights im ersten Halbjahr. Das Buch war spannend, die Charaktere interessant, die Handlung wendungsreich und es sehr viel offen geblieben, sodass ich neugierig darauf ...

"Schwesterherz" war eines meiner Highlights im ersten Halbjahr. Das Buch war spannend, die Charaktere interessant, die Handlung wendungsreich und es sehr viel offen geblieben, sodass ich neugierig darauf war, wie es in "Bruderlüge" weitergehen würde. Leider kann der zweite und abschließende Band meiner Meinung nach nicht mit dem ersten mithalten.

Auch "Bruderlüge" ist voller Wendungen und überraschender Enthüllungen. Man weiß nicht mehr, wem Benner vertrauen kann und wer noch alles in die Verschwörung verwickelt ist; zudem passieren in schneller Folge immer neue Dinge und die Schlinge um den Hals des Protagonisten zieht sich langsam zu, da es einen sehr einflussreichen Gegner zu haben scheint, der genau weiß, wie er ihm die Schuld für Morde und weitere Verbrechen in die Schuhe schieben kann. Die Bedrohung für Lucy und Belle, quasi seine Familie, war dauerhaft präsent und sehr real. Mir hat gefallen, wie Benner fast schon verzweifelt versucht hat, einen Überblick zu bekommen und zu durchschauen, was passiert ist; allerdings muss ich sagen, dass es für meinen Geschmack zu viele Wendungen gab. Es ging immer weiter, eine Überraschung nach der anderen, sodass schließlich nicht nur der Protagonist nicht mehr wusste, was hinter all dem stecken könnte, sondern auch mir fast schon der Kopf schwirrte. Es tauchen immer mehr Personen auf, die in einem Zusammenhang zu den Ereignissen stehen, neue Fragen entstehen... natürlich ist es klar, dass Lucifer problemlos in der Lage ist, alles zu manipulieren und es deshalb nicht einfach für Martin sein sollte, die Wahrheit zu erfahren. Ein paar ruhigere Momente zwischendurch hätten dem Buch allerdings nicht geschadet. Trotzdem fand ich die Handlung durchaus interessant und ich war gespannt zu erfahren, wo Mio war und was hinter all dem steckte.

Richtig spannend wurde "Bruderlüge" erst im letzten Drittel, da sich der Konflikt hier sehr zugespitzt hat und man der Auflösung endlich nahe kam. Ich fand gut, wie alle Fäden zusammen gelaufen sind und dass Martin langsam begriffen hat, welche Rolle seine eigene Vergangenheit für die Ereignisse spielt. Die Motivation Lucifers konnte ich dann aus seiner Sicht nachvollziehen, wobei er wirklich schlecht informiert war, aber sein Vorgehen... meiner Meinung nach war sein Plan unnötig kompliziert und verworren, er hätte sein Ziel um einiges einfacher erreichen können, vor allem mit dem Netzwerk, das ihm zur Verfügung stand. Generell wirkte die Geschichte am Ende zu konstruiert, gerade durch die zahlreichen Wendungen, die ich bereit erwähnt habe. Die Aufklärung aller Ereignisse war überzeugend und hat zu dem Rest der Handlung gepasst, der Weg dahin hätte meiner Meinung nach gekürzt und vereinfacht werden können.


FAZIT:
Trotz aller Kritik ist "Bruderlüge" kein schlechtes Buch. Es ist fesselnd, lässt sich sehr gut lesen und ich mochte, wie sehr die Ereignisse Benner zugesetzt haben und dass er langsam in die Enge getrieben wurde. Die Charaktere waren wieder gut ausgearbeitet und es war interessant, das Geheimnis nach und nach aufzudecken. Wäre die Geschichte weniger verworren gewesen und hätte das Ende für mich nicht so konstruiert gewirkt, hätte ich das Buch besser bewertet. So gibt es 'nur' 3,5/5 Sternen.

Veröffentlicht am 28.06.2017

Starker erster Teil

So, wie die Hoffnung lebt
0

Da "So wie die Hoffnung lebt" eigentlich fast ausschließlich überaus positive Meinungen hat, war ich sehr gespannt auf das Buch und habe mich darauf gefreut, das Buch zu lesen. Der erste Teil hat meine ...

Da "So wie die Hoffnung lebt" eigentlich fast ausschließlich überaus positive Meinungen hat, war ich sehr gespannt auf das Buch und habe mich darauf gefreut, das Buch zu lesen. Der erste Teil hat meine Erwartungen voll und ganz erfüllt; der Schreibstil ist wunderschön und der Autorin ist es sehr gut gelungen, mir Katie und Jonah näher zu bringen und einfühlsam mit ihren Traumata umzugehen. Mir hat gefallen, wie die beiden langsam eine tiefe Freundschaft aufgebaut und sich schließlich ineinander verliebt haben. Es war wirklich süß und obwohl die beiden jung waren, hat man gespürt, dass zwischen ihnen eine besondere Verbindung ist. Der erste Teil alleine würde von mir 4,5 Sterne bekommen, weil er sehr schön, wenn auch traurig und bewegend ist.

Der zweite Teil ist ganz anders, was natürlich zu erwarten war, da die Protagonisten nun älter und erwachsen waren und eine lange Zeit der Trennung sowie neue schmerzhafte Erlebnisse hinter sich hatten. Obwohl die Verbindung zwischen den beiden nach wie vor da war, konnten die romantischen Szenen mich nicht richtig überzeugen - vielleicht, weil die Romanze zu sehr im Hintergrund stand, vielleicht, weil es mir irgendwie zu leicht vorkam, wie die beiden an Zeit zu zweit kamen, wenn man die Umstände bedenkt. Generell wirkte im zweiten Teil einiges auf mich ein bisschen konstruiert oder vielmehr so, als gäbe es hier einige sehr günstige und sehr ungünstige Zufälle. Außerdem hat mich die Geschichte mit Katies Ehe nicht bewegen können, obwohl natürlich schrecklich ist, was ihr passiert ist und sie mir leid getan hat. Das alles soll nicht heißen, dass ich das Buch hier schlecht fand, doch es konnte mich - obwohl die Handlung spannend ist und so einiges passiert - nicht richtig packen.
Das Ende fand ich dagegen sehr schön und emotional. Zudem gab es noch eine Wendung, die ich nicht erwartet hatte, die aber rückblickend Sinn ergibt. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass es nicht so kurz vor Schluss aufgedeckt worden wäre, denn meiner Meinung nach hätte darauf mehr eingegangen werden sollen.

Insgesamt würde ich das Buch mit 3,5/5 Sternen bewerten. Es hat mir gut gefallen, nur war der zweite Teil für mich weniger überzeugend als der erste, den ich wirklich toll fand.

Veröffentlicht am 23.06.2017

Einiges an Potential, aber...

Schattenkrone
0

"Schattenkrone" ist ein Fantasy-Roman, der im antiken Griechenland spielt. Für mich war das sehr faszinierend, weil es ein für das Genre ungewöhnliches Setting ist, aber auch, weil der spätere Alexander ...

"Schattenkrone" ist ein Fantasy-Roman, der im antiken Griechenland spielt. Für mich war das sehr faszinierend, weil es ein für das Genre ungewöhnliches Setting ist, aber auch, weil der spätere Alexander der Große einer der Protagonisten ist und diese Periode interessante Ereignisse und Veränderungen mit sich brachte. Umso besser ist, dass die Autorin selbst Historikerin ist und sich nach eigenen Aussagen sehr darum bemüht hat, die damalige Zeit so realistisch wie möglich darzustellen - meiner Meinung nach ist ihr das gelungen und die zugefügten magischen Elemente passen gut zur Geschichte.

Die Charaktere selbst sind alle gut ausgearbeitet und mir hat gefallen, dass sie so unterschiedlich sind. Die wichtigsten Protagonisten sind Kat, eine junge Frau aus einem kleinen Dorf, und Alex, doch man blickt auch in die Köpfe anderer Figuren, beispielsweise in den von Alex' bestem Freund oder seiner Schwester, die nach Macht strebt. Dadurch bekommt man viele verschiedene Perspektiven und andere Einblicke, vor allem in das Leben und die Hintergründe am Königshof, was das Buch definitiv interessant macht und den Figuren Tiefe verleiht. Die vielen Wechsel hatten für mich auch einen klaren Nachteil: Es gab lange keine übergreifende Handlung, die alle Personen miteinander verbunden hätte, und ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte nur langsam voranging. Es war gut und realistisch, dass jeder eine eigene Motivation und eigene Ziele hatte, die teils im direkten Kontrast zu denen der restlichen Charakteren standen, aber mir waren es trotzdem zu viele Perspektivenwechsel.

Wie bereits gesagt ist die Handlung teilweise nur sehr langsam voran geschritten, was das Buch ein bisschen langatmig gemacht hat, aber ansonsten konnte man es sehr gut lesen und es war oft spannend. Am Ende bleibt zudem ziemlich viel offen, was neugierig auf den zweiten Band macht. Die Welt und die Figuren haben viel Potential und die Geschichte könnte sich in viele Richtungen entwickeln, sodass ich gespannt bin, wie es weitergeht.