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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2022

Beste Unterhaltung

Catching up with the Carters - In your words
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Hadrian Carter hat genug davon, ein Teil der TV-Show „Catching up with the Carters“ zu sein. Denn seine Mutter tut alles, um die Einschaltquoten in die Höhe zu treiben. Um nicht daran zu zerbrechen, macht ...

Hadrian Carter hat genug davon, ein Teil der TV-Show „Catching up with the Carters“ zu sein. Denn seine Mutter tut alles, um die Einschaltquoten in die Höhe zu treiben. Um nicht daran zu zerbrechen, macht er den Absprung und taucht unter, auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben. Die Journalistin Alice Gold macht sich auf die Suche nach ihm, es ist ihre einzige Chance, ihren Job zu behalten. Als Hadrian mit ihr per Textnachrichten Kontakt aufnimmt, fühlen beide, dass sie etwas besonderes verbindet. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, nach dem Motto: Catch me if you can!

Nachdem im vorhergehenden Band bereits eines der Carter-Kinder den Absprung aus der Sendung geschafft hat, ist nun Hadrian an der Reihe, zu sich selbst zu finden. Man würde doch denken, dass er den Abstand halten würde zu der Journalistin, die ihn an die Öffentlichkeit liefern muss, wenn sie beruflich am Ball bleiben will. Die Autorin Fam Schaper erzählt die Geschichte mit so vielen überraschenden Wendungen, dass die Annäherung der beiden sehr realistisch erscheint. So fiebert man mit den beiden mit, ob sie es schaffen können, ihrer beider so unterschiedlichen Ziele so zu verändern, dass sie unter einen Hut passen. Das ist mit einem solchen Augenzwinkern erzählt, dass ich mich mit diesem Band noch besser unterhalten gefühlt habe als im ersten Band der Geschichte.

Mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten können, so dass ich es sehr gerne weiter empfehlen möchte. Ich vergebe überzeugte 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.11.2022

Spannender Thriller

Die Vergessene
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1982 macht sich Emily Vaughn auf den Weg zum Highschool-Abschlussball – obwohl viele Bewohner von Longbill Beach der Meinung sind, dass sie nicht daran teilnehmen soll. Sie wird sterben in dieser Nacht… ...

1982 macht sich Emily Vaughn auf den Weg zum Highschool-Abschlussball – obwohl viele Bewohner von Longbill Beach der Meinung sind, dass sie nicht daran teilnehmen soll. Sie wird sterben in dieser Nacht… Vierzig Jahre später kommt Andrea Oliver nach Longbill Beach: Sie soll als frischgebackener US-Marshal eine Richterin beschützen, die Morddrohungen erhält. Dabei möchte sie unbedingt herausfinden, was damals mit Emily geschehen ist. Kann sie diesen Cold Case nach 40 Jahren lösen?

Abwechselnd wird die Geschichte erzählt in zwei Zeitsträngen. So erhält der Leser Informationen von Emilys Geschichte wie auch in der Zeit vierzig Jahre später, wenn Andrea sich an die Entzifferung der früheren Geschehnisse macht. Geschickt verbirgt die Autorin Karin Slaughter die richtigen Spuren zwischen einigen falschen, überraschende Wendungen inbegriffen. Andrea beweist eine gute Spürnase, sie hat zudem Glück mit ihrem Partner, denn die beiden ergänzen sich auf eine gute Weise. Der Spannungsbogen ist von Anfang an straff gespannt und steuert auf einen furiosen Showdown zu.

Mich hat das Buch von Anfang bis Ende gut unterhalten, so dass ich es sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.11.2022

Berührende und beklemmende Geschichte

Lügen über meine Mutter
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Daniela Dröscher erzählt aus ihrer Kindheit im Hunsrück der 1980er Jahre. Die Ehe ihrer Eltern war beherrscht von der Idee des Vaters, dass das Übergewicht seiner Frau für alles verantwortlich war, was ...

Daniela Dröscher erzählt aus ihrer Kindheit im Hunsrück der 1980er Jahre. Die Ehe ihrer Eltern war beherrscht von der Idee des Vaters, dass das Übergewicht seiner Frau für alles verantwortlich war, was ihm nicht gelingen wollte: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. In Rückblicken entsteht das Bild einer Ehefrau, die viel subtile Gewalt ertragen musste, der Tochter gegenüber aber immer viel Verantwortung und Fürsorge zukommen ließ.

So entsteht eine warmherzige Erzählung, die mich sehr berührt hat. Aus der Sicht der kindlichen Ela erzählt, wird der Text ergänzt von Reflexionen der erwachsenen Tochter im Gespräch mit ihrer Mutter. Mich hat beim Lesen immer wieder wütend gemacht, wieviel diese Frau ertragen musste; es blieb ein tiefes Gefühl von Beklemmung und des Mitgefühls für eine Frau, die sehr lange den psychischen Terror ihres Mannes ertragen hat.

Diese sehr berührende Geschichte empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe 4 von Sternen.

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Veröffentlicht am 16.11.2022

Beeindruckende Romanbiografie über eine starke Frau

Die Wagemutige
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Frankreich 1940: Lisa ist im Widerstand gegen die Nazis. Sie wird in Südfrankreich interniert. Als die Deutschen in den Süden Frankreichs vorrücken, flieht sie in letzter Minute zusammen mit einer Freundin, ...

Frankreich 1940: Lisa ist im Widerstand gegen die Nazis. Sie wird in Südfrankreich interniert. Als die Deutschen in den Süden Frankreichs vorrücken, flieht sie in letzter Minute zusammen mit einer Freundin, beide machen sich auf die Suche nach ihren Ehemännern. Sie lernt die Liebe kennen, als sie den Amerikaner Louis trifft, entscheidet sich jedoch für ihren Mann Hans. In den Pyrenäen arbeitet sie eine geheime Fluchtroute für deutsche Exilanten heraus und verhilft vielen Verfolgten zur erfolgreichen Flucht.

Der Roman über Lisa Fittko beruht auf einer wahren Geschichte. Die Autorin Caroline Bernard erzählt Lisas Geschichte nach und verbindet gekonnt die Fakten mit fiktiven Elementen. Der geschichtliche Hintergrund ist gut in die Geschichte eingearbeitet, man erkennt eine sorgfältige Recherche dahinter. Die Erzählung weckt Achtung für den Verdienst Lisas, denn ihr Handeln hat viele Menschenleben gerettet. Lisa Fittko ist eine starke Frau, die sich trotz mancher Zweifel für einen schwierigen Weg entscheidet. Zwischendrin fehlte mir ein bisschen die Spannung, letztendlich aber ist der Autorin eine beeindruckende Romanbiografie über eine wagemutige Frau gelungen.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.11.2022

Mehr historischer Roman als Krimi

Die Passage nach Maskat
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Der Ozeanliner Champollion sticht in See von Marseille aus Richtung Orient. Mit an Bord ist Theodor Jung, traumatisierter Kriegsveteran, Fotoreporter der Berliner Illustrirten und Ehegatte der Industriellentochter ...

Der Ozeanliner Champollion sticht in See von Marseille aus Richtung Orient. Mit an Bord ist Theodor Jung, traumatisierter Kriegsveteran, Fotoreporter der Berliner Illustrirten und Ehegatte der Industriellentochter Dora Rosterg. Auch seine Schwiegereltern und sein Schwager sind auf dieser Reise nach Maskat dabei. Aber auch viele weitere illustre Passagiere, wie z.B. eine skandalumwitterte Nachttänzerin aus Berlin, ein mysteriöser römischer Anwalt, eine adelige englische Lady mit ihrer Zofe, ein amerikanischer Ingenieur, ein Schläger aus der Berliner Unterwelt. Während Theodor die Risse in seiner Ehe gerne kitten möchte, kann er das von Dora nicht behaupten, und seine Schwiegerfamilie verachtet ihn. Brisant wird die Situation, als Dora kurz nach Beginn der Reise spurlos verschwindet und jeder, den Theodor nach seiner Frau fragt, beteuert, sie nie an Bord gesehen zu haben…

Es wird brenzlig für Theodor Jung, denn nicht nur seine Ehe ist nun in Gefahr geraten, sondern überhaupt sein Leben. Falls Dora wirklich nicht mehr auftaucht, gerät er nun selbst in Verdacht, seine Frau beseitigt zu haben. Da ihm aber niemand helfen möchte, macht er sich selbst auf die Suche nach ihr. Unvermutet Hilfe erhält er von einer Stewardess, die mit ihm zusammen versucht, das Rätsel um Dora zu knacken. Während dieser eine Erzählstrang das scheinbar unlösbare Verschwinden Doras versucht zu ergründen, nimmt sich der Autor Cay Rademacher viel Zeit für die Beschreibung des Lebens auf der Champollion, für die agierenden Personen und auch für die angefahrenen Stationen der Reise. Man erhält ein gutes Gefühl für die Zeit der „Golden Twenties“ kurz bevor der Börsencrash viele Träume zerschmettert. Dafür fehlte mir allerdings ein bisschen die Spannung beim Kriminalroman, während die Auflösung mir eher überstürzt und etwas zu kurz geraten vorkam.

Als Roman finde ich dieses Buch gut gelungen, als Krimi hätte ich mir mehr Spannung gewünscht. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch nur eingeschränkt weiter.

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