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Veröffentlicht am 08.12.2022

Hochspannung pur

Blutmond (Ein Harry-Hole-Krimi 13)
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Harry Hole ist wieder einmal ganz unten. Gestrandet in Los Angeles, verbringt seine Tage nur noch mit Trinken. Zur selben Zeit werden in Oslo zwei junge Frauen ermordet, unter Verdacht gerät ein bekannter ...


Harry Hole ist wieder einmal ganz unten. Gestrandet in Los Angeles, verbringt seine Tage nur noch mit Trinken. Zur selben Zeit werden in Oslo zwei junge Frauen ermordet, unter Verdacht gerät ein bekannter Immobilienmakler. Dieser bietet Harry ein kleines Vermögen an, wenn er seine Unschuld beweisen kann. Geld, das Harry gut gebrauchen könnte, da eine Bekannte von ihm dringend finanzielle Hilfe benötigt…
Es ist bereits der 13. Fall für Harry Hole und wie auch die Vorgänger ist dieser Fall wieder in sich geschlossen und somit auch für Quereinsteiger geeignet. Katrine Bratt von der Osloer Polizei hätte Harry gerne wieder in ihrem Team, bekommt jedoch keine Genehmigung dafür. So muss Harry sein
eigenes vierköpfiges Team bilden, das aus einem korrupten Polizisten, einem Kokaindealer und seinem todkranken Freund besteht. Ein ziemlich schräges Team, das jedoch sehr effizient arbeitet. Durch den Kontakt mit Katrine kommen sowohl die Polizei als auch Harrys Team dem Täter immer näher.
Jo Nesbø erzählt die Handlung aus ständig wechselnden Perspektiven und dies auf eine unglaublich spannende Weise. Stück für Stück erfährt man Einzelheiten und es dauert seine Zeit, bis man die Zusammenhänge erkennen kann. Dabei führt der Autor den Leser oftmals in die Irre und man muss überrascht feststellen, dass man einer falschen Spur gefolgt ist. Zudem gibt es total viele Wendungen, es bleibt wirklich bis zur letzten Seite spannend. Die Details was die Tatbeschreibungen und der Toten angeht sind nicht gerade appetitlich, man sollte also nicht allzu zartbesaitet sein.
Insgesamt war es ein ganz starker Harry-Hole-Fall. Hochspannung mit vielen falschen Fährten. Mich konnte das Buch restlos begeistern.

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Veröffentlicht am 08.11.2022

Neue Serie - Super Auftakt!

Kalt und still
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Job weg, verlassen vom Freund und Rauswurf aus der gemeinsamen Wohnung. Für Polizistin Hanna Ahlander läuft es gerade nicht besonders rund. Da kommt ihr das Angebot ihrer Schwester gerade recht ein paar ...

Job weg, verlassen vom Freund und Rauswurf aus der gemeinsamen Wohnung. Für Polizistin Hanna Ahlander läuft es gerade nicht besonders rund. Da kommt ihr das Angebot ihrer Schwester gerade recht ein paar Tage Auszeit in deren Ferienhaus zu verbringen. Doch kaum ist sie in Åre, hoch oben im Norden Schwedens angekommen, startet gerade eine Suchaktion nach einem vermissten Mädchen. Die 18jährige Amanda ist seit einer Partynacht bei ihrer Freundin Ebba nicht mehr gesehen worden. Die Zeit drängt, denn draußen herrschen Temperaturen um minus 20 Grad …

Nach der erfolgreichen Sandhamn-Reihe, die in den Schären Schwedens spielt, startet Viveca Sten jetzt eine neue Serie rund um die sympathische Hanna Ahlander. Die Polizistin ist eine starke Frau, die auch dann nicht wegschaut, wenn es unangenehm wird, sondern sich engagiert für eine Sache einsetzt. Dabei wird aber auch von ihren Gefühlen geleitet. Dies ist zwar nicht besonders professionell, macht sie aber um so sympathischer. Begleitet wird das Ganze durch ihre gute Kombinationsgabe und ihren Scharfsinn. Personalmangel und etwas Glück lassen Hanna ihren neuen Job in Åre antreten. Mit an ihrer Seite ist Polizeikommissar Daniel Lindskog. Auch er ist Sympathieträger, neigt jedoch unter Stress zu Wutausbrüchen. Eigentlich will er es jedem recht machen, doch der Fall und seine junge Familie bringen ihn manchmal an seine Grenzen.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben, die vielen kurzen Kapitel lassen einen nur so durch die Handlung fliegen. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig. Besonders die Figuren fand ich allesamt sehr gelungen gezeichnet, denn ihnen werden viele Emotionen eingehaucht und sie wirken dadurch lebendiger. Thematisiert werden gleich mehrere Dinge: Menschenhandel, Ausbeutung, aber auch Eifersucht und Habgier. Die Eiseskälte des Polarkreises ist deutlich spürbar und was zunächst wie ein schwedisches Winterparadies wirkt, wird Schicht um Schicht entblättert bis schließlich die nackte Wahrheit vor einem liegt. Natürlich gibt es gleich mehrere Verdächtige und so kann man als Leser gut miträtseln, was hinter alldem steckt.
Insgesamt ein super Auftakt einer tollen Serie rund um ein sympathisches Ermittler-Team. Die Sandhamn-Reihe hat mich schon begeistert, doch hier hat die Autorin sich nochmals gesteigert.

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Veröffentlicht am 02.11.2022

Perfekt - Spannung pur und wahnsinnig gut erzählt

Düsteres Wasser: Thriller
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„Düsteres Wasser“ ist bereits der siebte Fall aus der Reihe rund um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Dieses Mal geht es um eine Reihe von Frauen, die im eiskalten Rhein zu Tode kommen. Obwohl die Opfer ...

„Düsteres Wasser“ ist bereits der siebte Fall aus der Reihe rund um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Dieses Mal geht es um eine Reihe von Frauen, die im eiskalten Rhein zu Tode kommen. Obwohl die Opfer einen Abschiedsbrief bei sich hatten, erkennt Julia, dass es sich um Mord handelt. Denn zuvor quält sie der Täter auf perfide Weise. Wer steckt hinter diesen Taten? Und wo liegt die Verbindung zwischen den Opfern?
Catherine Shepherd ist bekannt für ihre sehr spannenden Thriller, egal ob es sich um die Zons-Reihe, die Reihe mit LKA-Ermittlerin Laura Kern oder um die Serie mit Rechtsmedizinerin Julia Schwarz handelt, die hier gemeinsam mit Kriminalkommissar Florian Kessler in ihrem neuesten Fall ermittelt. Der Schreibstil der Autorin kann mich immer wieder aufs Neue begeistern und man fliegt nur so durch die Seiten. In gewohnter Manier legt Catherine Shepherd wieder viele falsche Fährten aus und es gibt gleich mehrere Verdächtige. So kann man herrlich miträtseln, wer der Täter sein könnte. Und obwohl es so einige Hinweise gibt, war ich am Ende doch überrascht, wer dahintesteckte.
Besonders gut gefallen hat mir auch die Entwicklung der Privatsphäre der Protagonisten. Julia und Florian ermitteln ja nicht nur gemeinsam, sondern sind auch privat liiert. Nun gibt es eine Neuigkeit, die die Freude auf den nächsten Band nur noch gesteigert hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

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Veröffentlicht am 13.09.2022

Ein Buch, das einen nicht mehr loslässt

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
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Ein freies Wochenende steht bevor und Patrick Dostert freut sich darauf es mit seiner Frau Julia zu verbringen. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Polizei bei ihm klingelt. Er wird verdächtigt drei Tage zuvor ...

Ein freies Wochenende steht bevor und Patrick Dostert freut sich darauf es mit seiner Frau Julia zu verbringen. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Polizei bei ihm klingelt. Er wird verdächtigt drei Tage zuvor eine Frau misshandelt und entführt zu haben. Er beteuert seine Unschuld, doch die Beweislage wird immer erdrückender. Die Freundin des Opfers belastet ihn und schließlich ist es ein Video, das ihn überführt. Doch entspricht alles der Wahrheit? Fake oder Fakt? Das ist hier die Frage…

Selten hat mich ein Buch derart gefesselt. Ich kenne fast alle Bücher von Arno Strobel, doch dieses Buch ist eines der besten, die er je geschrieben hat. Die Spannung ist von Beginn an greifbar und steigert sich von Seite zu Seite. Erzählt wird das Ganze hauptsächlich aus der Perspektive von Patrick Dostert selbst, der in Untersuchungshaft sitzt. Dabei wählt der Ich-Erzähler Patrick für die Zeit vor der U-Haft als Erzählform die dritte Person und distanziert sich auf diese Weise quasi von sich selbst. Natürlich fragt man sich die ganze Zeit, ob Patrick wirklich unschuldig ist oder ob man die ganze Zeit auf fake hereinfällt. Aber wie kann das sein?
Fake und Fakt liegen hier ganz dicht beieinander. Schon durch den Austausch eines Buchstabens stimmt die Realität nicht mehr und dies wird schon sehr gut durch das cover angedeutet, das es übrigens in zwei verschiedenen Versionen gibt, der Inhalt bleibt gleich.
Insgesamt hat Arno Strobel hier einen richtigen Pageturner geschrieben. Rasantes Tempo, von Beginn an sehr fesselnd und Spannung pur. So geht Thriller!

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Veröffentlicht am 11.09.2022

Super Fortsetzung der Pilger-Reihe

Das Geheimnis des Pilgers
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„Das Geheimnis des Pilgers“ ist der zweite Band der Pilger-Reihe und knüpft direkt an die Geschehnisse des Vorgängers „Das Kreuz des Pilgers“ an. Zwar lässt sich das Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, ...

„Das Geheimnis des Pilgers“ ist der zweite Band der Pilger-Reihe und knüpft direkt an die Geschehnisse des Vorgängers „Das Kreuz des Pilgers“ an. Zwar lässt sich das Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, zum besseren Verständnis empfehle ich dennoch die Bücher in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen. Hilfreich für Neueinsteiger, aber auch zum Wiederauffrischen geeignet, ist hier das ausführliche Namensregister zu Beginn des Buches, denn die familiären Konstellationen sind nicht einfach zu überschauen.
Wieder entführt uns die Autorin in das Koblenz des Jahres 1379. Die drei Freunde Conlin, Palmiro und Reinhild stehen erneut im Mittelpunkt des Geschehens. Palmiro ist mittlerweile als Pelzhändler in Koblenz sesshaft geworden und versucht sein Geschäft voranzubringen. Um die Sicherheit seiner Geschäfte zu garantieren, bekommt er den dreisten Benedikt von Heidenstein als Wächter vor die Nase gesetzt. Gleichzeitig ist Palmiro bemüht, dass sein wohlgehütetes Geheimnis nicht an die Öffentlichkeit dringt. Auch Reinhilds Heirat mit Conlin rückt immer näher, doch Reinhild blickt mit gemischten Gefühlen in ihre Zukunft und ist sich noch sehr unsicher. Und dann ist da noch Oswald, Conlins Bruder, der den Familienbesitz heruntergewirtschaftet hat. Eine bunte Gruppe, bei der ständig etwas passiert.
Der Einstieg in das Buch war für mich nicht ganz einfach, angesichts der vielen Charaktere. Doch ist man erst einmal mit den Figuren vertraut, so kann man wunderbar in die Geschichte eintauchen. Immer wieder aufs Neue begeistert mich der tolle Erzählstil der Autorin, der es gelingt nicht nur unterhaltsam, sondern auch spannend zu erzählen. Die Beschreibungen sind einfach perfekt und man kann sich gut in die Zeit des Mittelalters hineinversetzen. Man liebt und leidet mit den Figuren, fast so als wäre man direkt dabei.

Auch in dem zweiten Teil bleiben noch ein paar Fragen offen und ich freue mich schon jetzt auf den abschließenden dritten Band.

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