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Veröffentlicht am 17.12.2022

Eine Geschichte, die für immer prägt

Das letzte Versprechen
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Die fünfjährige Anni, ihre Eltern und Großeltern leben 1944 im Banat, im späteren Jugoslawien, gehören aber zu den so genannten Donauschwaben und gelten daher als Deutsche. Daher wird ihre Mutter Amalie ...

Die fünfjährige Anni, ihre Eltern und Großeltern leben 1944 im Banat, im späteren Jugoslawien, gehören aber zu den so genannten Donauschwaben und gelten daher als Deutsche. Daher wird ihre Mutter Amalie Weihnachten 1944 von Partisanen abgeführt und kommt für viele Jahre nach Sibirien, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen im Bergbau arbeiten muss. Ihr Vater musste für die Deutschen in den Krieg ziehen. Die Großmutter hatte Annis Mutter bei deren Verhaftung versprochen, immer auf die kleine Tochter aufzupassen und schafft es sogar, sie aus dem Kinderheim zu befreien, von wo sie bald von jugoslawischen Eltern zwangsadoptiert werden soll. Zusammen mit ihrem Großvater halten sie sich in einem Lager für die vertriebenen Donauschwaben mehr schlecht als recht über Wasser, während es den Serben am liebsten wäre, sie würden sterben.

Als erwachsene Frau schrieb Anni ihre Geschichte und die ihrer Familie dann immer wieder auf, weil sie diese einfach nicht loslässt und ihr weiteres Leben immer wieder in gewisser Weise davon geprägt war. Diese Aufzeichnungen schickte eine Verwandte an Hera Lind, die eigentlich eher für ein etwas anderes Genre bekannt ist, aber Jahre später nun einen historischen Roman basierend auf Annis Lebensgeschichte veröffentlichte.

Dieses Buch ist definitiv keine leichte Kost, erfährt man doch aus der Perspektive der direkt Betroffenen, welches Leid Anni und ihrer Familie und natürlich auch unzähligen weiteren Donauschwaben zugefügt wurde, obwohl sie persönlich keine Schuld an Hitlers Krieg trugen. Durch die Perspektivwechsel kann man sich noch besser in die Beteiligten hineinversetzen, auch wenn teilweise unvorstellbar ist, was ihnen angetan wurde. Bis jetzt hatte ich noch nichts von den Donauschwaben und ihrem Schicksal gehört, umso wichtiger finde ich es, dass die Geschichte von Anni nun veröffentlicht wurde und dank der recht bekannten Autorin auch ein größeres Publikum findet.

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Veröffentlicht am 15.12.2022

Das Ende einer großen Liebe

Freitags bei Paolo
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Marie und Clemens lernen sich auf einer Party zum Jahrtausendwechsel kennen und ziehen auch recht bald danach in ihrer beider Traum-Wohnung und bekommen etwas später Zwillinge. Seit ihrer Heirat tragen ...

Marie und Clemens lernen sich auf einer Party zum Jahrtausendwechsel kennen und ziehen auch recht bald danach in ihrer beider Traum-Wohnung und bekommen etwas später Zwillinge. Seit ihrer Heirat tragen beide Clemens Nachnamen Freitag und Clemens, der im Bereich Comedy langsam Fuß fasst, stellt zur Bedingung, dass er niemals freitags auftreten muss, da dieser Wochentag für Paolo reserviert ist, ein kleines italienisches Lokal, in dem sie am Abend ihres Kennenlernens gemeinsam waren. Somit bekommt der Romantitel eine doppelte Bedeutung. Für ihr Umfeld gelten sie immer als das ideale Paar, doch nach gut 20 Jahren Beziehung beschließen sie plötzlich, sich zu trennen.

Wie es dazu kommen konnte, kann man beim Lesen nach und nach miterleben, indem man Marie und Clemens durch ihre Beziehung und bei der Entwicklung ihrer Karrieren begleitet, während über 1000 Abende bei Paolo stattgefunden haben. Dieses Ritual finde ich sehr schön und auch ansonsten finde ich vieles gut, was die beiden machen und sie sind mir beide sehr sympathisch. Daher war bei mir auch ein weinendes Auge dabei, weil die beiden sich trotz all dem irgendwann getrennt haben. Das macht den Roman aber nicht weniger lesenswert. Tom Liehr schreibt in einem sehr feinfühligen und zugleich humorvollen Stil, ohne, dass es je zu plump wird. Man erfährt nebenbei auch noch so einiges über die Comedy-Szene und in manchen Nebenfiguren meint man bekannte Persönlichkeiten wiederzuerkennen, was ebenfalls zum Unterhaltungswert beiträgt.

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Veröffentlicht am 12.12.2022

Dem Wasser auf der Spur

Hannahs Reise
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Hannahs Reise beschäftigt sich aus der Perspektive der etwa 10-jährigen Hannah mit dem Wasser in den verschiedensten Facetten, bzw. mit den Problemen im Zusammenhang mit dem lebenswichtigen Element.

Zusammen ...

Hannahs Reise beschäftigt sich aus der Perspektive der etwa 10-jährigen Hannah mit dem Wasser in den verschiedensten Facetten, bzw. mit den Problemen im Zusammenhang mit dem lebenswichtigen Element.

Zusammen mit ihren beiden Geschwistern und ihrer Mutter reist sie mit dem Camper in verschiedene Länder, zunächst nach Italien und Spanien, dann nach Marokko, Israel und Jordanien und schließlich mit einem Segelboot auf dem Mittelmeer vor Frankreich.

Dabei begegnen ihr verschiedenste Problematiken, wie teils ausgetrocknete Flussbetten, Überschwemmungen, extensiver Obst- und Gemüseanbau trotz Wassermangel, Wasserverbrauch durch Tourismus, Überfischung, Plastikmüll im Meer, etc. Neben Reiseberichten und Fotos finden sich zwischendurch auch sachliche Hintergrundinformationen, die sich auf das zuvor Beschriebene beziehen. Dadurch wird einem auf jeden Fall immer wieder bewusst, wie sehr auch wir mit unserem Lebensstil dazu beitragen, dass anderswo Wasserknappheit herrscht. Dazu passen die Tipps am Ende, wie man bereits als Kind etwas verändern kann sehr gut. Dabei gefällt mir, dass dennoch darauf hingewiesen wird, es nicht zu verbissen anzugehen.

Das Buch selbst macht einen hochwertigen und stabilen Eindruck. Die raue Haptik des Einbandes und die umweltfreundliche Herstellung passen zum Thema und dennoch ist die Gestaltung sehr ansprechend und es finden sich auch im Inneren viele Farbfotos zur Illustration.

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Veröffentlicht am 11.12.2022

Wimmelbuch reloaded

Mein Sachen suchen Riesenbilderbuch
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Wimmelbücher gibt es nun ja schon seit einigen Jahrzehnten, da ist es gar nicht so einfach, nochmal etwas Neues auf den Markt zu bringen. Dieses hier kann aber auf jeden Fall schon mal sehr mit seiner ...

Wimmelbücher gibt es nun ja schon seit einigen Jahrzehnten, da ist es gar nicht so einfach, nochmal etwas Neues auf den Markt zu bringen. Dieses hier kann aber auf jeden Fall schon mal sehr mit seiner Größe punkten, durch die es sich von klassischen Bilderbüchern abhebt, was die Kinder einerseits zusätzlich motiviert und wodurch die Details andererseits recht gut erkennbar sind. Manche sind aber auch noch einmal zusätzlich aufgegriffen worden und am Rand vergrößert abgebildet.

Thematisch sind die Seiten ähnlich wie bei anderen Büchern gegliedert. Es gibt die Stadt, den Wald oder den Spielplatz, also Umgebungen, die die Kinder aus ihrem Alltag kennen. Hier hätte ich vielleicht auch noch eine Seite mit Urlaubsbezug, am Strand zum Beispiel, ganz nett gefunden. Die Bilder selbst wurden aber an unsere aktuelle Zeit (oder sogar noch etwas in der Zukunft) angepasst, sodass sich (auch) viele Elektrofahrzeuge und Lastenräder oder Insektenhotels im Wald finden, damit die Kinder auch den Nachhaltigkeitsaspekt von Anfang an kennenlernen. Auch ansonsten gibt es eine große Vielfalt an Dingen zu entdecken, die nicht im Standardrepertoire jedes Wimmelbuches sind, sodass sich das Buch auch gut zur Unterstützung des weiteren Sprechenlernens eignet.

Die Illustrationen sind gewohnt bunt, liebevoll und kindgerecht. Somit ist das Buch auf jeden Fall eine Bereicherung für den Bücherschrank von Kindern ab etwa 1,5 Jahren. Die Verarbeitung ist auch recht stabil, sodass nicht gleich eine Seite reißen kann, wenn die Kinder, bedingt durch die Größe des Buches, auch mal darauf herumkrabbeln.

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Veröffentlicht am 11.12.2022

Spannender Thriller in den Walliser Alpen

Wintersterben
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Nachdem man in den Walliser Alpen die zuvor gefolterte Leiche eines ehemaligen deutschen BKA-Ermittlers gefunden hat, wird die Interpol-Ermittlerin Valeria Ravelli in das touristisch wenig erschlossene ...

Nachdem man in den Walliser Alpen die zuvor gefolterte Leiche eines ehemaligen deutschen BKA-Ermittlers gefunden hat, wird die Interpol-Ermittlerin Valeria Ravelli in das touristisch wenig erschlossene Dorf Steinberg geschickt, um dort zu ermitteln, was die Hintergründe der Tat sind. Im Dorf begegnet man ihr oft wenig aufgeschlossen. Rund um den Ort hat sich zudem ein extrem reicher Ex-Fremdenlegionär ein hoch gesichertes Refugium geschaffen, wo dessen eigene Spielregeln zu gelten scheinen. Dieser zeigt sich auch wenig kooperativ. Unterstützung erhält sie zumindest von einem neuen Kollegen. Die örtliche Polizei scheint weniger Interesse an der Aufklärung des Falls zu haben. Bald gibt es auch noch weitere Todesfälle, die ans Licht kommen.

Ich fand den Thriller sehr spannend und die Handlung sehr gut in diese recht einsame und etwas mysteriös wirkende Gegend passend. Valeria Ravelli ist mir als Ermittlerin sympathisch, sie hat aber auch selbst einiges zu verbergen, was sich wohl erst nach und nach bei weiteren Fällen aufklären wird und was für zusätzliche Spannung sorgt. Was gruselige / blutige Elemente angeht, blieb es für mich gerade noch an der Grenze, dass es in Ordnung war, ich stehe aber auch grundsätzlich nicht auf zu blutige Thriller und mag es mehr, wenn der Fokus auf der Taktik des Täters und der Ermittlungsarbeit liebt. Der Schreibstil war gut verständlich.

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