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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2022

Etwas düster

Bullauge
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Mich hat der Roman mit seiner eher eine düstere Stimmung verbreitenden Geschichte fast schon in eine ähnliche Stimmung versetzt. Sehr aktuell ist die Thematik. Der Bereitschaftspolizist Oleander verliert ...

Mich hat der Roman mit seiner eher eine düstere Stimmung verbreitenden Geschichte fast schon in eine ähnliche Stimmung versetzt. Sehr aktuell ist die Thematik. Der Bereitschaftspolizist Oleander verliert bei einer Demonstration sog. Spaziergänger nach einem Flaschenwurf sein halbes Augenlicht. Bei Nachforschungen zum Täter/zur Täterin stößt er auf die Demonstrantin Sylvia Gläser, die nach einer vermeintlichen Polizeihetze gestürzt und gleichfalls versehrt ist und seither in ihrer Ablehnung der Staatsmacht einer rechtsextremen Vereinigung nahesteht. Sie will aber aussteigen und gibt Oleander Hinweise auf einen geplanten Anschlag preis. Im Vordergrund stehen die Fragen, ob möglicherweise sie die Flaschenwerferin ist und wie der Anschlag verhindert werden kann. Allerdings dreht sich das meiste um Oleanders prekäre Befindlichkeiten, der mit seiner neuen Situation hadert. Mir war es zu viel des Jammerns, auch seitens Sylvias. Ich hätte mir mehr Handlung und Spannung gewünscht.

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Veröffentlicht am 30.11.2022

Prämiert mit Deutschem Buchpreis

Blutbuch
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Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich, weil es mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Aus dieser Kategorie habe ich schon einige andere Bücher gelesen und bin jetzt wie früher schon unangenehm ...

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich, weil es mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Aus dieser Kategorie habe ich schon einige andere Bücher gelesen und bin jetzt wie früher schon unangenehm überrascht, welche Art Literatur derart prämiert wird. Mit gendergerechter und im Übrigen gewagter Sprache, manchen brutalen und abstoßenden Passagen habe ich mich beim Lesen sehr schwer getan und vermag nicht einmal so recht zu sagen, worum es in dem Buch geht (um die sexuelle Einordnung und die Suche der eigenen Identität?). Nicht gefallen haben mir auch, dass eigentlich nur Gedanken und Empfindungen aneinandergereiht werden, noch dazu recht wirr. Mit der Sprache wird übermäßig gespielt.

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Veröffentlicht am 24.11.2022

Nicht mehr als kurzweilige Unterhaltung

In den Wäldern der Biber
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Dieses Buch gehört zu der Art von Romanen, die sich leicht aus Kurzweil zwischendurch lesen lassen, die aber auch keinen besonderen Eindruck hinterlassen.
Viel Handlung gibt es nicht in der Geschichte. ...

Dieses Buch gehört zu der Art von Romanen, die sich leicht aus Kurzweil zwischendurch lesen lassen, die aber auch keinen besonderen Eindruck hinterlassen.
Viel Handlung gibt es nicht in der Geschichte. Die 30jährige Protagonistin Alina flüchtet nach ihrem Beziehungsaus zu ihrem Großvater aufs Dorf, zu dem 20 Jahre Funkstille herrschte. Der Großvater ist sehr naturverbunden und ehrenamtlich für die regionale Biberbeobachtung tätig. Das gibt dem Buch seinen Titel, wenngleich die Biber eigentlich völlig in den Hintergrund geraten. Umso mehr tut sich Alina hervor. Binnen kürzester Zeit nimmt sie die Sanierung des großväterlichen Hauses in Angriff, verliebt sich stante pede in einen ihr eigentlich nicht mehr erinnerlichen Freund aus Kindheitstagen, mit dem sie auch gleich besiegelt, dass sie keine Kinder haben möchten. Dieser „Neue“ gesteht ihr ebenso unwahrscheinlich, sich in sie schon als 11jähriger verliebt zu haben und verfolgt ein kaum der Realität entsprechendes Leben und Berufsmodell. Dergleichen zu lesen, wirkt auf mich sehr realitätsfern. Deshalb auch nur eine Bewertung im Mittelmaß.

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Veröffentlicht am 22.10.2022

Langatmig

Lektionen
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Ich habe mich etwas schwer getan, dieses immerhin 710 Seiten umfassende Buch zu lesen. Dabei hat mir der Einstieg in die Geschichte gut gefallen. Der Protagonist, ein elfjähriger englischer Internatsschüler, ...

Ich habe mich etwas schwer getan, dieses immerhin 710 Seiten umfassende Buch zu lesen. Dabei hat mir der Einstieg in die Geschichte gut gefallen. Der Protagonist, ein elfjähriger englischer Internatsschüler, wird Anfang der 1960er Jahre von seiner Klavierlehrerin missbraucht und ist ihr über einige Jahre hinweg sexuell hörig. Dieses Erleben prägt sein gesamtes späteres Leben, aus dem er nur sehr wenig macht. Statt sich auf dieses Kindheitserlebnis zu beschränken, zeichnet der Autor das gesamte Leben des Protagonisten Roland bis in seine 70er Jahre hinein nach, zudem nicht chronologisch. Als weitere Stränge schildert er die Lebensläufe noch anderer Personen aus Rolands Umfeld, die mir manchmal schon etwas hanebüchen erscheinen. Was mir ebenso missfällt, ist, dass jeweils aktuelle politische und gesellschaftliche Ereignisse Eingang in die Geschichte finden, wie z.B. die Kubakrise, der Fall der Mauer, die Corona-Pandemie. Dahinter dürfte die Intention des Autors stecken aufzeigen zu wollen, wie ein Menschenleben von eigenen Entscheidungen und äußeren Einflüssen beeinflusst wird. Mir war das aber zu überfrachtet und langatmig.
Ein durchaus anspruchsvolles Buch, das mich enttäuscht zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 11.10.2022

Eine Roman über die Wende-Zeit

Eine andere Zeit
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Eigentlich mag ich Romane wie den vorliegenden gerne, die auf zwei Zeitebenen spielen. Hier sind es die 1970er Jahre in einem vorpommerschen Dorf und die Gegenwart im Jahr 2019. Die Familie Jendrich lebt ...

Eigentlich mag ich Romane wie den vorliegenden gerne, die auf zwei Zeitebenen spielen. Hier sind es die 1970er Jahre in einem vorpommerschen Dorf und die Gegenwart im Jahr 2019. Die Familie Jendrich lebt mit zwei Töchtern im Dorf, die Tante mit ihrer Tochter in einer westdeutschen Großstadt. Die ältere Tochter Enne träumt von der Schauspielerei, die jüngere Suse ist kränklich. Die Kusine Christina würde am liebsten in den Osten übersiedeln. Obwohl man es Suse nie zugetraut hätte, ist sie es, die im Sommer 1989 über Ungarn ausreist. Anschließend hat die Familie nie wieder etwas von ihr gehört. 30 Jahre später will Enne mit allem abschließen. Gerade jetzt taucht in der Nachbarschaft eine mysteriöse Frau auf, die vielleicht Suse sein könnte.
Mit den Romanfiguren bin ich nicht so recht warm geworden. Zwischen ihn allen herrscht eine bedrückende Sprachlosigkeit. Das Leben in der ehemaligen DDR mit der beständigen Angst der Leute „vor denen da oben“ wird realistisch dargestellt ebenso der dortige Umgang mit sog. „Asozialen“. Was ich allerdings als nicht sehr realitätsgetreu empfand, war, dass die Familie nicht schon viel früher alles daran gesetzt hat, Suses Verbleib aufzuklären. Vermisst habe ich eine klare Ansage am Ende, was aus ihr geworden ist.

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