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Veröffentlicht am 31.12.2022

Unspektakuläre, aber grundsolide Krimikost

Küstenmord: Kein Wort zu viel
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Buchmeinung zu Eva Jensen – Küstenmord: Kein Wort zu viel

Küstenmord: Kein Wort zu viel ist ein Kriminalroman von Eva Jensen, der 2022 bei beTHRILLED erschienen ist. Dies ist der zweite Fall der Ermittler ...

Buchmeinung zu Eva Jensen – Küstenmord: Kein Wort zu viel

Küstenmord: Kein Wort zu viel ist ein Kriminalroman von Eva Jensen, der 2022 bei beTHRILLED erschienen ist. Dies ist der zweite Fall der Ermittler der Kripo Schleswig.

Zum Autor:
Eva Jensen ist gebürtige Hamburgerin und hat in einem Dorf in der Nähe von Schleswig eine zweite Heimat gefunden. Dort genießt sie Landschaft und Natur an der Schlei und den Charme der Norddeutschen. Wenn es dort regnet, und das tut es sehr oft, schreibt sie. Eva Jensen ist ein Pseudonym der Autorin Yvonne Wüstel.

Klappentext:
Die Kommissare Katja Greve und Daniel Kowalski ermitteln an der Schlei: Daniel ist Katjas neuer Partner bei der Kripo Schleswig - korrekt, ruhig und methodisch, nicht ohne Humor, dafür aber mit Rosenkranz am Rückspiegel. Katja hingegen ist impulsiv, unkonventionell, energiegeladen - und hätte am liebsten ihren alten Partner behalten. Doch klar ist: Ihre Fälle können sie nur lösen, wenn sie zusammenarbeiten. Denn auch an der idyllischen Ostküste Schleswig-Holsteins wirft das Verbrechen dunkle Schatten ...

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn es ziemlich unspektakulär zugeht. Daniel und Katja sind absolut bodenständig und einfach ziemlich normal. Sie harmonisieren beruflich meist recht gut, aber Reibereien gibt es natürlich auch. So haben sie ihre Ecken und Kanten, wirken aber kompetent und auch sympathisch. Die privaten Probleme vor allem von Daniel sind für die Beziehung der beiden Ermittler etwas belastend, weil Daniel sich gegenüber Katja ausschweigt.
Der Kriminalfall ist interessant und lange Zeit kommen die Ermittlungen nicht recht voran, trotz aller Bemühungen und verschiedener Ansätze der Kommissare. Die Auflösung ist überraschend, aber auch nachvollziehbar. Am Ende führt die Hartnäckigkeit doch zum Ziel. Verfolgungsjagden und Bedrohungen der Ermittler sucht man vergebens, sie haben mir aber auch nicht gefehlt.
Die Thematik um osteuropäische Billigarbeitskräfte wird recht ausführlich beleuchtet, zeigt aber auch, wie schwierig es ist gegen eine Mauer des Schweigens anzurennen.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und vermittelt einen breiten Eindruck des Geschehens. Bis auf die beiden Hauptfiguren, die ausführlich charakterisiert werden, werden die Figuren nur kurz charakterisiert, sind aber trotzdem lebendig geschildert. Der Schreibstil ist eher sachlich, vermittelt aber auch Atmosphäre und Gefühle. Das Gesamtwerk wirkt auf mich harmonisch und gut verdaulich.

Fazit:
Ein grundsolider Kriminalfall aus dem hohen Norden, der weitgehend auf spektakuläre Effekte verzichtet, mich aber jederzeit gut unterhalten hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger Kriminalromane aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 17.12.2022

Strotzt vor Ideen fern jeder Realität

SoKo Börsenfieber
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Buchmeinung zu Gerhard Henschel – SoKo Börsenfieber

SoKo Börsenfieber ist ein Kriminalroman von Gerhard Henschel, der 2022 im Hoffmann und Campe Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Gerhard Henschel, geboren ...

Buchmeinung zu Gerhard Henschel – SoKo Börsenfieber

SoKo Börsenfieber ist ein Kriminalroman von Gerhard Henschel, der 2022 im Hoffmann und Campe Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Gerhard Henschel, geboren 1962, lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Sein Briefroman Die Liebenden (2002) begeisterte die Kritik ebenso wie die Abenteuer seines Erzählers Martin Schlosser, die mit dem Kindheitsroman 2004 ihren Anfang nahmen. Henschel ist außerdem Autor zahlreicher Sachbücher. Er wurde unter anderen mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis, dem Nicolas-Born-Preis und dem Georg-K.-Glaser-Preis ausgezeichnet.

Klappentext:
Kommissarin Fischer und Kommissar Gerold aus Uelzen sind Eltern von Drillingen geworden. Und es kommt noch schlimmer: Bei Bad Bevensen schwimmt die Leiche eines Bankangestellten im Elbeseitenkanal. Auch in anderen Ländern fallen plötzlich Banker Mordanschlägen zum Opfer. Daraufhin tritt in Bern die SoKo Börsenfieber zusammen. Während Gerold und Fischer die Unterwelt aufmischen, erleben Frank Schulz und Thomas Gsella sowie Michael Ringel und Rayk Wieland ihre mehr oder minder haarsträubenden Abenteuer.

Meine Meinung:
Bei diesem Buch hat mir der humoristische Ansatz hervorragend gefallen. Natürlich ist die Geschichte unrealistisch, aber das fantasievolle Treiben hat mich in seinen Bann gezogen. Die Leidensgeschichte der Figuren ist saukomisch und die Anspielungen auf Politiker und Kirchenmänner geben der Geschichte einen zusätzlichen Pfiff. Trotzdem hatte sich zum Ende hin eine gewisse Ermüdung bei mir eingestellt, denn etwas wirklich Neues passiert halt nicht. Mein Höhepunkt war das Aufeinandertreffen von Kommissarin Fischer mit dem Mafiaboss.
Wechselnde Perspektiven sorgen für ein hohes Erzähltempo und mehrere Erzählstränge werden über einige Episoden fortgeführt. Die Figuren sind durch die Bank überzeichnet und eine ernsthafte Handlung sucht man vergebens. Trotzdem erschafft der Autor ein passendes finales Bild.

Fazit:
Eine Krimikarikatur, die vor Ideen nur so strotzt. Political Correctness geht sicher anders, aber saukomisch bis zum Abwinken, vielleicht etwas zu lang geraten. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für diese Karikatur aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2022

Auch an Klassikern geht die Zeit nicht spurlos vorbei

Der dünne Mann
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Buchmeinung zu Dashiell Hammett – Der dünne Mann

›Der dünne Mann‹ ist ein Kriminalroman von Dashiell Hammett, der 2004 bei Diogenes in der Übersetzung von Tom Knoth erschienen ist. Der Titel der amerikanischen ...

Buchmeinung zu Dashiell Hammett – Der dünne Mann

›Der dünne Mann‹ ist ein Kriminalroman von Dashiell Hammett, der 2004 bei Diogenes in der Übersetzung von Tom Knoth erschienen ist. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet ›The Thin Man‹ und ist 1934 erschienen.

Zum Autor:
Samuel Dashiell Hammett (geboren 27. Mai 1894 bei Great Mills, Saint Mary’s County, Maryland; gestorben 10. Januar 1961 in New York) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er veröffentlichte auch unter dem Pseudonym Peter Collinson. Hammett gilt noch vor Raymond Chandler als der Begründer des amerikanischen Kriminalromans (hardboiled novel).

Klappentext:
Nick Charles hat sich geschworen, um keinen Preis der Welt wieder einen Fall zu übernehmen. Schließlich klärt er als Privatmann auf, womit er sich beruflich nicht befassen möchte.

Meine Meinung:
Bei diesem Buch merkte ich erneut, dass ein Prunkstück meiner Jugend viel von seinem Reiz verloren hat. Die Geschichte ist rein aus der Sicht der Hauptfigur Nick Charles geschildert und besteht fast ausschließlich aus Dialogen. Auffällig ist der stete Alkoholkonsum von Nick und auch seiner Frau Nora. Stets hat Nick einen Drink zur Hand und lange Zeit hat man den Eindruck, dass er gar nicht ermitteln will, sondern die Ereignisse über sich ergehen lässt. Erst am Ende präsentiert er die Auflösung, die er seiner Frau danach im Detail erklärt. Vieles basiert auf Annahmen und Wahrscheinlichkeiten, aber sonst würde der Täter ja irgendwann unbestraft verschwinden.
Die Figuren sind durch die Bank nicht sonderlich sympathisch gezeichnet, selbst die Hauptfiguren nicht. Nick Charles ist ein verehrter Meisterdetektiv, der den Jahreswechsel an der Ostküste verbringen will und eigentlich nicht mehr ermittelt. Ungewöhnlich, vor allem für die damalige Zeit, ist das Verhältnis zwischen Nick und Nora, das von großem Vertrauen geprägt ist. Nick ist oftmals von attraktiven Damen umschwärmt und Nora hat dies akzeptiert, macht sogar Scherze darüber. Hin und wieder diskutieren sie den Stand der Ermittlungen und zeigen Möglichkeiten auf. Der Schreibstil ist eher leger und mit trockenem Humor durchsetzt. Die Stärke des Titel ist das Bild der amerikanischen Gesellschaft und seine Verknüpfungen in den Figuren. Vieles ist anrüchig und nicht in Ordnung und sorgt für eine dunkle Stimmung. Vermisst habe ich lange Zeit einen soliden Spannungsbogen, denn Nick Charles will ja eigentlich nicht ermitteln.

Fazit:
Dieser Klassiker hat mit der Zeit etwas von seinem Reiz verloren, ist aber immer noch ein Zeitdokument. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2022

Auch der Jubiläumsband bleibt dem Erfolgsrezept treu

Herzschuss
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Buchmeinung zu Andreas Föhr – Herzschuss

„Herzschuss“ ist ein Kriminalroman von Andreas Föhr, der 2022 bei Knau HC erschienen ist.

Zum Autor:
Andreas Föhr, Jahrgang 1958, gelernter Jurist, arbeitete ...

Buchmeinung zu Andreas Föhr – Herzschuss

„Herzschuss“ ist ein Kriminalroman von Andreas Föhr, der 2022 bei Knau HC erschienen ist.

Zum Autor:
Andreas Föhr, Jahrgang 1958, gelernter Jurist, arbeitete einige Jahre bei der Rundfunkaufsicht und als Anwalt. Seit 1991 verfasst er erfolgreich Drehbücher für das Fernsehen, u.a für „SOKO 5113“, „Ein Fall für zwei“ und „Der Bulle von Tölz“. Seine preisgekrönten Kriminalromane um das Ermittlerduo Wallner & Kreuthner stehen regelmäßig monatelang unter den Top 10 der Bestsellerlisten. Zuletzt war "Unterm Schinder" Platz 3 der Spiegelbestsellerliste. Andreas Föhr lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Katzen in einem alten Bauernhaus in der Nähe von Wasserburg. Wenn er nicht gerade schreibt, geht er am liebsten in die Berge, wandert auf unbekannten Wegen in unberührter Natur.

Klappentext:
Ein frischer Wind weht durch die Polizeiinspektion Miesbach – oder wohl eher eine steife Brise: Clemens Wallners neue Chefin Karla Tiedemann ist nicht nur 10 Jahre jünger als der Kommissar und mit einem Sinn für beißende Ironie gesegnet; sie scheint auch mindestens so sehr an ihrer Karriere interessiert wie an Gerechtigkeit.
Als der Abgeordnete Gansel in seinem eigenen Haus ermordet wird, gerät Kommissar Wallner von zwei Seiten unter Druck: Karla drängt auf einen raschen Abschluss des Falls – und der Hauptverdächtige ist ausgerechnet Polizeihauptmeister Leonhardt Kreuthner! Denn Gansel war mit Kreuthners Jugendliebe Philomena verheiratet und hat sie offenbar geschlagen. Das wiederum hatte Kreuthner herausbekommen und wollte es in der ihm eigenen unkonventionellen Art unterbinden …

Meine Meinung:
Während Clemens Wallner wie gewohnt an der Lösung des Falles arbeitet, setzt Leonhardt Kreuthner seinen Eskapaden noch einen drauf. Mit der neuen Chefin Karla Tiedemann zieht Frauenpower in die Polizeiinspektion Miesbach. Sie eckt gleich ordentlich an und erhebt Anspruch auf die Alpha-Rolle. Auch Kreuthner Senior mischt wieder mit.
Der Schreibstil ist humorvoll und empathisch. Man spürt die Liebe zur Region und zu den Figuren. Die Handlung ist noch eine Spur unglaublicher wie in den vorherigen Fällen. Man spürt das Vergnügen des Autors an hanebüchenen Situationen mit viel Situationskomik und auch manchen Klamauk. Erstaunlicherweise schafft es der Autor, die skurrilen Szenen zu einem logischen Universum zu verbinden. Es ist spannend und die Auflösung ist nachvollziehbar. Mir hat auch dieser Fall wieder gut gefallen, aber es ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

Fazit:
Der zehnte Fall um Wallner und Kreuthner reiht sich nahtlos in die Vorgängerfälle ein. Mir hat dieser Titel gefallen und deshalb bewerte ich ihn mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Es gibt eine Leseempfehlung von mir, aber es wird sicherlich nicht allen gefallen.

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Veröffentlicht am 16.11.2022

Eine rasante Mischung, die es in sich hat

Solothurn blickt in den Abgrund
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Buchmeinung zu Christof Gasser – Solothurn blickt in den Abgrund

„Solothurn blickt in den Abgrund“ ist ein Kriminalroman von Christof Gasser, der 2022 im Emons Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Christof ...

Buchmeinung zu Christof Gasser – Solothurn blickt in den Abgrund

„Solothurn blickt in den Abgrund“ ist ein Kriminalroman von Christof Gasser, der 2022 im Emons Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Christof Gasser, geboren 1960 in Zuchwil bei Solothurn, ist seit 2016 Autor von Kriminalromanen und Kurzgeschichten. Zudem schreibt er als Gastkolumnist für die Solothurner Zeitung. In seinen Romanen, die regelmäßig Spitzenplätze auf der Schweizer Bestsellerliste belegen, spielt seine Heimatstadt stets eine wichtige Rolle. Gasser lebt mit seiner Frau unweit von Solothurn am Jurasüdfuß.

Klappentext:
Das Büro einer Frauenrechtsorganisation in Olten wird überfallen und in Brand gesetzt, dabei wird eine der Aktivistinnen schwer verletzt. Staatsanwältin Angela Casagrande und Polizeihauptmann Dominik Dornach nehmen rechtsextreme Kreise ins Visier, die bereits Anschläge gegen linke und grüne Politikerinnen verübt haben sollen. Kurz darauf verschwindet die Syrerin Rana Amidi, eine Freundin von Dornachs Tochter Pia spurlos – und Dornach gerät in ein Netz gefährlicher Verstrickungen zwischen Diplomatie, Wirtschaftsinteressen und globaler Machtpolitik.

Meine Meinung:
Dieses Buch kommt im Gewand eines Regionalkrimis daher, ist aber eher ein politischer Wirtschaftskrimi mit mehr als einem Hauch Thriller. Dominik Dornach und sein Team ermitteln gleich in mehreren Fällen und stoßen auf wirtschaftliche Verknüpfungen der Schweiz mit einem fiktiven Staat der arabischen Welt, der mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht wird. Auch Dominiks Tochter Pia will aufklären und gerät in große Gefahr.
Die Figuren sind interessant, meist mit Grautönen durchsetzt, und handeln manchmal eher emotionell als überlegt. Zudem scheint eine Killerin auf dem Weg zu Dominik zu sein.
Weite Teile des Romans wirken leider glaubhaft, aber ab einem bestimmten Punkt wird es wunderlich und zugleich sehr spannend. Viel Gewalt wird durch eine satte Portion trockenen Humors abgefedert und niemand kann sich seiner Haut sicher sein. In Nebenhandlungen spielen romantische Gefühle eine wesentliche Rolle und es bleibt kompliziert. Am Ende werden fast alle Fragen beantwortet, aber nicht alle Überlebenden sind glücklich.

Fazit:
Der Regionalkrimi wird zuerst zu einem politischen Wirtschaftskrimi, um dann als knallharter Thriller zu enden. Die Spannung steigt, aber mit der Glaubwürdigkeit geht es bergab. Meine Bewertung sind vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Diesen Titel kann ich den Thrillerfreunden empfehlen.

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